"Flug 1909" landet im Achtelfinale

Der Aufstieg glänzt rubinrot

Keine Turbulenzen für Schwarz-Weiß in Schwechat. 5:0 gewinnt Sturm beim Regionalligisten unweit des Wiener Flughafens. Matchwinner war der Mann mit der Maske: Rubin Okotie. Ihm gelang ein lupenreiner Hattrick.

© Sturm12.at (AT)

Wer braucht schon die Bullendisco in Wals-Siezenheim oder das Hanappi in Hütteldorf, wenn es den Sportanlagen wie das Rudolf-Tonn-Stadion in Schwechat gibt? Sattes Grün, umrandet von einer Laufbahn und einem Weitsprunggraben. Eine massive Tribüne aus deren Lautsprechern der Stadionsprecher krächzt und vier wuchtige Scheinwerfermasten. Einfach ein kultiges Fleckchen Regionalliga Ost.

Als wäre das Anwesen des SV Schwechat nicht schon besonders genug, segeln alle zwei bis drei Minuten Flugzeuge aus aller Welt über die Zuschauer hinweg. Sturm nimmt den Abflug in Richtung Cup-Runde drei zu Beginn ernst. Reiseleiter Peter Hyballa schickt seine Crew früh zum Einchecken. Maskenmann Rubin Okotie und Darko Bodul vergeben in den Anfangsminuten mehrere gute Möglichkeiten.

Der Vierte aus der Ostliga, laustark unterstützt von einem Kinderchor, legt sich im eigenen Stadion auf die Lauer. Die Grazer sind für die Spielgestaltung verantwortlich. Die seltenen Vorstöße der himmelblauen – wie passend! – Schwechater erregen kaum Aufsehen unter den 1500 Zusehern. Und wenn sind Keeper Johannes Focher, der diesmal Spielpraxis bekommt, Nikola Vujadinovic oder Michael Madl, der wieder einmal in der Innenverteidigung ran darf, zur Stelle – zumindest bis zur 33. Minute.

Dann kehrt dann ein bisschen Feiertagsstimmung im Sturm-Strafraum ein. Die Viererkette schnürt ein Päckchen, dass, passender geht es kaum, Gary Noel vor die Füße gelegt wird. Der 22-Jährige wird aber nicht zum Heiland und Weihnachten wird nicht auf Ende September vorverlegt. Millimeter fehlen.

Die Eingeborenen wachen auf, beklatschen ihre Truppe kräftig. Und Sturm weiß, dass es ein langer Abend werden kann, wenn man die Konzentration nicht hält. Zwar segeln die Flankenbälle auch nach 40 Minuten von links wie von rechts wie die Passsagierflugzeuge dahinter um das Tor der Gastgeber, mehr als ein Raunen vermögen die Angriffe der Grazer aber nicht auszulösen.

Nach Wiederanpfiff wird die gesangliche Unterstützung der Heimischen lauter – und am Feld klingelt’s zum ersten Mal. Der Mann mit der pechschwarzen Maske – Rubin Okotie, bekommt den Ball von Bodul ideal in den Lauf gespielt, umkurvt Torhüter Meznik und schiebt souverän zur Führung für den Bundesligisten ein. Ein Treffer, der beide Motoren in der Flug “1909″ Richtung Aufstieg anwirft. Bodul, Madl und Florian Kainz, dessen Schuss gerade noch über die Latte gelenkt wird, vergeben unmittelbar danach Möglichkeiten auf die vorzeitige Entscheidung.

Diese fällt aber zehn Minuten später. Sturm setzt sich zum wiederholten Male in der gegnerischen Hälfte fest, Christian Klem flankt über die Abwehr hinweg und am langen Pfosten sagt Rubin Okotie artig “Dankschön!” Und es kommt noch besser für den 25-Jährigen. Nur zwei Minuten später wird ihm –  diesmal von der anderen Seite –  das Spielgerät vor die Füße gelegt. Okotie weiß an diesem Abend wo das Tor steht und erzielt seinen ersten Hattrick im Dress von Sturm Graz. Und das innerhalb von 17 Minuten.

In der Schlussphase läuft die schwarz-weiße Crew zur absoluten Höchstform auf und den Gastgebern aus Schwechat geht die Luft aus. Zunächst macht Imre Szabics mit seiner ersten Ballberührung das vierte Tor, ehe Manuel Weber auf 5:0 erhöht – beide Male gehört der Assist erneut dem spielfreudigen Darko Bodul.

Bruchlandung oder ein Debakel wie Skylink. Das wären nur zwei von möglichen Wortspielereien gewesen, wenn Sturm in Schwechat den Kürzeren gezogen hätte. All das ist an diesem Abend nicht notwendig. Zu souverän, zu abgebrüht war das Auftreten der Grazer. Und wie wenige Kilometer entfernt landet “Flug 1909″ in Schwechat sicher in der nächsten Runde.

Blacky of the Match: Rubin Okotie
Der Maskenmann spielte heute über 90 Minuten und gab eine mehr als deutliche Empfehlung für einen Statplatz kommenden Sonntag ab. Dreimal eiskalt verwertet, schien den Ex-Austrianer die Maske nicht im Geringsten zu stören. Ein tolles Spiel des Stürmers.

Rudolf-Tonn-Stadion 2. Runde Zuschauer: 1.500

SV Schwechat
25.09.2012, 19:00 Uhr
0:5
(0:0)

SR: Thomas Prammer

Sturm Graz
Torschütze (Vorlage) TORE Torschütze (Vorlage)
49. Minute Rubin Okotie (Darko Bodul)
64. Minute Rubin Okotie (Christian Klem )
66. Minute Rubin Okotie (Christian Klem )
78. Minute Imre Szabics (Darko Bodul)
79. Minute Manuel Weber (Darko Bodul)
Spieler Karten Spieler
35. Minute Haris Bukva (Gelb)
87. Minute Darko Bodul (Gelb)
Spieler Aufstellung Spieler
Tormann - Max Meznik   Johannes Focher - Tormann
Abwehr - Christian Schmidt   Christian Klem - Abwehr
Abwehr - Mario Töpel   Michael Madl - Abwehr
Abwehr - David Ambrosch   Nikola Vujadinovic - Abwehr
Abwehr - Mario Schöny   Martin Ehrenreich - Abwehr
Mittelfeld - Ilter Ayyldiz   Florian Kainz - Mittelfeld
Mittelfeld - Alfred Niefergall   Tobias Kainz - Mittelfeld
Mittelfeld - Mario Seckel   Haris Bukva - Mittelfeld
Mittelfeld - Christoph Kafka   Leonhard Kaufmann - Mittelfeld
Angriff - Mario Glogowatz   Darko Bodul - Angriff
Angriff - Gary Noel   Rubin Okotie - Angriff
Spieler Wechsel Spieler
Horst Freiberger für Ilter Ayyldiz 60. Minute
69. Minute Manuel Weber für Haris Bukva
75. Minute Milan Dudic für Michael Madl
76. Minute Imre Szabics für Christian Klem
Philipp Frenzl für Mario Seckel 77. Minute
Thomas Hirsch für Gary Noel 85. Minute

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Kommentare

maverick1987 says:

Gratulation an die Mannschaft. So einen deutlichen Sieg hat man nicht erwarten können.SWG und alles Gute gegen die Bullen :-)

Jetzt hoffen das morgen der GAK gewinnt und wir dann den GAK ziehen! Das wäre so geil :D D

gruabnjunior says:

Bitte nicht. Wer soll denn den Polizei Einsatz zahlen? Die Affen die ihn erforderlich machen können das wohl kaum.

Trotzdem braucht das die Stadt Graz wieder einmal!
Also das Derby^^

gruabnjunior says:

In der Schulzeit war es noch lustig, Sturm u GAK Fans haben sich gegenseitig aufgezogen aber waren befreundet. Paar Jahre später gings plötzlich um Leben und Tod bei der Frage “Sturm oder GAK”. Ich will kein großes Derby mehr in Graz.

maverick1987 says:

Ja die Sticheleien waren schon normal und es war eine gesunde Rivalität.
Derzeit schäme ich mich ein bisschen für den GAK, dass er auch aus Graz kommt…

sonicbird90 says:

ich sag nur “Hier regiert, der WAC”, keiner braucht den Abfallclub aus Graz.

hoffentlich ist es nix schlimmeres bei madl. vuja ist ja am sonntag gelbgesperrt. wer sollte neben dudic spielen? ferdl?

maverick1987 says:

Und im Mittelfeld den neuen Kainzi?

Also Vorort hats ziemlich schlimm ausgesehen. Er hat sofort um Hilfe gewinkt als er gflogen ist und hat sich am boden gewälzt aber ohne zu schreien. Ich glaub er wird länger ausfallen.

madschi1988 says:

Super Spiel, toller Sieg!
Weiter so!!!

Und wenn sich eine Metapher ewig hinzieht wie ein schlecht aufgebackenes Flugzeugsemmerl dann fuehlt sich der Artikel bald wie ein Absturz an…

stimme zu!
hier will man lesen, wie das Spiel war. (Fast) niemanden interessieren diese Wortspielereien. Was z.B. ist mit Tobias Kainz(verletzt?)? Wie war der erste Auftritt von Tobias Kainz? Hat sich Focher mal beweisen können? Hat Bodul wieder mal gezeigt, was er kann?
Bitte wieder “normale” Spielberichte. ;)

Aufmerksamen Lesern werden diese Fragen im Artikel beantwortet, meine Herren. Aber noch mal zum Mitschreiben: Tobias Kainz (warum sollte er verletzt sein???) wird noch “Im Fokus” beleuchtet. Wie soll sich Focher beweisen, wenn er nichts zu tun bekommt und welchen Beweis soll Bodul noch bringen, als drei Tore vorzubereiten? – Ihr wollt todlangweilige, sperrige Spielberichte über ein Match bei dem, abgesehen vom Aufstieg nichts zählt und man das Spiel vom Gegner her in keinster Weise mit einer Bundesliga-Partie vergleichen kann? Ach bitte… ;-)

Geh komm, niemand will “todlangweilige, sperrige Spielberuchte.” Aber man kann Metaphern eben auch zu Tode benutzen.

Geschmackssache.

saurons_mouth says:

ich finde nicht, dass in diesem bericht die metapher ewig ausge”zuzelt” wird.

archaeopterix says:

Aus den Kommentaren ist nicht zu erfahren, warum der Groschen in HZ 2 gefallen ist ! Endlich hat sich unser StürmerpotentiAl bestätigt ……. BRAVO

Weils sonst keiner gemacht hat, hier meine 10 Groschen vom Spielort:

Sturm mit Bombenstart, vermutlich auch weil Schwechat sich mit dem Anpfiff aufs Streifen in die Höschen setzen konzentrieten. Zwei “100er” in den ersten 3 Minuten knapp vergeigt. Leider, denn jetzt nahm Sturm das Spiel auf die leichte Schulter, auf die Art “kein Problem, gegen die Schwachen werden wir noch zig mal allein vorm Goalie auftauchen”.

Ab dann Trainingsspielcharakter, alle wollten genial wirken in dem sie den tödlichen Pass nach vorne spielten, meist als langer hoher Ball von der Mittellinie. Hat aber leider nie geklappt. Schwechat ist daraufhin erwacht und immer weiter vor gekommen, hatten Chancen, waren aber individuell viel zu schlecht, um diese gefährlich anzutragen.

In der Pause muss es gedonnert haben. Sturm erstmals konzentriert, was einen Riesenunterschied machte. DAzu wurde auf Kurzpasspiel umgestellt, worauf die Schwechater gar keine Antwort hatten. Ab dann dominierte Sturm nach belieben, und erspielte Chance um Chance. Meist zogen nun nach schnellem Passpiel die Flügel oder die aufgerückten Verteidiger über die Seite in den Strafraum, man suchte den Stangler, oder den Lochpass, was wunderbar klappte. Kawumm und 5:0, dabei wären 7-8 auch möglich gewesen.

Warum also diese Grottenhalbzeit? Ich behaupte, einige Sturmspieler waren zu arrogant, um den Gegner ernst zu nehmen. Kann mir nicht vorstellen, dass PH in der Besprechung vor dem Spiel vorgegeben hat “dreschts einfach den Ball vor, dann schaumamal”.

Deutliche Qualitätssteigerung auch nach der Hereinnahme von Weber und Szabics, danach wurde nur mehr schön und lehrbuchmäßig angegriffen. Ihre Präsenz allein sorgte für Disziplin. Hat mich beeindruckt.

Focher – wurde genau einmal wirklich geprüft, als in HZ2 ein Schwechater frei vom Fünfer abziehen konnte, er ist super rausgekommen und hat stark pariert. Der Rest waren einfache Bälle, routineangelegenheiten für einen Goalie mit BL-Anspruch, die er auch ok gelöst hat. Geprüft wurde er aber genau gar nicht.

T. Kainz – in meinen Augen eine große Enttäuschung, da haben wir uns einen Ausbildungsspieler geholt, bei weitem keinen Fertigen. Gegen einen schwach postierten Gegner wie Schwechat so viele unerzwungene Abspielfehler, das hat schon weh getan. In HZ 2, als neue Spieler und Schwung im Spiel waren, hat er sich ausgeklinkt, war nimmer richtig dabei, hat die Kugel schnellstmöglich zum nähest postierten Mitspieler abgegeben und die Verantwortung weggeschoben. In der Form für die BL nicht brauchbar.

Bodul – gefühlte 100 sinnlose Ballverluste nach unnötigen Show-Aktionen (überhebt mit Rücken Richtung Tor den hinter ihm stehenden Verteidiger, um ihn zu umkurven, probiert Solos gegen drei eng stehende Verteidiger etc.). Gefolgt von Stehenzubleiben und lautstarkem und aggressiven Reklamationen, statt zurückzuarbeiten oder zu versuchen, den von ihm verschlampten Ball wiederzubekommen. Entbehrlich.

Madl – als rechter IV tadellos, perfektes Stellungsspiel, tolle Zweikampfquote. Hoffentlich ist seine Verletzung nicht schlimm, als er am Sektor vorbeigehumpelt ist, war sein linker Knöchel so groß wie ein Tennisball.

Verweigerer says:

Kann mich dem nur anschließen. Obendrein, des Bratwürschtl war ausgezeichnet und des Schwechater is` besser als sein Ruf. Falls es wen interessiert, Ivo Vastic war gleichfalls interessierter Beobachter des Spiels.

Das war gestern eine sehr ordentliche und abgebrühte Leistung unserer Mannschaft. In der 1. HZ hat die letzte Konsequenz, der letzte Pass bzw. Abschluss gefehlt. Da wollten einige Spieler noch einen Drübersteiger und eine Drehung mehr, anstatt den Angriff konsequent fertig zu spielen. Sturm Graz war aber das ganze Spiel über klar überlegen, in den sehr starken ersten 15. Minuten mit 3 Top-Möglichkeiten hätte man schon alles klar machen können.
In der 2. HZ wurde dann mit viel mehr Blick richtung Endzweck, nämlich dem Torabschluss gespielt. 3, 4 Pässe und Sturm war im gegnerischen Strafraum, wo Bodul zum Glück des öfteren den Blick für den Mitspieler hatte. Bodul mit vielen unnötigen Balltricksereien; er hat zwar immer wieder mal 3 Gegenspieler ausgespielt, nur muss er halt irgendwann mal abspielen. Bodul hatte dadurch viele unnötige Ballverluste, die gegen Bundesligisten wehtun können.
Stark hab ich die Achse Klem – F. Kainz gesehen, die gut harmonierten. Klem immer wieder mit guten Vorstößen in der Offensive und Flanken in den Strafraum. Okotie war gestern vor allem im Abschluss eiskalt, wirkliche ein starke Partie von ihm. Diese Abschlussstärke muss er auch in der Bundesliga zeigen!

PH dürfte gegen Salzburg im Sturm die Qual der Wahl haben -> vermute, daß maximal 2 aus dem Trio SuPa-Szabics-Okotie spielen wird. Aber besser so als umgekehrt…

archaeopterix says:

@ Hoferenko & 12. danke! Solche sachliche Informationen erwarte ich mir, wenn jemand das Spiel life sah; da kann man sich ein wirklich gutes Bild von einem. Spiel machen !! Interessant Deine Analyse von T. Kainz & Bodul ! – Bin neugierig, was Hyballa aus Bodul machen kann ???? …..

Bodul war für mich mitte der ersten HZ auswechslungsreif. wiedermal überheblich, selten zug zum tor, wenn abgedrängt kläglich auf elfmeter reklamiert.
in der 2. hz die tore aufgelegt, das ist richtig, allerdings hätte er selber 2 machen müssen und ist wiedermal nur an sich selbst gescheitert. ich hoffe das er endlich einmal fokussiert in ein spiel geht.

Apropos SPielerkritik:
Bei Ehrenreich sah man in diesem Spiel was er in Normalform kann – nämlich mit Regionalligaspielern auf Augenhöhe agieren. Kein Wunder das er nicht mehr in der KM zum Einsatz kommt. Das wird leider nichts mehr.

Ja, Ehrenreich und auch Kaufmann haben ihre Chance in meinen Augen nicht genützt.
Bodul bin ich gespalten… Extrem überheblich und eigensinnig, dann aber doch wieder guter Zug und schöne Vorlagen…

Kann mir jemand sagen wann die nächste Cup-Runde ausgelost wird?

Am Sonntag im Rahmen der Sendung Sport am Sonntag in ORFeins ;-)

“Der Maskenmann spielte heute über 90 Minuten und gab eine mehr als deutliche Empfehlung für einen Statplatz kommenden Sonntag ab.” -> StaRtplatz
oder ist es ein wortspiel, das ich nicht verstehe?

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