Sturm Damen

Den Blick nach vorne gerichtet

Die vergangene Saison war für die Damen des SK Sturm die erste in der Bundesliga. Das Ziel des Klassenerhalts wurde knapp erreicht, man lag schlussendlich auf dem achten Tabellenrang. Wir haben uns angesehen, was die Mannschaft in den bevorstehenden Partien erwartet.

Den Blick auf das vergangene Jahr gerichtet, haben die Grazerinnen eine durchwachsene Saison hinter sich. Man betrachte aber auch, dass die kommende erst die vierte in der Geschichte des Frauenfußballs des SK Sturm sein wird. Bereits nach zweijährigem Bestehen gelang den Damen im Sommer 2013 der Aufstieg in die Frauen-Bundesliga. Die Erwartungen waren dementsprechend hoch, Sektionsleiter Mario Karner äußerte sich damals gegenüber Sturm12.at erfreut: “Wir haben immer betont, dass Sturm Graz auch mit den Frauen in die Bundesliga gehört.” Die Neo-Bundesligistinnen setzten sich zu dieser Zeit zwar den Klassenerhalt als Ziel, starteten aber laut eigenen Angaben “naiv” in die Saison. Einigen Niederlagen zum Auftakt folgte ein Trainerwechsel, für Josef Glauninger übernahm Markus Hiden das Ruder. Mit ihm kam der Aufschwung, doch es folgte die ernüchternde Frühjahrssaison. Auf eine solche können aber auch die Herren zurückblicken.

Trotz eines turbulenten Jahres konnte das gesetzte Ziel eingehalten werden, die Damen beendeten die Saison auf dem achten Tabellenrang. Knapp vor den LUV Graz Damen, gegen die es im vergangenen November das erste Grazer Stadtderby in der Historie der Frauen-Bundesliga zu schlagen galt. Dieses konnten die schwarz-weißen wurde auch mit 6:2 gewinnen. Das zweite Aufeinandertreffen, das gleichzeitig das letzte Spiel der vergangenen Saison war, brachte dafür dem LUV die nötigen drei Punkte, um dem Abstieg zu entgehen.

Es wird also auch in der Saison 2014/15 Grazer Stadtderbys geben – auch ohne Beteiligung des GAK. Das erste Zusammentreffen der Lokalkonkurrenten wird in der sechsten Runde in Messendorf stattfinden. Nur zwei Runden später warten die zwölffachen Meisterinnen in Folge auf die Grazer Damen. Der SV Neulengbach kann aber nicht nur auf den Meistertitel zurückblicken – die Niederösterreicherinnen schafften es im Vorjahr bis ins Viertelfinale der Women’s Champions League, scheiterten dann aber am schwedischen Verein Tyresö FF.

© SturmTifo.com
Stephanie Kovacs. © SturmTifo.com

Zum Bundesligaauftakt empfangen die Grazerinnen den FSK St. Pölten-Spratzern, dem am Ende der vergangenen Saison nur sechs Punkte vom Tabellenersten, dem SV Neulengbach, trennten. Als Tabellenzweiter hatte der Verein jedoch einen Abstand von sage und schreibe 19 Punkten zum Drittplatzierten – und insgesamt 32 Punkte zum Achten Sturm Graz. “Zur Spitze gibt es viel Luft nach oben, es gibt krasse Unterschiede in der Liga. Es ist sehr schwierig mit den Niederösterreichern (NÖSV Neulengbach, FSK St. Pölten-Spratzern , Anm.) mitzuhalten, die sind um einiges voraus”, beschreibt Trainer Markus Hiden die Konkurrenzsituation. Trotz sehr starker Gegner können die Damen wohl mit frisch getanktem Selbstbewusstsein in die neue Saison starten. Erst gestern wurder der Lady-Cup gewonnen: Die Grazerinnern konnten sich in Bergheim gegen acht Mannschaften durchsetzen. Torfrau Anna Carina Kristler, die auch im Kader des Nationalteams steht, wurde zur besten Torhüterin des Turniers gewählt.

Doch während die Herren allzeit im Gespräch sind, bleiben die Damen oftmals im Abseits: Frauenfußball erfährt in Österreich kaum mediale Präsenz. “Es gibt kaum Pressemeldungen, im Fernsehen und im Radio wird gar nichts gebracht“, bedauert auch Franz Schwab, Sektionsleiter der LUV Graz Damen, Lokalkonkurrenz der SK Sturm Damen. Beide Grazer Damenmannschaften spielen, wenn letzte Saison auch um den Abstieg, in der höchsten österreichischen Spielklasse, der Bundesliga. Trotzdem “wissen im Frauenfußball einfach zu wenig Leute Bescheid“, gecovert werde laut Schwab nur im Internet. Dort funktioniere die mediale Präsenz aber gut.

Mehr mediale Aufmerksamkeit wünschte sich im Vorjahr auch Karner: „Natürlich möchten wir mit positiven Ergebnissen und attraktivem Spiel, das uns in letzter Zeit gelungen ist, auch Fans gewinnen, die sich die Frauenmannschaft von Sturm Graz anschauen möchten.“ Das können die Fans nun auch weiterhin in der höchsten Spielklasse tun. Das untere Tabellendrittel wurde laut Trainer aufgrund mangelnder Erfahrung belegt: “Als Aufsteiger hat uns die Routine, die Erfahrung gefehlt. Deswegen herrschte am Ende der Saison, als wir noch in den Abstiegskampf verwickelt waren, große Nervosität unter den Mädels.” Um ein Jahr Erfahrung sind die Mädls nun aber reicher.

In der neuen Zusammensetzung des Kaders wird auf junge Nachwuchsspielerinnen gesetzt und davon abgesehen, eine Mannschaft “zusammenzukaufen”. Für die beginnende Saison besteht die Mannschaft nun aus folgenden Spielerinnen:

Tor
Anna-Carina Kristler
Vanessa Gritzner

Verteidigung
Christina Fischler
Marlene Steinscherer
Tanja Handl
Carmen Oberressel
Sanda Jovanovic
Alexandra Veronik
Jasmin Zorec
Anna Tauschmann

Mittelfeld
Selina Mandl
Stephanie Kovacs
Anja Milenkovic
Katrin Wiltschnig
Stefanie Gross
Stephanie Schachner
Jessica Fras
Hannah Brunner
Elisabeth Tieber

Angriff
Urska Zganec
Bianca Gröller
Alexandra Mosolics
Patricia Zink
Anna Ebner