Erst vergangenen Winter ist Christoph Kröpfl zurück an seine alte Wirkungsstätte gekehrt, wo er einst das Kicken gelernt hat: Zum SK Sturm Graz. Nach zweieinhalbjährigen Gastspielen in Salzburg und Kapfenberg wurde der 22-Jährige zurück nach Graz gelotst und darf sich mittlerweile Stammspieler nennen. Unter Franco Foda noch Dauerbrenner auf der Ersatzbank, kam er unter Thomas Kristl zu Saisonende regelmäßig zum Zug. Und auch Peter Hyballa weiß die Qualitäten des offensiven Allrounders zu schätzen und ließ ihn in zehn der elf bisher gespielten Bundesligarunden zum Einsatz kommen.
Beim gestrigen 1:1-Remis gegen Austria Wien stand Christoph Kröpfl zum bereits siebten Mal in der laufenden Saison von Beginn weg am Feld. Auf der rechten Halbposition durfte sich der offensive Mittelfeldspieler einordnen, sein Pendant auf links hieß Florian Kainz, der seinerseits für den Ausgleich verantwortlich zeichnete. Haris Bukva als Freigeist hinter den Spitzen und Tobias Kainz als Sechser komplettierten die Raute im Mittelfeld. Also ein Mittelfeld, das Hyballa durchgehend mit jungen Spielern bestückt hat. Und die versuchten auch alle für Akzenten und Aktionen in der Offensive zu sorgen, klappen wollte allerdings wenig.
Szenen seines Spiels
Defensiv ausgeholfen
Zusammen mit Christoph Kröpfl hat Andreas Hölzl die rechte Sturmseite besetzt. Der Tiroler und gelernte Mittelfeldspieler war rechter Außenverteidiger und legte seine Position sehr offensiv aus. Das hatte zur Folge, dass Kröpfl gezwungen war, die entstandenen Löcher in der Defensive zu stopfen. So beispielweise in der Anfangsphase, als ein Austrianer an der Torauslinie entlang in den Strafraum ziehen wollte, ihn Kröpfl aber per Tackling vom Ball trennte. Und da sein direkter Gegenspieler Tomas Jun vor allem in Hälfte zwei viel für die Offensive tat, musste Kröpfl umso mehr nach hinten arbeiten. Bemerkbar machten sich allerdings die nicht vorhandenen Pressingphasen – wie bei sämtlichen seiner Mittelfeldkollegen – und die Austria konnte so ungestört ihre Angriffe einleiten und die Spitze mit Bällen füttern.
Harmonie
Das Zusammenspiel zwischen Hölzl und Kröpfl war solide, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass die beiden erst ein zweites Mal zusammen gespielt haben. Zog es den Außenverteidiger nach vorne, sicherte Kröpfl hinten ab. Oder aber, er versuchte den Tiroler anzuspielen. Da gab es mal einen weiten Ball von Haris Bukva Richtung Kröpfl, der wiederum einen Lochpass für Hölzl probierte. Heraus kam zwar “nur” ein Eckball für die Grazer, die Idee war an und für sich aber eine gute. Im Zusammenspiel versuchten die beiden immer wieder für Gefahr über die rechte Seite zu sorgen, was phasenweise ganz schön anzuschauen war, sich letztendlich aber als wenig ertragreich erwies.
Fehlende Durchschlagskraft
Die ließ die gesamte Sturmelf gestern vermissen, da steht der 22-Jährige nicht alleine da. Aber Szenen, wie etwa jene, als Kröpfl ein Solo gestartet hat und von einem violetten Verteidiger geblockt wurde, oder als er an der Torauslinie nur durch ein Foul zu stoppen war, hätte es öfter geben können. Die dafür nötigen technischen Fähigkeiten besitzt der Grazer. So aber spielte er gestern “brav” seinen Part, ohne Torgefahr auszustrahlen.
Wie sah Christoph Kröpfl seine eigene Leistung?
Wie sah Peter Hyballa die Leistung von Kröpfl?
Zum Hinschauen
Einsatz und ein Kämpferherz kann man Christoph Kröpfl wahrlich nicht absprechen. Der 22-Jährige kämpft um jeden Ball und das selbst vom Boden aus im Liegen. Darum wirkte er auch in manchen Phasen präsenter als seine offensiven Mittelfeldkollegen Bukva und Florian Kainz. Kröpfl ist ein wirkliches Arbeitstier, das um jeden Ball kämpft und enorme Laufbereitschaft zeigt. Seinem Einsatz musste der Grazer aber Tribut zollen, denn gegen Ende des Spiels hatte er sich “blau gelaufen”. Darum nahm ihn Peter Hyballa frühzeitig vom Feld.
Zum Wegschauen
Sein Einsatz in Ehren, aber Goalgetter wird Kröpfl keiner mehr – zumindest sieht es derzeit nicht danach aus. Gab er zwar den ersten Torschuss – der zugleich sein einziger war – der Partie ab, als er sich den Ball schön mitgenommen hat und auf Höhe des rechten Strafraumecks das Tor anvisieren wollte. Aber sein flacher Schuss fiel zu deplatziert aus, denn getroffen hat er nur das Außennetz. Und das war’s dann auch. Kröpfl wirkte zwar sehr bemüht in der Offensive für Akzente zu sorgen, aber selbst den Abschluss zu suchen hat er kaum probiert. Zudem positionierte er sich kaum im gegnerischen Strafraum, um dort von seinen Mitspielern angespielt werden zu können.
Seine Statistik
Kröpfl markierte gestern die schlechteste Passquote im Mittelfeld. Jeder dritte Ball verwandelte sich in einen Fehlpass, da produzierten die beiden Kainz-Spieler wesentlich weniger (Tobias 24 Prozent, Florian 29 Prozent Fehlpässe). Überragend zeigte sich dagegen Haris Bukva, dessen 32 Bälle fast zur Gänze an den Mann gekommen sind. Andersrum bei der Zweikampfstatistik, da hebt sich Kröpfl deutlich von seinen drei Kollegen ab, hat elf gewonnen und nur sechs verloren.
User-Kritik
Kämpferisch und läuferisch gute Leistung, hat den übermäßigen körperlichen Belastungen allerdings Tribut zollen müssen.
Souverän, aber offensiv zu wenig Akzente gesetzt, da dort unser Rechtsverteidiger Hölzl fleißig gewirbelt hat und Kröpfl dahinter abgesichert hat. (Daniel Oswald – via Facebook)
Er sollte ein paar mal früher in die Mitte gehen oder in die Mitte abspielen, oft verläuft er sich auf der Seite und kann nur noch einen Corner rausholen. Von der Technik her ist er sicher einer der Besten, wenn er sich im Abschluss noch steigert und öfter einen entscheidenden Pass spielt kann er noch sehr wichtig werden! (Felix Auf – via Facebook)
Kröpfl ist von den Anlagen her sehr stark. Schnell, technisch und vor allem 1 gegen 1 gut. Er ist sich auch nicht zu schade in der Abwehr zu helfen, wenn Hölzl gerade vorne ist. Er hat gestern, wie ich finde, schon gezeigt, was er kann. Aber da die Mannschaft generell nicht sehr offensiv gespielt hat, ist er vielleicht manchmal untergegangen. Aber trotzdem war das eine gute kämpferische Leistung von ihm gestern! (Günter Neumeister – via Facebook)
Philipp Kessler und Kathi Siuka


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“Brav ist zu wenig”, wohl auch was die Stürmer betrifft, denn warum sonst wird ein Mittelstürmer wie Abu Bakarr Kargbo gerade getestet?
Mir wäre es 100mal lieber 2 oder 3 Spieler abzugeben und das Geld in die Rückholung von z.B. Kienast zu investieren.
Ja ja. So viel dazu zur Ausbildungs Plattform Sturm; mit deiner Ansage
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Angesichts des Alters u der Rotation (die ich schon begrüße) wundert mich nicht dass sie in Hz2 kein Offensiv Feuerwerk abgebrannt haben.
Kein Zweifel daß Kröpfl ein guterSpieler geworden ist ….aber wir brauchen einmal einen Spieler von der Größe eines SÄUML !?- dieser mußlaufend die Stûrmertaktisch einsetzen können ! Kann er das ? Selber Tore machen ! Kann er das !?- Nein ! – Seine Technik darf er nicht im Mittelfeld durch Haken verjuxen ! Mit seiner Schnelligkeit & Technik muß er 1 gezielten Haken im Strafraum machen , damit 1 Gegner ausschalten – schießen , Tor !! Eines pro Spiel – das genügt : dies wäre die Ökonomische Spielweise für sein Können – dann hätte er die Qualität die Sturm braucht !! – dies wäre meine Benotung ……..
Ich hätte nichts dagegen, wenn die Spieler ALLE einen Zug zum Tor hätten. Wo wir sind ist VORNE!
Wie war der Aufschrei gross als Kröpfl und Kaufmann damals weggingen, dabei sieht man jetzt dass sie eigentlich zu schwach für Sturm sind…
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