Wolfsberger AC

Fusion ins Glück

Erstmals gibt es das Duell mit dem WAC in der Bundesliga. Sturm12.at gibt historische Auskünfte über bisherige Partien, der fixen Größe in Liga zwei und einem etwas namensverwirrten Fanclub.

© 2009 Sturm12.at (BS)

© 2009 Sturm12.at (BS)

Vor dem allerersten Kräftemessen zwischen dem SK Sturm Graz und dem Wolfsberger AC in Österreichs höchster Spielklasse blickt Sturm12.at wieder einmal ein bisschen zurück in die Geschichte des Gegners. Von der Nummer zehn der zweiten Liga, über Sankt Andrä bis zu Hannes Reinmayr und der erneuerten Lavanttal-Arena.

Rasant rauf, rasant runter
Schon 1931 gründete sich der Wolfsberger Athletik Club und war von Beginn weg der beliebteste Verein im Lavanttal. 1955 machte der Klub österreichweit erstmals auf sich aufmerksam, als nach der erfolgreichen Relegation für die Tauernliga Süd gegen SV St.Veit/Glan der Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse geschafft wurde. Nur zwei Jahre später krönte man diese Zeit mit dem Vizetitel hinter dem späteren Nationalligisten WSG Radenthein. Doch so schnell und rasant es hoch ging, so schnell und rasant ging es auch wieder hinunter in die Kärntner Liga.

Es dauerte über zehn Jahre, bis sich der WAC wieder für die zweite Liga qualifizieren konnte. Immer wieder scheiterte man knapp am Aufstieg, bis 1968 die Rückkehr in die – mittlerweile umbenannte – Regionalliga Mitte (2. Spielstufe) klappte. Und endlich wurden die Lavanttaler zu einer fixen Größe im heimischen Fußball. Es folgte eine neun Jahre andauernde Verbleibserie in der zweithöchsten Liga – auch nach deren Neuordnung 1974.

Vier Mal Pokal
Während sich Sturm und die ebenfalls Schwarz-Weißen in der Regionalliga Mitte knapp verpassten (Sturm stieg schon vor dem Wiederaufstieg der Wolfsberger auf), trafen sie doch schon viermal in ihrer gemeinsamen Geschichte aufeinander. 1977 stand eine Erstrundenpartie im Pokal an, Anton Ringert traf als einziger, Sturm stieg auf. Nur ein Jahr später das schnelle Wiedersehen. Vor rund 2.000 Besuchern brauchte Rudolf Schauss die Grazer in Führung, doch nach dem späten Ausgleich ging es bis ins Elfmeterschießen, das schlussendlich Sturm nach neun Schützen mit 5:4 für sich entschied.

Ebenso ins Penaltyschießen ging es im dritten Aufeinandertreffen. 1989 gerieten die Gäste aus der Steiermark nach wenigen Sekunden bereits in Rückstand, dazu flog Michail Petrovic nach 16 Minuten vom Platz. Doch Sturm kämpfte sich zurück ins Spiel, schaffte durch Ewald Türmer noch den Ausgleich und behielt im Elfern die Nerven. Ein 4:2 bedeutete den Aufstieg  Achtelfinale. Das letzte Kräftemessen dominierte der amtierende Doublegewinner 1999. Die Champions League-Helden rund um die beiden Doppeltorschützen Ivica Vastic und Günther Neukirchner gewannen trotz Rückstand noch mit 4:1.

Die beiden bisher letzten Begegnungen dominierten ebenso die Grazer. 2009 gabs in Wolfsberg ein 0:0, bei dem die Hausherren zweimal Aluminium trafen, Sturm aber den Gegner an die Wand spielte. Heuer im Winter folgte ein 4:2-Sieg in Messendorf, trotz zweimaligem Rückstand.

© SturmTifo.com

Eine Fusion zum Aufstieg
Schon einige Jahre zuvor – 1985 – stieg Wolfsberg aus der 2. Division ab, scheiterte zweimal an der Relegation und wurde auch aus der Regionalliga Mitte 2002 relegiert. In der Zwischenzeit wuchs ein kleinerer Verein im Lavanttal und spielte um den Zweitliga-Aufstieg. Der SK St. Andrä (bei denen auch Hannes Reinmayr und Roland Goriupp zum Ende ihrer Karriere spielten) sorgte für Aufsehen, war aber vom Umfeld und der Landesunterstützung her zu schwach für einen Aufstieg. Die logische Folge war ein österreichischer Weg: eine Fusion der beiden Lavanttaler Klubs.

So kamen schon in der Regionalliga 2009/10 rund 1.000 Besucher im Schnitt zu den Spielen, mit dem Stadion und den Fans des WAC, sowie dem Spielermaterial und den sportlichen Voraussetzungen der St. Andräer schaffte man den Aufstieg und war auch in der zweiten Liga sofort im vorderen Bereich der Tabelle. In der zweiten Saison schaffte der Fusionsklub unter Star-Trainer Nenad Bjelica mit durchaus bekannten, Bundesliga-erprobten Profis, wie Ex-Sturm-Kicker Gernot Suppan oder dem früheren deutschen Talent Marco Reich, den Aufstieg. Mittlerweile verfolgten über 2.500 Zuschauer im Schnitt die Spiele, bis zu 6.000 kamen bei Topspielen in die Lavanttal-Arena.

Das Stadion ist auch das neue Prunkstück des Vereins. Schon zuvor war der von Gönner und Präsident Dietmar Riegler ausgebaute VIP-Klub in ganz Österreich angesehen und nun folgt mit dem aktuellen Tribünenzubau auf der Gegengerade, sowie dem neuen Auswärtssektor die Bundesliga-Tauglichkeit. Nach dem Ausbau sollen knapp über 7.000 Besucher im Stadion Platz finden. Durch die – mit nur einer knappen Autostunde – kurze Entfernung ist eine Sturm-Fan-Invasion im Rückspiel im Herbst wohl garantiert. Der Klub selbst hat sich von St. Andrä wieder getrennt, spielt weiterhin unter dem traditionellen Namen WAC.

Namensverwirrung beim Fanclub
Interessant ist ebenso die Geschichte des 2007 gegründeten ersten Fanclubs der Wölfe. Die “Wolfsfront” wurde in den letzten Jahren desöfteren mit der NS-Zeit in Verbindung gebracht, heißt doch eine Musikband – die dem Neo-Nazitum zuzuschreiben ist – genauso. Auch das Logo des Fanclubs ähnelt der Band und so stellte man vor rund einem Jahr die Frage nach einem neuen Namen. Als sich die Aufregung legte, wurden aber auch diese Pläne beiseite gelegt. Am Samstag dürfen sich die etwa 50 “Frontwölfe”, wie sie sich selbst nennen, auf das erste selbsternannte Packderby freuen.

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Kommentare

archaeopterix says:

Wir dürfen WAC nicht unterschätzen und müssen sie vom Start weg versuchen unter Druckzu setzten bzw. Zu überraschen !

saurons_mouth says:

auf das rückspiel freu ich mich schon sehr! da werden einige schwoaze über die pack pilgern..großartig! dann gibts beim nach-hause-fahren wieder den super autocorso ;)
top wäre natürlich eine invasion wie jene, die wr. neustadt vor 1 jahr erleben musste :)

dasbaum1909 says:

ich als gebürtiger wolfsberg muss sagen, dass ich mich sehr gefreut habe als der wac aufgestiegen ist. endlich gibts wieder das duell steiermark vs kärnten. mein herz schlägt natürlich für unsre schwoazn aber ich bin überzeugt, dass der wac eine gute saison spielen kann; unterschätzen darf man sie auf keinen fall.
hab mir letztes jahr einige spiele angeschaut und muss sagen, manchmal waren da echt super leistungen dabei aber halt auch manchmal partien zum wegschaun…
@ saurons_mouth ich freu mich auch auf das rückspiel nur leider hat der neue fansektor im wolfsberger stadion nur 500 plätze. dafür kann mann die wiesen rund ums stadion belagern… das wär mal was ;)

ich als begeisterter Fussball Spieler freue mich schon sehr aufs Spiel morgen- eigentlich auf beide Spiele aber dass erste liegt mir natürlich besonders am Herzen! ;) Wenn man die Quoten anschaut (zumindest auf Interwetten) ist Graz natürlich vorne… schau ma mal wies ausschaut morgen! Bin schon gespannt!
@dasbaum WAS das NEUE Stadium hat nur 500 Sitze?? gibts ja nicht…

sturm1972 says:

Der neue “Gästesektor” hat nur 500 Plätze ! Aber das macht nichts,die Wolfsberger sind gemütliche Leute,und werden schon zusammenrücken und ein Platzerl für uns haben ! Sind ja auch Schwarz-Weiße!

DerAndere says:

Also das stimmt so nicht, der Gästesektor bietet zwischen 700 und 1000 Leuten Platz.

sturm1972 says:

@DerAndere.:
Danke für die Info.Da hatte ich wohl die falsche Quelle.Aber ich befürchte das wird trotzdem nicht reichen,denn allein aus der Weststeiermark werden da schon 1000 Leute über die Pack pilgern !!!

DerAndere says:

Müssts halt schnell eine kaufen denn an den Kassen werden sie schnell vergriffen sein da ja auch schon sehr viele Abos verkauft wurden und ein Spiel gegen Sturm lassen sich nicht viele Lavanttaler entgehen.Sogar gut möglich dass du auch keine Karten an den Kassen im Gästesektor bekommst.

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