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Herbstbilanz

Die Stürmer

Viele Veränderungen gab es diese Saison im Angriff. Viele neue, ein Karriereende und ein langer Ausfall waren maßgeblich für die Aufstellung. Gute Leistungen zeigten die Stürmer immer wieder, doch ein echter Knipser hat sich noch nicht herauskristallisiert.

Alles neu macht der Sommer 2013 – auch im Angriff des SK Sturm. Rubin Okotie, Richard Sukuta-Pasu und Serkan Ciftci verlassen den Verein mit auslaufenden Verträgen, Imre Szabics beendet im September seine Karriere und wechselt in die Scouting-Abteilung. Neu in Graz landen dafür Marco Djuricin, Rückkehrer Daniel Beichler und der Millionentransfer Robert Beric. Dazu kommt noch der Offensivallrounder David Schloffer, der auch am Flügel einige Einsätze aufzuweisen hat.

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Robert Beric: 25 Einsätze

Mit Vorschusslorbeeren im Wert von einer Million Euro kam Robert Beric, mit freundlicher Unterstützung von Frank Stronach, nach Graz. “Ich möchte mit Sturm Meister werden“, sprach der Slowene bei seiner ersten Pressekonferenz, in der heurigen Saison wird sein Wunsch aber wohl nicht mehr in Erfüllung gehen. Auch der Wunsch der Fans, Beric wäre der lange gesuchte Goalgetter, ist bislang nicht in Erfüllung gegangen. Er ist zwar, gleichauf mit Daniel Beichler, Sturms bester Torschütze, doch mit sechs Treffern aus zwanzig Partien ist das kein Ruhmesblatt. Anders sieht es bei den Assists aus: Mit acht Vorlagen ist Beric hinter Jonathan Soriano, Kevin Kampl und Philipp Huspek immerhin Vierter. Mit einem echten Vollstrecker an seiner Seite könnte Beric in dieser Statistik wohl noch deutlich besser dastehen. Die großen Stärken des Slowenen sind Laufarbeit und Übersicht – Beric ist überall am Feld zu finden und holt sich die Bälle – daraus resultiert natürlich, dass er im Strafraum des Öfteren fehlt. Eine andere Stärke von Robert Beric sind die Zweikämpfe, in denen er stets clever und giftig agiert und in aussichtslosen Situationen Fouls provoziert. Vor allem bei Zweikämpfen in der Luft ist er häufig Sieger, doch leider hält sich die Genauigkeit der Kopfbälle in Grenzen. In diesem Herbst vergab der Neuzugang ein ganzes Bündel an Sitzern per Kopf – die Kopfballduelle im Strafraum des Gegners zu gewinnen ist eben nur die halbe Miete. Auch bei 100-Prozentigen, die er am Fuß hat, muss Beric kaltschnäuziger werden. Fazit: Man darf sich vom Slowenen mehr erwarten. Auch wenn er noch nicht der erhoffte Knipser war, ist er mittlerweile berechtigt ein Teil des Sturm-Angriffes.

Herbst-Statistik                S  St  E  A   Min   T  V  GK  RK
Bundesliga                     20  20  0  3  1754   6  8   5   0
ÖFB-Cup                         3   3  0  1   285   2  1   0   0
Europa League Qualifikation     2   2  0  0   180   0  0   0   0
Herbst GESAMT                  25  13  0  0  2243   8  9   5   0
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Daniel Beichler: 23 Einsätze

Nachdem Daniel Beichler im Jahr 2010 Sturm in Richtung Berlin verlassen hat, kehrte er diesen Sommer wieder zurück. Nach vielen eher erfolglosen Stationen im Ausland stand auch seine Rückkehr unter keinem guten Stern. An Meningitis erkrankt, drohte Beichler, laut erster Diagnose, mehrere Monate auszufallen. Entsprechend überraschend kam dann Beichlers Rückkehr: Nach nur einem Monat meldete sich er sich rechtzeitig zum Saisonbeginn fit. Der Trainingsrückstand war ihm aber deutlich anzumerken und so kam er in Runde eins nur acht Minuten zum Einsatz. Erst in Runde vier durfte Beichler von Beginn an ran. Zu Beginn der Saison, der für Sturm bekanntermaßen unterirdisch war, war Beichler einer der Lichtblicke – aktiv, gewitzt und topmotiviert. Einzig die Torgefahr ließ er, ebenso wie die meisten seiner Kollegen, vermissen. Nach der Rückkehr war es für Beichler sichtlich aufregend wieder für Sturm ans Werk zu gehen, doch mit dem Alltag und dem Fixleiberl kam der Leistungsabfall und Beichler passte sich an das teils lustlose Spiel seiner Kollegen an. Weder als Vollstrecker, noch als Zehner konnte Beichler wirklich überzeugen. Einige gute Aktionen waren die sprichwörtlichen Schwalben, die aus Daniel Beichlers Herbst keinen Sommer und schon gar keinen zweiten Frühling machten. Mit seinen anfänglichen Leistungen hat Beichler viel versprochen, konnte dies aber im Herbst nicht halten.

Herbst-Statistik                S  St  E  A   Min   T  V  GK  RK
Bundesliga                     20  17  3  5  1509   6  3   6   0
ÖFB-Cup                         2   2  0  1   195   0  0   0   0
Europa League Qualifikation     1   0  1  0    45   0  0   0   0
Herbst GESAMT                  23  19  4  6  1749   6  3   6   0
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David Schloffer: 21 Einsätze

13 Mal kam der Offensiv-Allrounder in diesem Herbst in der Bundesliga zum Einsatz, aber nicht ein einziges Mal über die volle Spielzeit. Neun Mal wurde Schloffer eingewechselt, in den vier Spielen, die er von Beginn an spielte, nahm Darko Milanic ihn vom Platz. Die meisten Einsätze kann Schloffer am Flügel verbuchen, wo er mit seinem Tempo immer wieder für Schwung sorgen konnte. Wirklich zu überzeugen wusste Schloffer aber erst, als Milanic ihn gegen Wacker Innsbruck anstelle des gesperrten Beichler ganz vorne brachte. Mit einer starken Leistung brachte er vor allem in Halbzeit eins die Innsbrucker Abwehr zur Verzweiflung und erzielte das entscheidende Tor zum 1:0-Auswärtssieg. Dies gelang ihm nicht zum ersten Mal, denn bereits im Oktober in Grödig erzielte er, damals als Joker, das Golden Goal. Mit seiner guten Leistung in Innsbruck, Anfang Dezember, spielte sich Schloffer in die Startelf. Dort ersetzte er aber nicht Daniel Beichler als Stürmer, sondern Florian Kainz als Flügel. Auch dort konnte er seine Stärken voll ausspielen und wurde letztlich dafür belohnt, dass er nach dem schwierigen Saisonstart weitergearbeitet hat. In den ersten acht Partien kam Schloffer gar nicht zum Einsatz, stand in den ersten sechs gar nicht im Kader – sicherte sich letztlich aber sogar einen Platz in der Startelf.

Herbst-Statistik                S  St  E  A   Min   T  V  GK  RK
Bundesliga                     13   4  9  4   518   2  3   2   0
ÖFB-Cup                         2   0  2  0    71   0  2   0   0
Regionalliga Mitte              6   6  0  3   459   0  0   2   0
Herbst GESAMT                  20  13  0  0  1048   2  5   4   0
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Marco Djuricin: 6 Einsätze

Nicht ganz nach Plan verlief Marco Djuricins Rückkehr nach Österreich. Bereits in jungen Jahren verließ er Wien, um in Berlin bei der Hertha Fuß zu fassen. Unzählige Verletzungen erschwerten dieses Vorhaben immens und so kam Djuricin diesen Sommer nach Graz. Schon in seinem ersten Pflichtspiel muss Djuricin, nach sehr guter Leistung im Cup-Spiel gegen die Wiener Linien, verletzt vom Feld. Auch auf Island zeigte sich Djuricin von seiner besten Seite und war derjenige Grazer, dem man am ehesten ein Tor zugetraut hätte. Danach ging es aber bergab: Erst die verletzungsbedingte Auswechslung im ersten Meisterschaftsspiel, dann der überraschende, aber nicht sonderlich lohnende Einsatz im Europa League Rückspiel und letztlich einige Monate Pause wegen eines angerissenen Kreuzbandes. Ende November kündigte sich schon Djuricins Rückkehr an, beim Mediabriefing zum WAC-Spiel durfte er schon neben Darko Milanic Platz nehmen, doch die Partie wurde abgesagt und Djuricin zog sich einen Muskelfaserriss zu. Sein Comeback konnte er dann gegen Grödig feiern, gegen Rapid konnte Djuricin nun endlich, wenn auch unfreiwillig, auf der Scorerliste anschreiben. In den ersten Auftritten hat Djuricin schon seine Klasse gezeigt, was bislang noch fehlte waren Tore und vor allem eine längere Zeit ohne Verletzung. Sollte die Frühjahrsvorbereitung gut überstanden werden, kann man sich von ihm Einiges erwarten.

Herbst-Statistik                S  St  E  A   Min   T  V  GK  RK
Bundesliga                      3   1  2  1    76   0  1   1   0
ÖFB-Cup                         1   1  0  1    45   0  0   0   0
Europa League Qualifikation     2   1  1  1   108   0  0   2   0
Herbst GESAMT                   6   3  3  3   229   0  1   3   0
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Imre Szabics: 8 Einsätze

Überraschend schnell ging sie zu Ende, die Karriere des Imre Szabics. Im Alter von 32 und als noch aktiver Nationalspieler Ungarns beendete Szabics seine Karriere und wechselte in die Scouting-Abteilung des SK Sturm. Zu Saisonbeginn kam der Routinier noch einige Male, oft von der Bank aus, zum Einsatz und zeigte durchaus ansprechende Leistungen, die es in der Vorsaison nur sehr selten von ihm zu sehen gab. Ein Tor im Cup, der wichtige Ausgleichstreffer in der ersten Bundesligarunde und viele Kilometer stehen diese Saison zu Buche. Ein Karriereende aus Leistungsgründen war es wohl eher nicht, aber das ist ohnehin eine andere Geschichte.

 

Herbst-Statistik                S  St  E  A   Min   T  V  GK  RK
Bundesliga                      5   1  4  1   182   1  0   0   0
ÖFB-Cup                         1   0  1  0    45   1  0   0   0
Europa League Qualifikation     2   1  1  0   104   0  0   1   0
Herbst GESAMT                   8   2  6  1   231   2  0   1   0
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Andreas Fischer: 16 Einsätze

Auch wenn der 22-Jährige nur einmal für zwanzig Minuten in der ersten Mannschaft gespielt hat, wollen wir ihn hier nicht unerwähnt lassen. Mit 15 Einsätzen in der Regionalliga ist Andreas Fischer am zweithäufigsten bei den Amateuren aufgelaufen und hat mit seinen sechs Treffern auch die meisten Tore bei der derzeit so stark aufspielenden Schopp-Elf vorzuweisen. Der Neuzugang aus Kärnten zeigt sichtlich Talent und ging auch in seinem kurzen Bundesligaeinsatz gegen die Admira sehr ambitioniert zu Werke. Ob er in Zukunft noch öfter Bundesligaluft schnuppern darf, ist allerdings fraglich. Mit 22 Jahren ist Fischer nicht mehr in dem Alter, wo es reicht, ein Talent zu sein.

Herbst-Statistik                S  St  E  A   Min   T  V  GK  RK
Bundesliga                      1   0  1  0    20   0  0   0   0
Regionalliga Mitte             15  15  0  9  1248   6  0   5   0
Herbst GESAMT                  16  15  1  9  1268   6  0   5   0
St … Startformation
E … Eingewechselt
A … Ausgewechselt
Min … Spielminuten
T … Tore
V … Torvorlagen
GK … Gelbe Karten
RK … Rote Karten