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Spielercheck

Der Quarterback

Nach einer spielbestimmenden, aber dennoch mäßigen Leistung gestalten sich die Spielerbewertungen naturgemäß ebenso unaufregend. Blacky of the Match nach dem Unentschieden gegen den Aufsteiger ist dieses Mal der Quarterback im Spiel der Grazer.

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Ein 2:2 gegen den Aufsteiger lässt ein Heimpublikum nicht verzücken – schon gar nicht das von Sturm. So gab es gestern nach Schlusspfiff sogar vereinzelt Pfiffe von den Rängen. Denn viel Licht war da gestern tatsächlich nicht zu erkennen im Spiel der Grazer Mannschaft. Auf eine übermäßig dominante Phase zu Beginn des Spiels folgten Ideenlosigkeit und Nervosität im Offensivspiel und permanente Blutdruckerhöher in der Defensive. Am Ende stand ein einigermaßen gerechtes Unentschieden. Daran ändern konnte auch unser Blacky of the Match nichts, der wie schon im Spiel gegen die Austria aus Salzburg als Quarterback hinter den Angriffsreihen fungierte und an praktisch allen Möglichkeiten des Heimteams beteiligt war. Wir begrüßen Daniel Offenbacher.

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Daniel Offenbacher
Er war, wie schon gegen Austria Salzburg, der Quarterback im System des Günther Neukirchner. Bei Ballbesitz rückte er oft zwischen die Innenverteidiger und verteilte die Bälle gut. In dieser Position fühlte sich der als Offensivspieler verschriene Spieler sichtlich wohl und ermöglichte Anel Hadzic einmal mehr, sich als umtriebiger Regisseur zu betätigen. Für die gute Leistung belohnte sich Offenbacher mit einem Tor, obwohl dieses weniger er selbst, sondern mehr die Mauer der Altacher für sich verbuchen muss. Seisdrum, abgefälschte Tore zählen auch.

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Christian Klem
Offensiv war Klem am gestrigen Nachmittag in Liebenau etwas weniger zu sehen als gegen Salzburg. Das ist aber nicht verwunderlich, denn er hatte hinten mit dem großartigen Kovacec seine liebe Mühe. Vorne konnte sich Klem gelegentlich mit seinen gewohnt quirligen Vorstößen im Doppelpasspiel mit seinen Vorderleuten einbringen. Das eröffnete auch einige durchwegs brauchbare Möglichkeiten – echte Torgefahr ging vom Linksverteidiger jedoch kaum aus. Die meisten Hereingaben waren ungenau oder zu durchsichtig getreten.

Anel Hadzic
Anel Hadzic war wie schon gegen Austria Salzburg der umtriebigste Akteur in den Reihen der Schwarz-Weißen. Der Achter war beinahe überall am Spielfeld zu sehen und war  im Grazer Angriffsspielder Impulsgeber schlechthin. Er spielte im zweiten Spiel unter Neukirchner erneut wesentlich offensiver orientiert als meist unter Milanic. Seine Angriffsfreude lohnte sich. Mit dem Freistoß-Hammer aus rund zwanzig Metern in der  20. Minute war Hadzic für eines der beide Sturm-Tore wesentlich mitverantwortlich – Beichler brauchte den kurz abgewehrten Ball nur mehr abzustauben.

Marco Djuricin
Er hat Klasse. Das bewies Marco Djuricin auch gestern, obwohl ihm kein Beitrag zu einem Tor gelang. Der Neuner konnte am gestrigen Nachmittag konstant Torgefahr ausstrahlen, indem er sich im engen Raum – Altach stand tief und höchst geordnet formiert – geschickt bewegte. Djuricin sprintete wie gehabt in kluger Manier zwischen die Schnittstellen und lieferte so einige Zuspiele in die Mitte. Mit seiner engen Ballführung konnte er sich außerdem auch auf engstem Raum gegen mehrere Altacher durchsetzen. Beispielsweise in der 55. Minute als er im Altacher Sechzehner mehrere Spieler der Gäste austänzelte und nur aufgrund eines gekonnten Fuß-Reflexes von Altach-Tormann Kobras nicht ins Tor traf.

David Schloffer
David Schloffer hat mit seinem Tempo und seiner Wendigkeit viel Schwung gebracht. Zwar konnte er diesen Schwung nicht in Zählbares ummünzen – vor allem seine Hereingabe aus dem Mittelfeld in den letzten Spielsekunden war unnötig ungenau. Mit seiner Leistung in den letzten 28 Spielminuten gab Schloffer jedoch definitiv eine Empfehlung für einen Einsatz in der Startelf ab. Insbesondere, da Stankovic und Beichler erneut eher schwankende Leistungen zeigten.

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Aleksandar Todrovski
Keine sonderliche gute und auch keine schlechte Partie des Mazedoniers. Hinten war Todorovski selten wirklich gefordert. Die Altacher kamen wenig über die Flügel, vor allem auf ihrer linken Seite zog Louis Ngwat-Mahop häufig in die Mitte und beschäftigte andere Spieler. Nach vorne zeigte Todorovski gewohnt viel Engagement, aber letztlich resultierte daraus auch gewohnt wenig Zählbares. Verglichen mit der mauen Darbietung gegen Austria Salzburg zeigte Todorovski gestern keine Steigerung.

Michael Madl
Viel gibt es zum Auftritt von Michael Madl gestern nicht zu vermelden – weder besonders positiv noch negativ trat er vor 12.300 Fanlinsen. Doch wenn, dann eher zweiteres. So wirkte die gesamte Defensivabteilung insbesondere bei den Standards gestern alles andere als sattelfest. Initiiert durch eine sehr verunsicherte Tormannleistung machte auch der Kapitän in den zahlreichen Luftkämpfen im eigenen Strafraum keine souveräne Figur. Am Ende steht dann noch ein zweifelhafter Auftritt als Stürmer – in Summe medioker.

Lukas Spendlhofer
Der erste Gegentreffer geht auf die Kappe von Lukas Spendlhofer. Der Innenverteidiger ließ Hannes Aigner gänzlich gewähren, dieser brauchte unbedrängt nach einem Eckball aus kurzer Distanz nur mehr zur frühen Führung für Altach einnicken. Auch sonst war Lukas Spendlhofer gestern nicht an sehr nahe an seinem bisher gezeigten Leistungsvermögen. Seine Spieleröffnungen gingen öfter als gewohnt direkt zum Gegenspieler – doch war er auch gestern der einzige Spieler, der in dieser Disziplin wirklich kreative Lösungsversuche probiert.

Thorsten Schick
Thorsten Schick zeigte sich gestern wieder einmal dynamisch im Offensivspiel, allerdings brachte er nicht so zündende Ideen auf den Rasen, wie in den vergangenen Spielen – mit Zug nach vorn war gestern über das gesamte Spiel vor allem die linke Seite gesegnet. Und in der Defensive war der Rechtsaußen im Zusammenspiel mit Todorovski weit unsicherer als gewohnt. Vor allem für das 1:0 ist Schick mitverantwortlich. Ein Ballverlust über rechts führte zum Altacher Konter, aus dem der Tor-verursachende Eckball resultierte.

Daniel Beichler
Begonnen hat das Spiel für Daniel Beichler mit der schon fast obligatorischen gelben Karte für eine Schwalbe. Danach zeigte Beichler eine durchschnittliche Partie im linken Mittelfeld, mit einigen Ausreißern nach oben. Einer davon war das Nachschusstor, nach einem Freistoß von Anel Hadzic, bei dem Beichler den Ball nur mit Mühe ins Tor brachte – aber immerhin. Auch sonst brachte sich Beichler immer wieder gute Positionen, schloss dann aber meist viel zu schwach ab.

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Marko Stankovic
Marko Stankovic hat gegen Altach wie im Cupspiel unter der Woche nur bedingt gezeigt, was in ihm steckt. Die Rolle des Spielmachers übernahm Hadzic, Stankovic mimte den Mitläufer. Stankovic präsentierte sich mit seiner guten Technik zwar solide im Passpsiel, aber gestern waren von ihm zu wenig finale Zuspiele oder Abschlüsse zu sehen – das ist für einen Zehner zu wenig.

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Benedikt Pliquett
Der Schlussmann gab gestern nicht unbedingt eine Empfehlung ab. Bei beiden Gegentoren ist er keinesfalls alleine zu beschuldigen, aber sicher auch nicht von Schuld freizusprechen. Bei Aigners Kopfball zum 1:0 geht die Flanke sehr nahe am Tor vorbei. Hier hätte er schon, bevor der Torschütze zum Ball kam, intervenieren müssen, ließ sich aber von Alexander Pöllhuber blockieren. Beim zweiten Gegentor laufen ihm gleich drei Altacher ins Blickfeld, ein kluger Zug der Vorarlberger, dennoch stellt sich Pliquett auch ungeschickt an und geht früh zu Boden. Auch sonst war der fast zwei Meter große Tormann nicht immer Herr seines Strafraums. Bei Flanken ließ er sich einige Male von gegnerischen Stürmern blockieren und verpasste dadurch den Ball. Und viele lässige Aktionen beim Herausspielen verkamen diesmal teils zu fahrlässigen Aktionen. Nach zwei Zu-Null-Partien heute keine gute Leistung von Pliquett.

Zu kurz eingesetzt: Sandi Lovric (Solosechs!)

Anmerkungen
Die Leistung der Sturm-Spieler wird anhand von Bällen bewertet. Die höchste Bewertung sind dabei fünf Bälle, die niedrigste Bewertung ist ein Ball. Eine durchschnittliche Leistung ist mit drei Bällen gleichzusetzen, die auch den Ausgangs- bzw. Basiswert darstellen. Das Ergebnis ergibt sich dabei aus der gemeinsamen Diskussion der Sturm12.at-Redakteure, bleibt aber letztlich subjektiv.