Schnaderbeck
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David Schnaderbeck

Zusammenhalt als Trumpf

Schwester Viktoria spielt bei den Bayern, Cousin Sebastian Prödl in Bremen. David Schnaderbeck selbst führt seit dieser Saison die Sturm Amateure als Kapitän aufs Feld. Und das ziemlich erfolgreich.

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Vor genau einem Jahr standen die Sturm Graz Amateure mit 13 Punkten weniger am Konto da. Heuer wissen sie nicht mehr nur die Sympathisanten der Schwarz-Weißen mit attraktivem Offensivfußball zu begeistern: In nahezu jedem Spiel kombiniert die Schopp-Elf gefällig und spielt sich so eine Vielzahl von Chancen heraus. Aber genau daran, an unserer Effizienz vor dem gegnerischen Tor, müssen wir weiter arbeiten. Wir lassen zu viele Möglichkeiten liegen, müssen kaltschnäuziger werden”, erklärt Kapitän David Schnaderbeck, woran es noch zu arbeiten gilt.

Das wurde vor allem im Spiel gegen den SV Wallern augenscheinlich. Zwar überließen die Oberösterreicher dem Team von Trainer Markus Schopp mehr Spielanteile, Zählbares schaute dabei aber nicht heraus. Im Gegenzug stachen die Gäste eiskalt vor dem Tor zu, agierten alles in allem routinierter – Folgerichtig musste man sich am Wahlsonntag mit 1:3 geschlagen geben. Das erste und bislang einzige Mal in der laufenden Spielzeit, dass die jungen Blackies den Rasen als Verlierer verlassen mussten.

Wichtige Bausteine
Trotz dieser Erfolgsserie findet man sich nach elf Runden nur auf dem dritten Tabellenrang der Regionalliga Mitte wieder. Das ist natürlich ärgerlich”, so Schnaderbeck. Aber mit dem LASK und Pasching sind Teams vor uns, die eigentlich aufsteigen müssen.” Das mache die Sache erträglicher. Laut Reglement der Bundesliga dürfen die Amateure aber ohnehin nicht in der Ersten Liga antreten. Absteigen ist rein theoretisch erlaubt, wäre in der Form, in der sich die Jungspunde zur Zeit befinden, allerdings fast ein Ding der Unmöglichkeit. Ganz im Gegensatz zur letzten Saison. Der Kampf um den Klassenerhalt hat uns noch enger zusammengeschweißt, wir sind gereift”, glaubt der 21-Jährige den entscheidenden Faktor des derzeitigen Erfolgs ausgemacht zu haben. Die harte Arbeit fange erst jetzt an Früchte zu tragen. Wir unternehmen nun auch privat mehr miteinander.” Eine Sache, die Schnaderbeck, der im Sommer zum Kapitän ernannt wurde, wichtig ist. Wir als Team haben uns alle gemeinsam an einen Tisch gesetzt und gesagt, dass wir in dieser Hinsicht mehr machen müssen.” Miteinander essen und ab und zu auch gemeinsam feiern zu gehen, gehören dabei zu den beliebtesten Aktivitäten.

Mit der Ausführung seiner neuen Rolle als Schleifenträger ist Schnaderbeck bislang zufrieden. Ich denke, ich mache das soweit ganz ordentlich.” Er versuche ein Vorbild für jüngere Spieler zu sein, übernehme Verantwortung, fördere den Zusammenhalt. Wenn das Team Anliegen habe, gebe er diese dem Trainerteam weiter. Bislang ist das aber sehr selten vorgekommen. Höchstens, dass wir einmal darum gebeten haben, das Training etwas zu lockerer zu gestalten, wenn wir vom Spiel noch müde waren, scherzt Schnaderbeck im Gespräch mit Sturm12.at.

Kampfmannschaftsluft
Apropos Training: Ein Krux der zweiten Mannschafft ist seit jeher, dass nicht alle Spieler, die am Matchtag in der Startformation stehen, unter der Woche auch mit den Amateuren trainieren. Natürlich ist das nicht optimal. Aber bei der Kampfmannschaft werden sie mehr gefordert”, sieht der Offensivspieler kein dramatisches Problem darin. Bei den Standards merkt man dann aber schon die ein oder andere Schwierigkeit in der Abstimmung.” Sicher hätten sich andere Spieler den Platz in der Startelf auch verdient, aber so sei eben die Rangordnung. Die Leute von der Ersten müssen ja auch Spielpraxis sammeln.”

Der Sprung in den Kader von Darko Milanic könnte auch Schnaderbeck demnächst gelingen. Letzte Woche habe ich schon ein paar Mal mit den Profis trainieren dürfen. Auch diesen Mittwoch”, verrät der Kapitän der Amateure. Ich denke, diese Saison wird ausschlaggebend dafür sein, ob ich den endgültigen Sprung in die Kampfmannschaft schaffe.” Spätestens zur Saison 2014/2015 will er sich dort etabliert haben. Aber ich habe mir schon Gedanken darüber gemacht, was ist, wenn ich das nicht schaffen sollte.” Bereits im Sommer sollen andere Vereine am 21-Jährigen interessiert gewesen sein. Von einem Leihgeschäft war die Rede, konkret war daran schlussendlich aber nichts. Ohnehin möchte ich mich bei Sturm Graz durchsetzen!”, definiert Schnaderbeck sein Zukunftsziel.

Flexibilität als Chance
Am Liebsten würde er dies als hängende Spitze tun.In dieser Rolle fühle ich mich einfach am Wohlsten”, erzählt er. Und das obwohl er von Schopp in der aktuellen Spielzeit auf quasi allen Positionen im Mittelfeld zum Einsatz kam. Ob defensives oder zentrales Mittelfeld, linker oder rechter Flügel. Mich stört das nicht. Ich freue mich immer, wenn ich etwas Neues dazulerne. Ich sehe das als Chance.” Jede Position habe seinen eigenen Reiz, seine eigenen Aufgaben. So werde ich noch flexibler”, lautet die Einstellung von Schnaderbeck.