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Herbstbilanz

Die Außenverteidigung

Mehrmals waren die Außenverteidiger in dieser Herbstaison spielentscheidend. Torvorlagen lieferten sie bislang allerdings nur eine. Zudem störten Verletzungssorgen die Kontinuität. Trainer Milanic war auf Rotation angewiesen.

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Mit der Außenverteidigung ist das ein oder andere Spiel in dieser Herbstsaison gefallen oder auch heimgespielt worden. So bleibt sie nach wie vor eine Baustelle der Mannschaft von Sturm Graz. Immer wieder zeigte sich, wie dringend Sturm Konstanz in der Außenverteidigung benötigt. Steht die Innenverteidigung zumeist sehr sicher, wurden viele der Gegentore im Herbst über die Flügel herausgespielt. Während Linksverteidiger Christian Klem seit nunmehr bereits zwei Saisonen seinen Stammplatz gesichert hat, war Trainer Darko Milanic in diesem Herbst laufend gezwungen, auf der rechten Seite zu rotieren. Insgesamt setzte er vier Rechtsverteidiger ein, wobei der Coach nach der 3:2-Niederlage bei der Austria im Herbst meinte, noch immer nicht den Richtigen für diese Position gefunden zu haben. Weder Martin Ehrenreich, noch Philipp Hütter und Reinhold Ranftl entsprachen bislang den Vorstellungen des Trainers. Die zu Beginn gesetzte Neuverpflichtung Aleksandar Todorovski warf bereits früh in der Saison ein Wadenbeinbruch zurück, später folgte Andreas Hölzl mit einer Rückenverletzung. Einer muss in der Analyse leider außen vor gelassen werden: Leonhard Kaufmann. Im Frühjahr von Sturm wieder unter Vertrag genommen, zog er sich noch im April dieses Jahres einen Kreuzbandriss zu und kam somit nicht zum Einsatz. Er wird frühestens zum Frühjahresauftakt wieder einsatzbereit sein.

Christiam Klem: 24 Einsätze

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Er ist nach wie vor der Fixposten in der Grazer Außenverteidigung – auch aufgrund der Tatsache, dass es zur Zeit keine fordernde Konkurrenz auf der linken Abwehrseite für ihn gibt. Natürlich bringt er aber immer wieder starke Leistungen. In der letzten Saison immer gesetzt, baut auch Darko Milanic auf den 22-jährigen Grazer. Zu Beginn der Saison zeigte sich aber, wie sehr Klem vom Mitspieler am linken Flügel abhängig ist. Die Achse Kainz-Klem, vor allem unter Trainer Peter Hyballa sehr stark, hat in den letzten Monaten an Elan verloren. Oft musste Klem Fehler ausbessern, die sein Kollege vorne fabrizierte. Dementsprechend litt auch das Defensivspiel darunter, manchmal passierten ihm auch selbst Patzer. Assist lieferte er bislang auch nur einen. Vor allem gegen Ende der Saison fand aber eine klare Leistungssteigerung statt: Mehrmals war er der Spieler mit den meisten Ballkontakten oder mit dem besten Zweikampfverhalten in der Sturm-Mannschaft. In den letzten beiden Partien merkte man, dass es ihm leichter fiel, wenn er mit David Schloffer oder Marc Andre Schmerböck zusammenspielen konnte. Nachdem diese beiden auch hinten fleißig aushalfen, wurde die Abwehrarbeit von Klem wesentlich erleichtert. So konnte er sich auch mehr ins Offensivspiel einschalten. Eine sehr gute Partie lieferte er gegen Rapid Wien ab, als er mit hartem Zweikampfverhalten den Rapidlern ordentlich einheizte. Hervorzuheben ist sein diszipliniertes Zweikampfverhalten: Nur drei gelbe Karten gab es in 24 Spielen.

Herbst-Statistik                S   St  E  A  Min   T  V  GK  RK  
Bundesliga                      20  20  0  0  1800  0  1   3   0
ÖFB-Cup                         2   2   0  0  170   0  0   0   0
Europa League Qualifikation     2   2   0  0  180   0  0   0   0
Herbst GESAMT                   24  24  0  0  2150  0  1   3   0

Andreas Hölzl: 16 Einsätze

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Auf respektable 16 Einsätze brachte es der Tiroler, bevor er sich seine Rückenverletzung zuzog. Acht Spiele absolvierte er im Mittelfeld, weitere acht als Verteidiger. Nach der Verletzung von Martin Ehrenreich rückte er nach hinten in die Verteidigung, dort schien er sich auch wohler zu fühlen als im Mittelfeld. Stand er schon im Heimspiel gegen die Austria sowohl defensiv als auch offensiv sehr gut, konnte er im Cup gegen Wiener Neustadt an seine Leistung anschließen. Im Oktober bestach er zwei Spiele hintereinander mit guten Zweikampfwerten gegen Grödig und Rapid. Eine tadellose Herbstsaison spielte er zwar nicht, seine Leistungskurve ging dennoch ein wenig nach oben. Auch in seinem Passspiel wirkt er wieder sicherer. Mit so manchem Gegenspieler hatte er dann trotzdem seine Probleme. Ab Anfang November war er wegen einer Rückenverletzung außer Gefecht.

Herbst-Statistik                S   St  E  A  Min  T  V  GK  RK  
Bundesliga                      11  20  0  7  864  0  1   4   0
ÖFB-Cup                         3   2   0  1  289  0  0   0   0
Europa League Qualifikation     2   2   1  1   72  0  0   0   0
Herbst GESAMT                   24  24  0  0 1225  0  1   3   0

Martin Ehrenreich: 8 Einsätze

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Nach der Verletzung von Todorovski kam zunächst er zum Zug. Überzeugen konnte er nicht. Immer wieder passierten ihm in der Hinrunde Schnitzer, er verschuldete einige Gegentore, danach folgte die Verletzung. Defensiv fällt auf, dass er sich immer wieder von seinen Gegenspielern vernaschen ließ und zu weit von seinen Gegnern wegstand, spät attackierte. Offensiv war er zumeist kaum vorhanden. Nach überwundener Verletzung folgte bei der Austria sein persönliches Debakel: Bei der 3:2-Niederlage verschuldete er zumindest zwei von drei Gegentoren. Erst in den letzten beiden Partien gegen Grödig und Rapid konnte er wieder aufzeigen: Er ließ hinten nichts anbrennen und konnte sich im Angriff gut einschalten.

Herbst-Statistik           S  St  E  A  Min   T  V  GK  RK  
Bundesliga                 8   7  1  1  677   0  0   1   0
Herbst GESAMT              8   7  1  1  677   0  0   1   0

Aleksander Todorovski: 7 Einsätze

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Bei ihm merkte man von Anfang an großen Einsatz und Kämpferwillen – was sich auch gleich in vier gelben Karten in sieben Spielen widerspiegelte. Als Außenverteidiger wirkt er im Vergleich zu Christian Klem auf der Gegenseite sehr robust. Defensiv ließ sich der Mazedonier einige Male überrumpeln, stand meistens aber sehr sicher. Offensiv gibt es noch einiges zu verbessern. War die ganze Mannschaft zu Beginn noch nicht eingespielt, fiel es auch ihm im Zusammenspiel mit Vordermann Patrick Wolf schwer, sich in Szene zu setzen. Auch Todorovskis Flanken gingen manchmal ins Niemandsland. Seine stärksten Auftritte hatte er sicher in den beiden Partien gegen den FC Breidablik aus Island. Danach folgte das Unglück: Einem verschuldeten Elfmeter gegen Rapid, den er durch unnötiges Ziehen am Trikot des Gegenspielers verursachte, folgte der Wadenbeinbruch im Spiel gegen die Admira. Es bleibt zu hoffen, dass er im Frühjahr wieder einsatzfähig ist und wieder die guten Leistungen von Saisonbeginn abrufen kann. Zuletzt hat er ja schon wieder mit dem Team mittrainiert.

Herbst-Statistik                S  St  E  A  Min   T  V  GK  RK
Bundesliga                      4   4  0  1  298   0  0   2   0
ÖFB-Cup                         1   1  0  0   90   0  0   0   0
Europa League Qualifikation     2   2  0  1  172   0  0   0   0
Herbst GESAMT                   7   7  0  2  560   0  0   2   0

Philipp Hütter: 7 Einsätze

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Er gab sein Debüt gleich nach seinem überstandenen Kreuzbandriss in Runde sechs gegen Ried. Dabei lief er als Linksverteidiger statt des erkrankten Christian Klem auf und fand in der Partie gleich in Clemens Walch seinen Meister, wurde mehrmals überspielt und wirkte überfordert. Danach fristete er sein Dasein bei den Amateuren und durfte erst im Cup gegen Austria Lustenau wieder ran. Dort ersetzte er abermals Klem und stand tapfer seinen Mann. Den Tiefpunkt erlebte er im Heimspiel gegen Wiener Neustadt, wo er zur Halbzeit ausgewechselt wurde, da er zwei Gegentore verschuldete. Offensiv kam von ihm zu wenig im Herbst. Sind Todorovski und Hölzl wieder gesund, wird der Kampf um den Stammplatz noch härter.

 

Herbst-Statistik           S  St  E  A  Min   T  V  GK  RK  
Bundesliga                 6   6  0  1  295   0  0   3   0
ÖFB-Cup                    1   1  0  0   90   0  0   0   0
Regionalliga Mitte         7   7  0  3  594   0  1   2   0
Herbst GESAMT              13  13 0  4  1179  0  1   5   0

Reinhold Ranftl: 3 Einsätze

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Die meiste Zeit saß Ranftl in der Herbstsaison auf der Ersatzbank oder spielte bei den Amateuren. Ranftl profitierte vor allem davon, dass Philipp Hütter und Martin Ehrenreich nicht überzeugen konnten. Hütter wurde nach seiner schwachen Vorstellung gegen Wiener Neustadt zur Halbzeit ausgewechselt, Ranftl spielte danach eine starke Partie und gewann 88 Prozent seiner Zeikämpfe. Im Spiel darauf patzte Martin Ehrenreich ebenso zwei Mal und Ranftl erhielt nach 75 Minuten erneut seine Chance. Leider hat sein Einsatz nicht mehr gereicht, um ein Unentschieden zu erkämpfen. Für die Startelf hat es nie gereicht, auch im Cup-Spiel gegen Lustenau durfte er erst ab Minute 80 aufs Feld. Auch wenn der Jungspund bis dato nie schlechte, sondern zumindest durchschnittliche Leistungen abrief: Der Konkurrenzkampf auf der rechten Seite scheint derzeit zu groß für ihn zu sein, um zu Einsätzen zu kommen.

Herbst-Statistik                S  St  E  A  Min   T  V  GK  RK  
Bundesliga                      2   0  2  0   60   0  0   0   0
ÖFB-Cup                         1   0  1  0   11   0  0   0   0
Regionalliga-Mitte             10  10  0  0  900   0  0   4   0
Herbst GESAMT                  13  13  0  0  971   0  0   2   0
St … Startformation
E … Eingewechselt
A … Ausgewechselt
Min … Spielminuten
T … Tore
V … Torvorlagen
GK … Gelbe Karten
RK … Rote Karten