1:0 in Ried

Ein Sieg der Defensive

Niederlage, Sieg, Niederlage, Sieg, Niederlage, Sieg, … Sieg! Die Serie ist gebrochen. Sturm feiert einen knappen 1:0 Erfolg in Ried. Dank eines Eigentores und einer kompakten Defensivleistung.

© 2012 SturmTifo.com

Bei recht trübem Wetter ist Sturm Graz ins Innviertel zur SV Ried gereist. Mit im Gepäck hatte Trainer Peter Hyballa die gleiche Aufstellung wie letzte Woche, das heißt es lief die Siegestruppe vom 3:2 gegen die Admira auf: Michael Madl defensiv, vor ihm komplettierten Manuel Weber, Christoph Kröfpl und Haris Bukva die Raute im Mittelfeld. Im Angriff sind erneut Imre Szabics und “Mr. Doppelpack” Richard Sukuta-Pasu gesetzt.

Und dieser siebente Spieltag im Innviertel sollte schon “ganz interessant” werden, meinte Hyballa beim 12er-Stammtisch vergangenen Dienstag. Gemeint hat er damit, dass Sturm bislang nicht schlecht gespielt hätte, er teilweise zufrieden mit den gezeigten Leistungen gewesen sei. “Wir wollen einen anderen Stil reinbringen, das dauert einfach seine Zeit”, erklärte er im “SturmTreff”. Doch besagte siebente Runde soll hinsichtlich der Frage, wohin denn die Reise in dieser Umbruch-Saison gehen könnte, schon ganz interessant werden. Richtungsweisend. Die mitgereisten Sturmfans fordern natürlich einen “Auswärtssieg”.

Zu Beginn: Richtung unbekannt
Zu Beginn der Partie zeigen aber die Rieder, in welche Richtung es gehen könnte. Der scharfe Stanglpass von Marco Meilinger kann zwar von niemandem verwertet werden, brenzlig war’s trotzdem. Und die Rieder bleiben auch am Drücker, insbesondere in Form des agilen Meilinger. Ein erneuter Stanglpass des Rieders nach gut 15 Minuten kann zwar geklärt werden, der Nachschuss entpuppt sich aber als brandgefährlich – Gratzei kann die Kugel aber gerade noch fangen. Sturm bis dahin zwar bemüht, offensiv aber doch nur ein Lüftchen.

Mit Fortdauer dieser ersten Halbzeit finden die Grazer aber besser ins Spiel. Und finden auch Wege, wie es gelingen könnte den Rieder Express zu stoppen. Ein Pass in die Tiefe für Szabics, der die Innenverteidigung überläuft. Doch der Ball geht knapp am Eck vorbei. Später ist es Sukuta-Pasu, der über links in den Strafraum zieht, allerdings nur das Außennetz trifft. Man versucht zu zeigen, wie es gelingen könnte. Die SV Ried bleibt weiterhin feldüberlegen und aktiv – vor allem Meilinger. Und Sturm verteidigt zwar relativ hoch und solide, aber von früh attackieren und Pressing ist nicht viel zu erkennen. Die Offensivaktionen Richtung Ried-Goalie Thomas Gebauer mehren sich zwar, durchsetzen können sich die Blackies aber nicht. Hauptsächlich auch, weil die Rieder Abwehr aufmerksam steht. So zum Beispiel, als Sukuta-Pasu von rechts flanken will, Andreas Schicker aber klären kann. Ein 0:0 zur Pause ist die logisch Folge.

Und dann geht’s
Und die Pause scheint den Grazern gut getan zu haben. Die Blackies stürmen direkt nach Wiederanpfiff  in die gegnerische Hälfte, Haris Bukva bringt den Ball von rechts in die Mitte zum wartenden Szabics. Der Ball wird aber vorher von Thomas Reifeltshammer abgefangen und so ins Tor befördert. 1:0 für Sturm Graz, die Rieder scheinen außer Tritt gebracht. So knallt im Gegenzug ein Innviertler den Ball rund sechs Meter über den Kasten von Gratzei. Gejohle aus dem Gästesektor. Doch die Wikinger fangen sich schnell und schon ist wieder alles beim Alten – Meilinger läuft und überläuft und Sturm steht defensiv weiterhin solide. So auch nach etwa einer Stunde, als Meilinger den Zweikampf gegen Hütter gewinnt, gegen Dudic aber das Nachsehen hat.

Jener Dudic muss Minuten darauf auch schon vom Feld, hält sich dabei die Leiste und humpelt mit schmerzverzerrtem Gesicht runter. Ferdinand Feldhofer kommt für ihn. Und für Szabics, der sein 150. Bundesligaspiel für Sturm feierte, darf Darko Bodul die letzten 20 Minuten rein. Es ist ein Spiel, in dem die Rieder wieder Oberwasser haben, aber keine zwingenden Torchancen kreieren können. Ganz im Gegenteil, doch Sukuta-Pasu kriegt die Kugel nicht an Gebauer vorbei. Es fehlt einfach die letzte Entschlossenheit auf das 2:0, so auch, als Bodul alleine auf Gebauer zuläuft und den Ball einen Meter neben das Tor setzt.

Vier Minuten Nachspielzeit gibt’s noch obendrauf, vier Minuten mit Herzinfarktrisiko. Einen Eckball der Rieder kann Sturm leicht klären, die nächste Aktion allerdings nicht so ganz. Es sieht verdächtig nach Elferalarm aus, doch die Pfeiffe von Schiedsrichter Christian Dintar bleibt stumm. So gewinnt Sturm Graz auswärts in Ried mit 1:0. Die Innviertler waren über weite Strecken tonangebend. Der frühe Führungstreffer in der zweiten Halbzeit verhalf den Blackies zur Ruhe, es fehlte aber die letzte Konsequenz auf das 2:0, um so frühzeitig alles klar zu machen.

Blacky of the Match: Milan Dudic
Heute haben wir uns für Innenverteidiger Milan Dudic entschieden, der seinen Defensivaufgaben solide und routiniert nachgekommen ist. Zudem hat er sich immer wieder in den Spielaufbau der Grazer eingeschalten und konnte vor allem bei Standartsituationen mit Köpfchen überzeugen – sowohl vorne als auch hinten. Generell schien die Abwehr heute gut zu stehen, insbesondere das Innenverteidigerduo Dudic-Vujadinovic harmonierte mit Überzeugung.

Stadion Ried 7. Runde Zuschauer: 5.100

Ried
01.09.2012, 18:30 Uhr
0:1
(0:0)

SR: Christian Dintar

Sturm Graz
Torschütze (Vorlage) TORE Torschütze (Vorlage)
47. Minute Thomas Reifeltshammer (ET) (Haris Bukva)
Spieler Karten Spieler
58. Minute Nikola Vujadinovic (Gelb)
Spieler Aufstellung Spieler
Tormann - Thomas Gebauer   Christian Gratzei - Tormann
Abwehr - Mario Reiter   Nikola Vujadinovic - Abwehr
Abwehr - Thomas Hinum   Philipp Hütter - Abwehr
Abwehr - Andreas Schicker   Christian Klem - Abwehr
Abwehr - Thomas Reifeltshammer   Milan Dudic - Abwehr
Mittelfeld - Ivan Carril   Manuel Weber - Mittelfeld
Mittelfeld - Marcel Ziegl   Michael Madl - Mittelfeld
Mittelfeld - Marco Meilinger   Christoph Kröpfl - Mittelfeld
Mittelfeld - Robert Zulj   Haris Bukva - Mittelfeld
Mittelfeld - Nacho   Richard Sukuta-Pasu - Angriff
Angriff - Rene Gartler   Imre Szabics - Angriff
Spieler Wechsel Spieler
Clemens Walch für Ivan Carril 62. Minute
67. Minute Ferdinand Feldhofer für Milan Dudic
72. Minute Darko Bodul für Imre Szabics
Emanuel Schreiner für Marco Meilinger 85. Minute
Gernot Trauner für Nacho 85. Minute

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Kommentare

Man muss gar nicht immer selber ein Tor schießen um zu gewinnen, man kann sich auch ab und zu auf den Gegner verlassen. :D ;)
Das liest man sehr gerne: “Generell schien die Abwehr heute gut zu stehen, insbesondere das Innenverteidigerduo Dudic-Vujadinovic harmonierte mit Überzeugung.”
Nur vorne könnte man nachlegen, weil so ein 1-0 Zittersieg kost ma Nerven!!! :)
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ENDE GUT; ALLES GUT ;)

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Hoffentlich ist mit Szabics und Dudic nichts schlimmes. !

Verweigerer says:

Stimmt, den Blacky of the Match hat sich der Dudic wirklich verdient. Einen sollte man heute aber auch nicht vergessen: Kröpfl! Viele Laufwege, sehr aggressiv, vorne und hinten zu finden. Der “pflügt” richtig den Acker um. Weiter so!

11mariohaas11 says:

Da hat mir Bukva besser gefallen.

Verweigerer says:

Naja, Bukva ist meines Erachtens erst in der 2. HZ “munter” geworden. Aber hast Recht, unter`m Strich war auch der Bukva in Ordnung. Komisch, dass niemand unseren Buslenker erwähnt… :-)

schlechtester busfahrer ever!

nordkurve1 says:

100 % tiger Reiner Glücksieg so wie bei der Austria , Wo ist der Powerfussball der die Sturmfans zum Brennen bringen soll ????? Bodul bei jedem Konter in Abseits , weis man bei Sturm nicht das man im Profifussball mit Abseits spielt ????? Vujadinovic wieder mal Total Ausfall , abhacken über 3 Punkte freuen und auf bessere Fussball hoffen !

Nicht weinen Fodalover.

gruabnjunior says:

@nordkurve1: Daß Hyballa Powerfußball unterrichten kann hat man bereits gegen Partizan und Sbg gesehen. Defensiv war man allerdings noch nicht so weit das wie ein Spitzenteam umzusetzen, daher wurde der Plan wohl vorerst etwas zurückgeschraubt um nicht der ganzen Liga eine Einladung zum Kontern auszuschreiben. Aber keine Sorge, die Pressingmaschine Sturm kommt zurück, wenn man erst mal fest eingespielt ist. Für die Spieler ist alles neu, das dauert eine Zeit – war unter Osim genauso. Langsam wird es mühsam das zu wiederholen, aber was tut man nicht alles ;-)

@nordkurve1:
Du bist ein Spezialfall…

dasbaum1909 says:

das neue buttondesign überzeugt!

stoned_raider says:

In Ried hängen bekanntlich in den letzten Jahren für viele Teams die Trauben recht hoch, also wichtige 3 Punkte heute. Wenns auch nicht glorreich war, so wurde den kämpferischen Riedern zumindest ausreichend Paroli geboten. Es wurde auch zu null gespielt, sprich die Definsive kann sich weiter stabilisieren.

Gratzei, Dudic und Klem mit guter Leistung, Vuja u. Hütter waren eher die Schwachstellen heute. Weber unsichtbar, Madl fightet wie immer, der ist einfach ein Typ der mitreißen kann (was uns eh schon lange fehlt). Kröpfl mit seiner Dynamik und guten Ballführung immer wieder mal ein Lichtblick, aber etwas unkonstant, dafür läuft er auch wie ein Duracell-Haserl. Bukva auch mit Licht und Schatten, doch er ist einfach jener Sturmkicker der den tödlichen Pass am ehesten im Match spielen kann. Vorne beim attackieren und bei den Gegenstößen reichte allein SuPa Richi um die Rieder-Hintermannschaft zu beschäftigen. Leider wurden in HZ 2 als sich die nötigen Räume auftaten, die Konter nicht konzentriert zu Ende gespielt – Bodul zeigte hier wieder mal, dass ihm leider die entscheidende Dynamik fehlt. Bis auf die Schussstärke/technik würde ich in Zukunft Punkto Startaufstellung Bukva in allen Belangen dem Bodul vorziehen.

Bin schon gespannt, wenn nach der Länderspielpause Säumel, Kainz, und Hölzl wieder völlig fitt sind und der neue Kainz dazukommt. Da werden Zwangsweise einige Spieler dazukommen, die mit ihrer (Reservisten)Situation stetig unzufriedener werden, außer Hyballa setzt (ähnlich wie Schöttel) dann auch bewusst auf Rotation. Bei unserem neuen System ist dass jedoch weitaus unrealisitischer und riskanter.

nostredamus7 says:

Weiß nicht was da manche sahen. Vuja gewann 80% seiner Zweikämpfe. Endlich mal einer der auch in der Luft stark ist. Er kam später dazu, denke durch Konzentration und Selbstvertrauen hören sich auch die Fehler wie heute beim Ausfahren auf.
Weber war eine absolute Frechheit, Hütter vorallem defensiv überfordert und Szabics mit seiner obligatorischen vergebenen 100er Chance. Bodul den Badkicker kann man sich auch sparen.

Bis zur 20. Spielminute wusste ich nicht einmal, dass ein Weber auf dem Feld steht :)

Ich fand das Spiel von Sturm schlecht. Es wurde kein forechecking betrieben, man war immer zuweit von dem Gegner entfernt und Pressing war ein Fremdwort. Es war ein glücklicher Sieg. Hyballa hätte in der Pause Szabic und Hütter aus dem Spiel nehmen müssen. Szabic verlor jeden Zweikampf und hat den Speed einer Schildkröte. Das positive sind die 3 Punkte!

archaeopterix says:

Wichtiger Sieg, wichtiger Tabellensprung und ab in die Pause um Tobias Kainz & dir Rekonvaleszenten zu integrieren !! – Das Offensivsystem war schon recht gut – nach Hereinnahme von Bodul war noch ein höherer Sieg möglich – m. E. hat er seinen Killerinstinkt, den er am Anfang bewies derzeit nicht mehr !?? — Passgenauigkeit viel schlechter als bei den Riedern, ebenso das Zweikampfverhalten & Pressing – hier wartet noch viel Arbeit auf unser Trainerteam !! Die Schwächen einiger Spieler werden sicher nach der Pause behoben werden durch T . Kainz & die Rekonvaleszenten !? -

Erwin Huber says:

Nach einem Sieg soll man ja nicht zuviel motschkern, aber so richtig überzeugend war das nicht. Geb dem Hyballa nicht recht, der im ORF-Interview meinte, der Sieg sei nicht glücklich. Dass phasenweise der Raum gut zugestellt wurde, stimmt – allerdings schaut die Angelegenheit anders aus, wenn Ried seine Torchancen eiskalt verwertet.

Insgesamt war das ein verdienter Sieg, aber nach vorne muss etwas mehr gehen. In der Defensive hat man heute gut gearbeitet! Jetzt wäre noch Konstanz wichtig!
Übrigens hatten wir letzte Saison in der 10. Runder erst 10 Punkte und natürlich noch keinen Auswärtssieg!

zwergbumsti says:

eigentlich ein wahnsinn dass das mit Hütter 90 minuten gut gegangen ist.
Man hat leider gesehen dass er noch nicht so weit ist. komplett überfordert
der Junge. aber ist nochmal gut gegangen.

Hütter war meiner Meinung die größte Schwachstelle! So ziemlich jede (!) Ried Offensiv-Aktion in der ersten Hälfte war über seine Seite. Hat sich ständig überspielen lassen, technische Fehler und Fehlpässe am laufenden Band! Also ich hätt den Ehrenreich schon nach 20min eingewechselt…..! Hoffentlich versucht sich der Hölzl mal auf dieser Position…kann ja nicht mehr schlechter werden ;)

….und ja ich weiß das der Hütter noch ein junger Spieler ist usw…. aber es gibt keine jungen und alten sondern nur gute und schlechte Fussballer ^^

sonicbird90 says:

sowie Otto Rehagel es immer gesagt hat “Erfahrung spielt keine Rolle, entweder ist man gut oder schlecht”

ja finde ich auch hütter war anscheinend sehr nervös… und alle haben sich über ehrenreich aufgeregt.

nordkurve1 says:

ich möchte wissen welches Sturmspiel die Kleine Zeitung gesehen hatt , fast alle Spieler bekommen Note 4 , was soviel heist wie wie Überdurchnittlich sorry aber die Realität sieht anders aus , zum Glück war Ried gestern sehr Schwach

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