- “Beim schnellen Umschalten haben wir große Qualität gezeigt.” (Manuel Weber)
- “Jetzt können wir guten Mutes zu Rapid fahren.” (Peter Hyballa)
- “Das war ein sehr gutes Spiel von uns.” (Richard Sukuta-Pasu)
Die Meinung des Trainers und der Spieler nach dem deutlichen Sieg Sturms über Aufsteiger Wolfsberg sprechen Bände. Die Erleichterung ist in den Medien spürbar, ist der 4:1-Erfolg doch Balsam auf den Wunden der Fans und Funktionäre nach der Auswärtsniederlage in Mattersburg. Doch bei all den spielerischen Höhepunkten des Matches gibt es auch Themen abseits des grünen Rasens: Das Transfergerücht rund um Haris Bukva zum WAC ist aufgeklärt. Und: Thomas Gerstner war beim gestrigen Spiel. Der ehemalige Co-Trainer unter Franco Foda soll die Nachfolge von Paul Gludovatz antreten.
Kronen Zeitung: Mit einem 4:1 landete Sturm gegen den WAC den ersten Heimsieg der Saison – Sukuta-Pasu, Bodul, Weber & Co. lieferten eine hochunterhaltsame Show ab, Szabics feierte ein Comeback nach Maß und ÖFB-Team-Heimkehrer Okotie traf im Doppelpack. Klar war Trainer Peter Hyballa erleichtert: “Ich persönlich glaube ja fest an unseren Weg – aber für unsere jungen Spieler war das Erfolgserlebnis Gold wert.” Vier Spiele, sechs Punkte – kein Gerede mehr von Fehlstart! “Wir haben zwar nach zwei Minuten wieder ein blödes Tor bekommen”, sagte Peter Hyballa, “aber wir haben dann sofort unser schönes Gesicht gezeigt und mit zwei Toren geantwortet. Jetzt können wir guten Mutes zu Rapid fahren.” WAC-Coach Bjelica hingegen grollte: “Mit solchen Fehlern hätten wir auch gegen Ferlach verloren. Sturm hat vier der besten Stürmer der Liga – die bestrafen so etwas natürlich schwer.” Nach einem Tor und einem Assist durfte Imre Szabics mit seinem Comeback zufrieden sein: “Das war ein sehr gutes Spiel von uns.” Richard Sukuta-Pasu (ebenfalls ein Tor und ein Assist) war erleichtert: “Der Pflichtsieg ist im Sack. Leider haben wir gleich wieder ein schnelles Tor bekommen, aber dann haben wir gezeigt, dass wir ordentlich nach vorne spielen können.” “Mit vier Stürmern am Platz muss man die Positionen gut halten”, sagte Manuel Weber, “aber beim schnellen Umschalten haben wir große Qualität gezeigt.” “Das 0:1 war vielleicht gar nicht so schlecht”, schmunzelte Rubin Okotie, “das war ein Weckruf! Ob meine zwei Tore teamreif waren, weiß ich nicht, aber die Teamberufung hat mich sicher beflügelt.” Das Offensiv-Konzept behagt Rubin sehr: “Mit vier Angreifern sind wir extrem flexibel und kaum auszurechnen.” Am Rande wurde das Transfer-Gerücht um Haris Bukva und WAC aufgeklärt: Keine Rede von Wechsel – reiner “Psycho-Kniff” aus Kärnten.
Kleine Zeitung: “Der SK Sturm ist wieder da“, donnerte es ansatzlos aus Tausenden Kehlen von den Tribünen in Liebenau. Doch der Chor verstummte jäh, denn die Sturm-Spieler waren noch nicht da – zumindest geistig. Der WAC nutzte das. Jacobo stellte nach nur 102 Sekunden auf 1:0 für den Aufsteiger aus Kärnten. Schon früh schien alles in die Hose zu gehen, was sich Sturms Trainer Peter Hyballa vorgenommen und seiner Mannschaft eingetrichtert hatte. Giftig, ja sogar ekelig wolle er seine Mannen sehen, verriet er vor dem Spiel. Er selbst setzte mit seiner Startelf ebenfalls ein Ausrufezeichen. Gleich vier gelernte Stürmer standen auf dem Platz. Rubin Okotie, Richard Sukuta-Pasu, der wiedergenesene Imre Szabics und Darko Bodul – mit dieser Angriffs-Armada wollte Hyballa den Gästen das Fürchten lehren. Doch das 0:1 schien alles zunichtezumachen. Und ein ganz unzufriedener Sturm-Anhänger ließ seinem Unmut freien Lauf. „Fraaanco Foda“, rief er laut nach Hyballas Vorgänger. Doch auch er verstummte jäh. Schon nach sechs Minuten egalisierte Imre Szabics den Rückstand und sein erster Weg führte ihn zu Peter Hyballa. So als wollte er sagen: „Seht her, bei uns ist alles in Ordnung.“ Und das war es in der Folge auch. Schon drei Minuten nach dem Ausgleich hieß es 2:1 für Sturm – Rubin Okotie hatte nach einem schnell abgespielten Freistoß von Szabics eine Verwirrung in der WAC-Abwehr erfolgreich ausgenutzt. Und auch in der Folge machte Sturms Sturm richtig Spaß. Sukuta-Pasu erhöhte in der 41. Minute auf 3:1, Okotie mit seinem zweiten Treffer (44.) auf 4:1. Der erste Heimsieg der Saison war perfekt. Interessantes tat sich aber nicht nur auf dem Rasen, sondern auch auf der Tribüne. Dort erspähte man, getarnt mit einer Sonnenbrille, Franco Fodas einstigen Co-Trainer Thomas Gerstner. Und der dürfte nicht zufällig in Graz geweilt haben, schließlich ist bei Sturm die Position des Sportdirektors noch vakant. Und Gerstner war ja schon vor der Bestellung von Paul Gludovatz Thema. Gestern soll er in Graz verhandelt haben. Deshalb herrschte bei einigen Vorstandsmitgliedern schon vor dem Anpfiff emsiges Treiben.
Kurier: Schon der große Ernst Happel hatte einmal doziert, dass eine offensive Ausrichtung eines Teams nicht zwingend mit der Anzahl der Stürmer zusammenhängen muss. Sturm-Trainer Hyballa weiß das sicher auch, der Deutsche könnte wissenschaftliche Abhandlungen über seine große Liebe, den Offensivfußball, schreiben. Er pfiff gegen Wolfsberg auf alte Weisheiten und ließ vier Stürmer angreifen, auch wenn er zwei davon (Szabics, Bodul) offiziell in der Mittelfeldraute unterbrachte. Und drei Sturm-Stürmer bedankten sich artig mit Toren. Schon bevor sich die rund 12.200 Sturm-Fans über Hyballas Ideen Gedanken machen konnten, stand es nach zwei Minuten 0:1 – Jacobo, einer von vier Spaniern in Wolfsbergs Startelf, nützte die erste allgemeine Verunsicherung in Sturms Abwehr: Vujadinovic war ausgerutscht, Klem hatte gar nichts getan. Fünf Minuten jubelten die rund 300 Kärntner Fans, dann erzielte Szabics sein erstes Saisontor. Aber Sturm hatte bekanntlich noch mehr Stürmer im Spiel. Zum Beispiel Okotie, der weitere zwei Minuten später mit Hilfe von Szabics (Zuspiel) und der WAC-Verteidigung (Verschlafenheit) auf 2:1 stellte. Nachdem die Kärntner die zuletzt wackelige Sturm-Verteidigung nicht hatten bezwingen können, war Sturm mit dem zweiten Doppelschlag an der Reihe: Sukuta-Pasu traf nach Doppelpass mit Weber (40.), dann überspielte Okotie Tormann Dobnik (44.). Aufgeben wollte der Aufsteiger nicht, man erinnerte sich daran, welch blöde Tore Sturms Abwehr zuletzt kassiert hatte. Diese stand aber besser, da auch Grazer Stürmer nicht mehr trafen, klang das Fußballfest eher bescheiden aus. Fazit: Offensive ist gut, aber nächste Woche heißt Sturms Gegner Rapid – und nicht Wolfsberg.

Sturm12.at ist ein privates und unabhängiges, journalistisches Medium, das seinen Fokus auf die Berichterstattung über den Fußballklub SK Sturm Graz gerichtet hat. Gegründet wurde Sturm12.at am 20. Februar 2009 von Christopher Houben und Julia Wendl. Das Hauptaugenmerk der Arbeit bei Sturm12.at liegt auf der tiefgreifenden Analyse von Sturm Graz und des österreichischen Fußballs.
Gestern sind mir einige Besonderheiten aufgefallen,die ich in den Diskussionen vermisse : 1.) Wir haben 90 Min. Offensivfußball wie schon Jahre nicht mehr gespielt und mit hohem Tempo ! 2.) es ist fast historisch , daß wir mit 4 echten Stürmern einmal gespielt haben ! Diese mutige Offensiv -Variante führte auch zur gestrigen Torflut , die sogar höher hätte sein können ! Nach meiner Interpretation hatte Bodul eine neue Stürmerrolle was die Offensive stark verbesserte und Sturm unberechenbar machte ! 1 Tor hat er aufgelegt, eines hätte er bald selbst gemacht .- 3. ) Keinem Kommentator ist ganz was anderes aufgefallen : Sturm hatte gegenüber der 1. HZ die Kärntner in der 2. HZ voll im Griff weil schon jeder unserer Stürmer den Ballfüführenden früh attackierte !- 4.) Wir hatten noch nie 4 so gute, kreative, technisch gute und schußkräftige Stürmer wie derzeit die auch alle wie gestern gespielt haben ! Ich glaube, daß kein Verein in Österr. ein solches Stürmerpotential wie Szabics, Bodul, Okotie & SuPasu hat ….
Wobei man allerdings sagen muss, dass es defensiv schon etwas gedauert hat, bis man in die Gänge kam. Bald allerdings hatten die Kärntner kaum mehr etwas zu melden!
Dass das Offensivspiel gut war, bewiesen einige Male begeistertes Raunen des Publikums!
Was mir gegen Mattersburg noch überhaupt nicht gefallen hat, sah gestern wesentlich besser aus!
Gerstner als Sportdirektor? Warum eigentlich nicht.
Gestern hat Sturm sehr schönen Offensivfußball gespielt und verdient gewonnen. Die Defensive braucht noch Zeit sich abzustimmen. Dass ist aber klar bei soviel Neuen dort- eigentlich ist nur Klem letztes Jahr Stammspieler in der Defensive gewesen. Und Madl hat Säumel wesentlich besser vertreten als Koch.
Viel besser hätte man nicht spielen können, ok in der Defensive aber da wissen wir ja alle das das nocht nicht ganz ausgereift ist. Madl soll weiter im defensiven Mittelfeld spielen finde ich. Wenn wir so die ganze Saison weiterspielen sehe ich uns ganz oben am Ende der Saison!