© Sturm12.at
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Sturmologe

So gut wie niemand im Bullenstall

Sturm Graz hat sich wieder einmal in die Geschichtsbücher der Bundesliga eingetragen. Thorsten Schick feierte ein erfolgreiches Startelf-Debüt und Markus Hameter erwies sich einmal mehr als Glücksengerl.

Der Sturmologe darf sich anlässlich seiner 150. Ausgabe (für den aktuellen Autor ist es die 34.) über einen 3:2-Erfolg von Sturm Graz in Salzburg freuen. Auch zum Jubiläum lässt er es sich nicht nehmen, Statistiken zu Sturm und seine Gegner zu recherchieren und aufzubereiten.

– Ziemlich leer war das Stadion zu Wals-Siezenheim am Samstag wieder. Der Erfolg der Bullen bleibt aus, die Fans zuhause: Nur 8.359 Besucher fanden sich in der 31.000-Zuseher fassenden Arena ein.

Thorsten Schick feierte seine Startelf-Premiere für Sturm und lieferte zur 2:0-Führung einen Assist bei.

Marko Stankovic gelang es zum vierten Mal in seiner Profi-Karriere in einem Spiel zwei Tore zu erzielen. Zwei Mal konnte er bereits bei der Austria je einen Doppelpack einstreifen, in seiner ersten Saison bei Sturm erzielte der gebürtige Kremser in einer Partie gar einen Hattrick. Den LASK schoss er gemeinsam mit Klaus Salmutter am 20.07.2007 mit 4:0 aus dem Liebenauer Stadion.

– Sieben Spiele, acht Tore. Somit hat Marco Djuricin bereits zu diesem Zeitpunkt mehr Tore erzielt (5 in der Bundesliga, 3 im ÖFB-Cup), als nach der gesamten letzten Saison. Insgesamt erzielte der Wiener bislang 15 Treffer für die Blackys.

– Sturm fügte Salzburg die erste Saisonniederlage  und auch die erste Heimniederlage seit dem 12.04.2014 zu. Der gebildete Sturm-Fan weiß, welch historischen Tag dieser 12. April markiert. Sturm feierte in Salzburg den ersten Sieg seit 4.287 Tagen. Schon zuvor gelang es 32 Spiele lang niemandem in Wals-Siezenheim zu gewinnen. Erst der FC Basel warf die Salzburger im Achtelfinale der Europa League aus dem Bewerb.

– Können Sie sich erinnern, wer zuletzt in Salzburg seit der Übernahme durch den Dosenkonzern im Jahr 2005 zweimal hintereinander ein Spiel gewinnen konnte? Richtig! Dieses Kunststück gelang bislang keiner einzigen Mannschaft. Sturm ist der erste und somit einzige Verein, dem das geglückt ist. Um den historischen Wert dieses Erfolges noch einmal zu untermalen: Nicht einen einzigen Sieg in Salzburg konnten Hochkaräter wie FC Valencia, Juventus Turin, Paris St. Germain, Fenerbahce Istanbul oder Ajax Amsterdam ergattern.

– In den letzten sieben Jahren gab es lediglich zwei weitere Teams, die überhaupt zweimal in Salzburg gewinnen konnten. Der Kapfenberger SV bezwang die Bullen auswärts am 22.11.2008 mit 5:2 und am 16.10.2010 mit 2:0. Rapid Wien gewann im März 2008 mit 7:0 und im August 2012 mit 2:0.

– Allein aufgrund der Statistik hätte der Sieger aber samstags Salzburg heißen müssen. 25 Torschüsse von Kevin Kampl und Co. stehen nur neun der Blackys gegenüber.

– Während Sturm keinen einzigen Eckball zu verzeichnen hatte, waren es auf der Gegenseite gleich acht.

– Zudem hatten die Schwarz-Weißen nur 27,4% Ballbesitz, während es dessen beim Gegner 72,6% waren.

Anel Hadzic erhielt bereits in Runde sieben seine fünfte gelbe Karte und ist somit im nächsten Spiel gesperrt.

– Zuletzt 2:0 in einem Bundesligaspiel geführt hat der SK Sturm am 26.03.2014. An diesem Tag legte man den historischen 6:0-Auswärtserfolg beim SV Grödig hin.

– Gerne kommt der Sturmologe noch einmal auf ein internationales Faktum zurück. Salzburg schaffte es in sieben Anläufen nicht, sich für die Champions League zu qualifzieren, Sturm allerdings spielte drei Mal in Serie in der Königsklasse. 1998 qualifizierte man sich zum ersten, im Jahr 2000 zum letzten Mal und gewann in diesem letzten CL-Jahr sogar die Gruppe A mit den Gegner AS Monaco, Galatasaray Istanbul und Glasgow Rangers. Die Schwarz-Weißen bleiben somit der einzige Klub in Österreich, der es schaffte, drei Mal im wohl bedeutendsten aller Klubfußballbewerbe zu spielen. Während die Osim-Elf innerhalb von drei Jahren gegen Fußball-Größen wie Real Madrid, Manchester United, Inter Mailand oder Olympique Marseille ran durfte, bleibt dies den Mozartstädtern auch nach Millionen-Investments verwehrt.

– Sturm konnte in den ersten sieben Liga-Partien nie ohne Gegentor bleiben.

– Schiedsrichter Markus Hameter zeigte insgesamt zehn gelbe Karten, davon sechs gegen Sturm.

– Ansonsten könnte man den Niederösterreicher durchaus als Glücksengerl bezeichnen. In vierzehn Sturm-Spielen, die er bislang leiten durfte, gab es für die Grazer neun Siege und drei Unentschieden. Das Samstagsspiel war übrigens seine erste Partie zwischen Salzburg und Sturm Graz.

– Nur eines der letzten sechs Auswärtsspiele unter Hameter haben die Blackys verloren, am 03.12.2013 gegen Austria Wien (3:2).

– In der nächsten Runde gastiert Admira Wacker in Graz. Zuletzt konnten die Gastgeber drei Mal in Serie nicht gegen die Niederösterreicher gewinnen.