SturmTifo.com
© SturmTifo.com

Spielercheck

Solider Abwehrchef

Es war eine brave, aber im Endeffekt zu brave Leistung die der SK Sturm in Altach zeigte, denn man konnte den Altachern nicht weh tun und verlor letztlich. Unser Blacky of the Match spielte gestern in der Innenverteidigung und trug die Kapitänsschleife.

Die 0:1-Niederlage des SK Sturm war eines dieser Spiele, nachdem es besonders schwierig ist, die Spieler zu beurteilen. Die Mannschaft machte zwar insgesamt einen braven Eindruck, war aber auch fast zu brav. Die groben Schnitzer blieben, ebenso wie die großen Momente, aus. Den Titel Blacky of the Match nach der ersten Meisterschaftspartie bekommt der Abwehrchef, der, wenn auch unglücklicherweise am Tor beteiligt, immer einen sicheren und abgebrühten Eindruck machte. Die ganz große Leistung war es zwar auch von Michael Madl nicht, aber die Konkurrenz um diese Auszeichnung hielt sich in Grenzen.

Spielercheck_neu_Note_3,5

Michael Madl
Über den Kapitän kann man heute wenig Schlechtes sagen, lediglich das Tor fälschte er unhaltbar ab. Ihm die Schuld für das Tor zu geben, wäre aber falsch. Ansonsten machte Madl eine solide Leistung und machte den Altachern mit seiner Abwehr das Angreifen auch mächtig schwer. Abgesehen von einigen Weitschüssen und ein paar Flanken auf den alten Fuchs Hannes Aigner, der sich gerne unbemerkt einschleicht, hatten auch die Altacher wenig zu melden im Angriff. Vor allem weite Bälle konnte sich eigentlich alle abholen. Auch Madl kann sicher besser spielen, vor allem, was das Einleiten von Angriffen angeht, zum Blacky of the Match reicht es mangels Alternativen aber trotzdem.

Spielercheck_neu_Note_3

Marko Stankovic
Der neue Leitwolf fügte sich in eben diese Rolle, zumindest psychisch und kommunikativ, perfekt ein. Auch spielerisch versuchte er die Mannschaft zu lenken, es schaute jedoch sehr wenig dabei raus. Vor allem Halbzeit eins war er jedenfalls einer der auffälligsten. Auch dass sich Stankovic am Flügel nur bedingt wohlfühlt konnte man rasch erkennen. Sehr oft zog er in die Mitte zu Daniel Offenbacher und überließ Aleksandar Todorovski den ganzen rechten Flügel. Vor allem defensiv war das manchmal ein Problem, da die Seite dann ziemlich offen war. Alles in allem war es keine schlechte Leistung, aber es darf ruhig ein bisschen mehr sein, vor allem was die zündenden Ideen betrifft.

Daniel Offenbacher
So lange musste man darauf warten, heute war es endlich so weit: Daniel Offenbacher durfte auf der Zehnerposition spielen. Dort machte er sich, wie all seine Kollegen im Passspiel ganz gut, aber, dass nach ganz vorne wenig los war, ist hier bereits beschrieben worden. Dennoch gelang es ihm noch am ehesten Marco Djuricin mit brauchbaren Bällen zu versorgen, auch wenn das nicht allzu viele waren.

Aleksandar Todorovski
Aleksandar Todorovski heute wieder, wie man ihn kennt. Offensiv war der Mazedonier sehr auffällig und hatte auch immer wieder  Ideen, nach hinten war er aber gerne etwas nachlässig. Da Stankovic gerne in die Mitte zog, hatte Todorovski den Flügel bis zum Altacher Tor-Out für sich. Diesen nutzte er auch aus, was aber bei Ballverlust große Probleme machte, da die Altacher dadurch viel Platz hatten. Irgendwie konnte die Lage auf Sturms rechter Abwehrseite aber dann doch immer gerettet werden.

Christian Gratzei
Was kann man zu Christian Gratzei am heutigen Tag sagen? Nicht viel. Beim Tor schaut er zwar dadurch, dass er stehen bleibt, sehr unglücklich aus, hatte aber letztlich keine Chance. In einer anderen Szene war er bei einem hohen Ball, den ein Abwehrkollege vor ihm weggköpfte etwas auf Abwegen. Ansonsten war der Schlussmann des SK Sturm kaum zu sehen, weder positiv noch negativ. Die vielen Flankenversuche der Altacher konnten, wenn auch oft nicht ganz sicher, von der Abwehr geklärt werden und auch sonst musste er sich nur wenig in Szene setzen.

Spielercheck_neu_Note_2,5

Tomislav Barbaric
Der kroatische Neuzugang machte neben Michael Madl noch einen etwas wackeligen Eindruck. In Zweikämpfen am Boden gab es kaum ein vorbei, auch Pässe in die Tiefe landeten, wenn nicht bei Kollegen Madl, bei ihm. In der Luft sah der große Verteidiger aber manchmal nicht ganz so sicher aus. Gerade Hannes Aigner konnte sich immer wieder irgendwie an ihm vorbeischleichen und kam an Flanken heran. Offensiv konnte Barbaric zwar bei Ecken für Unruhe sorgen, aber nie für Gefahr.

Marco Djuricin
Die Solospitze des SK Sturm war heute arm dran. Zu selten kam von seinen Hinterleuten genug Unterstützung, meist hatte er drei Leute gegen sich, die ihn unwiderstehlich aus dem Spiel nahmen. Eine einzige Riesenchance in der ersten Hälfte vergab er kläglich. Nach einem tollen Pass in den Lauf, schien Djuricin selbst nicht glauben zu können, dass er nicht im Abseits steht. Als er dann, nachdem er zum Linienrichter geschaut hat, abgeschlossen hat, schoss er alleine vor Torwart Martin Kobras am langen Eck vorbei.

Simon Piesinger
Der Neuzugang durfte bereits nach etwas mehr als einer Woche im Training mit Sturm in der Startelf ran. Das macht sich prompt bemerkbar: Piesinger hatte die eine oder andere gute Idee, doch selten hatten seine Mitspieler, bedingt durch die fehlende Abstimmung, die gleiche Idee. Ansonsten war  der Neuzugang bemüht, lief viel und präsentierte sich auch in den Zweikämpfen ordentlich. Könnte, wenn er in die Mannschaft findet ein wichtiger Bestandteil werden. Heute wäre ein anderer Mann eventuell die bessere Variante gewesen. Ein solcher kam dann auch nach etwas über einer Stunde: Piesinger machte für Daniel Beichler Platz.

Anel Hadzic
Um zu merken, dass Anel Hadzic heute mit von der Partie war, musste man schon genauer hinschauen. Er verrichtete einige Drecksarbeit, machte das auch sehr ordentlich und war neben Piesinger der klar defensivere Part. Auch bei ihm machte sich die fehlende Vorbereitung mit Sturm bemerkbar, denn irgendwie war Hadzic in Ballbesitz immer genau dort, wo der Ball nicht hinkam. Das zog sich vom Herausspielen aus der Viererkette bis hin zur Suche nach der finalen Lücke. Mit etwas Eingespieltheit und Erfahrung mit dem neuen System sollte Hadzic aber wieder besser zur Geltung kommen.

Spielercheck_neu_Note_2

Christian Klem
Christian Klem war gestern einer der unglücklichsten Akteure. Einerseits konnte er mit nicht fit wirkenden Florian Kainz auf seiner Seite offensiv sehr wenig ausrichten und defensiv patzte er, als er Roth vor dem 1:0 den Ball servierte. Zwar versuchte Klem es, vor allem in der ersten Hälfte, gelegentlich mit weiten Bällen und wirkte auch bezüglich seines Stellungsspiels sicherer, als es schon der Fall war. Am Ende bleibt aber doch ein schwacher Eindruck vom linken Außenverteidiger.

Florian Kainz
Florian Kainz war zuletzt einige Wochen verletzt, Darko Milanic wollte aber beim Saisonauftakt nicht auf ihn verzichten. Das sollte sich rächen. Der linke Flügel, der im Frühjahr so aufgezeigt hat, stand völlig neben den Schuhe. Kainz wirkte noch angeschlagen und war nur bei einigen, meist erfolglosen, Dribblings zu sehen. Möglicherweise wäre Milanic besser beraten gewesen Kainz erst nächste Woche wieder zu bringen, aber im Nachhinein ist man bekanntlich immer schlauer.

Zu kurz eingesetzt: Daniel Beichler (Starker Weitschuss, sonst unauffällig), David Schloffer (quirlig, aber glücklos), Marc Schmerböck (Stangenschuss)

Anmerkungen
Die Leistung der Sturm-Spieler wird anhand von Bällen bewertet. Die höchste Bewertung sind dabei fünf Bälle, die niedrigste Bewertung ist ein Ball. Eine durchschnittliche Leistung ist mit drei Bällen gleichzusetzen, die auch den Ausgangs- bzw. Basiswert darstellen.

Das Ergebnis ergibt sich dabei aus der gemeinsamen Diskussion der beim Spiel anwesenden Sturm12.at-Redakteure, bleibt aber letztlich subjektiv.