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Sturmologe

Ein Karten-Spieler und ein Karten-Frischling

Im Prater schaffte es Rapid nicht, das Stadion mit der Kapazität des Hanappi-Stadions zu füllen. Die Zuseher bekamen eine außergewöhnlich kartenreiche Partie zu sehen. Robert Beric erzielte seinen ersten Treffer gegen Sturm und wurde zum zweiten Mal in seiner Karriere des Platzes verwiesen.

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Einen glücklichen Punkt entführte Sturm Graz vorgestern aus dem Wiener Ernst-Happel-Stadion in der Partie gegen Rapid Wien. Der Sturmologe betrachtet auch dieses Spiel unter dem statistischen Gesichtspunkt und entdeckt wieder einmal einiges an Kuriositäten.

– Lediglich 16.800 Besucher wollten den ewig jungen Klassiker Rapid gegen Sturm im Ausweichstadion sehen. Nicht einmal das Hanappi-Stadion wäre hier ausverkauft gewesen. Dennoch waren am Samstag deutlich mehr Zuseher im Happel-Stadion als bei den anderen drei Spielen zusammengerechnet. Nur 11.700 Leute sahen in Altach, Wiener Neustadt und Ried zu.

– Bei Rapid weiß man sehr wohl, warum man nicht gerne im Happel-Stadion spielt. In 77 Partien im ehemaligen Praterstadion gab es 18 Remis, 32 Niederlagen und nur 27 Siege für die Hütteldorfer. Für Sturm bedeutet dies natürlich weiterhin einen statistischen Vorteil.

– Zuletzt trat Sturm gegen die Hütteldorfer am 22.09.2002 im Wiener Prater an und ging nach Toren von Alain Masudi und Imre Szabics mit 2:1 als Sieger vom Platz. Für die Wiener traf damals ein gewisser Roman Wallner.

– Masudi und Szabics trafen beide in jener Saison in einem weiteren wichtigen Auswärtsspiel – beim 2:1 gegen Austria Salzburg, was gute 11 Jahre den letzten Sieg in Salzburg bedeutete, ehe man diese Negativserie in der Vorsaison beenden konnte.

– Den letzten Gastauftritt der Blackys in Wien-Leopoldstadt gab es im Jahr 2006. Damals ging man mit einem 0:0 vom Platz gegen die Wiener Austria, die gerade die Auswärtstribüne umbaute und deshalb in das größte Stadion des Landes wechselte

– Es dauerte drei Spiele, bis die Schwarz-Weißen auswärts endlich punkten konnten.

– Auf einen Auswärtssieg gegen Rapid warten, heißt es für die Sturm-Kicker allerdings immer noch. Im April 2011 schaffte man es zuletzt, (durch Tore von Roman Kienast und Imre Szabics) mit 2:0 zu gewinnen. Über dreieinhalb Jahre muss man sich nun also schon gedulden.

Marco Djuricin erzielte mit dem 1:1-Ausgleich seinen dritten Saisontreffer.

Daniel Offenbacher mimte am Samstag einmal mehr das schwarze Schaf. Der Mittelfeldmann gab sich wieder extra-raubeinig. Des Platzes verwiesen wurde er dafür allerdings noch nie in der Bundesliga. Wie der Samstag aber zeigte, gibt es auch dafür ein erstes Mal.

– Rein statistisch gesehen hätten die Gastgeber das Spiel gewinnen müssen. 65 % Ballbesitz von Rapid stehen 35 % Seitens Sturm gegenüber. Außerdem gaben die Hütteldorfer 23 Schüsse auf das Grazer Gehäuse ab, während die Blackys nur auf 7 Schüsse kamen. Insgesamt gingen davon nur zwei Schüsse auch direkt aufs Gehäuse. Einen gab Marco Djuricin ab und erzielte damit den Ausgleich. Des Weiteren hatten die Grün-Weißen drei Eckbälle, für Sturm gab es keinen einzigen.

– 62,5% ihrer Pässe brachten die Blackys dieses Mal nur an den Mann. Daniel Offenbacher schaffte bis zu seinem Platzverweis dennoch eine satte Quote von 90,9%.

– Unter der Hektik des Ausschlusses von Robert Beric ging die Rapid-Viertelstunde wahrlich unter. Der Slowene erhielt den zweiten Platzverweis in seiner Karriere, nachdem er bereits bei NK Maribor bereits einmal vom Platz geflogen war.

– Beric erzielte zudem seinen ersten Treffer gegen Sturm. Erst zum zweiten Mal traf er in der Bundesliga per Kopf. Beim legendären 6:0 in Grödig gelang ihm das ebenso.

– In punkto Zweitkampf-Statistik hatte Sturm klar das Nachsehen. Die Grazer konnten nur 40% ihrer Eins-gegen-Eins-Duelle für sich entscheiden.

– Homo ludens, Manuel Schüttengruber: Der Oberösterreicher griff gestern mehr als nur einmal in die Tasche. Insgesamt zeigte er gestern neun gelbe Karten, gebrauchte einmal Gelb-Rot und gab ein weiteres Mal direkt Rot. Erst ein einziges Mal in 56 Spielen zückte Schüttengruber so oft die Karten (11 an der Zahl) wie am Samstag.

– In der nächsten Runde trifft Sturm zuhause auf die Wiener Austria. Im letzten Aufeinandertreffen mit den Veilchen ging Sturm mit 3:2 als Sieger im ehemaligen Horr-Stadion vom Platz. Einen Heimsieg gegen die Favoritener gab es zuletzt in Runde 36 der Saison 2011/12, als man im Saisonfinish die Austria mit einem 3:1 – inklusive Fallrückziehertor  – von allen Europa League-Träumen befreite. Die Wiener warten nach vier Runden immer noch auf den ersten Sieg.

Christian Gratzei wartet indes darauf, im nächsten Spiel seine 250. Partie für Sturm in einem Pflichtspiel absolvieren zu dürfen. Außerdem fehlt ihm in seiner Profikarriere noch ein einziges Spiel, um sagen zu können, dass er insgesamt 100 Spiele ohne Gegentor bleiben konnte.