Bundesliga steht wieder am Programm. In der zehnten Runde trifft Sturm Graz auf Auftaktgegner Red Bull Salzburg. Damals, im Vorfeld des Ligaauftaktes, verprachen beide Trainer eine offensive Spielweise mit Pressing und einer hohen Verteidigungslinie. Es war das Duell der beiden “deutschen Konzepttrainer”, die Fußball-Österreich nach einem lahmen Frühjahr aufwecken sollten. Peter Hyballa sprach, die Gegner “müssen Angst haben, wenn sie in Graz spielen”, und von “Typen”, die “mehr Ausstrahlung haben müssen”. Sein Gegenüber Roger Schmidt wollte “früh gegen den Ball arbeiten” und durch “dieses aggressive Verteidigen offensiv gefährlich werden”. Und in dieser Auftaktpartie glückte zuerst Schmidts Strategie – seine Elf setzte sich mit 2:0 in Graz-Liebenau durch. Denn Sturm stand zu hoch und Salzburg wusste das geschickt auszunutzen.
Die Salzburger Saison beginnt erst jetzt
Danach ging es aber mit Salzburg sportlich bergab. Die roten Bullen schieden früh und peinlich aus der Champions League aus, zudem lief es auch in der Liga nicht erwartungsgemäß. Daraufhin demontierte Sportdirektor Ralf Rangnick Spieler wie Leonardo oder Cristiano und holte Akteure, die eher ins Konzept von Schmidt passen dürften – und das kurz vor Transferschluss. Man könnte also meinen, die Saison der Salzburger hätte erst Ende August so richtig begonnen. Und jetzt ist Salzburg wieder vorne dran – obwohl nie wirklich weg von den Spitzenpositionen. Aber eben nicht ganz vorne. Trotzdem blicken die Mozartstädter auf ein ergebnismäßig gutes Ligaviertel zurück. Fünf Siege, drei Remis und eine Niederlage, zuletzt triumphierte die Schmidt-Elf in Wien bei der Austria. Zu Hause setzt es allerdings zwei Remis zu je einem Sieg und einer Niederlage.
“Beim Auftakt hatten sie einen Vorteil: Sie hatten vorher schon gegen Düdelingen gespielt. Für uns war es das erste Spiel, wir wollten unbedingt drei Punkte holen. Da kann die Niederlage schon passieren. Wir wissen aber genau, wo wir die Fehler beim Auftakt gemacht haben. Ich hoffe also, dass wir gegen Salzburg ein gutes Spiel machen und punkten“, wünscht sich Innenverteidiger Milan Dudic.
Zum Ligastart musste Dudic noch das Bankerl drücken. Rund zwei Monate später hat er sich aber einen Stammplatz erkämpft, macht zusammen mit Nikola Vujadinovic das Zentrum dicht. Sein Abwehrkollege muss am Sonntag allerdings passen und eine Gelbsperre absitzen. “Nikola ist ein guter Spieler, der sehr wichtig ist. Er wird uns sicher fehlen. Wir haben aber vier gute Innenverteidiger, jeder kann ihn ersetzen. In den letzten Spielen haben wir in der Verteidigung eine gute Leistung gezeigt, sind kompakt gestanden. Die ganze Mannschaft hat gute Leistungen gezeigt. Ich hoffe einfach, das bleibt”, meint Dudic, der in der Verteidigung gesetzt sein sollte. Neben ihm könnte Michael Madl auflaufen, den Hyballa im Cup auf seiner angestammten Innenverteidigerposition spielen ließ.
Die Qual der Wahl
Sollte Madl tatsächlich den Innenverteidiger mimen, wäre demnach die Sechserposition frei. Manuel Weber spielt neuerdings auf der Halbposition, zur Verfügung stehen also noch Matthias Koch und Neuerwerbung Tobias Kainz. Letzterer spielte im Cup gegen den SV Schwechat und bot eine ansprechende Leistung. Auch in der Offensive hat Trainer Hyballa viele Möglichkeiten. “Zorro” Rubin Okotie hat im Cup per Hattrick aufgezeigt, könnte am Sonntag durchaus in der Startelf aufscheinen. Richard Sukuta-Pasu wurde dagegen geschont, neben Okotie lief also Imre Szabics auf. Es könnte auch sein, dass Szabics eine Pause bekommt und Okotie mit Sukuta-Pasu als Doppelspitze agiert.
Doch egal wer in letzter Zeit am Spielfeld steht: Sturm steht hinten sicher und sucht vorne den Abschluss. Das war vergangene Saison nicht immer der Fall. “Letzte Saison hatten wir von Anfang an viele Verletzte und die Doppelbelastung. Aber man muss auch ehrlich sein. Hyballa hat bisher einen sehr guten Job gemacht, hat neue Energie und frischen Wind gebracht. Er leistet mit Ayhan Tumani eine super Arbeit”, zeigt sich Dudic begeistert vom Training des Deutschen. Und nach neun Runden haben sich die spielerischen Leistungen der Blackies auch stabilisiert. “Wir haben jetzt das erste Saisonviertel gespielt, haben fünf Siege geschafft. Aber das ist nur der Beginn der Saison. Wir sind zufrieden, es kann aber immer besser sein. Und wir werden noch besser werden und um den Titel mitspielen”, ist Dudic von seiner Mannschaft überzeugt.
Am Sonntag treffen also erneut die beiden Mannschaften mit den “deutschen Konzepttrainern” aufeinander. Beides Mannschaften, die im Umbruch stehen und bei denen es im ersten Saisonviertel ordentlich gewirbelt wurde, nämlich personell. Und trotzdem sind beide auf Spitzenpositionen zu finden, einzig die Wiener Vereine schnitten besser ab. Hyballa hat die Defensive stabil gemacht, und Schmidt hat endlich die Spieler gefunden, die in sein System zu passen scheinen. War das Auftaktspiel schon spannend, so könnte das kommende Duell ein feuriger Schlagabtausch werden. Beide Teams haben die Qualität dazu. Hinzu kommt, dass Sturm nach wie vor kein Auswärtsspiel gegen Red Bull Salzburg gewinnen konnte – eine zusätzliche Motivationsspritze also, denn Zeit wird’s.
Spieldaten
Red Bull Salzburg – Sturm Graz
Bundesliga – 10. Runde
Sonntag, 30. September 2012, 16:00 Uhr – Stadion Wals-Siezenheim, Salzburg
Wettervorhersage
Witterung: stark bewölkt
Höchsttemperatur: 17°C
Tiefsttemperatur: 11°C
Schiedsrichter
Manuel Schüttengruber
Philipp Kitzmüller (1. Assistent)
Stefan Kühr (2. Assistent)
Andreas Feichtinger (4. Offizieller)
Mögliche Aufstellungen
Red Bull Salzburg (4-3-3)
Walke – Klein, Vorsah, Hinteregger, Ulmer – Teigl, Schiemer, Leitgeb – Kampl, Soriano, Nielsen
Ersatz
Gustafsson – Dibon, Sekagya, Schwegler, Ilsanker, Mané, Maierhofer
Es fehlen
Alan (Kreuzbandriss), Berisha (krank), Hierländer (Meniskusprobleme), Mendes da Silva (Nasenbeinbruch), Svento (Kreuzbandriss)
Sturm Graz (4-4-2 mit Raute)
Gratzei – Hölzl, Madl, Dudic, Klem – Weber, Kainz T., Bukva, Kainz F. – Sukuta-Pasu, Okotie
Ersatz
Focher – Neuhold, Kaufmann, Koch, Schloffer, Bodul, Szabics
Es fehlen
Ciftci (Meniskusoperation), Hütter (Schambeinentzündung), Säumel (Adduktoren), Vujadinovic (Gelbsperre)
Fraglich
Feldhofer (Oberschenkel), Kröpfl (Bauchmuskulatur)
TV
ORF eins (live ab 15:45 Uhr)
Sky Sport Austria (live ab 15:30 Uhr)

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