Stadion Ried

Neues Stadion, neue Ära, neue Erfolge

Die SV Ried hat sich zu einem Profiklub entwickelt. Maßgebend dafür war der Stadionbau 2003, der ein professionelles Umfeld und Vereinsstrukturen, auf die man gesichert und in Ruhe aufbauen kann. Das Stadion selbst wurde ein Schmuckkästchen und ein Vorreiter für jeden Kleinklub in Österreich.

© 2011 SturmTifo.com

Vor dem Spiel von Sturm Graz bei der SV Ried blickt Sturm12.at wieder auf das Stadion des kommenden Gegners. Diesmal ist es eine Geschichte über ein Fußballwunder einer Kleinstadt und die neuen Erfolge eines Profivereins.

Am Anfang war der Sportplatz
Eine kleine, überdachte und mit knapp über 1.000 Sitzen bestückte Haupttribüne und auf der Gegenseite eine über die Längsseite gezogene, überdachte Stehplatztribüne. Dazu Stehplatz-Terrassen und aufgestellte Stahlrohrtribünen hinter den Toren. So sah das Stadion der Stadt Ried zum Ende seiner Ära aus. Das noch heute benützte Leichtathletik-Stadion war zunächst ein Sportplatz, ehe die Stadt und die Spielvereinigung selbst den Weg zu einem Bundesligastadion ebneten.

Grund dafür war der rasante Aufstieg des einstigen Dorfklubs in die große, österreichische Fußballwelt. Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahr klopften die Innviertler erstmals bei der 2. Division und somit am Profifußball an. Belächelt, ob der zwei zunächst gescheiterten Anläufe in der Relegation, schafften es die Schwarz-Grünen 1991 in die zweithöchste Spielklasse vorzudringen. Nicht nur das. Schon 1993 erreichte man das Mittlere Play-Off, das über den Aufstieg in die Bundesliga entschied. Nur zwei Jahre später war es dann soweit. 8.000 Besucher kamen zum Entscheidungsspiel in der Relegation zur 1. Division gegen den FC Linz und feierten den Aufstieg.

Nur wenige Wochen danach kam ausgerechnet Rapid Wien zur ersten Runde in das kleine, ländliche Ried. Und auch der Krösus des Landes ging vor rund 10.000 Zuschauern baden – 1:2. Eines der legendärsten Siege der Rieder Fußballgeschichte. Ähnlich wie ein 1:0-Erfolg über Sturm im Frühjahr 1997. Das beste Frühjahrsteam 1997 verzweifelte mehrmals (ohne den verletzten Ivica Vastic) an Liga-Debütant Manfred Razenböck und Ove Hansen machte schon in der ersten Hälfte das Tor des Tages.

Doch nach dem Höhenflug, der mit dem 3:1-Sieg über Sturm im Cupfinale 1998 und den darauffolgenden Europacup-Schlachten im Linzer Stadion gegen MTK Budapest und Maccabi Haifa seinen Höhepunkt fand, war die Anfangseuphorie weg. Es musste sich etwas tun, um die Besucher dauerhaft an der SV Ried zu binden und den Weg zum endgütligen Profiverein – besonders im noch sehr amateurhaften Umfeld – zu bahnen. Ein weiterer Ausbau der Tribünen und der Flutlichtanlage im alten Stadion der Stadt Ried war allerdings weder technisch noch wirtschaftlich zielführend. So musste ein neues, modernes Stadion her. Was zudem den Riedern – im Nachhinein gesehen – ganz gut in die Karten spielte, war der Abstieg 2003. In sieben Jahren Bundesliga standen die Oberösterreicher nur einen einzigen Spieltag auf einem Abstiegsplatz. Das war ausgerechnet nach der 36. Runde der Saison 2002/03.

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Wiederaufstieg durch neues Umfeld
7.680 Zuschauer finden im im Oktober 2003 eröffneten Stadion Platz. Und das Stadion wurde zur Festung. Zwischen 10. September 2004 und 8. April 2006 blieben die Innviertler in 27 Erst- und Zweitligapartien ungeschlagen. Dazu erzielten sie mit dem Vizemeistertitel 2007, zwei weiteren Cupfinali (2011, 2012), inklusive des zweiten Pokaltriumphs der Vereinsgeschichte großartige Erfolge und machten auch in Europa ein wenig auf sich aufmerksam. Der Verein ist zu einem fixen Bestandteil der Liga geworden, ärgert jährlich die Großen und ist trotz der geringen finanziellen Mittel und dem Kleinstadttums professioniell und finanziell gesund, wie maximal noch der SV Mattersburg.

Das Rieder Stadion ist zwar gespickt mit Sponsoren und geprägt von den modernen, kommerziellen Auswüchsen des Fußballs. Dennoch ist es ein Vorzeigemodell für alle kleineren Klubs in Österreich. Jeder Verein der ersten und zweiten Fußballliga sollte ein solches Stadion sein Eigen nennen dürfen und ein so professionelles Umfeld pflegen, wie die Rieder.

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Kommentare

saurons_mouth says:

gehe mit @bs d´accord, was den letzten absatz betrifft-siehe wr. neustadt (das stadion dort kannst mit dem von stattegg vergleichen, quasi).
der einzige negative punkt: der auswärtssektor. nicht nur, dass er in die ecke gedrängt ist, auch die plastikplanen, die den sektor einhüllen (zumindest wars letzte saison noch so), sind nicht gerade sichtfördernd.
@jp: war der kommentar jetzt wertvoll?

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