Im Fokus

Hektische Tapferkeit

Philipp Hütter lieferte am Samstag ein tapferes, aber auch ein wenig durchwachsenes Debüt von Beginn an. Auf der linke Abwehrseite war durchaus Potential erkennbar, trotzdem kann man nicht von einem ganz und gar gelungenen Auftritt sprechen.

Sturmtifo.com

Philipp Hütter ist seit dieser Saison fixer Bestandteil im Profi-Kader des SK Sturm und feierte im Spitzenspiel in Hütteldorf nun auch sein Debüt von Beginn an. Christian Klem fiel für die linke Abwehrseite aus und Hütter durfte für ihn auf dieser Position auflaufen. Nicht das leichteste erste Bundesligaspiel über die volle Zeit, gegen die auf den Seiten besonders starken Wiener.

Hütter, der sowohl links als auch rechts spielen kann, hatte auch gleich alle Hände voll zu tun. Rollende Angriffe über Steffen Hofmann, Guido Burgstaller und den grünen Rechtsverteidiger Michael Schimpelsberger gaben ihm auf seiner Seite einiges aufzulösen. Der 22-jährige hielt sich bei seinem ersten Spiel über die volle Zeit tapfer, der eine oder andere Kritikpunkt bleibt ihm, bei einer 3:0-Niederlage naheliegend, allerdings nicht erspart.

Szenen seines Spiels
Die ersten 15 Minuten waren nicht jene des Debütanten. Einem nervösen Beginn, folgte nach ziemlich genau einer Viertelstunde das 1:0 für die Gastgeber. Hütter war mittendrin, im Geschehen, und man kann ihn leider nicht von Schuld freisprechen. Guido Burgtaller zieht energisch in den Strafraum, der Linksverteidiger der Grazer attackiert gar zaghaft, und der folgende Schuss führte zum Rückstand. Ein energischeres Einsteigen von Hütter hätte diesen Schuss verhindern können, auch wenn dieser durchaus haltbar gewesen ist und auch Christian Gratzei einen Teil dieses Treffers auf seine Kappe nehmen muss.

Kurz darauf, wohl noch ein wenig unter Schock nach dem schnellen Gegentreffer, mäht Hütter einen Rapidler sehr rüde um, wofür er zu Recht die gelbe Karte sieht.

In den letzten 20 Minuten der ersten Halbzeit, Sturms bester Phase, erfängt sich auch der Linksverteidiger. Einige Male kann er sogar mit nach vorne gehen und macht dabei eine dynamische und ordentliche Figur.

In der Schlussphase löste Peter Hyballa die Viererkette auf und Hütter wechselte für den ausgetauschten Martin Ehrenreich auf die rechte Seite. Ab da war von ihm allerdings kaum noch etwas zu sehen.

Wie sah Philipp Hütter seine eigene Leistung?

Listen to Philipp Hütter über seine eigene Leistung

Wie sah Peter Hyballa die Leistung von Philipp Hütter?

Listen to Peter Hyballa über Philipp Hütter

Zum Hinschauen
Seine Ballbehandlung ist in dieser Sturmmannschaft durchaus überdurchschnittlich. Wenn er seine Nervosität abgelegt hat, ist das sehr schön anzuschauen, was Hütter mit dem Spielgerät macht. Trotz des zaghaften Attackierens beim ersten Gegentor, kämpfte er sich in die Partie und wurde Teil davon. In den angesprochenen 20 Minuten vor der Pause liefen die gefährlicheren Angriffe der Grazer über seine Seite, wobei sich Hütter das eine oder andere Mal auch einschalten konnte. Und das, obwohl er bei weitem weniger Platz zur Verfügung hatte als sein Pendant auf rechts, Martin Ehrenreich.

Zum Wegschauen
Neben der schlechten Figur, die er beim 1:0 machte, zieht sich eine gewisse Hektik durch das Spiel des 22-jährigen. Das mag am Debüt in der Startelf liegen, ist aber ein Unruhe-Faktor und überträgt sich auch auf die Mitspieler. Das wirkt sich auch auf sein Zweikampfverhalten aus. Oft ist er durchaus energisch genug, verliert das direkte Duell aber dann wegen eines etwas ungeschickten, übermotivierten Einsteigens. Mit der Zahl seiner Einsätze wird sich das aber sicher legen, hier ist auch das Trainerteam gefragt.

Seine Statistik
Er wies mit 60 Ballkontakten für Außenverteidiger einen eher niedrigen Wert auf, was aber ob der vielen Defensivarbeit nicht sehr verwunderlich ist. Seine Passquote kann sich mit 77 Prozent durchaus sehen lassen, seine Zweikampfstatistik ist verbesserungsfähig: von 25 Duellen konnte er nur 15 gewinnen, für einen Abwehrspieler zu wenig. Offensiv ist er durchaus effizient. Bei seinen wenigen Vorstößen konnte er drei Flanken schlagen und kam damit gleich auf zwei Torschussvorlagen.

User-Kritik
War in Ordnung. Beim 0:1 hat er nicht geglänzt.” (Marco Koller)

Für mich war Hütter noch einer der Besten, sozusagen der Einäugige unter den Blinden!” (Thom Beluga)

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Kommentare

archaeopterix says:

Wenn Klem wieder gesund ist , würde ich Hütter weiter eine Chance geben auf rechts, statt Ehrenreich, damit man einen praktischen Qualitätsvergleich machen kann !!–

Finde, daß Hütter ein gutes Debut gegeben hat, körperlich weitaus robuster als Klem wirkt. Auch offensiv schnörkelos, suchte auch das 1/1 -> glaube auch, daß er eine Alternative zu Ehrenreich sein könnte.

Gegen die Admira dann wieder “Im Fokus Bodul”: Minute 3 – Ball verstolpert, Gegenangriff eingeleitet, Minute 7 – Ferserl zum Gegner, Minute 23 – Taschenbillard, Minute 37 – Dropkick in den dritten Stock….Pause….Minute 63 – 4 Gegner aussteigen lassen und beim fünften hängen gebleiben, Minute 81 – Erster Sprint im Spiel….um am Seitenrand einen Schluck zu trinken. Anschließend Übergabe eines gänzlich sauberen und schweißfreien Trikot.

durchaus haltbar war gut ;) gratzei muss den aber schon ohne wenn und aber fangen das war kein schuss sondern maximal ein fester rückpass… gratzei leider auch beim 2. tor völlig unglücklich gewesen, meiner meinung nach trifft vujadinovic nicht die schuld da dieser zurückgezogen hat weil gratzei rausgekommen ist, der aber zu spät dran war und vl besser im tor geblieben wäre…

Hütter ist im Grunde für die BL zu schwach.

und das begründest du wie?

sturm1972 says:

Erster BuLi Einsatz unterm neuen Trainer,und das gleich im Hanappi-noch dazu auf der ungewohnten linken Seite ! Da war die Herzfrequenz sicher am Anschlag !
Ich finde,das er seine Sache ganz gut gemacht hat.Überhaupt bin ich der Meinung,das unsere Abwehr nicht so schlecht ist,wie sie immer dargestellt wird.Sie stehen meistens nur deshalb so unter Druck,weil im Mittelfeld zu viele Zweikämpfe verloren werden und zu viele Abspielfehler passieren.Wenn in der vorwärts Bewegung jeder dritte Pass direkt dem Gegner vor die Füße gespielt wird,dann sieht jede Verteidigung schlecht aus !

Pucher, du warst ja im “St. Hanappi” vor Ort. Wenn du nicht gerade mit deinen grünen Freunden unterhalten hast, wirst hoffentlich das Match beobachtet haben!
Einem 18-jährigen hätte man so einen Auftritt verziehen…er müsste mit seinen 22 Jahren schon abgeklärter agieren. Ein Verteidiger für die Zukunft ist er sicher nicht, vielleicht für Kapfenberg. ;)

Die dümmlichen bemerkungen ignoriere ich mal… zum Thema: Es ist nicht die schuld von hütter, dass bei Sturm die jungen Leute erst mit 22 ihr Debüt in der ersten elf feiern dürfen. zum vergleich: louis schaub, der debütant bei den rapidler über die volle zeit am samstag war 17… das ist einfach eine frage des umgangs mit jungen talenten… bei uns wurden die jahrelang nicht ausreichend herangeführt. trotz seines höheren alters ist er deshalb gleich zu behandeln wie ein 18jähriger debütant, er hat genau gleich wenig erfahrung in bundesliga-einsätzen…

War klar, ein billiger Seitenhieb auf Foda darf da nicht fehlen. Aber, frag nach bei einem gewissen Seb Prödl, talentierte Abwehrspieler haben ihre Chancen schon früh bekommen!

Noch etwas, auf deine -4 Jahres – Kapazunderallerweltsformel möchte ich erst eingehen, wenn ich mit den Science Busters Rücksprache gehalten habe! :D

mindpoker says:

Auf keinen Fall schwächer als Klem, der hat gegen starke Gegner auch immense Schwächen in der Defensive, nur hat Klem schon sehr viel mehr Bundesligaerfahrung, aber im Grunde sind ALLE unsere AV´s leider nur max als BU´s zu gebrauchen, und ein MF Spieler der die Fäden zieht fehlt auch, diesen Part konnte noch am ehesten Bukva, der hat mir nach FF Entlassung sehr gut gefallen als er in der Mitte spielte anstatt am Flügel!

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