Mediabriefing vor dem Spiel gegen Wolfsberg

Hyballa macht den Pressesprecher

Von wegen Krisenstimmung: Peter Hyballa zeigte sich beim Mediabriefing vor dem Spiel gegen den WAC bester Laune und bat seinen verletzten Schützling Florian Kainz selbst zum Interview. Von seiner Mannschaft fordert der Deutsche vor allem mehr Mut.

© 2012 Sturm12.at (Peter Troissler)

Veränderung braucht Zeit. Nicht nur im sportlichen Bereich, auch in der Administration. Das sogenannte “media briefing” vor den Spieltagen ist bei Sturm Graz noch relativ neu – und deshalb wohl noch für so manchen Spieler ungewohnt. Etwa für Michael Madl. Der stand zum vereinbarten Termin nämlich noch unter der Dusche. Und nachdem Kommunikationsleiter Christoph Regger auf den Verteidiger wartete, saßen vorerst nur Peter Hyballa und Florian Kainz vor der versammelten Medienlandschaft.

Der neue Trainer bei Sturm ist bekanntlich um kein Wort verlegen, aber auch um keine Tat. So schnappte er sich die aufgestellten Mikrofone, führte das Interview mit dem Langzeitverletzten Kainz höchstpersönlich (auch auf Englisch) – und sorgte damit für einige Lacher. Ein Sturm12.at-Bonustrack:

Listen to Peter Hyballa interviewt Florian Kainz

Den Spaß hat man nach all der negativen Presse in den letzten Tagen im Hause Sturm noch lange nicht verloren. Und als dann alle Beteiligten versammelt waren konnte auch ausführlich über das bevorstehende Spiel gegen den Wolfsberger AC gesprochen werden.

Zunächst stand aber das schwarz-weiße Lazarett im Mittelpunkt. Mit Serkan Ciftci, Leonhard Kaufmann und Ferdinand Feldhofer kamen kürzlich drei neue Verletzte dazu. Dafür ist Imre Szabics wieder im Mannschaftstraining dabei und, laut Coach, eine Alternative für das bevorstehende Spiel.

Listen to Peter Hyballa über die aktuelle Verletztensituation

Der WAC hat nicht zuletzt durch einen 1:0-Testspielerfolg gegen den VfL Wolfsburg ein weiteres Ausrufezeichen gesetzt. Hyballa hat bei den Kärntnern eine “schwungvolle Truppe” gesehen. Doch auch beim Aufsteiger hat es, wie bei Sturm, bislang nicht für mehr als drei Punkte gereicht.

Listen to Peter Hyballa über den Wolfsberger AC

Besonders Michael Madl und Kollegen werden gegen baumlange Offensivspieler wie Christian Falk einiges zu tun haben. Der Innenverteidiger über sein Rezept gegen die Lavanttaler.

Listen to Michael Madl über den Wolfsberger AC

Viel wichtiger als der Gegner ist natürlich die Analyse der eigenen Leistung. Die war gegen Mattersburg durchwachsen. Nach einer “sehr guten ersten Halbzeit”, folgte eine recht maue zweite. “Fakt ist: Mit den drei Punkten sind wir nicht zufrieden”, sagt Hyballa. “Mit der Art und Weise in Mattersburg sind wir auch nicht zufrieden.” Bis sein System endgültig gegriffen hat fehlen also noch einige Prozentpunkte. Der Trainer ist zuversichtlich.

Listen to Peter Hyballa über das System-Hyballa

Das Abwehrverhalten läuft in der gesamten Mannschaft noch nicht so wie es sein soll. In Mattersburg ließ Sturm besonders viele Flanken zu. Das liegt aber nicht nur an den Außenverteidigern. Und auch nicht am Spielsystem.

Listen to Peter Hyballa über das Abwehrverhalten in Mattersburg

Ein paar Spieler schienen auch das ein oder andere Mal sogenannte leere Kilometer zu machen. Der Trainer will vor allem mehr Mut sehen – das versucht er der Mannschaft zumindest seit mehreren Wochen einzubläuen.

Listen to Peter Hyballa über das System-Hyballa

Beim Thema Mut sind vor allem Führungsspieler gefordert. Spieler wie Manuel Weber einer sein soll. Mit seinen Leistungen ist Hyballa noch nicht restlos zufrieden, da er das Spiel ab und zu noch zu sehr verzögert.

Listen to Peter Hyballa über die bisherigen Leistungen von Manuel Weber

Zu sehr verzögern wird sich, so hofft er, das Comeback von Florian Kainz nicht. Der Gewinner des Sturm12.at-Leserzeugnisses im Frühjahr arbeitet derzeit am Fahrrad sowie beim Aqua-Jogging am Comeback. Nächste Woche will er zu laufen beginnen. Mitte des nächsten Monats ist eine Rückkehr ins Mannschaftstraining denkbar.

Listen to Florian Kainz über seine Verletzung

Mehr von Florian Kainz gibt es morgen in einem ausführlichen Interview auf Sturm12.at.

Copyright (alle Fotos): Sturm12.at (Peter Troissler)

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Kommentare

Gute Sache das Mediabriefing. Da haben uns Deutsche Vereine einiges voraus. Ich bin nach wie vor überzeugt, dass die Mannschaft noch eineige Runden brauchen wird um in Tritt zu kommen, aber dann durchaus ein Europacupplatz erreichbar ist.

ich sags ja ungern, aber in sachen medienbriefing muss man nicht mal nach deutschland schauen um zu sehen, dass sturm da hinterher gehinkt ist …

sturm1972 says:

Wenn im Mediabriefing irgendwo,irgendwer,irgendwas voraus hat,dann müssen das wohl die Journalisten sein,welche die Fragen stellen ! Die Analyse der letzten Spiele hätten sie auch aus vergangenen Interviews zitieren können und zum kommenden Gegner wird Hyballa schon aus Höflichkeit immer das selbe sagen :Sie sind sehr stark,sie stehen sehr kompakt und spielen gut und schnell nach vorne usw.-aber natürlich werden wir versuchen sie zu schlagen und 3 Punkte zu machen ! No na net !!!
Interessanter wäre da schon,was da genau mit Haas war oder was an den Abwanderungsgerüchten von Stangl und Neuhold dran ist,als die alte Leiher der letzten drei Wochen noch einmal durchzukauen ! Beim Mediabriefing vor einem Spiel sollte es wohl hauptsächlich um eben dieses Spiel gehen (gibt es Umstellungen ? wer kann nicht spielen ? wie wird man es taktisch anlegen ? usw.,usw.) und um den augenblicklichen Zustand der Mannschaft und nicht um eine wiederholte Analyse der Vergangenheit !
Ich glaube,das Ganze könnte eine gute Sache sein,ist es aber leider noch nicht ! Wenn das so bleibt,dann wird es so enden wie bei der Kirche !! Da geht auch keiner mehr hin,weil der Pfarrer immer das gleiche predigt !!!

ich meinte auch eher die tatsache das es sowas bei sturm jetzt gibt. das ist bei dem einen oder anderen verein in österreich schon länger standard …

@sturm1972:
Hast du deine “Beispielfragen” eigentlich mal überdacht? Stellst du dir vor, dass PH jetzt hergeht und den Journalisten 2 Tage vorm Spiel die komplette Aufstellung und genaue taktische Ausrichtung ausplaudern, damit der Gegner auch gleich alle Infos zur Hand hat? Im Fußball kann Überraschung auch mal wichtig sein! Wer hätte gedacht, dass Salzburg in der 1. Runde auf genau die Spieler setzt? Unter Moniz denk ich wär für Sturm mehr drinnen gewesen.
Aber was mit Haas, Neuhold, Stangl ist, könnte man wirklich mal fragen. Da hast du recht

Weniger Kasperl – mehr Trainer, Herr Hyballa. Das wäre für Sturm besser.

saurons_mouth says:

@wolf: patrick, bist du´s??? anders kann ich mir das posting nicht erklären…

sturm1972 says:

@Tomi1909.:Was die Taktik angeht kann PH ja bluffen,aber hinterfragt sollte es werden.Ist immer noch interessanter,als das, was sowieso schon jeder weis !
Mit der Aufstellung kannst du einen Gegner nur überraschen,wenn du Gratzei als Stürmer bringst,denn auf alle anderen, wenigen, Möglichkeiten ist er sicher auch ohne Pressekonferenz vorbereitet ! Ich glaube kaum,das sich der WAC anders auf das Spiel einstellen würde,wenn er z.B.wissen würde,das Hütter (oder ein Anderer) anstelle des angeschlagenen Kaufmann spielt.Ein Verein,wie der WAC,muss sich ohnehin nach den eigenen,beschränkten Möglichkeiten richten.
Was die Aufstellung von Salzburg gegen uns betrifft,kann ich mir nicht vorstellen,das sie irgend einen Fachmann (außer dir natürlich) besonders überrascht hat.Das sie Offensiv etwas verändern würden,nachdem man gegen Düdelingen kein Tor gemacht hat,war anzunehmen.Das Svento(verletzt) ersetzt wird war auch klar.Die restlichen sieben Feldspieler sind auch schon gegen Düdelingen und Sportklub im Cup aufgelaufen.Also auch keine Überraschung ! Da diese Salzburger Mannschaft,welche gegen uns spielte,im Moment der Stamm von RB ist,war es keine Überraschung ! Dies wird ja auch in den Spielen gegen Mattersburg und WAC bestätigt,da kamen jeweils die selben elf Spieler die auch gegen Sturm spielten zum Einsatz !
Das habe ich mir eigentlich gedacht,als ich alles überdacht habe !!!

@sturm1972:
Erstmal kannst du dir “Fachmann (außer dir natürlich)” sparen!

Da hast du schon recht, dass der ein oder andere jetzt keine Veräderungen mit sich bringt. Ich hätte nicht gedacht, dass sie ihre ganzen “Starlegionäre” auf der Bank lassen. Außerdem hab ich nicht damit gerechnet, dass sie sich so gut auf Sturm einstellen, sondern mehr ihr eigenes Spiel forcieren.

Du hast vollkommen recht, dass der WAC nicht groß was umstellen würde. Aber ein normaler Trainer sagt trotzdem nicht seine ganze Taktik/Aufstellung 2 Tage vor dem Spiel der Öffentlichkeit.
Bluff ist im Prinzip eine nette Idee. Aber angenommen wir verlieren, wird wieder eine Diskussion aufgrissen was PH für ein Dampfplauderer ist!

sturm1972 says:

@Tomi1909.:
Aber PH hat das gewusst,was du dir nicht gedacht hättest ! Deshalb der leicht sarkastische und durchaus nicht böse gemeinte Sager ” jeder Fachmann (außer dir natürlich) “!Ich wollte dir eigentlich damit sagen,das jeder Trainer in der BuLi,über alle Gegner genau informiert ist.Da gibt es nicht viele Geheimnisse,welche man bei einem Mediabriefing verraten könnte.Deshalb sind die Trainer die Fachleute und nicht wir ! Aus diesem Grund sollten wir nicht immer vorschnell ihre Entscheidungen kritisieren,z.B. bei den Aufstellungen.Glaub mir,sie sind näher dran, sie haben mehr Fachkenntnis und mehr Informationen als wir !

Vollkommene Zustimmung:)

Markelinho says:

Ich hoffe das Hyballas Steirischer Sohn bald wieder ins Mannschaftstraining einsteigt

archaeopterix says:

nach dem oben gehörten scheint Hyballa ein echter Fußball – Lehrer zu sein, der sehr ins Detail geht ! Die Frage dabei ist, in welcher Zeit die Schüler das und das System überhaupt begreifen & können !?? – Daher hatte Osim auch nicht gleich von Beginn an Erfolg ! ……

Osim hatte den Vorteil, dass die Erwartungen bestimmt geringer waren. Das Schwarz-Weisse Graz ist nach über 10 Jahren immer noch sehr verwöhnt! Da wird in alle Himmelsrichtungen kritisiert.
Gemischt mit der heutigen Schnelllebigkeit sowie Medienlandschaft kann man die “Ära Osim” und die “Ära Hyballa” definitiv nicht vergleichen.
Und “die Frage” wirst du niemals im vorhinein beantworten können. Das ist ja genau der Punkt, mit dem viele hier zu kämpfen haben. Man kann es eben auch “Geduld” nennen. Jeder würde am Liebsten (oder meint es bereits zu können…) in die Zukunft sehen, OB Sturm mit dem neuen System zurechtkommt oder nicht! Es führt aber ganz einfach kein Weg drum rum, ein paar Monate abzuwarten und sich DANN ein Bild zu machen! Akzeptieren tuts nur keiner gerne.

madschi1988 says:

Osim hatte den Vorteil das ein gewisser Herr Kartnig sehr viel Geld in die Mannschaft investiert hat!
Wenn man Spieler für sein System bekommt, kommt der Erfolg schneller!
Osim war auch ein Ausnahme Trainer bzw Mensch, so was wird’s in Österreich nie wieder geben!

Sashlyrics says:

sooooviel geld hatte osim am anfang nicht zu verfügung. die ersten saisonen gabs mit einem blutjungen team…

@madschi: der kartnig hat einen scheiß was an geld investiert, er war ja schon vor osim zwei jahre lang erfolglos präsident. osim hat mit einer blutjungen mannschaft aus nobodys, ein paar jugoslawen, und ein paar ausrangierten deutschen ein team von null aufgebaut. geld ist erst durch die erfolge dann reingekommen…

madschi1988 says:

Ja da habt ihr recht!
Osim is einfach a super Trainer und Mensch!
Trotz Erfolge is er immer am Boden geblieben!
Ich hasse solche Trainer wie Mourinho und Klopp!

PS i wollt den Beitrag net melden, Entschuldigung!

tommygraz says:

also ich finde den vergleich mit osim in keinster weise angebracht, aus folgenden gründen:

osim war ein weltbekannter trainer der vor sturm viele erfolge gefeiert hatte undselbst ein spieler mit weltklasseniveau war. keines von beiden trifft auf ph zu.

osim war ein schweiger, ein gentleman der affentheater verabscheut hat. PH? das gegenteil, ausser gentleman kann ich nicht beurteil.

abschließend wünsche ich mir weniger zirkus und mehr leistung!!!

Hyballa mit Osim zu vergleichen… anscheinend nehmen hier einige Drogen. :D

blackpeng says:

Madl schaut a fertig aus, hoffentli is er net am samstag so fertig.

Zu sehr verzögern wird sich, so hofft er, das Comeback von Florian Kainz. -> ich würde sagen da fehlt ein nicht zum schluss ;)

zwergbumsti says:

Meiner Meinung nach haben wir den stärksten Kader nach Salzburg. Wenn man sich unsere Leute ansieht, muss da einfach ein internationaler Platz am ende der Saison drinnen sein. Und ich glaube darum wird es sich ohnehin in einigen Wochen herauskristallisieren ob Hyballa der Richtige Mann für Sturm ist.

Ah geh komm, einen internationalen Startplatz haben nach dem Umbruch zu Beginn der Saison wohl nichtmal die ärgsten Träumer erwartet. Heuer wird sich mal in Ruhe mit dem System zurechtgefunden und kommende Saison im Herbst kann man dann FRÜHESTENS! erste Rückschlüsse ziehen und mit Ende der Saison 2013/2014 einen internationalen Startplatz verlangen. Davor ist es reine Utopie – jedoch würde ich es mit Handkuss nehmen, wenn nicht ist es auch kein Beinbruch.

Wenn man bedenkt, dass in der Europacupsaison 2013 / 2014 5 österreichische Vereine spielberechtigt sind (wird eh einmalig bleiben), kann man sehr wohl einen internationalen Startplatz mit DIESEM Kader verlangen! Egal welcher Wunderwuzzi an der Seitenlinie herumhüpft. Diverse taktische Einstellungen muss jeder Spieler schon verinnerlicht haben, wenn das jetzt 1 1/2 Jahre dauert, na dann gute Nacht!

zwergbumsti says:

Na ganz sicher. Hinter Salzburg, Rapid und Austria vierter zu werden muss mit dem Kader einfach drinnen sein. Und dann haben wir unserern Startplatz. Wennst mit dem Kader nicht 4. wirst, dann ist wirklich ALLES schief gegangen.

saurons_mouth says:

so, wie sich rapid gestern präsentiert hat, könnten wir sogar den anspruch stellen, dritter zu werden.
aber in hütteldorf hats keine großen system-, spieler- oder trainerwechsel gegeben…

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