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SV Ried gegen Sturm Graz

Drei Punkte, wenig Action, viel Getuschel

Ein schlechtes Spiel in Ried – trotzdem gewinnt Sturm Graz. Das 1:0 fiel in Minute 84 dank Lukas Spendlhofer. Die Langeweile am Spielfeld war heute aber Nebensache, denn ganz Fußball-Graz fragt sich: Wechseln Sie, Herr Milanic? Denn dass es ein Angebot von Leeds United gibt, hat der Verein heute bestätigt.

Die heutige neunte Runde der Bundesliga könnte der letzte Auftritt von Darko Milanic als Trainer des SK Sturm sein. Ein Angebot vom englischen Zweitligisten Leeds United liegt vor, das bestätigte der Verein im Vorfeld des Spiels. Entscheidet sich Milanic für die Offerte, wäre das heutige Match gegen die SV Ried sein letztes auf der Grazer Trainerbank. Die Innviertler liegen momentan am letzten Tabellenplatz und haben wie Sturm am vergangenen Wochenende verloren. Keine Volksfeststimmung also – und das im September, wo Oberösterreich traditionell Festzelte, Tracht und Blasmusik offeriert. Die Rieder wollen sich klarerweise rehabilitieren und die roten Laterne abgeben – doch genauso gut kann Sturm Graz ein neunzig-minütiges Volksfest feiern und den Gegner zurück in die Geisterbahn Richtung Tabellenkeller setzen. Ob das Darko Milanic zu einem Verbleib überzeugen könnte? Oder nimmt er doch die Achterbahn Richtung England und verlässt das Grazer Karussell, um nicht weiter im Kreis zu fahren?

Volksfest geht anders – und Milanic wohl nach England

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Anel Hadzic kehrt nach seiner Sperre ebenso zurück ins defensive Mittelfeld wie Lukas Spendlhofer nach überstandener Hüftverletzung in die Innenverteidigung. Sturm startet also in Bestbesetzung gegen die SV Ried ins Spiel. Und das ist auch nötig, denn so schlecht der Tabellenplatz die Innviertler auch dastehen lässt: Fußballspielen können sie trotzdem. Und die neu zusammengewürfelte Mannschaft rund um Clemens Walch und Dieter Elsneg braucht wohl noch Zeit, um sich zu finden. Zumindest die erste Torchance im Spiel gehört den Oberösterreichern. Walch bekommt einen Ball in den Rückraum gespasst, doch sein scharfer Schuss geht am Tor vorbei. Und ein Schuss von Denis Thomalla knallt gar an die Stange. Von Sturm ist die ersten 25 Minuten wenig zu sehen. Vorrangig über die linke Seite will man es probieren, beim gegnerischen Sechzehner kommt aber genau nichts an. Auch weite Bälle in die Spitze bringen den Steirern nichts. Die Rieder spielen durchaus aggressiv und arbeiten gut gegen den Ball, was Sturm immer wieder zu Ballverlusten und Fouls zwingt. Soll aber nicht heißen, dass die SV Ried so viele besser gewesen wäre. Die wenigen Möglichkeiten, zu denen die Innviertler kamen, resultierten mehr aus Zufall denn spielerischem Hochglanz.

Es dauert eine halbe Stunde, bis Sturm die erste Torchance vermelden kann. Christian Klem tankt sich über links durch, nützt eine leichter Rieder Unordnung in der defensive und bedient Djuricin per Stanglpass. Der Stürmer rutscht aber knapp am Ball vorbei. Sturm probiert es immer wieder entweder mit Kombinationen über die Seiten oder weiten Bällen. Doch die Rieder drücken derart auf den Ballführenden, dass es Sturm schwer hat, ein weiteres Mal n den Strafraum zu ziehen. Die Schwarz-Weißen ihrerseits pressen dafür sehr verhalten. Dabei sagt Trainer Oliver Glasner selbst, seine Mannschaft würde zwar viele Bälle im Mittelfeld gewinnen – aber genauso viele verlieren. Und weil die Rieder aus ihrer aggressiven Spielweise kein Kapital schlagen können, gibt es im Innviertel kein Volksfest zu sehen. Und von Sturm schon gar nicht. Zu allem Überflüss meint General Manager Gerhard Goldbrich, das heutige Spiel sei des Trainers letztes. Zudem würde das Angebot auch für Co Novica Nikcevic gelten.

Wenig bringt drei Punkte
Und so dürftig und unscheinbar die erste Halbzeit geendet hat, beginnt auch der zweite Durchgang. Sturms erste Torchance ist symptomatisch für das heutige Spiel: Daniel Beichler kommt eher zufällig an den Ball und befördert ihn im Anschluss meterweit über das Tor. Keine Gefahr für den Rieder Kasten. Davor tat sich wenig im Spiel – auch nach dieser Halbchance bleibt es bei relativ wenig. Wirkt ein bisschen wie Elend gegen Elend am Spielfeld – überspitzt formuliert. Die Rieder können ihre Aggressivität nicht halten und Sturm wirkt entgeistert und überfordert. Warum auch immer. Oliver Glasner reagiert und wechselt nach einer guten Stunde zwei Mal. Hilft aber nichts. Und dass Beichler und Thorsten Schick oft und gerne die Seite wechseln, hilft ebenso nichts.

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Nach 80 Minuten wechselt auch Milanic doppelt. Die wenig wirkungsvollen Hadzic und Stankovic machen für Simon Piesinger und David Schloffer Platz. Bis dahin blieb es im Spiel bei wenig Action. Sturm kam zu keinen weiteren Möglichkeiten, die Rieder dagegen zu Weitschüssen minderer Güte. Der Gegner der Blackys versuchte es vorwiegend über die Seiten, kam aber kaum in Tornähe. Und falls doch, war entweder Benedikt Pliquett oder Fortuna (für Sturm Graz freilich) zur Stelle. Dass in Ried zu diesem Zeitpunkt noch kein Tor gefallen ist, verwundert wenige. Dass es dann aber ausgerechnet Sturm gelingt, in Führung zu gehen, ist schlicht kaum zu glauben. Nach einmal Eckball kommt Thorsten Schick noch einmal zur Flanke, er bringt ihn extrem scharf herein und Lukas Spendlhofer, der am langen Pfosten wartete, netzte eiskalt ein. Sturm Graz führt also tatsächlich nach 84 Minuten.

Volksfest geht trotzdem definitiv anders – wie, das zeigt der mitgereiste Anhang der Schwarz-Weißen. Doch das Tor sichert den Grazern zumindest die drei Punkte, auch wenn die gezeigten 90 Minuten spielerisch entschieden zu wenig waren. Mit dem Schlusspfiff beginnt nun die heiße Phase um Darko Milanic und seinenVerbleib. Zumindest der Endstand sollte ihn vom Grazer Karussell überzeugen. Das gezeigte Spiel dafür eher weniger. Also: Wechseln Sie, Herr Milanic?

Stadion Ried 9. Runde Zuschauer: 4.200

SV Ried
20.09.2014, 18:30 Uhr
0:1
(0:0)

SR: Dominik Ouschan

Sturm Graz
Torschütze (Vorlage) TORE Torschütze (Vorlage)
Lukas Spendlhofer (Thorsten Schick) 84. Minute
Spieler Karten Spieler
24. MinuteClemens Walch (Gelb)
Marko Stankovic (Gelb)24. Minute
53. MinuteMarcel Ziegl (Gelb)
Daniel Beichler (Gelb)64. Minute
66. MinuteDenis Thomalla (Gelb)
Lukas Spendlhofer (Gelb)77. Minute
David Schloffer (Gelb)90. Minute
Spieler Aufstellung Spieler
Tormann - Thomas Gebauer   Benedikt Pliquett - Tormann
Abwehr - Bernhard Janeczek   Michael Madl - Abwehr
Abwehr - Stefan Lainer   Aleksandar Todorovski - Abwehr
Abwehr - Oliver Kragl   Christian Klem - Abwehr
Abwehr - Harald Pichler   Lukas Spendlhofer - Abwehr
Mittelfeld - Denis Streker   Marko Stankovic - Mittelfeld
Mittelfeld - Dieter Elsneg   Anel Hadzic - Mittelfeld
Mittelfeld - Marcel Ziegl   Daniel Offenbacher - Mittelfeld
Mittelfeld - Thomas Fröschl   Thorsten Schick - Mittelfeld
Mittelfeld - Clemens Walch   Daniel Beichler - Mittelfeld
Angriff - Denis Thomalla   Marco Djuricin - Angriff
Spieler Wechsel Spieler
56. Minute Thomas Murg für Clemens Walch
63. Minute Julius Perstaller für Thomas Fröschl
David Schloffer für Marko Stankovic 82. Minute
Simon Piesinger für Anel Hadzic 82. Minute
87. Minute Toni Vastic für Marcel Ziegl
Tomislav Barbaric für Daniel Beichler 92. Minute