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Gruber, Rosenberger, Schnaderbeck

Drei Talente mit Zukunft?

In Belek haben sie laut Darko Milanic überzeugt: Andreas Gruber, Benjamin Rosenberger und David Schnaderbeck haben den Sprung in die Kampfmannschaft im nächsten Jahr als erklärtes Ziel ausgegeben. Die Hoffnungen, Erwartungen und persönliche Ziele des Amateurtrios.

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Der selbsterklärte Ausbildungsverein Sturm Graz hat Probleme mit seinem Nachwuchs. In einer Zeit, in der man bei den Blackies von einer Lost Generation sprechen könnte, stechen aber drei Talente der Amateure besonders heraus. Im Trainingslager im türkischen Belek haben die Andreas Gruber, Benjamin Rosenberger und David Schnaderbeck Ende Jänner die Luft der ersten Mannschaft schnuppern dürfen. Sie verstärkten das Aufgebot der Profis, wie auch Tormann Pascal Legat und Marc Andre Schmerböck. Ganz Darko Milanics AussageIch habe sie nicht als Touristen mitgenommen” folgend, konnten sie im Training und in mehren Testspielen ihr Können unter Beweis stellen. Anscheinend lief alles den Wünschen des Trainers entsprechend, der mit seiner Aussage die Amateurspieler weiterer motivierte: “Alle, die in Belek mit waren, können und müssen mit Einsatzzeiten im Frühjahr rechnen.

Die drei Jungblackies freuen sich über das Vertrauen von Milanic und sehen in seiner Aussage ein erfreuliches Versprechen. “Wenn der Trainer das sagt, dann wird er es auch halten“, ist sich Andreas Gruber sicher. David Schnaderbeck hingegen hadert etwas mit seiner Position: “Meine Situation mit vier zentralen Mittelfeldspielern ist sehr schwierig.” Aber auch er erhofft sich, seine Chance zu bekommen. Rosenberger stellt seine eigene Arbeit in den Vordergrund: “Wenn ich fleißig weiterarbeite, komme ich sicher zu meinen Einsätzen.

Es hat mir voll getaugt
Eine Entwicklung die schon vor Belek zu erkennen war, mit der Teilnahme am Trainingslager aber einen unbestreitbaren Höhenpunkt erlebt hat. Die Aussagen der Jungblackies zu ihrem Aufenthalt in Belek sind nur minimal unterschiedlich. Die Quintessenz: Es war einfach super. Sowohl die Möglichkeit an der Vorbereitung der Frühjahrssaison teilzunehmen, als auch die lehrreichen Trainingseinheiten und die exzellenten Bedingungen, inklusive schönem Hotel und einwandfreien Platzverhältnissen, hinterlassen bei dem Trio ausschließlich schöne Erinnerungen. Die Einsätze in den Testspielen inklusive. Der Plan von Trainer Milanic, die komplette Mannschaft in den ersten Trainingsspielen zur Halbzeit zu wechseln, kam vor allem den jungen Spielern zugute: Rosenberger, der zu Beginn der Einheiten in der Türkei aufgrund von Fieber noch das Bett hüten musste, kam nur zu Kurzeinsätzen. Seine Kollegen Schnaderbeck und Gruber, der auch im letzten Testspiel gegen den SC Weiz in der zweiten Halbzeit auflief, konnten bei allen Trainingseinheiten dabei sein und am Platz bei Testspielen überzeugen. Zweiterer bringt es auf den Punkt: “Es war einfach ein schönes Erlebnis.

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Ein Erlebnis macht Lust auf mehr
Ihre Ziele für die nächste Saison stecken sich die drei Kicker berechtigt hoch. “Wenn ich meine Chance bekomme werde ich bereit sein und mein Bestes geben“, erläutert Schnaderbeck die Devise für die erhofften Einsatzzeiten in der Bundesliga. Der Sprung in die ersten Mannschaft scheint für alle möglich und da kann man sich durchaus ambitionierte Ziele setzen: “Im Frühjahr oder zumindest im Herbst möchte ich den Sprung schaffen“, zeigt sich Gruber hoffnungsvoll. Geduldiger zeigt sich das Talent Rosenberger, der erst 17 Jahre alt ist: “Natürlich erhoffe ich mir was, aber es ist eine Frage der Zeit.” Den Unterschied zur ersten Mannschaft beschreiben die beiden Älteren, auf das Training bezogen, als klein, aber trotzdem schwierig. “Der Kader oben ist ein extrem großer“, hat Gruber auch schon das Problem identifiziert. Trotzdem lassen sich die Amateurspieler nicht beeindrucken. Das Ziel ist und bleibt die Bundesliga. Ohne Umwege über andere Vereine. Vorläufig ist noch Geduld gefragt: Im ersten Spiel der Frühjahrssaison in der Südstadt war keiner der drei im Kader, ebenso nicht gegen Red Bull Salzburg am vergangenen Wochenende.

Drei Gesichter – drei Geschichten
Aber das Alter des Trios lässt noch etwas Geduld zu: Mit 21 Jahren ist Schnaderbeck der Älteste, kann aber mit der meisten Erfahrung aufwarten. Seit November ist er bei den Trainings der Profis dabei und war auch im Spiel gegen Innsbruck im Dezember schon im Kader. Auf seinen ersten Einsatz wartet er noch. Mit seiner Entwicklung ist der Cousin des ehemaligen Sturmspielers Sebastian Prödl zufrieden. “Es war für mich sehr wichtig ein Jahr verletzungsfrei zu sein.” Bei den Amateuren hat er die gesamte Herbstsaison durchgespielt und ist eine wichtige Stütze der Regionalliga-Mannschaft. Der klassische Sechser hat als nächstes Ziel den Sprung in die Startelf der Blackies zu schaffen. Gruber denkt da schon weiter: “Irgendwann ins Ausland, zu einem erfolgreichen Verein wäre mein Traum.” Das primäre Ziel lautet aber auch bei ihm Bundesligaerfahrung zu sammeln. Der 18-Jährige kam bei den Amateuren im Herbst auch zu mehreren Einsätzen und misst dem dritten Platz in der Regionalliga viel Wert zu.  “Ich fühle mich im Moment gut.” Auch im Sturm – bei den Amateuren noch hauptsächlich im Mittelfeld spielend, kam ihm in der neuen Mannschaft auch eine neue Position zu. Begonnen hat seine Fußballerkarriere in Mürzzuschlag und mit seiner Entwicklung ist auch er zufrieden. Wie auch der erst 17-Jährige Rosenberger: “Es hat viele Höhen und Tiefen gegeben, aber wo ich jetzt in meinem Alter stehe ist glaub ich gut.” Die Teilnahme am Trainingslager bestätigt seine Aussage. Über seine Zukunft macht sich das Talent nicht unbedingt Gedanken: “Ich will meine Chance bei Sturm nutzen und wie es dann weitergeht wird man sehen.” Beim SV Eggersdorf seine Karriere begonnen, wird er bei Sturm als Über-Talent des 96er-Jahrgangs angepriesen. Auf der rechten Abwehr- und Mittelfeldposition wird er auch bei den Amateuren eingesetzt. Am Anfang der Herbstsaison meist nur eingewechselt, hat er sich sein Stammleiberl in der Regionalliga schon erkämpft.