liebenau
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Christian Jauk zu Liebenau

"Jetzt ist einmal der Sport dran"

Christian Jauk meldet sich zum Thema Stadion zu Wort. Er möchte das Thema in Zukunft offensiver angehen und Missstände auch öffentlich ansprechen. Zu lange wäre man vertröstet worden, zu viel sei zu tun. Eine Arbeitsgruppe mit der Betreibergesellschaft soll Abhilfe schaffen.

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In letzter Zeit ist es wieder still geworden, rund um die Pläne mit dem Stadion in Liebenau. Grund genug einmal nachzufragen, wie denn der Stand der Dinge ist, auch hinsichtlich des ambitionierten Stadionprojekts der Ligakonkurrenz in Hütteldorf. Rapid baut dort ein 28.000er-Arena mit großzügiger Unterstützung der Stadt Wien. Sturm12.at hat dazu SK Sturm-Präsident Christian Jauk erreicht und mit ihm über die neuesten Entwicklungen gesprochen.

“Ich finde solche Projekte wie in Wien gut, weil eine Verbesserung der Infrastruktur immer positiv ist, egal wo in Österreich”, hält Jauk eingangs fest. Damit, dass er vom Ausmaß der Unterstützung in Graz nur träumen kann, macht er aber auch keinen Hehl. “In Graz funktioniert die Zusammenarbeit mit der Politik nur dann gut, wenn der Hut brennt”, bedauert der Sturm-Boss und verweist auf das neue Flutlicht und dringend nötige Reparaturarbeiten, an denen kein Weg mehr vorbeigeführt hat. Darüber hinaus sei es schwierig.

“Öffentlich auf Missstände hinweisen”
Die Diskussionen um weitere Maßnahmen, die aus der Sicht des SK Sturm dringend notwendig seien, wären von ihm in den letzten Wochen und Monaten bewusst aus der Öffentlichkeit gehalten worden, erklärt Jauk. “Bislang sind wir trotz intensiver Gespräche und etlichen Sitzungen immer nur vertröstet worden”, bedauert der Präsident. Sturm hätte damals mit dem “Tor zur Stadt” ein Konzept präsentiert, das auf breite, auch politische, Zustimmung gestoßen sei. Das Projekt sei als umsetzbar bezeichnet worden und Sturm selbst hätte bei diversen Ämtern und Behörden die Machbarkeit überprüfen lassen. “Wir haben deshalb gewollt im Hintergrund verhandelt und versucht eine Lösung zu finden”, sagt Christian Jauk. Bislang ohne Erfolg. Das “Diktat der leeren Kasse” würde vorherrschen, andere Infrastrukturprojekte wären aber durchaus verwirklicht worden. “Jetzt ist einmal der Sport dran”, hält der Präsident fest. Deshalb will er jetzt die Strategie ändern und in der “Causa Stadion” offensiver vorgehen.

“Wir müssen und werden öffentlich auf die Missstände hinweisen, nehmen Sie nur den Rasen. Diese Dinge im Hintergrund, intern mit der Stadt und der Betreibergesellschaft anzusprechen, hat zu nichts geführt.” Dabei würde das Grün in Liebenau regelmäßig zum schlechtesten der Liga gewählt. Das viel zitierte “Tor zur Stadt” wäre ohnehin längst passé, der SK Sturm würde sich jetzt rein auf das Stadion und den Vorplatz konzentrieren. Und hier sei einiges zu tun. Neben einer besseren Infrastruktur für VIP-Besucher bräuchte es außerdem ein erweitertes Gastro-Angebot vor und im Stadion. Das sei derzeit nicht einmal technisch möglich, da es an notwendigen Leitungssystemen und dergleichen fehlen würde. “Wir haben eine sehr große Anzahl von Spielen mit Temperaturen unter zehn Grad Celsius. Die Besucher sollten Zonen haben, wo sie sich aufwärmen können”, schweben Jauk weiters “Wärmezonen” vor. “Heutzutage muss es ein Angebot rund um ein Fußballspiel geben. Die Leute kommen nicht mehr nur wegen dem Spiel alleine. Unser Zuschauerrückgang hat neben der sportlichen Performance auch mit der mangelhaften Infrastruktur zu tun. Wir brauchen einfach ein modernes Fußballstadion.” 

Arbeitsgruppe soll Ergebnisse bringen
Ein weiterer Schritt in der Änderung der Strategie um Verbesserungen für die schwarz-weiße Heimstätte zu erzielen, ist die Einrichtung einer Arbeitsgruppe mit Vertretern des SK Sturm und der Stadion-Betreibergesellschaft Messe Graz rund um Armin Egger. “Wir müssen mit der Messe gemeinsam an einem Strang ziehen und so auch ein Stück weit unabhängiger von den politischen Entscheidungsträgern werden”, will Christian Jauk sein Gegenüber der Eigentümervertretung als Partner gewinnen. “Am Ende der kommenden Saison müssen wir konkrete Ergebnisse haben, was mit Liebenau passiert”, ist der Banker als Präsident bestimmt. “Da muss das gesamte Paket akkordiert sein. Wir müssen wissen was passieren soll.”

Und das ist ein großes Paket, viele Themen sollen Teil dieser Arbeitsgruppe sein. Neben den angesprochenen Modernisierungsmaßnahmen meint das vor allem die mittelfristigen Pläne von Sturm das Stadion als Pächter zu übernehmen. Dazu gäbe es laut Jauk schon einige konkrete Ideen, die er aber noch nicht öffentlich kommentieren möchte, bevor sie in der Arbeitsgruppe besprochen worden seien. Zum Paket gehört außerdem das Thema Namensrechte des Stadions. Der Vertrag mit UPC läuft aus, auch das müsse bis zum Ende der nächsten Saison geklärt werden, so der Sturm-Präsident. Ob hier Hauptsponsor Puntigamer eine Rolle spielen könnte, wollte Jauk nicht kommentieren. Und außerdem würde er es bevorzugen, würde die Zuständigkeit für das Stadion auf Seiten des Eigentümers von der Messe zur Holding Graz wechseln, da diese ein jährliches Investitionsbudget hätte und Entscheidungen leichter getroffen werden könnten. “Das ist derzeit noch nicht realistisch, aber wir wollen das jedenfalls auch diskutieren”, so Jauk.