“Sturm ist ein steirischer Verein, im ganzen Bundesland gibt es 300.000 bis 400.000 potenzielle Anhänger. Selbst im Gasthaus in Liezen sagt man: Wir haben gewonnen.”
Zugegeben, Andi Ogris ist ein extremes Beispiel – aber nicht das einzige: Bei vielen Fußballern wächst nach Ende der Profikarriere rasch der Wohlstandsbauch. Ausnahmen bestätigen die Regel: Gerhard Goldbrich hat seine Laufbahn vor 24 Jahren beendet. Optisch könnte es auch erst gestern gewesen sein, noch immer ist er drahtig-sportlich. “Man sieht, ich bin kein geborener Abwehrspieler”, lacht Goldbrich. Er ist ein Freund des Offensivspiels. Dementsprechend groß ist die Freude über den neuen Trainer Peter Hyballa.
Überhaupt ist Goldbrich angetan vom SK Sturm neu. Die Geschäftsführung? “Sehr engagiert, arbeitet Tag und Nacht.” Der Vorstand? “Große Namen, das hilft Sturm massiv in der Wirtschaftswelt.” Die Strukturen? “Unbedingt notwendig. Sturm muss wie ein Unternehmen geführt werden, wir sind in der Steiermark bei Umsatz, Budget und Gehältern in der oberen Klasse.” Seit Jänner ist Goldbrich (Jahrgang 1967) zurück in jenem Verein, bei dem er einst als großes Talent glänzte. Nach den Stationen ESK und steirisches Leistungszentrum kam er mit knapp 17 Jahren zu den Schwarz-Weißen. “Im Frühjahr 1986 hatte ich dann unter Trainer Hermann Stessl meinen ersten Einsatz in der Kampfmannschaft, im Cup-Halbfinale auswärts bei der Austria.” Es war ein verpatztes Debüt: 0:5.
Schöne Erinnerungen und unangenehme Querschüsse
Erfolgreicher verliefen die beiden darauffolgenden Saisonen in Schwarz-Weiß. Der offensive Mittelfeldspieler lief bei 57 Spielen auf und erzielte vier Tore, darunter auswärts bei Rapid, im Derby oder ein Tor des Monats gegen Innsbruck. Goldbrich war zu dieser Zeit auch Kapitän der U21- und der Olympia-Mannschaft. Eine erfolgreiche Karriere schien vorgezeichnet. Doch aufgrund eines geplatzen Transfers nach Innsbruck endete sie abrupt. “Sturm war im Umbruch, und Innsbruck-Trainer Ernst Happel wurde auf mich aufmerksam.” Als alles bereits fix schien, legte sich das Sturm-Präsidium quer. Goldbrich (“Ich ziehe meine Linie durch”) wechselte daraufhin die Seite und wurde Sportjournalist bei der “Steirerkrone”. Es war der Startschuss für eine abwechslungsreiche berufliche Laufbahn: Aufbau der „Krone“-Sportredaktion in Vorarlberg, Gastronom, Eventmanager, Geschäftsführer der Ivica Vastic GmbH und später der Gratiszeitung “Woche“, seit drei Jahren Leiter für Marketing, Kommunikation und Vertrieb bei der Holding Graz.
“Der Kontakt zu Sturm ist nie abgerissen. Ich habe in den vergangenen zehn Jahren keine fünf Heimspiele versäumt und bin auch auswärts immer wieder dabei.” Im Jänner wurde er in den Sturm-Vorstand gewählt. Allerdings musste Goldbrich nach wenigen Tagen sein Mandat ruhend stellen. Vorwürfe wurden laut, dass dieses Amt nicht mit der Sponsortätigkeit der Holding Graz bei Sturm zu vereinbaren sei. Aus welcher Richtung diese Vorwürfe stammen, dazu will Goldbrich nichts sagen. In Sturm-Kreisen ist es aber kein Geheimnis, dass die Bestellung einigen Personen aus der Stadtpolitik, aber auch einflussreichen Unternehmern mit GAK-Nähe ein Dorn im Auge war. Sein ruhend gestelltes Mandat hält den Marketingexperten aber nicht davon ab, einen Teil seiner Freizeit für die Schwarz-Weißen zu verwenden. Besonders bei der Suche nach neuen Sponsoren und bei der Neubelebung der Marke Sturm (dazu hat man vor kurzem einen Prozess mit externer Begleitung gestartet) bringt er sich ein.
Trotz begrenzter Flächen sieht Goldbrich durchaus Platz für ein paar neue Großsponsoren. “Es ist momentan allerdings generell schwierig, Sponsoren zu gewinnen, das liegt nicht an Sturm. Die Wirtschaftskrise ist zu spüren, aber auch der Sparkurs von Land Steiermark und Stadt Graz.“ Noch viel mehr unausgeschöpftes Potenzial gebe es aber ohnehin bei den Klein- und Mittelbetrieben. Große Flächen sind für diese kein Thema. Man möchte sie daher künftig mit Konzepten unterstützen, wie sie als offizielle Partner des SK Sturm einen Mehrwert generieren können – vor allem in ihrer eigenen Kommunikation nach außen. Goldbrich ist aber klar: “Vonseiten des Unternehmers muss eine Liebhaberei für Sturm vorhanden sein.”
“Kein wirtschaftliches Duell mit dem GAK”
Auch durch eine stärkere Bindung des Stadions an Sturm verspricht man sich einiges. “Derzeit sind die Möglichkeiten begrenzt, wir können zum Beispiel vor dem Stadion wenig tun. Es gibt drei bis vier Modelle, wie wir das Stadion stärker nutzen können, ohne zu sagen, es gehört Sturm – auch wenn das immer ein Ziel sein wird.” Und was ist mit dem GAK? “Vielleicht gibt es eine gemeinsame Lösung, die beiden dient. Wir müssen uns nicht wirtschaftlich mit dem GAK duellieren, nur am Platz.”
Im Gespräch wird augenscheinlich: Goldbrich sieht beim SK Sturm in vielen Bereichen Potenzial, das noch ausgeschöpft werden kann, etwa bei den Fans außerhalb der Landeshauptstadt: “Sturm ist ein steirischer Verein, im ganzen Bundesland gibt es 300.000 bis 400.000 potenzielle Anhänger. Selbst im Gasthaus in Liezen sagt man: Wir haben gewonnen. Wichtig ist es, diesen Fans auch vor Ort ein Service zu bieten.” Schlagwörter sind Testspiele, Autorgrammstunden, Fanartikel, ein besseres Ticketing oder Fanbotschafter. Potenzial gebe es aber auch bei der Sturm-Damenmannschaft (“in punkto Vermarktung nicht zu unterschätzen”) oder bei der Bindung von ehemaligen Spielern an die Sturm-Familie: “Man sieht leider wenige von ihnen im Stadion.” Goldbrich selbst ist in dieser Hinsicht seit Jahren eine Ausnahme – am VIP-Buffet ist er augenscheinlich aber selten anzutreffen.
Ein Porträt von Jakob Traby



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Manchmal denke ich mir, dass die gemeinsame Nutzung des Stadions einen mehr behindert als behilflich ist. Da gibt`s Quertreiber, Trittbrettfahrer und Nutznießer, welchen mehr daran liegt, den anderen zu bremsen oder einfach nur Steine in den Weg zu legen. Soviele Klubs in Europa gibt es auch nicht mehr, die aus der Not heraus ein Stadion gemeinsam nutzen müssen/wollen. Onkel Frank sollte endlich seinen Tempel, sein Lebenswerk “hinpflanzen”… tschüss Stadt Graz, tschüss die Roten. Ein eigenes STURM-Stadion auf dem Gelände bzw. den Feldern zwischen Ziehrerstraße und Mur, bei Weitem größer und dennoch in St. Liebenau. Wäre schon fast ein idealer Sportcampus. Träumen wird wohl noch erlaubt sein. Vielleicht liest`s ja einer und denkt ein bisschen nach…
Was willsten mit einem größeren Stadion wenn wir nicht einmal ein 15000 Stadion vollbringen???????
@Max678
1.) sind sehr wohl viele Spiele ausverkauft und bei einem Zuschauerschnitt von 12.000-13.000 pro Saison ist es schon fast zu klein.
2.) Hätten in der Europa League gute 30.000 Karten verkauft werden können.
3.) Wo würde das Problem liegen, wenn es eh der Franky zahlen würde? (Also um den Traum von Verweigerer fortzuführen)
4.) Könnte man auch mit den Kartenpreisen runtergehen = mehr Zuschauer
Ich träum da gerne mit
Jaja, die Marke Sturm. Auf der GV war Goldbrich noch ganz klar auf Seiten der Pro-Puntigamer Fraktion. Ebenso Kois. Lügen haben kurze Beine.
In Österreich tritt man ohne Verhaberung eben auf der Stelle, da ist für den Verein besser wenn ein paar ihre Kontakte spielen lassen um ihre Haberer an Bord zu holen, als wenn man sich die Hacken abläuft und immer schon am Eingang abgeblockt wird. Optimal ist das natürlich bei weitem nicht, aber eben ein Kompromiss den man eingehen muss, wenn man im Konzert mitspielen möchte.
Off Topic:
http://www.transfermarkt.at/de/piermayr-verlaesst-inverness/news/anzeigen_92296.html
Da muss man mMn unbedingt zuschlagen.
Wäre ein RV, den man auf jeden Fall als Bundesligatauglich empfinden kann.
Der spielt ja eh schon bei Wr. Neustadt wurde gegen den WAC beim 6:0 ausgeschlossen…….
letztens schon bei neustadt mit gelb-rot vom platz….
@ff: da warst wohl schneller
symphatisches Interview ! Zur Stadionfrage müßte man einmal ein konkreteres Konzept lesen ! Eine Stronach – Arena wäre was – er wollte doch schon in Neustadt eines bauen – warum nicht in Graz !? – Müßte ihm ja viel näher liegen ?-
Wieso sollte ihm ein Stadion in Graz näher liegen als eines in Neustadt bzw. in Rothneusiedl? Stronach weilt in Österreich meines Wissens überwiegend in Oberwaltersdorf, so gesehen wäre Graz für ihn deutlich weiter weg als es die beiden anderen Standorte gewesen wären.
Ich glaub`, die Entfernung wär` dem Onkel Frank egal bzw. das Letzte, woran er denken würde. In Rothneusiedl waren`s die Anrainer als auch der Wr. Bürgermeister (der aber als Violetter lieber am Verteilerkreis bleiben wollte), in Neustadt hat sich Pröll eher dagegen ausgesprochen. Gibt`s ja doch das neue Liebkind, die St. Pölten Arena. Ich denke in Graz würden sie den reichen Onkel aus Amerika sowohl auf politischer Ebene als auch auf sportlicher Ebene eher “wertschätzen”. Nur müsste mal der erste Schritt getan werden. Liegenschaften in Graz gäbe es genug. Mit a bisserl einem Entgegenkommen oder gar einer kleinen Subvention wäre da schon Einiges machbar. Und so eine Art Sportcampus auf den Gründen zwischen Ziehrerstraße / Mur als auch Gegenüber wurde ja schon mal angedacht. Wie war das noch mal mit den Olympischen Winterspielen irgendwann im Jahre Schnee? Da wollte man doch auch mal ein eigenes “Dorf” hinstellen im Falle einer steirischen Bewerbung? Ich denke, mit lockeren 60 Mille isser dabei, der Frank…
Frage abseits dieses Thema:
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WIE SCHAUT ES EIG. MIT OKOTIE AUS; BLEIBT ER ODER NICHT? :O
Würde mich sehr interessieren!
Transfermarkt.at lässt grüßen…
transfermarkt.at ist halt so seriös wie die Seite 3 der Krone…
Boaa heit samma wieder net!
))
Natürlich hat Sturm das Potenzial ein Stadion mit 30.000 immer voll zu bringen-
Ich sags zwar nicht gerne, da ich eher ein Fan des reinen Fussballs bin – ohne viel Schnick Schnack rundherum – aber wenn man folgende Punkte beachtet wärs möglich, da Sturm wirklich ein noch immer schlafender Riese in der Steiermark ist und die Roten wohl in diesem Jahrzehnt nicht mehr zurück kommen..
1) Reduzierung der Kartenpreise (bei größeren Stadien kein Problem)
2) Das Spiel muss zum Event werden (hasse dieses Wort, wills auch nicht, aber will nur aufzeigen dass es theoretisch möglich wäre) — Konzerte schon vor dem Spiel, bessere Vermarktung des Produkts Sturm. Wenn ich ans Public Viewing während der EM denke, da waren Leute dort, die wirklich nicht wegen dem Fussball dort waren, selten auf die Leinwand geschaut haben, aber weil halt jeder hingegangen ist, warens auch dabei. Und irgendwann soll jeder Steirer zu Sturm gehen (überzogen, will mich schon von den roten oder sonstigen Tölpeln distanzieren), und weil dann eben jeder hingeht, geh ich auch hin.
3) Grössere Fansektoren
4) Bessere Infrastruktur, vor allem bezüglich der Kulinarik und und ausserhalb des Stadions. Meist ist das Spiel an einem Wochenende und man ist eigentlich gewillt noch länger zu bleiben, aber der Horizont der Gestaltungsmöglichkeiten ist halt arg begrenzt. Zumindest wenn man mit der Dorfdiskomusik im Sturmtreff und der hohen Alkoholikerquote eben dort nicht unbedingt sein Auslangen für einen gelungen Samstagabend findet. Warum gibts da rundherum nix gscheites, offizielles von Sturm mit Still, guter Musik und tollen Ambiente.
5) Und ganz wichtig: Endlich halbwegs vernünftige Parkmöglichkeiten, bins zwar schon von der Gruabn gewohnt, aber in Liebenau ist es ja um keinen Deut besser. Auch der öffentliche Verkehr gehört ausgebaut. Schön wärs wenn es Sturm schaffen könnte, Busse aus allen Bezirkshauptstädten zu planen. Man bucht mit dem Erwerb des Tickets gleich die Busreise aus Judenburg (nur so aus Beispiel). Ich bin gebürtiger Murauer, wenn ich denke wieviel Sturm Fans alleine in diesem Bezirk leben, wie selten die aber auch mal ins Stadion fahren (so 1x im Jahr). Das wär schon was.
6) Freundlichere Ordner: Die deutsche Polizei lebt das Modell vor und es klappt bisher ziemlich gut. Die Polizei in Dortmund etwa (80.000er Schnitt) sieht sich als Gastgeber, sogar für Gästefans, unsere Ordner im Stadion haben gewisse Charakterien, so milieumäßig. Das kann eben einen feinen Herrn Bankdirektor etwa dann schon einmal abschrecken, der sich vielleicht auch sagt, dass er das net grad notwenig hat.
Gäb noch einiges zu verbessern, mach jetzt aber Schluss. Und träum weiter von einem echten SturmStadion und dass nach 25.000 verkauften Saisonkarten Schluss ist, damit Fans die nur unregelmäßig ins Stadion gehen, auch die Chance bekommen einmal ein Sturm Spiel sehen zu DÜRFEN:
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