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Spielercheck

Besser spät als nie

Das Abschiedsspiel von Darko Milanic war schwer. Sowohl für die Spieler als auch für die Zuschauer. Sturm agierte in einer mauen Partie sehr effizient und schoss spät aber doch die Rieder weiter in die Krise. Blacky of the Match ist deswegen auch der gefeierte Goldtorschütze.

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Ried war der erwartet starke Gegner, der sich vor heimischen Publikum aus dem Tabellenkeller schießen wollte. Vor allem in der ersten Hälfte drückten die Innviertler auf den Führungstreffer, scheiterten jedoch an ihrer Chancenauswertung. Dass Darko Milanic‘ Abgang wohl fest in den Köpfen der Spieler steckte, zeigte sich vor allem in der Offensive: Kaum Torchancen und kaum Bälle in die Tiefe. In Durchgang zwei nahm das Spielniveau nochmals ab und auch Ried kam kaum nach vorne. In der 85. Spielminute erlöste jedoch der Blacky of the Match mit seinem ersten Treffer im schwarz – weißen Trikot die mitgereisten Grazer und bereitete Milanic ein Abschiedsgeschenk.

Spielercheck_neu_Note_3,5
Lukas Spendlhofer

Es ist nicht nur das Tor, das den 21-Jährigen zum Blacky of the Match kürt. Als es zu diesem kam, hatte er sich sehr schlau an der zweiten Stange positioniert und verwertet einen Pass von Thorsten Schick. Der Verteidiger präsentierte sich meist sicher, lief viel und wagte gute Versuche – auch in Richtung Spieleröffnung – in der Defensive, auch wenn er beim Herausspielen manchmal unter Druck den Ball nicht an den eigenen Mann bringt. In der Defensivarbeit konnten dem Leihspieler im Spiel gegen Ried viele klärende Aktionen zugeschrieben werden. Er machte einen wesentlich besseren und sichereren Eindruck als Tomislav Barbaric zuletzt und harmoniert gut mit Michael Madl.

Spielercheck_neu_Note_3
Benedikt Pliquett

Eine sehr sichere Partie des Hintermannes. Pliquett hat in der Keine-Sorgen-Arena gehalten, was zu halten war – meist ungefährliche Schüsse – und ließ gegen phasenweise heranlaufende Rieder beim Herausspielen nichts anbrennen. Zwar riskierte es Pliquett in manchen Situationen, den Stürmer mit einem Haken ins Leere laufen zu lassen, doch solange dabei nichts schief geht, ist Pliquett dieser Mut zugute zu halten. Patzt er dabei, kann ihm das jedoch kaum verziehen werden.

Christian Klem
Christian Klem machte am vorgestrigen Abend in gewohnter Manier zügigen Betrieb nach vorne. Der Linksverteidiger spielte sich einige Male im Zusammenspiel mit seinem Vordermann Marko Stankovic in Flankenposition und brachte den Ball (nicht immer) verwertbar zur Mitte. In Minute 30 kam Sturm beispielsweise auf diese Art zu einer Torchance, als Marco Djuricin nach Stanglpass von Klem den Ball knapp an der rechten Stange vorbeispitzelte.

Thorsten Schick
Der Rückkehrer ließ am Samstag den gewohnten Biss vermissen. Der Mittelfeldspieler machte zwar mit einigen schönen Fragmenten und Ideen auf sich aufmerksam, aber auch er blieb meist ungefährlich. Trotzdem war er einer der aktivsten Spieler am Feld, brachte Tempo und Wirbel in die Partie. In der ersten Halbzeit kam kaum ein Ball über seine Seite. Schick zog da viel in die Mitte und nach links, da auch die Rieder über diese Seite kamen und spielten. Als Lukas Spendlhofer in der 85. Minute die Führung erzielte, spielte er die entscheidende Rolle: Das Tor war großartig vorgelegt.

Spielercheck_neu_Note_2,5
Aleksandar Todorovski

Die Offensivarbeit des rechten Außenverteidigers rentierte sich vorgestern nicht. Todorovski konnte sich ein paar Mal produktiv ins Angriffsspiel einschalten. Das Spiel fand zwar hauptsächlich auf der linken Seite statt, weshalb er defensiv weniger gefordert war und viel Spielraum nach vorne hatte. Die solide Arbeit muss man ihm jedoch anerkennen.

Michael Madl
Michael Madls Stärke ist es, vernünftig zu antizipieren und somit Spielzüge des Gegners vorzeitig im Keim zu ersticken. Diese Stärke konnte Madl auch gegen Ried wieder ausspielen. Durch reaktives Vorrücken lief er öfters Passwege zu und konnte mit seiner Balleroberung gefährliche Zuspiele entschärfen. Im Spielaufbau bediente der Kapitän das Mittelfeldzentrum meist sicher, patze jedoch bei weiten Bällen des Öfteren.

Daniel Offenbacher
Der 22-Jährige war in der Keine-Sorgen-Arena der umtriebigere der beiden Sechser. Wie so oft gab es einige Fouls (in unguten Situationen) zu verzeichnen, nach vorne wirkte er zahnlos, war aber oft in der Nähe des Balles und in den wichtigen Zweikämpfen zu finden. Wenngleich seine offensiven Qualitäten zu verkümmern scheinen, legte er defensiv zu: Er wirkte hinten ruhiger und abgeklärter als noch vor einigen Wochen oder Monaten. Zugegeben, der Gegner war nicht übermächtig – schon gar nicht durch die Mitte.

Anel Hadzic
Der Bosnier war am Samstag kaum zu sehen. Wie gewohnt leistete er die “Drecksarbeit” im Mittelfeld, konnte im Sechzehner auch einige Male per Kopf klären. Im Spielaufbau fand er sich ziwschen den Innenverteidigern wieder, um dem Rieder Angriff entgegenzuwirken. Der zusätzliche Mann hinten hat das Problem dann auch gut gelöst. Alles in allem heute wie ein Sechser der alten Schule: unauffällig aber durchaus souverän.

Marco Djuricin
Wie bereits im letzten Spiel, hing Sturms Spitze auch gegen die SV Ried total in der Luft – insgesamt 19 Pässe waren für Djuricin über die gesamte Partie zu verzeichnen. Den ersten Abschuss des Stürmers gab es erst in der 30. Minute. Hier und da bekam er weite Bälle auf der Seite. Aber bis Mitspieler zur Hilfe kamen, waren meist auch schon drei Verteidiger zur Stelle. Den Laufeinsatz kann man dem Stürmer jedoch nicht absprechen – er muss sehr fit sein, kämpfte viel. Doch aufgrund der aggressiven Spielweise der Rieder war es auch hinten eher schwer für ihn, Bälle zu holen. Wenn er vorne war, kam absolut nichts bei ihm an.

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Marko Stankovic

Gekämpft hat er, Marko Stankovic. Man sah ihm an, dass er etwas bewegen wollte. Doch das Spiel war sehr durchwachsen. Einem ungenauen Pass in der Spieleröffnung der 15. Spielminute folgte ein guter weiter Pass auf Djuricin in derselben Situation nur zwei Minuten später. In Standardsituationen der Rieder wirkte er hinten mit und versuchte dann, das Spiel zu eröffnen. Alles in allem gelang ihm jedoch sehr (wenn nicht zu) wenig.Ein erneut schwacher Auftritt des Spielmachers – eine Rolle, die er so gar nicht besetzen konnte. Dieser lag möglicherweise auch an Schmerzen durch eine angebrochene Zehe.

Daniel Beichler
Obwohl der 25-Jährige zu den älteren Spielern der Mannschaft zählt, zeichnete er sich gegen Ried erneut durch leichtsinnig vergebene Chancen aus. Er spielte sich manchmal zu sehr und nimmt seine Arbeit zu lässig, auch wenn er teils durchaus gute Ideen hätte. Dafür symptomatisch die erste Chance in Halbzeit zwei: Durch Zufall bekommt er den Ball, geht dann gut mit dem Ball nach vorne, schließt dann aber eigensinnig und zugegeben auch zu schlecht ab. Alles in allem eine typische Partie von Daniel Beichler. Defensiv muss man ihm aber in dieser Saison zu Gute halten, dass er zumindest gegenüber Florian Kainz ein Upgrade ist und mehr arbeitet. Dadurch wird Christian Klem merkbar geststärkt.

Zu Kurz eingesetzt: Simon Piesinger (Spielentscheidende Ecke herausgeholt, ansonsten unsichtbar), David Schloffer (Schick vor Tor klug eingesetzt), Tomislav Barbaric (Wechsel nur, um Zeit von der Uhr zu nehmen)

Anmerkungen

Die Leistung der Sturm-Spieler wird anhand von Bällen bewertet. Die höchste Bewertung sind dabei fünf Bälle, die niedrigste Bewertung ist ein Ball. Eine durchschnittliche Leistung ist mit drei Bällen gleichzusetzen, die auch den Ausgangs- bzw. Basiswert darstellen.