Pressespiegel

Rapid ist nicht der WAC

Die Pressestimmen sprechen eine deutliche Sprache: Vorne zu harmlos, hinten zu lasch. Was gegen Aufsteiger WAC funktioniert, muss gegen Rapid nicht zwangsläufig auch klappen. Rubin Okotie hat einen Augenhöhlenbruch erlitten und fällt lange aus.

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© 2011 Sturm12.at

Viel zu erben gab es für Sturm im gestrigen Match gegen Rapid nicht. Zu harmlos agierte die Offensive, zu unsicher die Defensive. Die Presse geht mit den Blackies hart ins Gericht: “Die Niederlage war verdient” (Kleine), “Sturm auf verlorenem Posten” (Steirerkrone), “Rapid erkannte, dass Sturms Verteidigung (…) Auflösungserscheinungen zeigte” (Kurier). Der Kurier geht sogar noch weiter und behauptet ob der harmlosen Leistung der Grazer: “Schöttel hätte sich wohl auch selbst ins Spiel bringen können.”
Die Zeitungen sind sich zudem einig: Aufsteiger WAC ist nicht Rapid. So viel Platz wie der Aufsteiger bekommt man in Hütteldorf nicht. Das musste auch Stürmer Rubin Okotie feststellen, nachdem ihn Rapid-Verteidiger Mario Sonnleitner am Kopf verletzte. Okotie erlitt laut Kleine einen Augenhöhlenbruch und fällt lange aus. Der Schiedsrichter ließ diese Aktion ungeahndet.

Kleine Zeitung: Etwas, das gegen Aufsteiger WAC funktioniert, muss nicht zwangsläufig gegen Rapid funktionieren. Um diese Erkenntnis reicher, reiste Sturm gestern von Wien zurück nach Graz. Nach Punkten suchte man im Reisegepäck vergeblich. Die blieben in Hütteldorf. Sturm verlor mit 0:3. Die Niederlage war verdient, denn die Grazer waren über 90 Minuten nie in der Lage, Hofmann und Co. ernsthaft in Gefahr zu bringen. Und das, obwohl Peter Hyballa mit Bodul, Szabics, Okotie und Sukuta-Pasu wie zuletzt gegen den WAC von Beginn an vier gelernte Angreifer brachte. Beim 4:1-Sieg gegen die Kärntner war es das Erfolgsrezept, gegen Rapid ging Hyballas Taktik in die Hose. Der Trainer musste, teils wild gestikulierend und laut schreiend, hilflos an der Linie zusehen, wie seine Spieler Zweikampf um Zweikampf und schlussendlich das Spiel verloren. „Jetzt beißt er gleich in den Rasen“, kommentierte einer auf der Tribüne des Hanappi-Stadions einen Wutanfall von Hyballa. Die Schadenfreude war unüberhörbar. (…) Nach 15 Minuten stand es 1:0 für Rapid: Sonnleitner hatte Burgstaller im Strafraum in Stellung gebracht, Sturms Abwehr ließ den Stürmer gewähren, Tormann Gratzei den haltbaren Schuss passieren. In der Folge schaltete Rapid etwas zurück, der SK Sturm, bei dem der junge Abwehrspieler Hütter debütierte, kam ein wenig besser ins Spiel, freilich ohne Kapital daraus zu schlagen. An Hütter lag es aber nicht, dass Sturm verlor. Die beste Möglichkeit für die Grazer vergab Sukuta-Pasu (40.). Dessen Schuss ging deutlich übers Tor von Königshofer. Nach der Pause musste Hyballa umstellen. Schloffer ersetzte Okotie, der bei einem Zweikampf mit Sonnleitner einen Augenhöhlenbruch erlitt und lange ausfallen wird. Am Spielgeschehen änderte sich wenig, zumindest bei Sturm. Rapid, wo der erst 17-jährige Louis Schaub, Sohn des tödlich verunglückten ehemaligen Admira-Torjägers Fred Schaub, im Mittelfeld eine Talentprobe ablegte, wurde offensiver. Und das lohnte sich. Alar enteilte in der 57. Minute Vujadinovic, überhob den herauseilenden Gratzei und stellte auf 2:0. Das war die Vorentscheidung. Sturm konnte an diesem Abend nicht mehr kontern. Dafür legten die Hausherren nach: Hofmann (70.) traf zum 3:0-Endstand. Zu diesem Zeitpunkt saß Peter Hyballa schon. Der „Vulkan“ war erloschen. Die Darbietung seiner Mannschaft hatte ihm anscheinend die Energie geraubt.

Kronen Zeitung – Wien: Wie beim letzten Heimspiel gegen die Grazer sorgte Guido Burgstaller für die schnelle Führung. Am 22. April brauchte er 13 Minuten, um mit einem Prachtschuss mit rechts ins Kreuzeck für das 1:0 zu sorgen. Gestern benötigte er zwei Minuten länger, um mit links und unter Mithilfe von Tormann Gratzei zu treffen. Im April egalisierte Okotie bei der ersten Sturm-Chance nach der Pause die grün-weiße Führung, sorgte für das 1:1. Gestern blieb Okotie schon zur Pause mit Gehirnerschütterung und verschwollenem Auge (Trainer Peter Hyballa: “Er sah aus wie Muhammad Ali nach einem verlorenen Boxkampf”) in der Kabine. (…) Im dritten Heimspiel dieser Saison gelang Rapid der zweite Sieg mit drei Toren Unterschied, da auch Hofmann nach Assist von Ildiz Gratzei bezwang. Diesmal blieb der Tormann chancenlos. Vor der Rapid-Viertelstunde konnte es sich Trainer Peter Schöttel erlauben, Hofmann auszutauschen, ihn für die Spiele der kommenden Woche in Saloniki und Wolfsberg etwas zu schonen.

Kronen Zeitung – Steiermark:  Beim Abschlusstraining am Freitag zeigte sich Darko Bodul noch in “Torlaune”. Nach dem Training forderte ihn Florian Kainz zu einer Wette heraus. “Triffst eh nicht?”, schmunzelte er und zeigte aufs kleine Fenster im Massageraum. Bodul nahm Maß und zirkelte den Ball aus rund 25 Metern genau ins kleine Quadrat. Gestern war der Torjäger von so einem Treffer meilenweit entfernt. Obwohl Trainer Hyballa mit Bodul, Szabics, Sukuta-Pasu und Okotie vier Stürmer in die Schlacht warf, waren Torchancen Mangelware. Rapid ist eben nicht der WAC. Die Wiener ließen Sturms geballte Offensivabteilung gar nicht erst zum Zug kommen, machten vom Start weg mächtig Dampf. Und nach 15 Minuten musste Gratzei den Ball auch erstmals aus dem Netz klauben. Nach Sonnleitner-Pass dribbelte sich Burgstaller durch Weber und Hütter durch, haute die Kugel ins kurze Eck. Youngster Philipp Hütter, der erstmals vom Start weg in der Bundesliga zum Zug kam, war aber nicht schuld, dass Sturm auf verlorenem Posten stand. Schon zur Pause war man mit dem 0:1 gut bedient, denn in der 28. Minute verpasste Alar einen Stanglpass von Schimpelsberger nur um Zentimeter. Nach dem Seitenwechsel änderte sich am trostlosen Bild auch nur wenig. Weitere Rapid-Tore lagen in de Luft – und sie fielen. In der 57. Minute ließ Alar Vujadinovic stehen und überhob den herausgeeilten Gratzei zum 2:0. Das 3:0 besorgte Hofmann in der 70. Minute mit einem scharfen Schuss ins lange Eck selbst.

Kurier: Rapid fährt mit einem überzeugenden Sieg zum Europacup-Spiel am Donnerstag. Eine Erkenntnis des Abends. Eine andere ist, dass PAOK Saloniki die Grün-Weißen zum Tore schießen nicht so einladen wird, wie es gestern Sturm getan hat. 16.400 Fans sorgten von Beginn an für einen hohen Geräuschpegel im Hanappi-Stadion, dennoch hat Christian Gratzei nach einer Viertelstunde geschlafen: Guido Burgstaller tankte sich auf der Seite durch, zog am 22-jährigen Debütanten Philipp Hütter vorbei und bezwang den Sturm-Goalie im kurzen Eck. Gratzei hob das Bein im falschen Moment und machte beim Gegentor (nicht zum letzten Mal) schlechte Figur. Wenn es einen munteren Schlagabtausch gibt, dann sah man so einen gestern: Rapid dominierte zwar, Sturm versuchte mit vier gelernten Stürmern im 4-2-3-1-System ebenfalls anzugreifen – tat dies aber unbeholfener als die Gastgeber. Besonders Burgstaller lief wie aufgezogen. (…) Erst nach einer halben Stunde nahm Rapid das Tempo raus. Die erste und einzige Chance der Gäste vergab Sukuta-Pasu in der 40. Minute. Rapid-Feindbild Rubin Okotie blieb am Flügel gestern wirkungslos und musste zur Pause gezeichnet von einer Kopfverletzung Schloffer Platz machen. Weiter spielen durften Gratzei, der einmal die Strafraumgrenze übersah und wegen eines Handspiels Gelb sah und Vujadinovic, ohnehin der personifizierte Unsicherheitsfaktor. Der Innenverteidiger stand auch beim 2:0 schlecht, als ausgerechnet der schmächtige Hofmann mit einem Kopfball Deni Alar einsetzte. Der Stürmer traf mit einem Heber (57.). Rapid erkannte, dass Sturms Verteidigung langsam Auflösungserscheinungen zeigte. Ildiz startete ein sehenswertes Solo, ließ drei Sturm-Spieler ins Leere laufen und bediente Steffen Hofmann, der in der 70. Minute traf – 3:0. Gratzei hatte dieses Mal keine Chance. Das Spiel war damit entschieden. Sturm war nicht in der Lage, sich zu befreien, im Mittelfeld fehlte ein Lenker. Einen, den Rapid in Hofmann hatte, der blendend aufgelegte Regisseur konnte bereits nach 70 Minuten für die Partie in Saloniki geschont werden. Schöttel hätte sich wohl auch selbst ins Spiel bringen können, die Grazer, bei denen am Ende Offensivkraft Bukva verteidigte, waren harmlos oder bei Ex-Sturm-Verteidiger Sonnleitner abgemeldet: Rapid hat im ersten Liga-Heimspiel nach der 0:3-Derby-Pleite das Ergebnis umgedreht.

Sturm12.at-Links:
Spielbericht: Nichts zu holen im Wiener Westen
Fotogalerie: Chancenlos
Stimmen zum Spiel: Bin mental von einigen enttäuscht
Live-Nachlese: Rapid Wien – Sturm Graz

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Kommentare

archaeopterix says:

Riesiges Pech und schwerer Fehler vom Schiedsrichter bei der Verletzung von Rubin ! Gute Besserung !! – Kein Verein hat so viele Dauerverletzte wie Sturm in den letzten Jahren !?- Von einem Großen Kader wird langsam niemand mehr sprechen !? Ich glaubte , wir haben die besten Stürmer in Österreich ? Leider ist keiner in der Lage nur 2 Spiele hintereinander seine Form zu zeigen – im Vergleich bringen Jeschek & Naumoski Jahr für Jahr ihre Form & Können – ein Wunder , ein Vorbild für einen echten Sportler !! – Ein Tennis -Spitzenspieler muß Jahr & Tag seine Form haben ……

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