In den letzten Jahren der Foda-Ära haben nicht mehr sehr viele Eigenbaukicker von Sturm Graz den Sprung in die Kampfmannschaft geschafft. Christian Klem ist einer, der es schaffte. Lange Zeit war man sich uneinig, auf welcher Position der vielseitig einsetzbare Linksfuß am besten aufgehoben ist. Es wurde die linke Position in der Viererkette. Und das funktioniert auch. Klem ist nämlich einer, der defensiv beißen und kratzen, offensiv mit seiner Schnelligkeit und seinem starken linken Fuß immer wieder für gefährliche Bälle sorgen kann.
Gestern musste er defensiv wenig seines Potentials abrufen, weil die Rieder zumeist über Marco Meilinger auf der linken oberösterreichischen Offensivseite spielten. Trotzdem – Nacho machte gegen Klem nicht viele Stiche, lediglich zwei Zweikämpfe verlor der 21-jährige. Offensiv war gestern bei Klem auch nicht viel los, weil Sturm vor allem über den sehr agilen Haris Bukva angriff, der vor Philipp Hütter rechts im Mittelfeld spielte. Eine einzige Flanke spielte Klem in die Mitte – sieht man von den Standardsituationen ab, für die er immer dann zuständig ist, wenn sie mit dem linken Fuß Richtung Tor zu drehen sind.
Szenen seines Spiels
In der 19. Minute verarbeite Klem einen schwierigen Pass von Michael Madl sehr gut, zieht die Outlinie runter und flankt zur Mitte. Szenen, wie sie international ständig vorkommen, gab es gestern ein einziges Mal. Das liegt nicht nur an Klem. Einige weitere Male ist er auf seiner Seite gut mitgelaufen – der Ball ist im Endeffekt aber nie bei ihm gelandet.
Ein einziges Mal ist ihm sein Gegenspieler Nacho beinahe entwischt. Noch in der ersten Hälfte spielt der starke Meilinger einen Pass halbhoch zur Mitte – Nacho verfehlt, gleich hinter ihm Klem. Das hätte einerseits ins Auge gehen können, andererseits hat Nacho Klems Atem im Nacken gespürt und nicht die Ruhe im Abschluss gehabt. Ähnlich schon gegen die Admira als Philipp Hosiner in der 93. Minute per Kopf knapp vergibt – aber nicht die nötige Zeit hatte, um den Ball perfekt zu setzen, weil Klem mit ihm entscheidend mitgelaufen ist.
Wie sah Christian Klem seine eigene Leistung?
“Nach vorne ist heute nicht sehr viel gegangen, weil wir gewusst haben, dass es wichtig ist, dass hinten die Null steht“, so Klem gestern gleich nach der Partie. Nachsatz: “Nächstes Mal wird es wieder besser werden.” Klingt so, als wäre der Linksfuß nicht zufrieden.
Wie sah Peter Hyballa die Leistung von Klem?
Zum Hinschauen
Klem hat sich im Zweikampf stark gebessert. Kaum überspielbar, und ist man einmal an ihm vorbei, ist er sofort wieder da. Er ist im letzten Jahr zu einem unangenehmen, bissigen Gegenspieler geworden. Er versteht es auch immer wieder gut, weite Wechselpässe geschickt abzulaufen. Seine Bissigkeit und Schnelligkeit sind sicher sein Trumpf in einer Partie, in der ihm offensiv wenig gelingt.
Zum Wegschauen
Übertrieben – aber die Rubrik heißt nun mal so: Man würde sich von Klem noch mehr Offensivakzente wünschen. Inwiefern er von Peter Hyballa angewiesen wurde, diese gegen die SV Ried zu unterlassen, kann nicht beantwortet werden.
Seine Statistik
39 Ballkontakte sind wenig, sagt aber auch einiges über das Spiel von Sturm gestern im Besonderen und unter Peter Hyballa im Allgemeinen aus. Noch in der Vorsaison hatte Klem als Linksverteidiger oft doppelt so viele Ballkontakte. Von den 17 Pässen, die Klem gestern gespielt hat, fanden 76 Prozent der Bälle den Mitspieler. Allerdings spielte kein anderer Sturmspieler außer Christian Gratzei weniger Pässe als der 21-jährige. Dafür spricht die Zweikampfstatistik ganz klar für Klem – lediglich zwei Duelle konnte der Außenverteidiger nicht für sich entscheiden. Das ist absoluter Topwert. Elf Zweikämpfe gewann Klem.
User-Kritik
“Defensiv brav, offensiv harmlos.“ (Stefan Schoberer – via E-Mail)
“Mit Kröpfl eine gute linke Achse gebildet, ambitioniert. Hat mir gut gefallen!“ (Sash Chain – via facebook)
“ Bin noch immer der Meinung dass Klem für die Linksverteidigerposition sowohl körperlich zu schwach ist als auch zu wenig taktisches Verständnis hat. Viele Stellungsfehler!” (Philipp Grünbacher – via facebook)
“Ich habe ihn nicht schlecht gefunden, viel gelaufen; ich habe einen Popkhadze zwar besser gefunden, aber Klem macht seinen Job auch nicht schlecht!” (Florian Josefus – via facebook)



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Bin der Meinung, Klem könnte ruhig noch ein paar Knödel essen. Sonst bleibt er ewig ein Floh und wird nie ein steirischer “Schmiedehammer”. Außerdem, “brav” ist der Bruder von “langweilig”.
Der Alba oder der Lahm sind auch nicht unbedingt gerade Kantn, aber schon richtig ein paar Knödl könnte er durchaus vertragen
Also der Klem macht seine Aufgabe bis jetzt gut!
Ich hab ihn normal immer kritisiert, aber er wird von Saison zu Saison besser!
Den Pop hätte ich auch noch gerne länger in Graz gesehen, vielleicht kommt er ja mal wieder, wer weiß!
Er hat sich eigentlich eine Stammposition erarbeitet und er wird immer besser – das wichtigste, er ist Eigenbauspieler ! -
Gibt es eine Möglichkeit das ihr den Spielercheck wieder einführt? I miss it..
Ich will die eigentlich gute Leistung von Klem nicht in den Dreck ziehen, aber ein Kandelaki hatte, soweit ich mich an eine damals noch Premiere Statistik erinnern kann, häufig über 100 Ballkontakte pro Spiel. Aber vielleicht wurde damals einfach mehr über die Flügel angegriffen.
“In den letzten Jahren der Foda-Ära haben nicht mehr sehr viele Eigenbaukicker von Sturm Graz den Sprung in die Kampfmannschaft geschafft”…Zeigt mir einen Profiverein im deutschsprachigen Raum, in dem (auch in den letzten Jahren) mehr Eigenbauspieler oder Spieler die schon im Nachwuchs tätig waren, in der Ersten zu ihren Einsätzen kamen???
2009: Prettenthaler, Jantscher, Beichler
2010: Kainz, Klem, Weinberger
2011: Neuhold, Pürcher, mit Abstrichen Kröpfl und Wolf
Prettenthaler?2009?Hahah köstlich. Weinberger, Neuhold und Pürcher kamen ja nicht nur zum Einsatz, wenn die halbe Mannschaft verletzt war, passiert bei fast allen anderen Bundesligisten exakt so. Kröpfl und Wolf?Auch ein Witz. Jantscher und Beichler sind übrigens schon im Jahr 2008 Stammspieler gewesen, dh: es bleiben 2 Spieler verteilt auf 3 Jahren übrig und diese Mannschaft in Europa, die weniger als 2 Eigenbauspieler in 3 Jahren hochgebracht hat, musst du mir erst mal zeigen.
Ohne viel zu überlegen RED BULL SALZBURG…
Ich meinte damit, dass diese Spieler in diesem Jahr etwa zum Einsatz kamen.
Wieviel Wiener haben letztes Jahr bei RAPID gespielt,
wieviel Wiener bei der AUSTRIA
Es gab Phasen, auch im letzen Jahr, wo 8 bis 9 Steirer bei STURM zum Einsatz gekommen sind
Ich denke kaum, dass dies bei einem anderen Profiverein mit internationalen Anspruch so ist
Mit Ausnahme von Athletic Bilbao…..
Klem ist mit Abstand besser als Popchadse es war!
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UNSER MILCHBUBI MUSS NOCH GROß UND STARK WERDEN.