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Sturmologe

Klem 2.0

Erstmals seit dem Jahr 2012 gelang es Sturm, nach einem Rückstand vor eigenem Publikum ein Spiel zu drehen. Christian Klem feierte seinen Debüttreffer in der Bundesliga und Herbert Rauter wird zum neuen Sturm-Schreck.

Der Sturmologe hat wieder Erfreuliches zu berichten. Im dritten Anlauf schaffte Sturm Graz nun endlich den ersten Saison-Sieg. Das ist Grund genug für den Sturm12.at-Statistiker, erneut in seinem Archiv zu kramen und Kurioses sowie Wissenswertes kund zu tun.

– Nur 6.019 Zuseher wollten ein Spiel mit sechs Toren besuchen. Das letzte Mal, als so viele Tore bei einem Sturm-Sieg in Graz fielen, kamen immerhin 10.531 Besucher ins Stadion um die Blackys mit 5:1  über die Wiener Austria triumphieren zu sehen. Dieses Spektakel fand am 10. Dezember 2011 statt.

– Ein junges Gesicht zeigt die Mannschaft von Darko Milanic in diesen Wochen. Tormann Christian Gratzei war der einzige Schwarz-Weiße am Feld, der über 30 Jahre alt ist. Aleksandar Todorovski ist genau 30.

– Geduld ist eine wohl geschätzte Tugend. In dieser übte sich Außenverteidiger Christian Klem 117 Spiele oder 1542 Tage lang, seit er am 13. Mai 2010 sein Kampfmannschaftsdebüt gab. Erst in seinem 118. Bundesliga-Spiel gelang ihm sein erster Treffer in der höchsten österreichischen Spielklasse.

– Dieses Spiel war nicht nur ein Erfolg für Marco Djuricin, der seinen zweiten Doppelpack in der Bundesliga erzielte – der erste Doppelpack gelang ihm in der Vorsaison beim 3:1 gegen Wacker Innsbruck. Auch der wieder erstarkte Klem tat sich ein weiteres Mal hervor: Er hatte die meisten Ballkontakte aller 22 Feldspieler, nämlich 70, und mit 83% gewonnen Zweikämpfen auch die beste Eins-gegen-Eins-Bilanz.

– Außerdem legte Klem in der gegnerischen Hälfte (!) eine satte Passquote von 81,3% an den Tag. Den besten Passwert bei den Gastgebern insgesamt hatte aber Daniel Beichler, der 81,8% erreichte.

– Beide Treffer, die Klem bis jetzt erzielte, gelangen ihm im heimischen Stadion Liebenau. Im ÖFB-Cup traf er bereits im Oktober 2012 bei der 1:2-Heimniederlage im ÖFB-Cup gegen Wacker Innsbruck zur zwischenzeitlichen 1:0-Führung.

– Im achten Spiel gegen seinen Ex-Klub Sturm Graz glückte Herbert Rauter der vierte Treffer. Zudem erzielte er seine bislang letzten drei Tore in derBundesliga gegen Sturm.

– Einen 4:2-Heimerfolg gegen den SC Wiener Neustadt gab es bereits ein Mal. So geschehen am 29. August 2010. Der Spielverlauf war damals ein ähnlicher. Nach einem 2:1-Rückstand gelang es den Blackys noch 4:2 zu gewinnen. Auch in dieser Partie gab es einen Doppelpack: Roman Kienast erzielte in Hälfte zwei die Treffer zum 2:2 und 4:2. Nur zwei Spieler, die auch am vorigen Samstag für Sturm am Platz standen, standen damals mit am Spielfeld: Christian Gratzei und Christian Klem, der damals den Assist zum 4:2 beisteuerte. Michael Madl stand seiner Zeit noch im Dienste des blau-weißen Gegners.

– Erstmals seit dem 11. August 2012 konnten die Sturm-Spieler zu Hause wieder einen Rückstand wettmachen und ein Spiel drehen, nachdem sie mit einem Tor in Rückstand geraten waren. Gegen den WAC war man an jenem Tag bereits nach zwei Minuten hinten nach, ehe die Sturm-Kicker noch in Hälfte eins vier Tore und damit den Endstand besorgten.

– Drei Mal hintereinander hatten die Blackys gegen Wiener Neustadt in einem Bundesliga-Spiel zu Hause verloren. Erst am Samstag gelang der befreiende Sieg gegen den Angstgegner, zugleich aber auch Tabellenletzten.

– Vier Tore in einer Partie, das lässt sich immer gerne herzeigen. Es ist die Saison 1989/90, in der es Sturm zum bislang letzten Mal nicht schaffte, in zumindest einem Spiel vier oder mehr Tore zu erzielen. Damals spielten noch die VSE St.Pölten, der Kremser SC und Vorwärts Steyr in der höchsten Spielklasse, Deutschland vereinigte sich gerade wieder und wurde kurz darauf Fußballweltmeister, während die Österreichische Nationalmannschaft gegen die Faröer Inseln verlor und Otto Konrad noch das Sturm-Tor hütete.

– Neue Formation, neues Glück. Zum zweiten Mal in der laufenden Saison gelang es der Milanic-Elf, mehr Ballbesitz als der Gegner zu haben. 60,3% wiesen die Sturm-Kicker vergangenen Samstag auf.

– Mehr Ballbesitz geht derzeit auch mit einer guten Passquote einher. 74% aller Zuspiele brachten die Sturm-Kicker an ihre Mitspieler.

– Erstmals gelang es dem SK Sturm in dieser Bundesliga-Saison von außerhalb des Sechzehners zu treffen. Daniel Offenbacher heißt der glückliche Torschütze.

– Am Samstag geht es für den schwarz-weißen Fan-Anhang in den Wiener Prater. Was den Schiedsrichter betrifft, stehen die Sterne rein statistisch gesehen schlecht für Sturm. Von den letzten neun Begegnungen gegen Rapid Wien, die Manuel Schüttengruber gepfiffen hat, haben die Grün-Weißen nur zwei verloren. Es war auch jener Schüttengruber, der in der letzten Saison in Runde zwölf, beim Spielstand von 2:0 für Sturm gegen den Erzrivalen aus Wien, zwei Elfmeter gegen die Blackys verhängte.

– Von den letzten zehn Sturm-Partien, die Schüttengruber pfiff, ging Sturm nur zwei Mal als Sieger vom Platz.

– Den letzten Auswärtssieg bei Rapid gab es im Frühjahr 2011, als der angehende Meister Sturm nach einem 3:3 in Graz die Grünen mit einem 2:0 aus dem Hanappi-Stadion fegte.