© Sturm12.at
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Sturmologe

Trainerwechsel oder eine Tragödie in mehreren Akten

Was haben Otto Baric, Janos Szep und Karl Adamek gemeinsam? Wer ist eigentlich der Bundesligatrainer mit der längsten Dienstzeit und warum ist Ried der Lieblingsgegner von Sturm? Das alles gibt es im neuen Sturmologen zu lesen.

Während sich derzeit scheinbar alles bei Sturm Graz um die eine, die große Causa Prima dreht, hat der Sturmologe wieder einmal getagt, seine Statistikwerk durchforstet und pointiert analysiert. Und nun erstattet er Bericht, was rund um das Gastspiel bei der SV Ried besonders, bemerkenswert und hervorzuheben war:

– Die Lieblingsgegner aus dem Innviertel. 69 Aufeinandertreffen mit den Oberösterreichern gab es bislang in der Bundesliga. Sturm ging am Samstag zum 41. Mal als Sieger vom Platz. Nur 15 Mal gelang es den Riedern einen Sieg einzufahren. 125:72 lautet die stolze Tordifferenz der Blackys.

– Das Spiel gegen Ried war das erste Spiel in dieser Saison, indem der SK Sturm kein Gegentor erhielt. Nun ist von den zehn Bundesligisten nur noch die Ried selbst ohne Zu-Null-Ergebnis in dieser Saison.

– Zum ersten Mal seit dem 27.04.2014 gelang es Sturm Graz in einem Pflichtspiel zu null zu spielen. Der glückliche Torschütze gegen den Wolfsberger AC damals: Robert Beric.

Lukas Spendlhofer erzielte seinen ersten Treffer für Sturm und in der Bundesliga.

– Spendlhofer war es auch, der die beste Passquote des Spieles aufweisen konnte. 83,3% waren es.

– 57,9% Ballbesitz für die Blackys stehen 42,1% der Innviertler gegenüber.

– Insgesamt gab es in der Partie nur sechs Schüsse, die auch aufs Tor gingen. Jeweils drei für jede Mannschaft.

– Ein nettes Zahlenspiel zum Gründungsjahr: In Minute 63 wurde bei Ried die Nummer 19 für die 09 ausgewechselt.

Darko Milanic

– Es war der letzte Auftritt des Slowenen als Sturm-Trainer. 473 Tage saß er auf der Trainerbank, ehe es ihn auf die Insel zu Leeds United zog.

– Nach acht Spielen liegt der neue Klub von Milanic mit 13 Punkten auf Platz elf in der Tabelle der englischen Championship.

– Insgesamt stand der gelernte Schiffsmaschinen-Techniker drei Mal in den Diensten des SK Sturm. Bereits 1993 kam er nach Graz und blieb dort bis zu seinem aktiven Karriereende im Jahr 2000. Von 2006 bis 2007 war er Co-Trainer von Franco Foda, seit Juni 2013 nahm er selbst die Rolle als Chefcoach ein.

– In 45 Bundesliga-Spielen gab es für den Slowenen und seine Mannschaft mehr Niederlagen als Siege. 16 Mal ging eine Milanic-Elf als Sieger vom Platz, 18 Mal als Verlierer. Elfmal gab es ein Remis.

– Ein kleiner Vergleich: Franco Foda fuhr als Coach im Schnitt 1,61 Punkte pro Spiel ein, Peter Hyballa 1,55, Darko Milanic 1,47. Unangetastet bleibt da die Bilanz von Ivica Osim, dem 1,83 Punkte pro Partie gelangen.

– Unter Milanic gelang dem SK Sturm der höchste Auswärtssieg der Vereinsgeschichte (6:0 in Grödig),  in Salzburg konnten die Schwarz-Weißen erstmals seit fast 12 Jahren wieder einen Sieg zu erringen.

– Für den Ex-Meistermacher von Maribor springt nun Günther Neukirchner als Interimstrainer in die Bresche. Der ehemalige Rekord-Spieler (411 Bundesliga-Einsätze für Sturm), dessen Rückennummer drei nicht mehr vergeben wird, wird zumindest bis Dienstag auf der Trainerbank sitzen. Für ihn ist es das Debüt als Sturm-Trainer.

– Hoch ist der Trainerverschleiß der letzten Jahre: Nach dem Abgang von Franco Foda im März 2012 gibt es mit Günther Neukirchner nun den bereits vierten Trainer in zweieinhalb Jahren. Zuvor waren bereits Peter Hyballa und Markus Schopp gescheitert. Der Nachfolger Darko Milanics wird also der bereits fünfte Sturmtrainer in 30 Monaten sein sein.

– Bereits mehrere Male gab es so eine hohe Fluktuation auf der Trainerbank der Grazer. Zwischen 1960 und 1967 wechselte der SK Sturm in jedem Jahr zumindest einmal den Trainer. Erst mit der Ära des Gerd Springer (1967-1970) endete diese Serie. Zuvor waren unter anderen Janos Szep, Otto Mühlbauer, August Rumpf (zwei Mal Sturm-Coach in dieser Zeit), Karl Adamek und Karl Kowanz im Einsatz gewesen. Insgesamt gab es in dieser Zeit acht Trainer, die eingesetzt wurden.

– Es gab aber auch ganz andere Zeiten bei Sturm: 1994 kam Ivica Osim zu Sturm Graz und blieb bis 2002. Damals war er der am längsten bei einem Bundesligaverein im Einsatz stehende Trainer der Bundesligageschichte. Erst Franz Lederer übertrumpfte diesen Rekord kurz vor seinem Trainerende beim SV Mattersburg im Jahre 2013. Osim war 3027 Tage lang Trainer bei Sturm und saß 299 Mal auf der Bank, während Lederer in 3127 Tagen im Burgenland 307 Spiele an der Seitenlinie stand.

– Vor der Ära Osim gab es bei Sturm aber eine weitere hohe Trainerwechseldichte. Von April 1984 bis Juni 1994 standen elf Trainer in den Diensten des Sportklub Sturm, darunter Robert Pflug, Otto “Maximale” Baric, August “Gustl” Starek, Franz Mikscha und Walter Ludescher.

SV Austria Salzburg

– Erstmals seit dem 7. Mai 2005 gibt es wieder ein Aufeinandertreffen mit dem einstigen Liga-Rivalen aus der Mozartstadt. Der damalige Endstand: 1:0 für die Austria im Stadion Wals-Siezenheim. Dort stand übrigens noch Günther Neukirchner als Spieler am Platz.

– Im Cup gab es bereits einmal eine Begegnung mit den Salzburgern. Am 8. April 1998 gewannen die Blackys im Viertelfinale des ÖFB-Cups nach Verlängerung mit 1:0 im Lehener Stadion. Torschütze: Gilbert Prilasnig.

– Die Cup-Partie wird im oberösterreichischen Vöcklabruck ausgetragen. In 105 Jahren Sturm Graz gab es dort noch keinen einzigen Auftritt  der Steirer.