Oft taucht er einfach mit einigen, wenigen Sätzen in ein Thema ein, findet dann urplötzlich den einen besonderen Gedanken, der den Funken auf seinen weiteren Text überspringen lässt. Die Sprache wird schneller, die Stimme rauer und emotionsgeladener. So, als würde er gerade einen neuen Actionfilmtrailer einsprechen und das Publikum zum Kinobesuch anregen wollen. Fast überfallsartig will er mitreißen, bewegen. Jetzt ist Peter Hyballa, Trainer von Sturm Graz, in seinem Element. Sturmlegende Andy Pichler hingegen zieht nüchtern-sachliche Vergleiche zu seiner Zeit als Aktiver, warnt davor arriviertere Spieler allzu früh abzuschreiben und hält sich bei Mutmaßungen zu „Sturm neu“ aufgrund mangelnder Einblicke vornehm zurück. Peter Altmann von laola1.at liefert seine Beobachtung zur Außendarstellung von „Sturm neu“ aus der Sicht des in Wien lebenden Journalisten, bereichert die Runde durch seine Fachkenntnisse und deutet sein Hintergrundwissen an, ohne dabei zu ausführlich zu werden. So lieferte die informative und sympathische Gesprächsrunde zwar kaum Reibungspunkte, die entscheidenden, aber auch nervigsten Baustellen konnten ausgemacht werden.
Peter Hyballa deutete einen Tag vor Ablauf der Transferzeit an, im Bereich Neuverplichtung(en) schon noch „die ein oder andere Idee“ zu haben. Auf ein Leihgeschäft wolle man sich aber nicht mehr einlassen, weswegen der in letzter Zeit oft genannte Außenverteidiger, Salzburg-Akteur Christoph Martschinko als Option vom Tisch sein sollte. Und da man es sich zuletzt sogar leisten wollte, trotz der Verletzung von Rubin Okotie, Darko Bodul auf der Bank zu lassen, ist mit einer Offensivverstärkung auch nicht wirklich zu rechnen. Auch deswegen, weil Hyballa und Haas sich „langsam finden“ und er aufgrund seiner Trainingsleistungen auch im Kader steht. Dennoch, bei allem Respekt vor Haas und seiner Karriere – man hätte ihn aus meiner Sicht nie verlängern dürfen. Das war ein Schnellschuss, der bislang schwer nach hinten losging. Man erhoffte sich Zugkraft und Vorbildwirkung für den Nachwuchs. Es kam jedoch anders. Der Trainer scheint sich zum Thema Haas dauernd rechtfertigen zu müssen, das Image der Sturm-Ikone leidet unter dem medial hochstilisierten Clinch und sein Tribünen-Dasein dürfte den Jungen wohl kaum imponieren.
Breites Unverständnis unter den Diskutanten löste die wochenlange Zögerlichkeit des Vorstands bei der Suche nach einem sportlichen Geschäftsführer aus. Verständlicherweise. Diese hat klar definierte Arbeitsstrukturen zerstreut und zu Turbulenzen geführt und ist definitiv das bisher größte Versäumnis bei „Sturm neu“. Denn „Houbens Job ist ein anderer“, stellte Peter Altmann klar. Dennoch wird ein Macher gebraucht, stellte Hyballa fest. Einer der den „schlafenden Riesen“ Sturm Graz aufwecke. Möglicherweise also einer der oft einstecken und austeilen kann und trotzdem von sich selbst nicht angwidert ist? Bedenklich stimmt auch die Aussage Hyballas, dass manche Berater gar nicht wüssten, wen sie nun bei Sturm kontaktieren sollten. Genau deswegen ist das Fehlen des Sportdirektors doppelt bitter, aber nicht deswegen weil er den Trainer als „Freund der Spieler“ ersetzen muss, aber eine weitere Autorität, eine Persönlichkeit darstellt, die als Vertauensperson dient und über Vermittlerqualitäten besitzt. Jedoch hätte man wahrscheinlich nie über strukturelle Missstände und fehlgeleitete Arbeitsbereiche debattieren müssen, wenn der Vorstand schneller den lang verankerten und versprochenen Geschäftsführer im Sportbereich installiert hätte.
Und sehr spannend ist natürlich auch, dass nur wenige Tage nachdem die ersten Gerüchte um Christopher Houbens möglichen Abgang aufgetaucht waren, der Name Werner Hebenstreit als möglicher Nachfolger in den Medien auftaucht (laut Krone vom 29.08.2012). Spannend auch deswegen, weil man die Neubestellung des sportlichen Geschäftsführeres hingegen mehrere Wochen schleifen ließ. Weiters heißt es, dass Houben in einer „anderen“ Funktion erhalten bleiben könnte. So wie einst bei Gludovatz, der einer Scouting-Position wenig abgewinnen konnte. Einen Verbleib in „anderer“ Funktion bezweifle ich deswegen bei Houben auch stark.
Was passiert noch in den kommenden Stunden am Transfermarkt, wann kommt der Sportchef, dankt Christopher Houben als wirtschaftlicher Leiter ab, was hätte man tun müssen damit alle Räder zeitgerecht ineinander greifen hätten können und natürlich: Wäre es zum Wohle aller nicht besser gewesen, diese Baustellen nicht schon viel früher zu beheben? Es ist also zu befürchten, dass schon wieder vorrangig Tage der administrativen Beschwichtigungen bevorstehen. Und das finde ich langsam sehr ermüdend. So hoffe ich, dass es die Umstände zulassen und ich mich in zwei Wochen reinen Gewissens auf ein sportliches Thema konzentrieren darf.

Sturm12.at ist ein privates und unabhängiges, journalistisches Medium, das seinen Fokus auf die Berichterstattung über den Fußballklub SK Sturm Graz gerichtet hat. Gegründet wurde Sturm12.at am 20. Februar 2009 von Christopher Houben und Julia Wendl. Das Hauptaugenmerk der Arbeit bei Sturm12.at liegt auf der tiefgreifenden Analyse von Sturm Graz und des österreichischen Fußballs.
Martschinko ist gerade nach Wiener Neustadt gewechselt…
Find ich iwie schade. Hätt ihn glaub ich gern bei uns gesehen…
liegt daran dass sturm eine leihe mit kaufoption wollte und ihn salzburg aber nur verleihen wollte und es jetzt auch hat!
Das Interregnum zum Ende der Transferzeit ist peinlich ! Hyballa ist sozusagen ” allein im Haus” – wieder eine enorme Überbelastung für ihn, wo er doch schon enormen Stress beim Neuaufbau der Kampfmannschaft hat …….. ????? —-
Muß widersprechen. Ja Hyballa hat viel Streß, aber man sieht am Feld daß das sportliche momentan paßt, bzw sich entwickelt, es ist Herbst, die Transferzeit ist morgen vorbei, wir spielen nicht international, wann wenn nicht jetzt kann man sich mit der Suche noch etwas Zeit lassen um auch ganz sicher eine fähige und geeignete Person zu finden. Wenn die erst im Dezember kommt, haben wir zwar bis dorthin offiziell die im Artikel erwähnten “fehlgeleiteten Arbeitsbereiche”, werden aber deswegen nicht unter gehen. Auch Hyballa nicht, auch Houben nicht (so er bleibt). Der eigentliche Wahnsinn ist für mich, daß man jenen Mann der bereits bewiesen hatte, daß er den Job hervorragend erfüllt, nicht zumindest bis zum Engagement des neuen GF-Sport seine Dienste ausüben läßt, die er Sturm – sogar bei Gehaltsverzicht – angeboten hat. Da würden wenigstens die internationalen Kontakte nicht einschlafen bis zum nächsten Transferfenster, Hyballa wäre entlastet, es wäre jemand da der den Verein kennt und die Spiel-Philosophie quer durch die Nachwuchsteams koordiniert. Daß man ihn nun (Verneigung vor den Lokalmedien?) so kalt stehen läßt ist mir unbegreiflich. Wer verbietet denn einen Vertrag bis (Hausnummer) zur Winterpause?
“Wäre es zum Wohle aller nicht besser gewesen, diese Baustellen nicht schon viel früher zu beheben? Es ist also zu befürchten, dass schon wieder vorrangig Tage der administrativen Beschwichtigungen bevorstehen. Und das finde ich langsam sehr ermüdend.” – ich bin ja schon einige Zeit lang beobachtender Fan und nachdem die sich im Artikel angesprochenen Zustände so lange ich mich zurück erinnern kann, immer schon, einmal mehr und einmal weniger (sehr viel weniger während der (Sonnenkönig-)Kartnig-Ära), existent waren, nehme ich an, werden sich zwar weiterhin die sich handelnden Akteure aber nicht das Systemklima Sturm selbst ändern. So eine dem Volk nahestehende und dem Volk gehörende Organisation, in der Größenordnung wie Sturm, unterliegt primär nicht den Gesetzen einer Wirtschaftsorganisation, sondern eben mehr den Grundsätzen eines Vereins bzw. parteipolitischen Partei, wo viele unterschiedlichste interne Interessensgruppen versuchen ihren Einfluss permanent zu wahren bzw. zu vergrößern. Und da denke ich, darin hat Sturm eine große Tradition, die veranlasst hat, dass sich der Verein in der Vergangenheit bis heute gerne mal selbst im Weg steht und dafür sorgt, dass der Riese eben ein schlafender ist.
“Dennoch, bei allem Respekt vor Haas und seiner Karriere – man hätte ihn aus meiner Sicht nie verlängern dürfen.”
Könnt ihr mal alle aufhören so einen Schwachsinn zu erzählen?
Wie kannst du das wissen?
Ein paar Runden sind gespielt und er war erst einmal auf der Bank – richtig.
Ja und???
Haas hat damit sicher gerechnet, und auch wenn er die gesamte Saison nicht spielt. Er ist einer der wenigen, der selbst entscheiden darf was er tut. Er beschwert sich nicht für seine Rolle, er ist beim Training voll dabei, die Jungen können viel von ihm lernen – fußballerisch, menschlich etc.
Von wegen Fehler.
Denk mal nach, was er sonst noch bringen könnte, es spielt sich nicht alles am Spielfeld ab…
Und wenn du schon solchen Respekt vor seiner Karriere hast (dass ich nicht lache…), dann hör auf, von Dingen zu reden, von denen du offensichtlich keine Ahnung hast.
Es ist vor allem Haas seine Entscheidung gewesen, und die respektiere bitte, auch wenn du sie nicht verstehen kannst. Bei vielen anderen Spielern würde ich dir vielleicht recht geben. Aber Haas wird wohl selbst am besten wissen, was für ihn gut ist.
Denk daran, wenn du schreibst “man hätte ihn nie verlängern dürfen”, dass du damit vor allem SEINE Entscheidung sehr hart kritisierst, und das hat er meiner Meinung nach nicht verdient. Eher den Respekt, den du ja angeblich vor ihm hast.
In diesem Sinne: Danke Mario Haas, dass es Spieler gibt wie dich. Mut kann man sich nicht kaufen, Respekt hast du dir aber für deine gesamte Karriere verdient – auch für die Entscheidung, noch einmal zu verlängern. Ich möchte dich, solange du es für richtig hältst, im Sturmdress sehen. Punkt.
haas hätte mit einem titel abtreten können. und er beschwert sich nicht?!? das denkst auch nur du.
danke mario für alles, aber es wird langsam zeit.
ach JoeJoe
ich hoffe du bist die Daisy! Weil den (Super)-MArio so zu vergöttern, steht echt nur ihr zu.
Andererseits verstehe ich durch solche Kommentare auch, warum gewisse PArteien bei Wahlen so viele Stimmen erhalten. Augen zu, Ohren zu, Birne aus. Und schnell ein Alpha Tierchen suchen, dem man nachhobbeln kann.
Sehr richtige Vorkommentare ! Daß es nicht gelingt administrative Strukturen in praxi zu schaffen & auch personelles Leben einzuhauchen sind schon schwere Managementfehler schon seit Rinners Zeiten bis heute !! – Am grünen Tisch schaut ja alles schön aus und läßt sich darüber fein theoretisieren ! Aber die praktische Realisierung gelingt nicht seit Jahren zum Schaden für Sturm – ein Beispiel ist das Skouting , das im Argen liegt Jahren ! Man hat sich zwar die Sprechblase ” alle steirischen Talente zu Sturm als Platzhirsch ! Riesige Talente wie Toni Vastic, Sabitzer, Friesenbichler, Alar in Donawitz, Bürger in Hartberg wurden übersehen – Dany Geißler ließ man nach Heereven ziehen etc. !! Alles finanzielle Verluste die mangels eines Sportdirektors seit Jahren entstanden sind und weil Ziele & Managementgrundsätze nur am Papier stehen bleiben und nicht realisiert werden ……..
Angeblich Tobias Kainz zu Sturm???
Mit Haas zu verlängern war das richtigste der Welt! “Dennoch, bei allem Respekt vor Haas und seiner Karriere – man hätte ihn aus meiner Sicht nie verlängern dürfen.”
Diese Aussage zeugt entweder von Ahnungslosigkeit oder von einem etwas zu kurz geratenen Intellekt.
Wobei letzteres zu favorisieren ist.
Meinungen Anderer so zu kommentieren, ohne dabei irgendwelche fachlichen Statements abzugeben zeugt von noch weit kürzerem Intellekt…
Die vertragsverlängerung von Haas war in Ordnung, das mag schon stimmen, nur finde ich wäre eine andere Position als Spieler mittlerweile besser für ihn geeignet.
Wenn unter den Sturm-Funktionären und leider keine Sturm-Funktiönärinnen ein ähnlicher Ton vorherrscht wie hier im Sturm-Blog unter den sogennanten Sturm-Fans, die ja wesentlich die Sturm-Familie ausmachen soll, dann sollte mich eigentlich gar nix mehr wundern, sondern sollte nur mehr verstehen – aber ja, weiß eh, was jetzt kommt: Fußball ist kein Kindergeburtstag und so weiter und so weiter…..
http://burgenland.orf.at/news/stories/2548490/
Man beachte den letzten Absatz: “Schlusslicht der Rangliste ist diesmal Sturm Graz.”