Onisiwo
© Sturm12.at (Micka Messino)

Karim Onisiwo

Violetter Salzburger im schwarzen Fokus

Dass Austria Salzburg schon den Meistersekt einkühlen durfte, ist mitunter sein Verdienst. Die starken Leistungen von Karim Onisiwo blieben den Verantwortlichen von Sturm nicht verborgen, Chefscout Szabics beäugte selbst bereits drei Mal die Fähigkeiten des 22-jährigen Offensivtalents.

Der 10. Mai 2014 ist im Terminplaner von Imre Szabics dick eingeringelt. Neben dem Datum steht: SV Seekirchen – SV Austria Salzburg. Der ungarische Chefscout im Dienste von Sturm Graz besucht neuerdings gerne Spiele der Salzburger Austria. Auch am besagten Tag im Mai war das der Fall. Das Objekt der schwarz-weißen Begierde? Karim Onisiwo: Offensivmann, 22, antrittsschnell und torgefährlich.

Onisiwos Vertrag läuft bei den Violetten mit Saisonende aus. “Wir würden gerne mit ihm verlängern. Wir haben ihm auch ein Angebot zur Vertragsverlängerung vorgelegt”, sagt der sportliche Leiter von Austria Salzburg, Gerhard Stöger. Das Angebot flatterte allerdings schon „vor geraumer Zeit“ im Postkasten seines Spielerberaters ein. Von ebendiesem und vom Spieler selbst hätte es darauf noch keine Reaktion gegeben. Der 1,88 m große Offensivmann hat sich im Lager der Salzburger sehr gut weiterentwickelt. “Insbesondere seit dem Winter dieses Jahres“, meint Stöger.

Sturm12.at (Micka Messino)

Sein Argument sind Tore
Karim Onisiwo spielt bis dato eine grandiose Frühjahrssaison, erzielte seit März elf Tore in der Regionalliga West und im Landescup. Auch am vergangenen Samstag war der gebürtige Wiener maßgeblich an der Fixierung des Titels beteiligt. Der 21-jährige Angreifer, der im Team der Salzburger hauptsächlich im rechten Mittelfeld eingesetzt wird, erzielte den 1:0-Führungstreffer gegen die Altacher Amateure. Die Austria gewann schlussendlich im Ländle mit 0:2.

“Ich bestätige grundsätzlich nichts, was nicht unter Dach und Fach ist“, meint Onisiwos Spielerberater Günter Starzinger auf Nachfrage von Sturm12.at. Ihm sei bekannt, dass Szabics immer wieder bei Spielen der Austria gesichtet wurde. Ob das Interesse jedoch seinem Schützling gegolten hätte, will Starzinger nicht verraten. Stöger indes glaubt zu wissen, dass es im violetten Lager “neben Onisiwo noch den einen oder anderen Spieler gibt, der für Sturm interessant sein könnte.“ Welcher Salzburger dafür infrage käme? “Ich werde es tunlichst vermeiden, hier Namen zu nennen. Ich hätte diese Spieler gerne auch noch in der nächsten Saison bei uns. Da habe ich die violette Brille zu sehr auf“, sagt Stöger. Generell weiß auch der sportliche Leiter der Salzburger nichts von einem Grazer Interesse an Onisiwo. Dass Szabics aber wegen dem 22-jährigen Wiener da war, ist unter Salzburger Szenekundigen ein offenes Geheimnis. Zudem hätte Szabics die Maxglaner Sportanlage das ein oder andere Mal nach Onisiwos Auswechslung verlassen.

Ein feinfühliger Spieler”
Ganz so leicht will Stöger den elffachen Regionalliga-Saisontorschützen aber dann doch nicht ziehen lassen. Er schickt ein Lob samt violetter Schlaufe hinterher: “Ihn zu verlieren, würde sicher schmerzen, Karim ist sehr fokussiert, geradlinig und ehrlich. Er passt zudem sehr gut in unser Mannschaftskollektiv“, so Stöger. Ob ein möglicher Schritt zu Sturm Graz für den Wiener noch ein zu großer wäre? “Er ist ein sehr feinfühliger Spieler, braucht ein familiäres Umfeld. Bei uns findet er das, glaube ich, zu 100 Prozent vor“, meint der sportliche Leiter.

Spielerberater Starzinger hat seit einer Woche keinen Kontakt mehr zu Sturms Generalmanager Gerhard Goldbrich gehabt. Dass es in diesen Gesprächen um das 22-jährige Offensivtalent gegangen ist, will Starzinger nicht bestätigen. “Bevor nicht Sturm die Dinge offiziell macht, gibt es von mir keine Auskünfte”, so der Spielerberater weiter. “So wie es jetzt ausschaut, schließe ich aus, dass sich in den nächsten Tagen etwas tun wird.”

Onisiwo gilt schon länger als großes Talent
Lange Zeit galt Onisiwo als Wandervogel in der semiprofessionellen Fußballerszene. Favoritner AC, Rapid Wien, Austria Wien, 1. Simmeringer Sportclub, Austria Wien, Team Wiener Linien, Vienna, Neumarkt, Straßwalchen, wieder Neumarkt, Austria Salzburg – seine fußballerische Stationen lesen sich wie der Lebenslauf von Roman Wallner. Aber der ist 32 Jahre alt. „Er wurde sicherlich nicht immer richtig beraten. Und er ist mittlerweile auch als Persönlichkeit gereift“, sagt Gerhard Stöger jetzt.

Juni 2012. Der Salzburger Viertligist SV Straßwalchen verliert ein Testspiel gegen den damaligen Zweiteliga-Klub SV Grödig mit 0:5. Der beste Mann am Platz trägt das Trikot der Verlierer, ist 20 Jahre alt und heißt Karim Onisiwo. Grödig-Trainer Adi Hütter lässt sich nach dem Spiel vom sportlichen Leiter des Viertligisten die Telefonnummer von Onisiwo geben. Ein Probetraining folgt, doch der Spieler heuert wenig später bei der Salzburger Austria an. „Ich will mich dort natürlich weiterentwickeln“, sagt Onisiwo bei seiner Vorstellung auf der Klub-Homepage. Adi Hütter ist als Grödiger Trainer mittlerweile Geschichte. Glaubt man den Salzburger Medienberichten, soll das Stürmertalent beim Team vom Fuße des Untersbergs aber weiter hoch im Kurs stehen.