Seit Anfang Juli ist klar, dass Paul Gludovatz nicht mehr als sportlicher Geschäftsführer bei Sturm Graz tätig ist. Schon einige Wochen länger war er nicht in der Geschäftsstelle aktiv. Mehr als drei Monate steht Sturm also ohne sportlichen Geschäftsführer da. Christopher Houben, Peter Hyballa und Christian Jauk haben sich die Agenden aufgeteilt. Das funktioniert bei Transfers. Weil Hyballa das sportliche Know-How hat und Houben und Jauk Verträge aushandeln können. Das funktioniert nicht mehr, wenn es darum geht mit Spielern über deren sportliche Situation zu sprechen. Da gibt es dann plötzlich außer dem Trainer keinen Ansprechpartner. Das ist zu wenig. Und das scheinen nun auch der Vorstand und Aufsichtsrat von Sturm Graz begriffen zu haben. Die Suche nach einem sportlichen Geschäftsführer geht auf die Zielgeraden.
“Von mir gibt es dazu keinen Kommentar”, stellt Jauk klar. Kein Kommentar zum Ablauf der Gespräche, kein Kommentar über die Anzahl der Kandidaten, kein Kommentar zum zeitlichen Rahmen. Den Präsidenten mit Namen zu konfrontieren hätte ohnedies keinen Sinn. “Ich bitte um Verständnis, aber ich möchte einfach keine Unruhe reinbringen.”
Wenn man den Gerüchten, die in Graz kursieren, Glauben schenken darf, dann sind noch fünf oder sechs Herren in der engeren Auswahl um den Posten des sportlichen Geschäftsführers. Mit denen ist wohl in den letzten Tagen gesprochen worden oder es wird mit ihnen in naher Zukunft gesprochen. Der bekannteste Bewerber um den vakanten Posten bei Sturm Graz ist Zvonimir Soldo. Der 45-Jährige war zuletzt Chef-Trainer beim 1. FC Köln, zuvor trainierte er seinen Heimat-Verein Dinamo Zagreb. Soldo wäre wohl ein Mann vom Fach, ein Mann, der Fußball versteht. Der Kroate war allerdings in seiner bisherigen Laufbahn noch nie in einer Manager-Funktion tätig.
Soldo ist aber nach heutigem Wissensstand der einzige Kandidat, der bislang keine Managertätigkeit ausgeübt hat. Zwei junge Deutsche sollen ebenso in der engeren Auswahl sein. Viel deutet darauf hin, dass einer der beiden Jan Dreyer ist, der auch schon in den Transfer von Nikola Vujadinovic involviert war. Dreyer betreibt in Deutschland eine Sportmarketing-Agentur, die aktive Fußballer unterstützt. Bekanntester Klient des Deutschen ist der Paraguayaner Nelson Valdez, der einige Jahre in der deutschen Bundesliga bei Werder Bremen und Borussia Dortmund für Aufsehen gesorgt hat.
Aber auch Österreicher sind noch in der engeren Auswahl. Der Sportdirektor des steirischen Fußballverbandes Walter Hörmann etwa würde den Job machen wollen – man müsse ihn aber fragen. Das ist bislang allerdings nicht passiert, wird auch nicht mehr passieren. Auch die Gerüchte um den ehemaligen GAK-Trainer Heimo Kump verstummen in Graz nicht. Und auch ein zweiter ehemaliger Sturm-Kicker ist noch im Gespräch. 2002 hat Jürgen Rothdeutsch Sturm Graz in Richtung Gratkorn verlassen, dort dann seine aktive Karriere beendet. Der 35-jährige ist seit Anfang 2012 als Geschäftsführer Verkauf & Digital bei der Woche Steiermark tätig.
Inwiefern Kandidaten, die bei der Bestellung von Paul Gludovatz den Job nicht bekommen haben, auch noch bei der Entscheidung zur Bestellung des Geschäftsführers Sport berücksichtigt werden, kann nicht beantwortet werden. Auch dazu wollte Christian Jauk keinen Kommentar abgeben.

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Walter Hörmann ist aber nicht der Präsident des steirischen Fußballverbandes sondern Sportdirektor.
Selbst wenn er der Präsident vom Erdbeerland wäre, glaube ich nicht dass Sportdirektor wird. Ich hoffe nicht dass man jemanden nimmt, der selbst Spieler in seiner Firma unter Vertrag hat – das könnte eine einseitige Geschichte sein (ich will jedoch niemanden etwas vorwerfen, obwohl einen McGeady konnten wir schon brauchen
). Wirds Kump, dann sicher aus finanziellem Grund. Soldo könnte interessant sein, ob man nochmal jemanden holt der ähnlich Gludovatz von der Trainerbank kommt? Jedoch könnten die Vorzeichen nicht ungleicher sein, jemand der länger als ein Jahr im Haifischbecken Köln schwimmen konnte, kann sicher einiges ab.
Würde mir ehrlich gesagt eine Doppelspitze wünschen. Einer der den sportlichen Bereich abdeckt und das Scoutingnetz leitet und mal ein ordentliche Strukturen reinbringt. Der Weg über Salzburg bringt einen wie man sieht nicht ins Ausland sondern nach Ried oder zur Admira, den Sprung schafft man von Graz aus auch. Da wäre es wichtig, wenn da ein kompetenter und charismatischer Bursch am Werk wäre, der die vor längerer Zeit ausgebene Agenda “Jedes steirische Talent sollte bei Sturm landen” umzusetzen versucht. Der andere fungiert handelt die Verträge aus und muss dementsprechend einen wirtschaftlichen Background mitbringen. Alles in einer Person vereinen zu wollen, kostet einfach dementsprechend einen Batzen, deshalb müsste man irgendwo Abstriche machen.
Soldo wäre natürlich ein ordentliches Kaliber….
Jan Dreyer wäre ein guter Mann! Der hat Erfahrung im Gegensatz zum Soldo!
Als Trainer is der Soldo sehr schlecht, ob er als Sport Direktor was taugt, glaub i ned!
Bin überrascht, daß es bei unseren schweren Anforderungen doch so viele Kanditaten gibt ! Auch Walter Hörmann würde das steirische Umfeld für Talente bestens kennen, was ja gerade für Sturm mit dem Ziel Karriereplattform sehr wichtig wäre !!–
Zvonimir Sodo wäre einer den man kennt.
Nur weil er noch nie in einer Manager-Funktion tätig war heißt ja auch nicht dass er schlechter ist als einer der schon 10 Jahre in der Manager-Funktion arbeitet. (Beispiel: Paul Gludovatz)
Jan Dreyer sagt mir nicht, ich bin aber davon überzeugt, dass auch er Sturm helfen könnte.
Stichwort Gludovatz: Übernimmt er jetzt eine Funktion bei Sturm oder nicht.?
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