Pressespiegel

Die Angst des Tormanns vor dem Patzer

Das Dasein als Tormann ist unfair: ein (entscheidender) Fehler und schon ist man Zielscheibe des Spotts, egal wie gut die Paraden im restlichen Spiel sind. Christian “Graz-Ei” (Kurier) kann nach dem Spiel in Wiener Neustadt ein Lied davon singen.

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© 2011 Sturm12.at

Doch neben dem Spott gibt es in den Presseartikeln auch Lob für die Leistung Gratzeis nach dem Gegentor. Er “war, wenn überhaupt, nur kurz der Buhmann. Mit unglaublichen Paraden sicherte der 31-Jährige seiner Mannschaft das Unentschieden“, schreibt etwa die Kleine Zeitung. Im kollektiven Gedächtnis wird dennoch eher der Patzer hängen bleiben.

Insgesamt tun sich die Journalisten schwer, das Spiel von Sturm einzuordnen. Zum einen waren die Grazer bis zum Gegentor klar überlegen und hatten auch einige Chancen. Andererseits wurden auch Mängel festgestellt: Hinsichtlich Tempo war das Spiel eher ein “gemächlicher Trott” (Kleine Zeitung), die Sturm-Kicker “agierten zu kompliziert” (Kronen Zeitung), es gab “kaum flüssige Aktionen” (Kurier), vor allem aber “verabsäumte Sturm es, dem Spiel endgültig den Deckel aufzusetzen” (Sport10.at).

Kleine Zeitung: Sie wollten der angeschlagenen Truppe aus Wiener Neustadt keine Erste Hilfe leisten. Gelungen ist dies nicht. Es war Sturm-Tormann Christian Gratzei, der den Niederösterreichern kräftig unter die Arme gegriffen hatte. (…) Die Grazer dürfen von zwei verlorenen Punkten sprechen, weil sie über 70 Minuten lang das Spielgeschehen kontrolliert hatten. Wiener Neustadt zog sich weit zurück, attackierte erst ab der Mittellinie und versuchte so zum Erfolg zu kommen. (…) Die Grazer hatten mehr Ballbesitz, versuchten ihr spielerisches Potenzial zu zeigen, was einige Male auch gelungen ist. Kainz (20., 45.) und Sukuta-Pasu (32., 44.) fanden gute Einschussmöglichkeiten vor. Treffer wollte vorerst keiner gelingen. Das erledigte in der 57. Minute Manuel Weber nach einem Eckball (…). Doch die Steirer setzten nicht wirklich nach, behielten ihren gemächlichen Trott bei. Dies wurde bestraft. Und nach dem 1:1 gaben die Grazer das Spiel völlig aus der Hand, wirkten nervös und durften trotz optischer Überlegenheit mit dem Resultat nicht unzufrieden sein (zum Artikel).

Kronen Zeitung: Seit dem legendären 2:1-Sieg auf dem Weg zum Meistertitel 2011 war Wr. Neustadt kein guter Boden mehr für Sturm. Im letzten November war man mit 1:3 untergegangen. Und auch im vergangenen Mai hatte der Underdog Sturm in die Suppe gespuckt: Das 0:0 war ein Dämpfer im Europacuprennen gewesen. Gestern aber sollte es wieder mit einem Sieg klappen. Nach drei Erfolgen in Folge waren die Schultern der Hyballa-Truppe dementsprechend breit, zudem waren die Hausherren eine Woche zuvor von Aufsteiger Wolfsberger AC windelweich verprügelt worden (0:6) und kennen Heimsiege nur mehr vorm Hörensagen. Der letzte gelang ja am 19. November 2011 – gegen Sturm. Sturm nahm gestern sofort das Heft in die Hand, aber entweder gelang der letzte Pass nicht, oder Hyballas Mannen agierten zu kompliziert. Dennoch hätte Sturm mit 1:0 in die Pause gehen müssen, doch Richard Sukuta-Pasu ließ zwei Chancen aus. (…) Nach einem Bukva-Corner faustete Keeper Siebenhandl den Ball Manuel Weber vor die Füße, und der Kapitän zog aus 24 Metern ab – der 99-km/h-Prachtschuss zischte zum 1:0 in die Maschen. Doch ein fürchterlicher Patzer von Team-Goalie Christian Gratzei ermöglichte den Hausherren den Ausgleich.

Kurier: Von der Kür sprach ohnehin keiner, die Pflicht hätte in Wiener Neustadt erledigt werden sollen. Sturm schaffte nicht einmal diese, durch das 1:1 verpassten die Steirer die Chance, zumindest bis heute auf Platz drei zu klettern. 2650 Zuschauer konnten vor der Pause bei strömendem Regen kaum flüssige Aktionen erkennen, einzig Sturms Angreifer Sukuta-Pasu und dessen Mannschaftskollege Florian Kainz, der sein Comeback in der Startelf gab, sorgten für etwas Gefahr. Sturm agierte nach der Pause mutiger, und dennoch war es ein Distanz-Schuss, der das Team von Trainer Peter Hyballa erlöste. Weber fasste sich ein Herz und bezwang Goalie Siebenhandl. Es war das elfte Tor im 175. Bundesligaspiel für den Kapitän. In der 71. Minute folgte die kalte Dusche, Tormann Gratzei rutschte ein Offenbacher-Freistoß durch die Handschuhe, Hlinka schoss ein. In der Schlussphase bewahrte Gratzei sein Team vor weiteren Gegentoren. Wr. Neustadt holte sich verdient den ersten Heimspiel-Punkt in dieser Saison.

Sport10.at: Vor der Partie kümmerte sich Tumani noch ums Aufwärmen, so wie er es schon die letzten acht Runden getan hat, ist er doch auch Sturms Co-Trainer. Hyballa scherzte noch vor der Partie über das Verhältnis zu seinem neuen Chef: “Ich werde ihn jetzt fragen, ob ich ihn siezen soll.” Während des Spiels selbst war dann allerdings lange Zeit niemand zum Scherzen aufgelegt. 20 Minuten brauchten die Gäste aus Graz, um zum ersten Mal vor dem Tor von Jörg Siebenhandl aufzutauchen. Auf der anderen Seite waren die Neustädter vor allem auf die Defensive konzentriert, noch einmal so unter die Räder kommen wie gegen den WAC in der achten Runde wollte man auf keinen Fall. Auch wenn es bis zur Pause nicht mit dem Torerfolg klappte, kam im Lager der Grazer keine Unruhe auf. (…) Und es sollte tatsächlich mit dem Torerfolg klappen. (…) Die Partie schien entschieden, auch weil die Gäste aus der Steiermark in weiterer Folge die Partie unter Kontrolle hatten. Doch die Blackies verabsäumte es, dem Spiel endgültig den Deckel aufzusetzen. Und so kam es, wie es kommen musste (zum Artikel).

Sturm12.at
Spielbericht: Was fehlte, war die Effizienz
Stimmen zum Spiel: “Haben heute zwei Punkte verloren”
Liveticker zum Nachlesen

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Kommentare

archaeopterix says:

Es wäre eine Analyse von Hyballa interessant was gestern von den Neuerungen der Hyballa – Schule zu sehen war un warum auch der Einsatz von 4 guten Stürmern nichts brachte !!?? — …..

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