Glanzparade

Zählbares

Ohne meine mathematischen Unzulänglichkeiten hier ins Rampenlicht stellen zu wollen, möchte ich mich heute wieder in die Welt der Zahlenspiele begeben. Welche Nummern, Zahlen haben den SK Sturm in der ersten Hinrunde definiert, was fiel auf und wie kann man was interpretieren.

© Sturm12.at

11 – 9 – 2
11 – die Königszahl im Fußball. Ebenso viele Pflichtspielrunden sind derzeit absolviert. Im Cup plagte man sich mit einer durchwachsenen Leistung über drittklassige Wattenser in Runde 2, in der ein überzeugender 5:0 Erfolg in Schwechat folgte. Dazwischen lagen allerdings neun Meisterschaftsrunden in denen der SK Sturm auf passable, wenn auch nicht überragende 16 Punkte kam. In diesen neun Runden war eine klare Entwicklung in der Umsetzung des Systems zu erkennen. Diese erfolgte aber mehr auf einer therapeutischen Ebene: zwei Schritte nach vor, einer zurück. Mehr dazu in Kürze.

14 – 12 – 6 – 0
Auch wenn man sich in der zweiten Halbzeit gegen den SV Schwechat in eine Art Torrausch schießen konnte und im Cup ein blütenweiße Weste hat, ist die Torstatistik in der Meisterschaft weniger zufriedenstellend. Da hinkt man den drei Spitzenteams klar hinterher. Auf die 32 Tore der letztjährigen ersten Saisonhälfte fehlen noch 18 Treffer. Dazu müsste man sich in Spielen wie gegen Wr. Neustadt offensiv stark verbessern. Es kann nicht einmal behauptet werden, dass Sturm die Chancen vergeigt. In letzter Konsequenz tut man sich extrem schwer Chancen überhaupt zu erspielen. Auch wenn man in zahlreichen Partien ein klares Übergewicht an Ballbesitz erarbeiten konnte und auch tendenziell öfters in der gegnerischen Spielhälfte anzutreffen ist. Bisher brachte das Kernöl im Tiki-Taka Getriebe den Motor jedoch eher zum Stottern.

9 – 10 – 11 – 14 – 18 – 19 – 25 – 30
Der SK Sturm, der Weg nach vorne und die Schlüsselspieler die diesen Spielstil zelebrieren sollen. Diese wochenlang prophezeite und dann auch anfänglich offen gelebte rücksichtslose Offensive verabschiedete sich allerdings in den letzten Spielen still und heimlich durch die Hintertür. Grund dafür waren Abstimmungsprobleme und massive Unsicherheiten in der Defensive. Bedingungslose Attacke und Spektakelballsport wich der unbedingten und notwendigen Stabilisierung der Defensivbaustellen und der Problemzonen an den Außenpositionen. Und das senstionslüsterne Interesse an Hyballas ungewohnt offensiver Spielausrichtung wich der Erkenntnis, dass auch der Sturmcoach sein eigenes Anpassungspotential bald abrufen müsse. Vor allem gegen Mannschaften die sich dem stürmischen Offensiv-Diktat nicht unterwerfen wollten und ihrerseits genau wussten wo dieses System ihre Schwachpunkte habe. Die mangelnde Fähigkeit zu reagieren machte Sturm folglich große Probleme. Dennoch, man spielte weiterhin sehr erfrischend, mit tendenziellem Hang zur Offensive und zur Spielgestaltung, verwob und verstrickte sich dabei in der Produktion von Torchancen. Manchmal mehr, manchmal weniger.

18 – 7 – 5 – 6 – 32 – 27 – 26
Nach 18 Runden konnte der SK Sturm in der letzten Saison unter Franco Foda biedere 26 Punkte ergattern. Die dafür fehlenden zehn Zähler dürften in den kommenden neun Runden durchaus im Bereich des Machbaren sein. Nicht nur deswegen, weil man jetzt schon mehr Auswärtssiege als in der Vorsaison am Konto hat, sondern vor allem auch deswegen, weil in den 15 Unentschieden der vergangenen Saison zwar so mancher Punkt gewonnen, aber noch viel zu viele verloren wurden. Diese Flut an Unentschieden wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit heuer nicht passieren. Und allein deswegen dürfte man über dem Punkteschnitt der letzten Saison überwintern.

3 – 4 – 4 – 6
Ganz abgesehen davon, dass die Austria, Rapid und auch Salzburg für meinen Geschmack deutlich zu wenig gepatzt haben, steht Sturm in der Tabelle alles andere als schlecht da. In Anbetracht der Tatsache, dass heuer bereits der vierte (möglicherweise sogar der fünfte) Tabellenrang für einen internationalen Startplatz reichen könnte, ist der Erfolgslauf der drei großen Titelaspiranten eher förderlich. Es ist gut, dass man sich im ersten Viertel schon bis zu sechs Punkte Vorsprung auf die direkten Gegner im Kampf um die internationalen Plätze erspielt werden konnten. Oberste Priorität muss sein diesen Vorsprung auszubauen. Erst wenn dieses Ziel erreicht ist, sollte man schauen wie es am Podest so ausschaut.

3 – 1 – 7 – 5 – 2
… sind die derzeitigen Platzierungen der kommenden fünf Gegner. Spannend auch deswegen, weil man gegen jene Klubs nur 6 der bisherigen 16 Punkte geholt hat und insgesamt nicht mehr als drei Tore erzielen konnte. Eine haarige Zeit steht den Blackys also bevor. Eben noch mit qualitativer Schonkost beschäftigt, ist man ab kommenden Sonntag intensivst gefordert. Nicht zuletzt deswegen, weil man in der Salzburger Bullenarena noch nie siegen konnte und die Austria bisher alle Auswärtsspiele dieser Saison gewonnen hat.

13
Nikola Vujadinovic. Der Herrscher der Lüfte. Kein anderer Verteidiger der Liga hat vergleichbare Kopfballstatistiken, kaum jemand ähnlich gute Zweikampfwerte. Darüberhinaus stehen drei Kopfballtore zu Buche. So hat sich auch die anfängliche Skepsis aufgrund mehrerer haarsträubender Patzer des Montenegriners gelegt. Auch weil der Stress in der Verteidigung deutlich zurückgegangen ist und sich mit Dudic, Vujandinovic und dem ins defensive Mittelfeld vorgerückten Madl ein starkes Defensivzentrum herauskristallisiert hat. Madl entpuppte sich als bärenstarke und vielseitig einsetzbare Verstärkung der darüber hinaus auch bei Standardsituation für Gefahr sorgen kann. Dudic glänzt zuletzt vor allem mit toller Passstatistik, war sich nicht zu schade den Kampf um die Innenverteidigerposition aufzunehmen, zeigt sich in seiner zweiten Saison bei Sturm stark verbessert, wirkt stets motiviert und konzentriert. Nur ein Gegentor musste diese Hintermannschaft in den letzten vier Pflichtspielen einstecken. Gegen Salzburg wird die eingespielte Konstellation durch die Sperre von Vujadonovic gesprengt. Mir schwant Böses.

5374
Eine Zahl die nachdenklich stimmt. Sie spiegelt die Einsatzminuten der Österreicher beim SK Sturm in den ersten neun Runden wieder. Nur die Aufsteiger aus Kärnten und Salzburg liegen in dieser Statistik hinter den Grazern. Für einen Verein der die bedingungslose Förderung von Eigenbauspielern und jungen hoffnungsvollen Österreichern als Credo hochhält, eine ziemliche Niederlage. Allerdings muss man dazu anmerken, dass wichtige heimische Stützen wie Andreas Hölzl oder Florian Kainz lange außer Gefecht waren. Ob und wann Jürgen Säumel zurückkehren wird, steht gänzlich in den Sternen.

18
Und auch wenn mir in den letzten Wochen und Monaten viele Akteure Freude bereitet haben, möchte ich in der Kategorie „Lieblingszahl“ die 18 einreichen. David Schloffer hat vor allem in den ersten Spielen dieser Saison gezeigt, welch herausragendes Talent er besitzt. Schon bei der 0-2 Niederlage gegen Salzburg brachte er die Salzburger Hintermannschaft das ein oder andere Mal in Verlegenheit. Als er gegen die Austria eingewechselt wurde, sorgte er für gehörig Wirbel im violetten Strafraum und hatte bei einem satten Schuss an die Innenstange Pech. Gegen die Admira kam er in Minute 70 Minute für Verteidiger Vujadinovic und war am späteren Erfolg der Blackys massiv mitbeteiligt. Und auch wenn David Schloffer zuletzt seltener am Profirasen zu sehen war, bin ich felsenfest davon überzeugt, dass uns sein Spielwitz, sein Mut zum Risiko und seine technische Beschlagenheit noch viel Freude bereiten werden.

Und? Welche sind eure Lieblingszahlen der ersten Runden?

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Michael Pelitz (mp)

1977 in Graz geboren, in Mürzzuschlag aufgewachsen und mit ca. 14 Jahren der dortigen schwarz-weißen Eisenbahner-Jugend als stets einsatzwilliger, aber minder talentierter Offensivgeist er- bzw. entwachsen. Zumindest die Knipserqualitäten sind ihm bis heute geblieben. Ab da an stand der Tennissport - bis heute große Leidenschaft und Ausgleichsbeschäftigung - im Mittelpunkt des sportlich-aktiven Interesses. Nach einem Austauschjahr im pazifischen Nordwesten der Vereinigten Staaten gings über Umwege ans Anglistik/Amerikanistik- und Medienstudium, daneben erste (weniger) (erfolgreiche) musikalische Gehversuche. Durchs Bruderherz zum wahren Sturm-Afficionado mutiert und bis zum Fansektortransport leidenschaftlicher "22er"-Dauerkartenbesitzer (an selber Stelle mit JD eine Freundschaft erstritten - Anmerkung: MP hatte zumeist recht...). Nach Studienabschluß, Co-Leitung der Musikplattform "Platoo", die vom schwarz-weißen Lieblingsbelgier Jan-Pieter Martens gegründet wurde, weitere Musikprojekte und noch viel viel mehr...



Kommentare

3 – 1 – 7 – 5 – 2
…lässt mir die Haare zu Berge stehen.

Die Höhe der Nicht-Österreicher-Minuten überrascht mich zwar etwas, aber immerhin würde ich sagen, dass diese schon lang nicht mehr annähernd ähnlich qualitativ gerechtfertigt waren.

Die Zahl der Nicht-Österreicher-Minuten schockiert mich überhaupt nicht da wir nicht weit von den ersten drei entfernt sind. Wenn Säumel fit gewesen wäre und Madl statt Dudic der Stamminnenverteidiger gewesen wäre, wären wir in dieser Statistik schon ganz vorne dabei. Nur als Beispiel!

Die Zahl stimmt aber auch nicht. Die kommt so von laola1.at und die führen Darko Bodul nicht als Österreicher (was er aber ist). In Wirklichkeit wären es also noch 519 Minuten mehr. D.h. 5893 Österreicher Minuten : 2581 Legionärsminuten. Da gibts IMHO nichts zu meckern.

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