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© SturmTifo.com

4:1 in Schwaz

Erste Hürde genommen

Der erste Pflichtspiel der neuen Sturm-Elf ist geglückt. Trotz einer zwischenzeitlichen Schwächephase in der zweiten Halbzeit, überzeugte Sturm am Ende gegen den Tiroler Regionalligisten und gewann 4:1.

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Tut ers oder tut ers nicht? Gemeint ist Darko Milanic und gemeint ist auch sein Spielsystem. Für manch einen wird diesem zu viel Bedeutung beigemessen. Fakt ist: Darko Milanic hat eine Vorliebe für ein flaches 4-4-2 mit zwei Sechsern. Dennoch: Es war alles andere als klar, ob er daran festhalten wird, nachdem mit Robert Beric jener Mann den Verein Richtung Hauptstadt verlassen hat, mit dem ein solches 4-4-2 besser zu spielen ist, als mit dem aktuellen Material. Daher stand auch ein System mit nur einer Spitze im Raum. Geworden ist es ein Hybrid. Am Blatt Papier ein nominelles 4-4-2, das im Angriffsspiel zwischen einem 4-2-3-1, einem 4-5-1 und einem 4-2-4 gewechselt hat. Jedenfalls eines mit viel Pressing und gutem Offensivspiel.

4-4-2?
Begleitet wurden die Blackies ins Heilige Land von rund 100 Sturm-Fans, die zunächst auch eine ganz feine Stimmung in die Silberstadt-Arena zu Schwaz zauberten. Hier hat übrigens jener Ex-Innenverteidiger eine Heimat gefunden, der mit dem Spitznamen “Vollbrett” in die Sturm-Historie eingegangen ist: Thomas Burgstaller. Nach seiner schwarz-weißen Karriere verschlug es ihn zunächst in die Obersteiermark nach Kapfenberg, um schließlich und endlich eine neue Heimat im tirolerischen Schwaz gefunden zu haben.

Im Spiel selbst war schnell klar: Das 4-4-2 hält nur am Papier. Es war meist eine Art 4-2-3-1. Daniel Beichler ließ sich ganz gerne hinter Marco Djuricin fallen, Marko Stankovic rauschte gerne in Richtung Mitte, ebenso David Schloffer. Generell rotierten die drei Spieler hinter Djuricin oft und das funktionierte gar nicht schlecht. In den ersten fünfzehn Minuten etwa hatte Christian Gratzei – der doch etwas überraschend in der Startelf stand – wenig bis nichts zu tun, während die Offensive ganz brauchbar aussah. Das lag nicht zuletzt an den handelnden Akteuren Schloffer, Daniel Offenbacher, Stankovic, Beichler und Djuricin, die der Schwazer Defensive einiges an Arbeit bescherten und fleißig Bewegung machten.

Das logische 1:0
Sturm war die klar dominierende Mannschaft. Nach 23 Minuten machte sich das Offensivpressing der Grazer schließlich bezahlt: Marko Stankovic versuchte den Schwazer Keeper Martin Troppmair mit einem Haken aussteigen zu lassen, dieser konnte aber vermeintlich klären. Vermeintlich deswegen, weil der Ball genau zu Marco Djuricin kam, der nur mehr ins leere Tor einschieben brauchte. Ein hochverdienter Führungstreffer für Darko Milanics Mannen, die übrigens schon kurz nach dem gegnerischen Sechzehner zu attackieren begannen, weswegen es für die Tiroler schwer war, ein Angriffsspiel aufzuziehen.

Für die Schwazer Fans wohl eine ernüchternde erste Halbzeit. Außer einem harmlosen Weitschuss und einem abtransportierten, verletzten Tiroler namens Sebastian Huber, der Christian Klem in der dritten Minute brutal gelegt und sich dabei selbst verletzt hatte, bekamen diese nämlich eher nichts von ihrer Mannschaft zu sehen. Dafür einiges von den Grazern, die gut und gerne 3:0 oder 4:0 führen hätten können. Alleine zwei Mal war es Marko Stankovic, der ein Tor am Fuß hatte. Und je einmal versuchten sich Daniel Beichler und Anel Hadzic aus der Distanz. Wirklich gut, was Sturm da zeigte.

Das überraschende 1:1
Nach dem Pausentee ließ es Darko Milanics Truppe gemächlicher angehen, behielt aber zunächst die Kontrolle über das Spiel. Um dann das typische Ausgleichstor zu kassieren. Eine Flanke eines Tirolers riss furchtbar ab, sodass Christian Gratzei zur Ecke klären musste. Der erste Corner führte zum zweiten und bei diesem köpfelte Michael Madl unhaltbar für Gratzei ins eigene Tor. Und die Schwazer bekamen auf einmal Oberwasser. Sturms Pressing mit einem Mal wie ausgeschalten, die Tiroler – die seit der 45. Minute nur mehr zu Zehnt waren – witterten Beute. Sturm streuchelte heftigst, stand kurz vor dem 1:2. Vollkommen unerwartet, wenn man die erste Halbzeit als Referenz hernahm.

Nur langsam bekamen die Blackies ihr Angriffsspiel wieder in Schwung. In der 67. Minute reichte aber eine schnelle Kombination zum 2:1. Daniel Offenbacher eroberte im Mittelfeld den Ball, spielte einen guten Pass auf Marco Djuricin, der mit einer Drehung, einem Haken und einem präzisen Schuss ins linke untere Eck zur erneuten Grazer Führung traf. Nur kurz darauf legte Sturm auch noch nach: Naim Sharifi bediente den völlig freistehenden Daniel Beichler, der sich ein Herz nahm und den Ball zum 3:1 ins rechte Kreuzeck hämmerte (72.). War damit der Tiroler Widerstand gebrochen? Ja. Und zumindest gefangen hatten sich die Grazer auch wieder, nachdem sie nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich völlig aus dem Konzept gerieten. Hier hat Darko Milanic wohl noch einiges zu arbeiten, denn stabil wirkten die Grazer in dieser Phase bei weitem nicht. Marko Stankovic sprach nach dem Spiel von einem psychischen Moment, mit dem Sturm da zu kämpfen hatte.

Kurz vor dem Schlusspfiff machte Marco Djuricin dann noch seinen Triplepack perfekt und stellte den 4:1-Endstand her. Kommendes Wochenende geht es für die Grazer wieder in den Westen, dann aber nach Altach. Ein neues Spiel, in dem Sturm beweisen muss, dass das veränderte System greifen kann. Zumindest heute hat das gut funktioniert. Fakt is aber aucht: Gegen den Aufsteiger müssen die Chancen besser verwertet werden. Und ein Gegentor darf nicht wieder eine solche Panik auslösen, wie heute in Schwaz.

Silberstadt-Arena Schwaz 1. Runde Zuschauer: 1.500

SC Schwaz
11.07.2014, 19:00 Uhr
1:4
(0:1)

SR: Sebastian Gieshammer

Sturm Graz
Torschütze (Vorlage) TORE Torschütze (Vorlage)
Marco Djuricin (-) 24. Minute
54. Minute Michael Madl (Eigentor)
Marco Djuricin (Daniel Offenbacher) 67. Minute
Daniel Beichler (Naim Sharifi) 72. Minute
Marco Djuricin (-) 90. Minute
Spieler Karten Spieler
5. MinuteSebastian Huber (Gelb)
45. MinuteThomas Burgstaller (Gelb)
45. MinuteMaximilian Wurm (Rot)
45. MinuteKevin Kühnlein (Gelb)
58. MinuteSinan Bicer (Gelb)
67. MinuteBernhard Lampl (Gelb)
Spieler Aufstellung Spieler
Tormann - Martin Troppmair   Christian Gratzei - Tormann
Abwehr - Kevin Kühnlein   Christian Klem - Abwehr
Abwehr - Thomas Burgstaller   Michael Madl - Abwehr
Abwehr - Clemens Ringler   Aleksandar Todorovski - Abwehr
Abwehr - Oliver Pohl   Naim Sharifi - Abwehr
Mittelfeld - Sinan Bicer   Daniel Beichler - Mittelfeld
Mittelfeld - Kenshin Matsuzawa   Marko Stankovic - Mittelfeld
Mittelfeld - Tobias Vogler   Daniel Offenbacher - Mittelfeld
Mittelfeld - Sebastian Huber   Anel Hadzic - Mittelfeld
Mittelfeld - Maximilian Wurm   David Schloffer - Mittelfeld
Angriff - Daniel Wechselberger   Marco Djuricin - Angriff
Spieler Wechsel Spieler
9. Minute Martin Bstieler für Sebastian Huber
54. Minute Benjamin Reiter für Daniel Wechselberger
Marc Andre Schmerböck für David Schloffer 64. Minute
67. Minute Bernhard Lampl für Kenshin Matsuzawa
Andreas Gruber für Daniel Beichler 87. Minute
David Schnaderbeck für Daniel Offenbacher 91. Minute