Sturm Amateure

A Wiaschtl, a Magerl, a Niederlage

Die Sturm Amateure verlieren in einem unspannenden und schlechten Spiel von beiden Mannschaften gegen den SV Wallern mit 0:1. Für die Highlights sorgten in Messendorf nicht die Mannschaften, sondern die Fans beider Seiten.

© Sturm12.at

Wer gelegentlich Fußballspielen des österreichischen Unterhauses beiwohnt, der weiß, dass es auf der Tribüne derb – respektive sehr erheiternd – zugehen kann. Wenn die Sturm Amateure auf den SV Wallern treffen, dann ist das ähnlich. Das wurde heute bewiesen. Es war ein schwaches Spiel, das heute im Trainingszentrum Messendorf stattgefunden hat. Highlight: Ein Wallern-Fan, der optisch irgendwo zwischen Andi Ogris und Hannes Reinmayr einzuordnen ist, sorgte für Höhepunkte.

In der Anfangsphase spielten die Steirer ordentliches Pressing, attackierten früh und zwangen den Gegner so oft zu unkontrollierten Abschlägen. Anel Kocijan, der heute weit unter seinen Möglichkeiten spielte, scheiterte bald nach Beginn per Kopf. Als wenig später ein Offensivmann der Gäste im Strafraum stolpert, springt der Fan aus Wallern das erste Mal auf und fordert Elfmeter. Glasklar soll er gewesen sein. Und dem Schiedsrichter möchte er zu Weihnachten ein Regelkundeheft schenken.

Dass noch in der ersten Hälfte der selbe Stürmer nach “körperbetontem” Spiel von Pascal Zisser im Strafraum nicht umfällt und auch nicht strauchelt sondern einen auf robust macht und weiter läuft, wollte er dem Schiedsrichter vorwerfen. Da kamen die ersten Antworten, die in der ausgesprochenem Form auf Sturm12.at nichts verloren haben.

Die Amateure spielten brav mit, waren nicht besser und nicht schlechter. Chancen waren auf beiden Seiten Mangelware. Die wenigen Schussmöglichkeiten, die sich boten, wurden geblockt – Kocijan, der einige Male ins Loch starten hätte können, tat das nicht. “Egal, er ist eh zu langsam”, lautet das fachkundige Urteil von der Tribüne.

Das Spiel wurde in Halbzeit Zwei nicht besser, die Sturm Amateure hatten aber rasch nach Wiederbeginn durch Marc Andre Schmerböck eine exzellente Einschussmöglichkeit. Schmerböck, der in Halbzeit Eins links in der Viererkette spielte – rechts sammelte Leonhard Kaufmann Einsatzminuten um nach seiner Verletzung wieder Druck auf Philipp Hütter und Martin Ehrenreich ausüben zu können – und im 3-3-3-1 aus Halbzeit Zwei links offensiv im Mittelfeld spielte, verzog aber knapp.

Das war es dann auch schon mit guten Möglichkeiten der Blackys. Die Gäste aus Wallern waren aber auch nicht viel gefährlicher, obwohl im zentralen Mittelfeld, wo Florian Sittsam beinahe alle Kopfballduelle und Zweikämpfe für sich entscheiden konnte, einige Löcher entstanden. Die Zweikampfstärke von Sittsam in Ehren, aber den Ball hielt er am heutigen Tag deutlich zu lang. Oftmals hätte sich der weite Ball auf die Seiten, der Pass in die Tiefe angeboten, er spielte ihn aber nicht – verlor vielmehr immer öfter den Ball, im Versuch einen Gegner zu überspielen. Aus einer solchen Aktion entstand dann auch das 0:1. Sittsam verliert den Ball, die Gäste schalten schnell um, eine Flanke, einmal abtropfen lassen und das Tor ist erzielt. Senahid Bekanovic trifft in der 83. Minute.

Der Zuschauer aus Wallern übertraf sich in Durchgang Zwei noch einmal selbst, kommentierte jede Schiedsrichterentscheidung lautstark, wusste alles. “Ich hoff für ihn, dass er angesoffen ist”, meinte ein Zuschauer. Selbst andere Gäste aus Wallern stimmten zu, schüttelten den Kopf. Von Grazer Seite blieb der Schiedsrichter lange Zeit unberührt. Einem Fan der Steirer wurde es nach einer gelben Karte für Florian Sittsam, der davor einen Ellbogen ins Gesicht bekam, aber zu bunt. “Du Wiaschtl, du Magerl”, schrie er lautstark. Ein ganzes Menü sozusagen.

Die Schlussoffensive der Grazer bringt gute Einschussmöglichkeiten, die aber ungenützt bleiben. Highlight, wie Lukas Waltl in der Nachspielzeit zweimal bei Standardsituationen den Sprint nach vorne wagte – vor dem zweiten Mal offensichtlich zeigte, dass er dafür eigentlich kaum mehr Luft hat.

Als der Schiedsrichter nach 94 Minuten dann abpfeift schreit der Fan aus Wallern mit geballter Faust: “So sehen Sieger aus.” Die Reaktion aus Grazer Sicht: “Scheiße, elendige Scheiße, du!”

In einer schwachen Partie setzten sich die Gäste aus Oberösterreich mit 1:0 durch. Sie waren nicht besser, aber effektiver. Eine der wenigen Top-Möglichkeiten der Grazer muss durch einen Torerfolg gekrönt werden. Insofern war der Erfolg des SV Wallern dann doch irgendwie verdient.

Spieldaten
Sturm Amateure – SV Wallern 0:1 (0:0)
Regionalliga Mitte, 6. Runde
Sonntag, 2.9.2012, 17 Uhr.
Trainingszentrum Messendorf, 300 Zuschauer

Tor
Senahid Bekanovic (83.)

Sturm Graz Amateure (4-2-3-1)
Waltl – Kaufmann, Bevab, Zisser, Schmerböck (81. Rother) – Sittsam, Dengg – Ranftl, Schnaderbeck, Gruber (61. Schmölzer) – Kocijan

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Kommentare

archaeopterix says:

Torchancen waren genügend da , es fehlen Spieler mit Killerinstinkt oder genügend Schläue …..

archaeopterix says:

Ein schlauer Spieler ( ein Spieler mit Schläue ) ist z.B. Naumovski von Mattersburg die er schon jahrelang beweist ….

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