Seit sechs Jahren nun schon gab es keinen Auswärtssieg der Innsbrucker in Graz. Nach der gestrigen Partie kann man wohl sagen: “Zu Recht!” Da sind sich die Medien einig. Über die gesamte Spieldauer war der Sieg der Grazer nie, auch nur annähernd, gefährdet. Auch dank Nikola Vujadinovic. Der Montenegriner scheint seine Unsicherheiten, die er Anfang der Saison noch offenbarte, überwunden zu haben. In der Defensive souverän – Innsbrucks Offensive kam selten bis gar nie zu zwingenden Torchancen -, bewies er offensiv zweimal Köpfchen. Beide Male nach einer Hereingabe von Haris Bukva, versenkte der 1,91 m “Ochse”, wie ihn Peter Hyballa nach der gestrigen Partie im TV nannte, den Ball im Netz.
Mit dem dritten Sieg in Folge steht Sturm Graz nun auf dem vierten Tabellenrang. Punktegleich mit dem Drittplatzierten Salzburg. Bei Innsbruck ist nach der Niederlage in Graz Feuer am Dach. Nur einem Sieg, stehen sieben Niederlagen gegenüber. Man rechnet damit, dass Trainer Walter Kogler als erster Bundesliga-Trainer in dieser Saison seinen Platz räumen muss. Auch die heimische Presse geht mit der Leistung von Wacker Innsbruck hart ins Gericht. Die Tiroler Tageszeitung schreibt von einem “neuerlichen Flop”, von “balltechnischen Defiziten”. Und davon, dass die Mannschaft eben nicht wirklich viel könne…
Bei Sturm hat man hingegen andere Sorgen. Der Topscorer der Grazer, Richard Sukuta-Pasu, verließ in Minute 56, nach einem Foul von Innsbrucks Kofler, humpelnd das Feld. Verdacht auf Bänderverletzung im Knöchel. Genaueres wird man Anfang der kommenden Woche erfahren. “Aber ich denke, es is nicht so dramatisch”, hofft Trainer Peter Hyballa. Erfreulicher hingegen war schon das Comeback von Andreas Hölzl. Nach überstandener Schambeinentzündung, hinterließ er, auf der für ihn ungewohnten Position des Rechtserteidigers, über 90 Minuten einen starken Eindruck. “Am Anfang war’s ungewohnt, weil hinter mir keiner mehr war. Aber ich hab mich reingebissen”, zitiert die Kronen Zeitung den Tiroler. Auch Florian Kainz durfte wieder Spielpraxis sammeln. In den letzten zwanzig Spielminuten ersetzte er Kapitän Manuel Weber. Blieb aber unauffällig. Sein Namensvetter, Neuzugang Tobias Kainz, stand hingegen nicht im Kader.
Kleine Zeitung: Das Schlusslicht zu Gast in Liebenau. Da hatten sich 10.482 Sturm-Anhänger bereits vor dem Anpfiff symbolisch die Serviette umgebunden. Man rechnete gegen Wacker Innsbruck nicht wirklich mit Schwierigkeiten, immerhin gehören die Tiroler zu den gern gesehenen Gästen, die ihren letzten Sieg in Graz im Sommer 2006 feierten. Dabei blieb es auch nach dem gestrigen Gastspiel. Sturm siegte 3:0, ohne freilich ein großes Spiel zu zeigen. (…) Und Innsbrucks Walter Kogler bleibt der heißeste Tipp für den ersten Trainer-Rauswurf. Die Schwarz-Weißen lieferten eine solide Leistung ab und Trainer Peter Hyballa überraschte wieder einmal mit der Aufstellung. So feierte Andreas Hölzl nach langer Verletzungspause seine Rückkehr, allerdings auf der ungewohnten rechten Abwehrseite. (…) Hölzl spielte seine Rolle gut, auch wenn er sie sehr offensiv interpretierte. Es sollte allerdings bis zur 35. Minute dauern, bis Sturm erstmals den dichten Abwehrriegel der Innsbrucker knacken konnte. Und das gelang durch eine Standardsituation. Nach einer Ecke von Haris Bukva war Nikola Vujadinovic mit dem Kopf zur Stelle. (…) Die Vorentscheidung fiel in der 59. Minute. Imre Szabics erzielte das 2:0, Vujadinovic besorgte in der 69. Minute den 3:0-Endstand. Der dritte Sieg in Serie war perfekt. Und noch einer durfte sich freuen: Florian Kainz, der nach einem Muskelfaserriss ebenfalls sein Comeback feierte. (…) Einen bitteren Beigeschmack hatte der Sieg aber auch: Richard Sukuta-Pasu musste in der 56. Minute nach einem Foul von Marco Kofler verletzt vom Platz. Die erste Diagnose: Prellung des Knöchels und eine Bänderverletzung. Genaueres wird man Anfang der Woche wissen. (zum Artikel)
Kronen Zeitung: (…) Andreas Hölzl (nach einer Schambeinentzündung seit Juni außer Gefecht) feierte gestern Comeback in der Startelf – als rechter Außendecker! Obwohl der zehnfache Teamspieler gegen seinen Ex-Klub mit seinen Kollegen sofort das Kommando übernahm, dauerte es 35 Minuten, ehe der Innsbrucker Riegel geknackt war: Nikola Vujadinovic stand nach Bukva-Corner am Fünfer völlig frei, bezwang Safar per Kopf. Das 1:0 war das zweite Saisontor des 191-cm-Riesen aus Montenegro, der auch gegen die Admira per Kopf getroffen hatte. Auf Tiroler Seite gab’s eine gefährliche Standardsituation – Kofler köpfelte aber freistehend daneben. “Sturm-Schreck” Roman Wallner (der gegen seinen Ex-Klub 14 Mal getroffen hatte) fiel bei seiner 65-Minuten-Vorstellung nur durch eine Gelbe nach Foul an Vujadinovic auf. (…) Nur drei Minuten nachdem Innsbruck-Verteidiger Kofler Sturms-Topscorer Richard Sukuta-Pasu mit schmerzhafter Knöchelverletzung aus dem Spiel befördert hatte, konnte er Sturms zweiten Stürmer nicht vom 2:0 abhalten: Nach genialem Pass in die Tiefe von Michael Madl nahm Imre Szabics die Kugel technisch fein aus der Luft und vollstreckte blitzschnell (59.) – damit war der Sack endgültig zu, denn das krisengeschüttelte Schlusslicht aus Tirol war nicht mehr in der Lage sich aufzubäumen! Knapp bevor Florian Kainz dann zum Comeback einlief, setzte Nikola Vujadinovic nach abermaliger Bukva-Vorarbeit wieder per Kopf den Schlusspunkt – 3:0 (70.), und das war hochverdient.
Tiroler Tageszeitung: In der 59. Minute war es konkret: Das, was der FC Wacker in Graz spielte, war kein Männerfußball. Das war eher eine in Ausbildung befindliche Truppe, die auf einen strengen Lehrmeister getroffen ist: Jeder Fehler wurde bestraft! In der 59. Minute rückte die Wacker-Elf blauäugig zu weit auf, verlor das Leder, an den Ex-Wacker-Kicker Madl, der ideal Sabics in Front brachte … Das war das 2:0. So einfach. So banal. Und ab da war der letzte Rest an Widerstand gegen den neuerlichen Flop gebrochen. Bis dahin waren die Tiroler im Großen und Ganzen gar nicht „sooo schlecht”. (…) Hier die Sturm-Elf, die in der Summe einfach besser dribbeln und kombinieren konnte. Dort die Tiroler Elitekicker, die ihrer balltechnischen Defizite – wie schon in den Spielen zuvor – mit großer Laufbereitschaft Herr werden wollte. Es aber nicht wurden. Auf dieser Mannschaft pickt das Prädikat „brav”. Das ist zu wenig. Und diese Mannschaft trägt einen Rucksack voll mit beschwerenden, überzogenen Erwartungen. Und das ist ihr zu viel. In so einer Situation schwirren einem zu viele Gedanken durch den Kopf. Und dann liegt das Naheliegende manchmal so fern. Wie in der 35. Minute: Da passte nach einem Bukva-Corner niemand auf Vujadinovic auf. Der bedankte sich für so viel Freiheit mit einem Kopfnicker. Mit jenem beförderte er auch das Leder unhaltbar in die Maschen. Bis dahin hatte die Wacker-Truppe getan, was sie kann. Das ist nicht wirklich viel. Das ist gerade so viel, um nachdrücklich zu untermauern, dass man mit dem Abstiegsgespenst in dieser Saison im Dauerclinch liegen wird. (…) Die Frust-Fouls hatten sich bei Wallner gehäuft. Eine Rote war möglich. Das 3:0 und den Zerfall einer Tiroler Mannschaft in ihre Einzelteile sah Wallner schon von der Bank aus: 70. Minute: Vujadinovic war im Strafraum ganz allein zum Kopfball gekommen.
Laola1.at: (…) Sturm hatte das Spiel gegen das Schlusslicht von Beginn weg sicher im Griff. Trotz viel Ballbesitz waren sie zunächst allerdings nicht gefährlich. Christoph Kröpfl gab in der 21. Minute den ersten echten Warnschuss ab, den Innsbruck-Torhüter Szabolcs Safar aber problemlos entschärfen konnte. Erst dank einer Standardsituation schlugen die Heimischen zu: Nach einem Eckball von Haris Bukva wurde Vujadinovic übersehen, der Serbe konnte aus rund fünf Metern ungehindert einköpfeln (35.). Zwei weitere Eckbälle, einer dort und einer da, führten vor der Halbzeit zu zwei weitere Top-Chancen. Innsbrucks Marco Kofler (39.) verfehlte per Kopf ebenso wie Sturm-Verteidiger Milan Dudic (41.). Nach der Pause dominierte Sturm immer mehr, von den Tiroler Gästen war dagegen kaum etwas zu sehen. Auch nicht von Roman Wallner, der erstmals von Beginn weg einlief, aber nach einer Gelben Karte und einem weiteren gelbwürdigen Foul in der 66. Minute ausgewechselt wurde. Sturm führte da schon 2:0, nachdem Szabics einen Madl-Pass super angenommen hatte und zur Vorentscheidung einschoss (59.). Zehn Minuten später fixierte Vujadinovic neuerlich nach Bukva-Flanke den Endstand (69.). (…) Der Serbe hat sich zum verlässlichen Abwehrchef gemausert und auch schon drei Tore erzielt. Sturm-Torjäger Richard Sukuta-Pasu musste in der 56. Minute mit Verdacht auf eine Bänderverletzung vom Feld. (zum Artikel)
sport10.at: Dass bei einem ungefährdeten 3:0-Heimsieg von Sturm gegen schwache Innsbrucker ein Verteidiger der Blackys im Mittelpunkt steht, sieht vielleicht komisch aus, ist aber so: Nikola Vujadinovic war mit gleich zwei Kopfballtreffern maßgeblich am Sieg beteiligt. (…) Köpfelt der Verteidiger den Ball ins Netz, kommt die Kugel von Haris Bukva. So war es bei seinem ersten Treffer gegen die Admira am sechsten Spieltag, so ist es bei seinem Doppelpack am achten Spieltag gegen Wacker Innsbruck. Hier scheint sich ein Duo gefunden zu haben. (…) “Ich versuche jede Flanke oder Standard-Situation auf ihn zu bringen, da er einfach der stärkste Kopfballspieler ist – heute ist es gut gelungen”, sagte Bukva nach der Partie. Doch Vujadinovic setzt sein Köpfchen nicht nur in der Offensive gekonnt ein. Auch im defensiven Bereich hat er sich bereits den Ruf als “Ausputzer” der Lüfte erarbeitet. Die Kopfballstärke ist sein Trumpf, den er jetzt ausspielen kann – auch wegen dem Vertrauen von Trainer Hyballa. Denn vor allem in den ersten Runden offenbarte Vujadinovic noch einige Unsicherheiten, etwa gleich in der ersten Partie gegen Salzburg. (…) Auffallend: In einer Sturm-Mannschaft, die in Zeiten eines Trainerwechsels und Umbaus ständig auf der Suche nach der besten Startelf ist, ist Vujadinovic ständig gesetzt. Immer in der Innenverteidigung. Zuerst mit Michael Madl als Duo, später mit Milan Dudic. Diese Formation scheint nun die Abwehrmauer bei Sturm zu bilden. Auch weil Vujadinovic für Dudic einen Vorteil mitbringt, wie er gegenüber sturm12.at erklärte: “Ich kenne ihn schon von meiner Zeit bei Roter Stern Belgrad. Er hat damals im Nachwuchs gespielt. Sprachlich funktioniert es natürlich gut zwischen uns – das ist ein Pluspunkt.” Pluspunkte, die auch Sturm derzeit fleißig sammelt: Immerhin war der Erfolg gegen Wacker bereits der dritte Sieg in Folge. (zum Artikel)
Sturm12.at-Links
Spielbericht: Sturm schießt Innsbruck ab
Stimmen zum Spiel: “Wir hätten mehr Tore machen können”
Fotogalerie: Nikola und Imre machen drei
Live-Nachlese: Sturm Graz – Wacker Innsbruck 3:0 (1:0)

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Mit der Titelzeile, daß Innsbruck nicht viel kann, kann ich nicht zustimmen !! Ich sage sie hätten auch 1 Punkt machen können !! – Meiner Ansicht hatten sie ein gutes Passspiel, besser als unseres und haben sehr gut manngedeckt – Imre & SuPa waren fast zugedeckt ….
Hast du das Spiel gesehen??
Nach deiner Analyse eher nein.
Der Titelzeile stimm ich auch nicht zu! In der Mannschaft steckt viel mehr. Aber lieber “archaeopterix”: Von einem Punktgewinn waren sie weit entfernt. Vom nur hintenstehen gwinnt man auch kein Spiel. Aber ja super, dass unsere Stürmer fast zugedeckt waren- der Vuja wars ja zum Glück nicht:)
sorry kann dem nicht zu Stimmen hätten 1 Punkt machen können , ja sie hätten nur 3 Tore machen müssen .-) Innsbruck war von einen Punkt 10000000 Lichtjahre entfernt ; Lustenau , Altach und St.Pölten sind sicher Stärker als die Innsbrucker , für Sturm reichte eine durchschnittsleistung um 3 Punkte zu machen