© Sturm12.at (Micka Messino)
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Gerüchteküche

Ein Sommer mit Philipp?

Entgegen einiger voreiliger Meldungen zu einem Transfer von Philipp Schobesberger im Sommer, gestaltet sich die Situation wohl doch ein wenig anders. Der Spieler sagt, er käme nach Saisonende nach Graz. Gerhard Goldbrich sagt allerdings ein bisschen anders.

Philipp Schobesberger glaubt, er kommt im Sommer nach Graz. © Sturm12.at (Micka Messino)

Philipp Schobesberger. Immer wieder geistert dieser Name in den letzten Wochen durch die Grazer Gerüchteküche. Wenn es nach dem jungen Flügelspieler vom amtierenden Cupsieger aus Pasching selbst geht, heißt sein nächster Arbeitgeber mit Sicherheit Sturm Graz. Daraus macht er auch am Telefon heute gar keinen Hehl. “Das Ganze wird im Sommer über die Bühne gehen”, sagt er gegenüber Sturm12.at. Der Paschinger Mittelfeldturbo wird nach eigener Ansicht ab der kommenden Saison also schwarz-weiß gestreifte Arbeitskleidung tragen. “Ich bereite mich jetzt in Pasching noch ein halbes Jahr auf die Bundesliga vor, danach geht’s nach Graz”, sagt der junge Paschinger Stammspieler, dessen Leistungen im abgelaufenen Kalenderjahr viele Interessenten auf den Plan gerufen hat. So weit, so gut. 

Der Spieler will, der Verein hält hin
“Wir sind zurzeit in Gesprächen mit vier Bundesligisten”
, sagte sein Berater Alexander Sperr noch in der Vorwoche. Vor allem Rapid Wien soll sich sehr um die Fähigkeiten des beidfüßigen Flügels bemüht haben. Warum nun aber dieses Bekenntnis zu Sturm? “Es ist jetzt Sturm geworden, weil dort das Gesamtpaket am besten passt”, sagt Schobesberger in gutem alten Fußballer-Deutsch und meint damit wohl auch die ab Sommer verwaisten Flügel im Grazer Mittelfeld. Denn noch vor dem sehr wahrscheinlichen Abgang von Florian Kainz im Sommer haben in dieser Woche Reinhold Ranftl und Christoph Kröpfl den Verein verlassen. Noch einmal: So weit, so gut.

Gerhard Goldbrich findet Schobesberger interessant. Mehr (noch) nicht. © SturmTifo.com

Nun aber das Problem: Aufseiten von Sturm gibt man sich in dieser Sache noch völlig unaufgeregt und keineswegs soll ein Wechsel nur noch Formalität sein. Auf den vermeintlich bevorstehenden Transfer angesprochen, relativiert Gerhard Goldbrich sofort: „Es gab nachdem Sie (Anm.: Sturm12.at) mich das letzte Mal darauf angesprochen haben, ein Gespräch mit dem Manager. Da wurden Bedingungen und Konditionen erörert, es gibt aber von Sturm weder ein Angebot, geschweige denn einen Vertrag mit dem Spieler“, rudert der General Manager weit zurück. Doch will er das Interesse des Vereins natürlich nicht ganz abstreiten: „Philipp Schobesberger ist nach wie vor ein interessanter Mann und wir werden Mitte Februar das nächste Gespräch mit ihm bzw. seinem Manager führen.“ Jetzt aber schon Vollzug zu melden, sei bei weitem verfrüht, so der sportliche Leiter der Grazer.

Es prallen hier offenbar sehr unterschiedliche Interpretationen des Verhandlungsstands aufeinander. Laut Schobesberger selbst wäre sogar ein sofortiger Wechsel an die Mur schon im Raum gestanden: “Hätte Florian Kainz gewechselt, wäre ich schon jetzt gekommen. Das ist aber nicht passiert, deshalb machen wir das im Sommer.” Er geht davon aus, dass er die endgültige Unterschrift noch im Februar setzen wird: “In den nächsten Tagen wird alles fixiert.” Zwei unterschiedliche Sichtweisen zu ein und der selben Sache. Nur mediales Ping Pong mit Verhandlungskalkül oder tatsächlich verschiedene (Informations-)Standpunkte? Time will tell.

Philipp wer?
Bis zum Sommer kämpft Schobesberger in jedem Fall noch mit dem FC Pasching um Platz Eins in der Regionalliga Mitte. Wie erfolgreich dieses Unterfangen sein wird, steht allerdings in den Sternen. Mit Casanova, Grassegger, Hinterberger, Kablar, Blutsch, Perchtold und Pfennich verließen in diesem Winter bereits sieben Stammspieler den Klub aus dem Linzer Vorort, der nun wohl kaum noch eine große Konkurrenz für den LASK darstellen wird. All diese Abgänge deuten darauf hin, dass die Unterstützung von Red Bull für die Paschinger wohl nicht mehr lange existent sein wird und man kleinere Brötchen backen muss. So überrascht auch der Abgang Schobesbergers (zu wem auch immer) nicht wirklich, es haben viele sogar schon mit einem sofortigen Abgang im Winter gerechnet.

Zu Pasching gestoßen ist Schobesberger im Sommer 2011, nachdem er in der Jugend des LASK und danach für ein Jahr leihweise beim Landesligisten Eferding gespielt hat. In Pasching erkämpfte sich Schobesberger sofort ein Fixleiberl und wurde zu einer wichtige Stütze. In bisher zweieinhalb Saisonen in der Regionalliga machte der 20-Jährige 68 Partien, erzielte 12 Treffer und bereitete 15 weitere vor. Seine größten Erfolge feierte er aber, wie die gesamte Paschinger Mannschaft, im Cup, wo man letztes Frühjahr nacheinander Rapid Wien, Red Bull Salzburg und letztlich auch noch die Wiener Austria besiegen konnte und sich den Titel sicherte. Schobesberger machte in allen Partien einen starken Eindruck und war eigentlich schon letzten Sommer eine heiße Transferaktie. Er entschied sich allerdings in Pasching zu bleiben und Europa League-Qualifikation zu spielen.