Wiener Neustadt - Sturm Graz 1:1 (0:0)

Was fehlte war die Effizienz

Sturm brachte sich gegen Wiener Neustadt in der 9. Runde selbst um wichtige Punkte. Mangelnde Effizienz, ein unsicherer Rückhalt, der dann wieder glänzte und ein Gegner, der auch als Gewinner vom Platz hätte gehen können. Der Spielbericht.

© SturmTifo.com 2012

Nach drei Siegen en suite, galt es für die Schwarz-Weißen an die Leistungen vergangener Tage anzuschließen, der auferlegten Favoritenrolle gegen den Tabellenletzten, SC Wiener Neustadt, der zuletzt gegen Aufsteiger WAC St. Andrä auswärts mit 6:0 unterging, gerecht zu werden. Man musste die erwarteten, wichtigen drei Punkte einfahren um den Abstand auf die Tabellenspitze zu verkürzen oder zumindest beizubehalten.

Die Aufstellung änderte Peter Hyballa lediglich auf einer Position, blieb aber auch in diesem Spiel dem gewohnten 4-4-2 mit Raute treu. Florian Kainz rückt indes in die Startaufstellung und ersetzt den angeschlagenen Christoph Kröpfl im offensiven Mittelfeld. Christian Gratzei steht zwischen den Pfosten, vor ihm die Viererkette, bestehend aus Christian Klem, Nikola Vujadinovic, Milan Dudic und dem zuletzt starken Andreas Hölzl. Das Mittelfeld wird durch Haris Bukva, Manuel Weber und Michael Madl komplettiert. Nicht zuletzt die beiden Sturmspitzen, Richard Sukuta-Pasu und Imre Szabics. Auf der Bank nimmt an diesem Abend erstmals der Rückkehrer Tobias Kainz Platz.

Es fehlt die Effizienz
Vor wenig Publikum von 2650 Zuschauern,  kommt die Heimmannschaft nach etwa drei Spielminuten zu ihrer ersten Möglichkeit. Christoph Martschinko tanzt Andreas Hölzl auf der linken Außenbahn aus, flankt den Ball in die Mitte des Sechszehners, wo Daniel Wolf steht, aber seinen Kopfball aus guter Position knapp über das Tor setzt. Danach flacht das Spiel etwas ab. Sturm Graz ist tonangebend, versucht gegen tiefstehende Niederösterreicher ein Rezept zu finden, was aber eine gewisse Zeit dauern sollte. Erst nach zehn Minuten finden die Gäste so etwas wie eine Torchance vor. Haris Bukva zieht gleich drei Spieler der Heimmannschaft auf sich, bleibt am Ball, legt diesen auf den mitlaufenden Richard Sukuta-Pasu ab, doch dessen Schuss fällt für den gut postierten Jörg Siebenhandl zu harmlos aus.

Mit Fortdauer der Begegnung jedoch traut sich der Tabellenletzte immer mehr zu, versucht mit schnellen Kontern zu Erfolg zu kommen. Dadurch öffnen sich Räume. So etwa in Minute 20. Haris Bukva bringt einen Eckball zur Mitte, dieser wird direkt vor die Füße von Florian Kainz abgeblockt, der den darauffolgenden Schuss knapp neben das Tor setzt. Aber auch die Heimmannschaft lässt immer wieder aufblitzen und zeigt, dass die historische 6:0-Niederlage vor einer Woche gegen den Aufsteiger WAC St. Andrä nur eine Ausnahme war. Immerhin kommt man zu zwei Möglichkeiten, die durchaus zur Führung hätten führen können. In der 29. Minute ist es Stefan Rakowitz, der einen Eckball aus zwei Metern per Kopf über das Tor setzt. Nur wenige Augenblicke später nutzt der SC Wiener Neustadt, in Person von Daniel Wolf, einen indirekten Freistoß innerhalb des gegnerischen Sechszehners nicht aus, setzt diesen aus nächster Nähe deutlich über die Latte. Charakteristisch für die Begegnung, aus Sicht beider Teams. In der 44. Minute meldete sich Sturm Graz mit einer Riesenchance zurück. Richard Sukua-Pasu tanzt im gegnerischen Sechszehner gleich zwei Spieler aus, setzt den Ball aber knapp am langen Eck vorbei. Nur wenige Augenblicke später setzt Kainz seinen Fernschuss über das Tor von Siebenhandl. Damit endet auch die erste Spielhälfte.

Weber erlöst die Schwarz-Weißen
Die zweite Halbzeit beginnt wie die erste geendet hatte. Die Gäste preschen nach vorne, die Hausherrn versuchen die Räume eng zu halten und etwaige Chancen prompt zu unterbinden. Doch die Gäste erwischen diesmal den besseren Start. So kommt Imre Szabics in der 46. Minute zur ersten Möglichkeit von Sturm Graz. Sein Weitschuss fällt aber zu schwach aus. Einige Zeit später kommt auch der SC Wiener Neustadt wieder einmal gefährlich vor das Tor von Gratzei. Martschinko nimmt sich ein Herz und versucht es mit einem Weitschuss, den der gebürtige Leobner aber entschärfen kann. Dann in Minute 57 die Erlösung für die Schwarz-Weißen. Bukva mit dem Eckball, Siebenhandl versucht zu klären, doch den kläglichen Versuch nutzt Weber eiskalt aus und schießt den Ball per Direktabnahme unhaltbar in die Maschen. Eine verdiente Führung für Sturm, das die Begegnung über weite Strecken dominierte.

Sturm gibt das Spiel aus der Hand
Sturm versuchte sofort nachzusetzen, kam aber lediglich nur zu Halbchancen. Und diese fehlende Effizienz und Konsequenz sollte sich, anders wie noch im ersten Durchgang, rächen. Daniel Offenbacher bringt in der 71. Spielminute einen Freistoß in die Mitte des Sechszehners, Gratzei kommt aus dem Tor, kann den heranfliegenden Ball nicht festhalten und Petr Hlinka nutzt diesen Fehler zum 1:1-Ausgleich aus Sicht der Niederösterreicher. Ein dicker Patzer der Nummer Eins, der seinen Fehler aber nur wenig später entschädigen sollte. Nach einem Eckstoß ist es wieder Hlinka der nach einem Getümmel im Strafraum zum Ball kommt, diese Chance aber zum Glück für Sturm nicht nutzen konnte. Dann gibt die Mannschaft von Hyballa das Spiel völlig aus der Hand. Erneut wird es nach einem Corner des Gegenübers gefährlich, den anschließenden Kopfball kann der steirische Schlussmann mit einem unglaublichen Reflex verhindern und hält seine Mannschaft im Spiel. Beim 1:1-Unentschieden sollte es letztendlich auch bleiben. Sturm bringt sich am Ende selbst um einen wichtigen Sieg, aufgrund mangelnder Effizienz. Für den SC Wiener Neustadt hingegen ist es ein wichtiger Punkt im Abstiegskampf.

Blacky of the Match – Manuel Weber
Nach zuletzt eher mäßigen Leistungen avancierte Weber heute zum stärksten Akteur in einer durchschnittlichen Sturm-Elf. Im Mittelfeld immer anspielbar, mit einigen guten Zuspielen nach vorne und solider Defensivarbeit zeigte der gebürtige Kärntner auf. In der 57. Minute gab er nach Bukva-Ecke einen imposanten Schuss ab, bei dem der starke Siebenhandl machtlos war. Dennoch reichte das Weber-Tor nicht zum Sturm-Sieg. Dennoch war die heutige Leistung ein Schritt in die richtige Richtung für den Sturm-Mittelfeldakteur.

Wiener Neustädter Stadion 9. Runde Zuschauer: 2.650

Wiener Neustadt
22.09.2012, 18:30 Uhr
1:1
(0:0)

SR: Dominik Ouschan

Sturm Graz
Torschütze (Vorlage) TORE Torschütze (Vorlage)
Manuel Weber () 57. Minute
71. Minute Peter Hlinka ()
Spieler Karten Spieler
46. Minute Dennis Mimm (Gelb)
Nikola Vujadinovic (Gelb) 76. Minute
Spieler Aufstellung Spieler
Tormann - Christian Gratzei   Jörg Siebenhandl - Tormann
Abwehr - Christian Klem   Matthias Maak - Abwehr
Abwehr - Andreas Hölzl   Christoph Martschinko - Abwehr
Abwehr - Milan Dudic   Jiri Lenko - Abwehr
Abwehr - Nikola Vujadinovic   Dennis Mimm - Abwehr
Mittelfeld - Florian Kainz   Manuel Wallner - Abwehr
Mittelfeld - Haris Bukva   Daniel Wolf - Mittelfeld
Mittelfeld - Manuel Weber   Stefan Rakowitz - Mittelfeld
Mittelfeld - Michael Madl   Christoph Freitag - Mittelfeld
Angriff - Richard Sukuta-Pasu   Peter Hlinka - Mittelfeld
Angriff - Imre Szabics   Günter Friesenbichler - Angriff
Spieler Wechsel Spieler
Darko Bodul für Florian Kainz 62. Minute
69. Minute Daniel Offenbacher für Christoph Freitag
Rubin Okotie für Imre Szabics 79. Minute

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Kommentare

Auch wenn Gratzei einen unerklärlichen Fehler gemacht hat, Chancen waren da, nur sie blieben mehr oder weniger ungenutzt. ( Jeder macht einmal Fehler)!!! Gratzei hat uns in vielen Spielen schon einen Sieg oder einen Punkt gerettet.
WER DIE TORE NICHT SCHIEßT kriegt sie leider. :(
ABHACKEN UND NÄCHSTE WOCHE AUSWÄRTSSIEG :D
-
WIR WERDEN IMMER ZU DIR STEHEN; GANZ EGAL WAS AUCH PASSIERT DENN NUR DU BIST UNSER LEBEN SPORTKLUB STURM GRAZ ALE ALE

Erwin Huber says:

Naja, schon etwas enttäuschend – vor allem das nach vorne die wirklich zwingenden Momente fehlten. Klar ist es gegen eine tief stehende Mannschaft schwer, aber ich hätte mir schon etwas mehr Kreativität erwartet…

Pingback: Sturm12.at | Pressespiegel: Wiener Neustadt – Sturm Graz

archaeopterix says:

Nehmen wir Weber – er hat den besten, sichersten Weitschuß ; aber keine Rede, daß er dieses Können & Stärke auszunützen versucht !!?? — 1 bis 2 x pro Spiel, wo gerade er auch die trösten Spielräume hat …….

Meiner Meinung nach war dieses Spiel das bisher schlechteste unter Peter Hyballa, da Sturm Graz zwar überlegen war, aber sich keine wirkliche Großchance herausgespielt hat. Sturm hat es gestern einfach nicht geschafft gefährlich vor den Strafraum zu kommen. Ich versteh nicht ganz, wie Sturm Graz das Spiel so aus der Hand geben konnte; nach der 1:0-Führung musste nur Wr. Neustadt mehr fürs Spiel machen, dadurch ergaben sich Räume, die nicht einmal durch einen Pass in die Tiefe genutzt wurden.
Schade, trotz der grandiosen Paraden von Christian Gratzei 2 verlorene Punkte. 3 Punkte in der Bullendisco wären nun doppelt wichtig. Viel lieber wäre mir persönlich aber eine spielerisch besser Leistung und eine erkennbare Weiterentwicklung der Mannschaft.

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