Rückblick

Das erste sportliche Viertel

Neun Spieltage sind gespielt, fünf Punkte ist Sturm Graz hinter dem Tabellenführer aus Wien Favoriten. Und auf einem Europacup-Platz. Alles wie geplant, sozusagen. Sturm12.at blickt auf die bisherigen neun Bundesliga-Spieltage und die beiden Cup-Partien zurück.

© 2012 SturmTifo.com

Ein Viertel der Saison ist gespielt. Sturm Graz steht auf einem Tabellenplatz, der am Saisonende einen internationalen Startplatz bedeutet – man agiert also programmgemäß. Und es lässt sich auch deutlich eine Handschrift von Peter Hyballa erkennen. Auch wenn es im Endeffekt nicht die Hurra-Offensive geworden ist, von der vor Saisonbeginn alle gesprochen haben.

Die Spiele
Der vierte Platz also, fünf Punkte hinter der Wiener Austria. Und dabei wäre mehr möglich gewesen – und weniger ebenso. Am ersten Spieltag etwa, gegen Red Bull Salzburgverschläft Sturm die Anfangsphase, lässt sich überrumpeln und ist 0:2 im Rückstand. Was dann folgt ist Hyballa in Reinkultur. Sturm verteidigt hoch, presst die Bullen – die beinahe die gesamte zweite Hälfte in nummerischer Unterzahl agieren – an den eigenen Strafraum, schnürt sie ein. Alles wartet auf das erlösende Tor – die Partie hätte wohl noch gewonnen werden können. Das Tor fällt aber nicht, weil Richard Sukuta-Pasu und Imre Szabics hochkarätige Chancen ungenützt ließen.

Ganz ein anderes Bild in der zweiten Runde in Wien Favoriten. Die Austria spielt, Sturm verteidigt. Und plötzlich steht es 1:0 für die Grazer, weil Rubin Okotie den Austria-Schlussmann Heinz Lindner mit einem Schuss ins kurze Eck überraschen kann. Bei diesem Spielstand bleibt es. Sturm gewinnt. Glücklich, unverdient. Peter Stöger sagt nach Runden später, dass seine Austria das beste Spiel verloren hätte.

Kurios die dritte Runde. Sturm spielt in Mattersburg eine wirklich starke erste Hälfte und führt verdient durch ein super Tor von Richard Sukuta-Pasu. Die zweite Hälfte ganz anders. Sturm spielt nicht mehr so wie zu Beginn der Partie, kassiert rasch den Ausgleich – ändert nichts an der Spielanlage und nützt zudem die wenigen Chancen die sich bieten nicht aus. Dass dann am Ende die Burgenländer durch zwei Treffer die Partie mit 3:1 gewinnen können ist nicht verdient und nagt dementsprechend am Selbstvertrauen der Grazer.

Die Reaktion von Sturm in der Runde darauf war dann aber beachtlich. Nach einem schnellen 0:1 für die Gäste aus Wolfsberg, zünden die Steirer ein Offensivfeuerwerk und können die Kärntner mit 4:1 nach Hause schicken. Herausragend bei diesem Sieg waren Sukuta-Pasu und Rubin Okotie.

Und weil Sieg und Niederlage sich bisher abwechselten ist in der fünften Runde wieder ein Nuller vorprogrammiert. In Hütteldorf präsentiert sich Sturm – wohl das einzige Mal bislang in dieser Saison – wirklich schwach, kommt mit 0:3 ordentlich unter die Räder. Und auch wenn die Tore der Wiener teilweise einfach zu verhindern gewesen wären, geht die Niederlage in der Höhe in Ordnung.

Und wieder muss Sturm Moral beweisen. Dass da mit der Admira ein Gegner nach Graz kommt, der gerade noch gegen die Bullen aus Salzburg 4:4 gespielt hat, ist sicher kein gutes Vorzeichen. Aber Sturm spielt wieder groß auf, führt schon zur Halbzeit mit 2:0. Das Spiel ist durch, dachte man auf der Tribüne. Und wohl auch die Spieler am Rasen. War es aber nicht, keine 20 Minuten in Halbzeit zwei und die Niederösterreicher haben ausgeglichen. Aber auch das konnte die Grazer nicht brechen – Sukuta-Pasu trifft zum 3:2.

Brechen konnten die Grazer dann am siebten Spieltag die Serie. In einem über 90 Minuten unspektakulären Spiel, wo Ried in der Anfangsphase die besseren Einschussmöglichkeiten hatte, dann aber die Grazer einige relativ gute Torchancen vorfanden, konnte sich Sturm durch ein Eigentor von Thomas Reiffeltshammer mit 1:0 durchsetzen.

In der achten Runde kommt dann das Tabellenschlusslicht aus Tirol nach Graz. Sturm kann sich souverän, ohne auch nur eine Sekunde zu wackeln, mit 3:0 durchsetzen. Innenverteidiger Nikola Vujadinovic (2) und Imre Szabics erzielten die Treffer gegen harmlose Innsbrucker.

Der Spieltag neun führt die Grazer nach Wiener Neustadt. 1:1, und es wäre viel mehr möglich gewesen, hätte Sturm die eigenen Chancen genutzt. Hätte sich Christian Gratzei nach seinem Fehler, der zum Gegentor geführt hat, aber den Kopf in den Sand gesteckt und nicht bewiesen, warum er Woche für Woche bei Sturm Graz zwischen den Pfosten steht, das Spiel hätte noch tragisch enden können.

Im Cup wurde Sturm bisher vor zwei Partien gestellt, die einfach gewonnen werden müssen. Dass das oftmals nicht so einfach ist, hat sich schon in der ersten Runde gegen Wattens gezeigt. 1:0 durch einen Treffer von Jürgen Säumel. Anders in der zweiten Runde: Gegen den Schwechater SV ließ Sturm keine Fragen aufkommen, wer denn da der Bundesligist ist: ein klares 5:0.

Auf Seite Zwei gibt es die Statistik zu jedem Spieler nachzulesen.

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Kommentare

maverick1987 says:

HÄtte mir nicht gedacht, dass wir nach 9 Runden schon so gut dastehen. Hyballa hat seine Lehren gezogen und wir haben auch einen sehr starken, breiten Kader!

Wenn’s so weitergeht, bin ich sehr zufrieden :)

archaeopterix says:

Schade, daß man als Photo nicht die Uhr des Grazer Uhrturmes mit den rätselhaften Zeigern für unsere deutschen Trainer genommen hat …….. Vielleicht bei der Halbzeit der Saison 12 / 13 !?

saurons_mouth says:

in richtung der vuja-basher:
so schlecht kann er dann doch nicht sein, als 3. der internen torschützenliste, den meisten gespielten spielen und auch einsatzminuten. andernfalls hätte hyballa ihn nicht so oft und (bis auf die auswechslung zugunsten schloffers und des siegs gegen die admira) immer über die volle distanz spielen lassen.

Hoch zufrieden mit diesem schmeichelhaften 4.Tabellenplatz nach den sehr durchwachsenen Leistungen bisher!
Da ist jedoch noch sehr viel Spielraum nach oben, wenn die einzelnen Akteure nur ihre volle Leistung abrufen würden, anstatt der viel zu vielen Zaubereinlagen und Lässigkeiten, die sicher nicht mannschaftsdienlich sind und oft mit unnützen Ballverlusten einher gehen. Vielleicht schaft Hyballa das so manchem Spieler noch auszutreiben. Wenn sie 3:0 vorne liegen, dann meinetwegen die Showeinlagen.

jetzt kommen 2 Spiele wo sehr Wahrscheinlich 0 Punkte möglich sind , warten wir mal 18 Runden ab und sehen uns dann die Tabelle an , man darf jetzt nicht den Fehler machen die 16 Punkte x4 rechnen ich denke mal Salzburg Rapid und Austria machen sich die ersten 3 Plätze aus , STurm spielt dann um die Plätze 4 bis 8

sonicbird90 says:

Stimm ich dir nicht zu, wir haben einen Kader, mit welchem wir um die ersten 3 Plätze sicher mitspielen können, vergleich mal die Namen unseres Teams mit den anderen Teams. Ich kann nur sagen, dass Salzburg den viel stärkeren Kader hat, aber sonst würde ich Sturm mit der Austria gleich stellen.

Sooouu, zurück zum eigentlichen Thema des Artikels, meine Herren :)
Ich bin mit dem bisherigen Verlauf der Saison sehr zufrieden. Mir war vor der Saison einfach wichtig, dass sich der Spielstil von Sturm Graz ändert und attraktiver wird. Und zumindest von den Heimspielen kann man das zu 99 % behaupten, denn da war kein Spiel bisher fad oder unattraktiv. Wirklich chancenlos war man bisher nur auswärts gegen Rapid, bei allen anderen Spielen ist man zu Chancen gekommen und die Spiele hätten auch anders ausgehen können.
Was mir am Spielstil gut gefällt ist, dass das Spiel laufintensiver geworden ist, wir schneller und früher attackieren, die Standards (vor allem Ecken) sind sehr viel gefährlicher geworden und wir haben einen Kader/eine Bank auf der viele Positionen doppelt und nahezu gleichwertig besetzt sind.
Spiele wie gegen Salzburg, 1. HZ Mattersburg, Wolfsberg, Admira (von den Einwechslungen her vor allem!!!) und Innsbruck haben gezeigt, was sich Hyballa vorstellt und wohin er mit der Mannschaft will. Dass die Mannschaft dies noch nicht in jedem Spiel abrufen kann, muss klar sein; Laufwege und persönlicher Spielstil sind noch in Veränderung (klar, im Gegensatz zu Foda muss man seine Spielweise komplett umstellen!) und es wird noch dauern, bis die neuen Anforderungen Routine und Grundlage jedes Spiels werden.

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