GantschnigKampfmannschaft

Sturm Graz Amateure

Einfach guten Fußball spielen

Heute Abend um 18:00 Uhr starten die Sturm Graz Amateure in die neue Saison. Mit dabei ist etwa Marco Gantschnig, Geburtsjahr 1997. Zusammen mit seinen jungen Kollegen wird er den letzten Schritt in seiner Fußballer-Ausbildung beschreiten.

14 Teams der Regionalliga Mitte sind bereits vergangenen Freitag in die neue Saison gestartet, nur bei den Sturm Graz Amateuren und den WAC Amateuren dauerte die Sommervorbereitung zwei Tage länger: Zum Sonntagsspiel der ersten Runde müssen die Grazer Jungherren ins Lavanttal. Angesichts der abgelaufenen Spielzeit sind wohl die Sturm-Spieler zu favorisieren, da der WAC nur knapp dem Abstieg entronnen ist. Zudem ist die Kampfmannschaft des WAC bei Grödig in der Bundesliga zu Gast. Allerdings starten die Sturm Amateure mit einer komplett umgebauten und rundum erneuerten Mannschaft in die neue Saison. Vergleicht man den Kader der letzten Saison mit jenem der aktuellen, ähnelt die Personalrochade einem Schichtwechsel. So kurz vor dem Ligastart sei der Trainer aber zuversichtlich. “Man ist natürlich ein klein wenig angespannt, gut vorbereitet und zuversichtlich, dass wir mit unserer Mannschaft auch in dieser Saison einen großen Schritt vorwärts machen können.” 

Gut ein halbes Dutzend an Spielern rückte auf zu den Profis – ein Wert, der für Markus Schopp und seine Arbeit spricht. Es sei sein Hauptziel, wie er oft betont, Spieler in der Amateurmannschaft für höhere Aufgaben auszubilden. Und mit der neuen Saison wartet eine neue Herausforderung auf den Coach der Amateure: Mehr als eine ganze Fußballelf kommt aus der Akademie Steiermark-Sturm Graz zu den Amateuren, dazu verpflichtete Sturm Neuzugang Danijel Klaric von Wisla Krakau und holte Daniel Resch von seinem Leihspiel in Allerheiligen nach Messendorf zurück. “Als Trainer einer Amateurmannschaft hat man natürlich die tolle Aufgabe, jedes Jahr mit sehr vielen neuen Spielern arbeiten zu dürfen”, stört sich Schopp keineswegs an der steten Personalfluktuation. Die heute auftretende Elf wird daher wohl nur der Trainer selbst kennen – bloß der Torhüter steht bereits fest: Benedikt Pliquett wird, glaubt man seinem Facebook-Posting, versuchen den Kasten der Amateure sauber zu halten. Zudem dürfte Simon Piesinger mit nach Wolfsberg reisen, um Spielpraxis zu sammeln.

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© SturmTifo.com

Nach einer guten Saison…
Abgeschlossen haben die Amateure ihre vergangene Saison am guten achten Tabellenrang. Ein paar der angesprochenen Akademie-Spieler setzte Schopp bereits im Frühjahr ein. Man möchte fast meinen, er musste diesen Schritt wagen. Zum einen ermöglichte das der starke dritte Platz zur Winterpause, zum anderen nötigten ihn namhafte Abgänge wie etwa jene von Florian Sittsam oder Reinhold Ranftl. Zu diesen neu eingesetzten Spielern gehören etwa Marco Gantschnig, der sogar schon Kampfmannschaftsluft im Testspiel gegen den Hamburger SV schnuppern durfte. Auch Lukas Skrivanek, Robin Bleyer, Sebastian Mann oder Philipp Seidl entwickelten sich im Frühjahr zu echten Alternativen. Dabei nicht unerwähnt bleiben darf: Sie alle gehören dem berüchtigten und viel zitierten Jahrgang 1997 an. Ob diese Herren bereits mit Saisonstart einen ähnlichen Trend wie vor einem Jahr einschlagen können? “Ja, ich denke schon. Klar, es ist noch viel zu arbeiten, aber ich bin sehr optimistisch und denke, dass wir das hinkriegen”, ist der 16-jährige Sandi Lovric positiv, der in der Mixed-Zone nach dem gestrigen Spiel gegen Wiener Neustadt mit Sturm12.at über den heutigen Auftakt gesprochen hat.

In der Sommerpause erlebte der Kader von Markus Schopp erneut eine Verjüngungskur. Vorwiegend die Baujahre 1995 bis 1998 stehen in den Lebensläufen der jungen Blackys. Mit Jörg Jauk (1994) und Andreas Fischer (1991) sind lediglich zwei “arrivierte” Amateurspieler dabei. “Trotz dieser Jugendlichkeit sieht man bei sehr vielen Spielern sehr viel Qualität”, weiß Schopp zu berichtenEs darf aber davon auszugehen sein, dass die jüngst aufgerückten Spieler wie Lovric, Benjamin Rosenberger oder Felix Schmied nach wie vor für die Amateure zum Einsatz kommen werden, um Spielpraxis zu sammeln. So wie das auch heute bei Pliquett und vermutlich Piesinger der Fall sein wird. Angesprochen auf die Saisonziele, nimmt Lovric das Wort Klassenerhalt erst gar nicht in den Mund. Er blickt nach vorne: “Ziel ist es auf jeden Fall, gut Fußball zu spielen. Und dann, wenn wir gut Fußball spielen, Tore machen und natürlich gewinnen.”

…ist vor der nächsten Saison
Ob eine ähnlich hervorragende Saison gelingen wird, steht noch in den Sternen. Das weiß auch Sandi Lovric. Für unmöglich hält er das aber nicht: “Wir werden sicher alles unternehmen und versuchen, wieder vorne mitzuspielen”, so der ÖFB-Kapitän des U-16 Teams. Allerdings ist die Konkurrenz nicht klein – obwohl sich LASK Linz in die Erste Liga und damit in den Profifußball verabschiedet hat. Die neu gegründete Spielgemeinschaft Pasching/LASK Juniors hat nur noch wenig mit dem Vizemeister FC Pasching aus der Vorsaison zu tun. Das Neo-Team ist gespickt mit jungen Spielern und Kickern des LASK. Zu den direkten Titelanwärtern zählen die Oberösterreichischer daher nicht. Vorwärts Steyr dagegen will mit sieben Neuzugängen zurück an die Tabellenspitze, schreibt ligaportal.at. Nach der ersten Runde stehen die Steyrer am zweiten Tabellenrang, während Blau-Weiß Linz vorerst anführt. Die Linzer konnten sich gegen den FC Wallern mit 4:0 durchsetzen.

Einen derartigen Lauf, wie ihn die Amateure im vergangenen Herbst hatten, darf man sich diese Saison wohl nicht erwarten. Dafür spielt die Mannschaft noch nicht lange genug zusammen. Sicher sein darf man sich aber, dass Schopp frischen und mutigen Offensivfußball, ausgehend aus einer gesicherten Defensive praktizieren lassen wird – “spielbestimmenden Fußball“, wie es Trainer selbst nennt. Seine Team würde seine Vorstellungen teils sehr gut interpretieren, teils allerdings  zu leichtsinnigem Handeln aufgrund seiner Jugendlichkeit und zu Fehlern neigen. “Das ist ein Prozess, wo jeder einzelne seine Fehler machen wird und auch seine Fehler machen darf.” Eines sei aber klar: Bei den Amateuren sei man zwar noch in der Ausbildung, dennoch aber bereits auf einer Stufe, wo leistungsorientiert gespielt werde, so Schopp. Zur Vorbereitung auf den späteren Profi- und Erwachsenenfußball, in welchem ihre Vorgänger teilweise bereits angekommen sind.

Anmerkung: Die Aussagen von Markus Schopp stammen aus dem heute von Sturm Graz publizierten Video-Interview. Sturm12.at hatte ursprünglich anlässlich des Saisonauftakts der Amateure bereits einen Gesprächstermin mit dem Trainer fixiert, der Verein sagte das Gespräch mit der Begründung selbst ein Interview mit Schopp zu bringen kurzfristig ab. 

Von Katharina Siuka und David Baumgartner