Mattersburg-Stütze Alois Höller

"Können Sturm schlagen"

Seit zweieinhalb Jahren beackert Alois Höller die rechte Seite des SV Mattersburg. Der 23-Jährige gilt als Stütze und fixer Bestandteil der Startelf der Burgenländer. Höller im Sturm12.at-Interview über den Erfolgsfaktor Umfeld, seine Ziele und das kommende Duell mit Sturm.

© 2012 SturmTifo.com

Der 23-jährige Alois Höller ist ein typisches Beispiel für den Weg des SV Mattersburg. Der rechte Flügelspieler kommt aus der Region, ist jung und hungrig und spielt seit fast fünf Jahren beim Verein. Zunächst kam er noch bei den Amateuren zum Zug, ehe er am 15. April 2010 im Duell mit Wiener Neustadt sein Debüt in der Kampfmannschaft und gleichzeitig in der Bundesliga gab.

Seitdem hat der großgewachsene, kämpferisch starke Youngster 75 Ligaspiele für die Burgenländer absolviert, in denen er vier Tore erzielte und acht Vorlagen lieferte. Spielte Höller zunächst noch auf der rechten Abwehrseite, rückte er dann ins rechte Mittelfeld vor, da Patrick Farkas auf rechts verteidigt.

Im Interview mit Sturm12.at spricht Alois Höller über den Erfolgsfaktor Umfeld bei den Burgenländern, die Ziele des Vereins und seine persönlichen Ziele, sowie über das kommende Auswärtsmatch gegen Sturm Graz.

Nach elf Runden steht Mattersburg auf dem achten Platz in der Tabelle, nur vier Punkte hinter dem Tabellenvierten Sturm und mit zehn Zählern Polster auf den Letzten Wacker Innsbruck. Kann man aus deiner Sicht mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden sein?
Wir können durchaus zufrieden sein. Der Start ist sehr gut verlaufen, dann ist es wegen der starken Gegner wie Austria, Rapid und Salzburg zuletzt etwas bergab gegangen. Die Richtung stimmt aber.

Wurdet ihr früher oftmals als “Holzhackertruppe” kritisiert, die sehr robust ans Werk geht, zeigt ihr nun euer spielerisches Können.
Wir haben uns spielerisch auf alle Fälle verbessert. Das kommt daher, weil der Kader qualitativ besser geworden ist. Daher haben wir zurzeit nichts mit dem Abstieg zu tun.

Auffällig ist bei Mattersburg seit Jahren die Konstanz. Trainer Franz Lederer ist schon sehr lange im Verein, der Kader wir zudem nur punktuell verändert. Inwiefern wirkt sich das auf eure Leistungen aus?
Das ist natürlich ein wichtiger Faktor. Es ist für uns der richtige Weg, da vom Budget her keine großen Sprünge drinnen sind. Der Verein setzt auf die Jugend und ermöglicht so eine gute Entwicklung.

Ist auch das familiäre, ruhige Umfeld ein Faktor, dass es bei euch gut läuft?
Sicher. Es ist wichtig, dass der Präsident (Anm. Martin Pucher) dem Trainer und dem Team konstant das Vertrauen ausspricht. Die Richtung stimmt bei uns.

Seit April 2010 spielst du in der Kampfmannschaft von Mattersburg. Wie fällt deine bisherige Bilanz nach gut zweieinhalb Jahren in der Bundesliga aus?
Es ist bei mir eigentlich relativ schnell gegangen. Ich habe meine Chance bekommen und diese dann auch genutzt. Mir sind recht viele Assists gelungen, auch mit dem Toreschießen klappt es besser. Es läuft gut für mich zurzeit.

Du giltst als einer der Stützen im Team und spielst meist im rechten Mittelfeld, wenngleich du auch schon öfter auf der rechten Abwehrseite eingesetzt wurdest. Auf welcher Position fühlst du dich am wohlsten?
Ich habe keine bevorzugte Position – ich spiele dort, wo mich der Trainer aufstellt. Dass ich jetzt mehr im rechten Mittelfeld spiele, hat sich durch Patrick Farkas ergeben, der hinter mir spielt. Wir wechseln uns im Match aber auch oft ab, um das Spiel auf der Seite variabler zu gestalten.

Wo siehst du deine Stärken und wo gibt es bei dir noch Luft nach oben?
Meine Stärken sind Laufbereitschaft, Schnelligkeit und der absolute Wille, um jeden Ball zu kämpfen. Ich habe im technischen Bereich noch sicher Luft nach oben, da muss ich noch weniger technische Fehler machen.

Mit 23 Jahren hast du dich in der Bundesliga etabliert. Bei Mattersburg läuft dein Vertrag bis 30. Juni 2013. Kannst du dir vorstellen, länger in Mattersburg wie ein Michael Mörz zu bleiben, oder planst du den Schritt zu einem größeren Verein in Österreich?
Ich kann mir auch durchaus vorstellen, länger hier zu bleiben. Ich habe dem Verein viel zu verdanken – das Umfeld ist toll, und hier habe ich die Chance bekommen, in der Bundesliga zu spielen. Zudem kann ich nebenbei meine Ausbildung an der Pädak machen, wo mir noch ein Jahr zum Abschluss fehlt. Ich bin dem Verein dankbar, dass er mir dieses zweite Standbein ermöglicht.

Und wie siehst es mit einem möglichen Auslandsengagement aus?
Das ist auch durchaus eine Option für mich. Aber man muss natürlich vorher abwägen und den Schritt erst dann machen, wenn ein Verein mich wirklich will. Sich vorschnell zu entscheiden bringt hier nichts, das sollte gut überlegt sein.

Welche Liga würde dich da reizen?
Ich habe keine wirkliche Präferenz. Ich denke aber, dass England meinem Spielstil entgegenkommen würde. Dort könnte ich meine Stärken ausspielen, wie etwa die Laufbereitschaft oder das Zweikampfverhalten.

Mattersburg liegt zurzeit auf Tuchfühlung mit einem Europa-League-Platz. Wäre das ein Ziel in dieser Saison, oder gilt das noch als zu hochgegriffen im Burgenland?
Wir schauen von Spiel zu Spiel. Derzeit haben wir eine Mini-Krise, nachdem wir gut in die Saison gestartet waren. Ich denke, Platz fünf bis sieben ist für uns heuer ein realistisches Saisonziel. Aber künftig könnte ein Europa-League-Platz durchaus ein Ziel sein, wenn die Jungen sich gut entwickeln, die Mannschaft zusammenbleibt und der Kader noch punktuell verstärkt wird.

Eure soliden Leistungen schlagen sich aber nicht wirklich in den Zuschauerzahlen nieder. Nur gegen die Austria kamen 9.600 ins Pappelstadion. Zuletzt gegen Meister Red Bull Salzburg waren es nur 3.900. Wie erklärst du dir das?
Das hängt vom Erfolg ab. Derzeit haben wir eine etwas schwächere Phase, dann kommen auch weniger Zuschauer. Das geht schnell bei den Fans. Wenn es aber bei uns wieder aufwärts geht, werden auch die Fans wieder vermehrt ins Stadion kommen so wie gegen die Austria.

Am Samstag müsst ihr nach Graz, wo es für euch seit einigen Jahren bereits nicht viel zu holen gibt. Im ersten Saisonduell habt ihr aber daheim Sturm mit 3:1 bezwungen und damit eine andere “Unserie” beendet. Gibt euch dieser Sieg Auftrieb für das kommende Duell?
Sicher, das gibt uns zusätzliches Selbstvertrauen. Sturm hat eine starke Mannschaft, aber wir haben trotzdem beim ersten Saisonmatch gezeigt, dass wir Sturm schlagen können.

Wie erwartest du Sturm daheim im Stadion Liebenau?
Sie werden ähnlich auftreten wie in Mattersburg. Sie werden versuchen, mit spielerischen Mitteln zum Erfolg zu kommen, hoch stehen und sehr offensiv agieren. Damals haben wir uns aber gut darauf eingestellt. Für uns gilt es, eine ähnliche Leistung wie beim Heimspiel abzurufen, dann können wir auch in Graz bestehen.

Abschließend: wie geht’s aus?
Ich will zwar keinen Tipp abgeben, hoffe aber auf einen 2:1-Sieg von uns.

Das Interview führte David Donnerer

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Kommentare

Nein, könnt ihr nicht!

archaeopterix says:

Gefühlt war in der Vergangenheit M’burg zu Hause in Graz immer der unangenehmere Gegner als auswärts !

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