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Sturm Graz Amateure

Jugendlicher Leichtsinn auf hohem Niveau

Die Sturm Graz Amateure feierten einen gelungenen Saisonauftakt. Trainer Markus Schopp sah ein Spiel auf hohem Niveau, ortete allerdings auch jugendlichen Leichtsinn in seinem Kader. Dies kommt nicht überraschend, betrug das Alter der Feldspieler doch durchschnittlich 19,6 Jahre.

5:2 gewonnen – die Sturm Graz Amateure feierten Sonntagabend einen Auftakt nach Maß. Zu Gast bei den WAC Amateuren bestritten die jungen Blackys ihr erstes Saisonspiel. Wir sprachen am Tag nach dem Erfolg mit dem siegreichen Trainer Markus Schopp. “Wenn man das Resultat sieht, ist es bestimmt ein verdienter Sieg. Auf der anderen Seite war es ein harter Kampf. Ich glaube, man hat Fußball auf hohem Niveau gesehen”, resümiert Schopp im Gespräch mit Sturm12.at, während er bereits am Weg zur nächsten Trainingseinheit war.

Schnaderbeck
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Das hohe Niveau war unter anderem einigen namhaften Spielern aus der Kampfmannschaft geschuldet – allerdings auf Seiten der Wolfsberger. Da agierten etwa Manuel Kehre und Daniel Drescher in den Reihen des Gastgebers. Umso beeindruckender, dass die Grazer bereits zur Pause mit 2:0 in Front lagen. Ervin Bevab machte bereits nach zehn Minuten per Elfmeter den Anfang, ehe David Schnaderbeck für den Pausenstand sorgte. “David (Anm.: Schnaderbeck) sehe ich aufgrund seiner Laufstärke in der Regionalliga als zentralen Spieler. Er kann sowohl nach vorne gute Wege in die Tiefe gehen, als auch nach hinten gute Wege machen”, spricht sich der Trainer für Schnaderbeck aus. Und er war es auch, der nach 85 Minuten den Schlusspunkt aus Grazer Sicht setzte: Er netzte zum fünften Mal für Schwarz-Weiß und avancierte zum Doppeltorschützen.

“Eine ausgewogene Mischung”
Mit 22 Jahren zählte David Schnaderbeck zu den ältesten Sturm-Spielern am Feld. Lediglich Bevab und Stürmer Andreas Fischer haben genau ein Jahr mehr am Buckel. Die beiden haben “ihre Rolle als die sogenannten Älteren in der Mannschaft – sofern man das überhaupt so sagen kann – absolut als Vorzeigespieler absolviert”, lobt der Trainer seine Dienstältesten im Trikot der Sturm Amateure. Es sei wichtig, betont Schopp, “eine ausgewogene Mischung” am Spielfeld zu haben – und zwar sowohl an jungen Spielern, als auch an Fußballern, die “im richtigen Moment das Richtige machen.” Denn so positiv das Ergebnis auch stimmt: Der Trainer ist nicht zur Gänze zufrieden. Die 90 Minuten gegen den WAC gingen zwar in die richtige Richtung, “im Ballbesitz hätten wir aber besser und ruhiger sein können.” Es würde wohl nicht der Art des Markus Schopp entsprechen, würde er es bei der Kritik belassen. Es folgen prompt auch lobende Worte. Die Umschaltphasen sowohl bei Ballverlust als auch bei Ballgewinn hätten gut geklappt – etwas, das die Amateure bereits im Vorjahr ausgezeichnet hat. Die Spielidee aus der vergangenen Saison möchte Schopp ohnehin fortsetzen, allerdings mit leichten Änderungen. Das sei aber aktuell nicht ganz einfach, da zumindest ein Großteil der Startelf in den Kader der Kampfmannschaft hochgezogen wurde und somit im Training fehlt. In der Abwehr spielten Daniel Resch und Marco Gantschnig zusammen mit Benjamin Rosenberger und Felix Schmied, die beide den Sprung nach oben geschafft haben. Und das Mittelfeld bestand mit Andreas Gruber, Sandi Lovric, Marc Andre Schmerböck und David Schnaderbeck aus vier Spielern, die neuerdings unter dem Kommando von Darko Milanic trainieren.

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19,6 Jahre plus Benedikt Pliquett
Komplettiert wurde die Riege an Milanic-Männern von Benedikt Pliquett. Damit hatten auch die Grazer einen namhaften und arrivierten Profi in ihren Reihen. Und mit seinen 29 Jahren einen richtigen “Oldie”. “Bene bat um Einsatzminuten bei uns”, erklärt Schopp seinen Einsatz. Sonst hätte wohl der erst 15-jährige Fabian Ehmann zwischen den Pfosten gestanden, da Tobias Schützenauer nach wie vor verletzt ist. Beide Torhüter sind 1998 geboren und haben laut Schopp “unglaubliches Potential”. Doch der Einsatz von Pliquett sei wichtig gewesen. “Mit ihm sah man einen Tormann, der so viel Ruhe ausgestrahlt hat – auch in Momenten, in denen man als Trainer merkt, dass Stress aufkommt.” Und davon profitieren nicht nur die jungen Nachwuchsgoalies, sondern auch sämtliche Feldspieler.

Das Alter der Feldspieler, die gegen den WAC von Beginn an zum Zug kamen, betrug im Durchschnitt 19,6 Jahre. Und der (offizielle) Kader der Amateure beherbergt zum großen Teil Spieler der Jahrgänge 1995 bis 1998. Die Jüngsten am Feld hießen Lovric und Gantschnig, beide sind gerade mal 16 Jahre alt. Doch diese Jugendlichkeit birgt auch Probleme, nämlich, dass die Blackys noch “viel zu oft kindliche Fehler” machen würden. “In Situationen, wo man erkennen muss, dass die Situation geklärt gehört, haben die Spieler noch verspielte Gedanken.” Das sei aber aufgrund des Alters völlig normal, relativiert Schopp. Allerdings müssen seine Kicker bald anfangen, das zu verstehen. Denn in der Jugend geht es um die Entwicklung, bei ihm aber auch um die drei Punkte. Also Ausbildungsgedanke auf der einen und Orientierung am Ergebnis auf der anderen Seite. “Das ist die Gratwanderung. Da muss man Geduld haben und die habe ich.”

“Variabilität und extrem viele Positionswechsel”
Drei Punkte aus einem Spiel mitzunehmen, das probiert Sturm Graz seit Beginn der neuen Bundesligasaison in einem 4-2-3-1. Ausgehend von diesem System – denn würde man sich nicht an der Kampfmannschaft orientieren, wäre das “Irrsinn” – will Schopp viel Variabilität und “extrem viele Positionswechsel” sehen. Bei den Amateuren versucht das Trainerteam in sämtliche Richtungen zu arbeiten, um die Jungs bestmöglich auf höhere Aufgaben vorzubereiten. Hoch oben ist es momentan Marco Djuricin, der als Angriffsspitze für Tore zu sorgen hat. Stürmer Andreas Fischer hat sich an diese Vorgabe für oben gehalten und zeichnete für das zwischenzeitliche 4:0 verantwortlich. Und last but not least steuerte auch Sandi Lovric einen Treffer bei.