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Sturm vs. Grödig

Authentischer Arbeitsauftakt

Spiel eins in Franco Fodas dritter Amtszeit. In einem chancenreichen, aber ineffizienten Spiel kann Sturm als verdienter Sieger hervorgehen. Das späte 1:0 krönt eine solide, aber keineswegs überragende Leistung im Comeback-Spiel des Trainers.

Foda1 “Es ist nicht notwendig, ihn vorzustellen”, sagt Stadionsprecher Ludwig Krentl und tut es dann doch. Er zählt Franco Fodas Sturm-Erfolge als Spieler und als Trainer auf und schließt seine Begrüßungsworte mit einem jubilierenden “Welcome Back”. Die Nordkurve stimmt mit einem “Franco Foda”-Sprechchor ein. Der Gehuldigte selbst steht in seiner Coachingzone und beantwortet erfahren im Scheinwerferlicht die Fragen des Moderators aus dem sky-Studio. Franco Foda ist also wieder Sturm-Trainer. Diese Woche wurde der Mainzer zum dritten Mal als Cheftrainer bei Sturm inthronisiert.

Bei seinem Comeback in Liebenau gegen den SV Grödig würfelte Foda an einigen Positionen um. Auf der linken Außenverteidigerposition lief gezwungenermaßen – Christian Klem fiel verletzt aus – Aleksandar Todorovski auf, Martin Ehrenreich durfte daher an Todorovskis nomineller Seite verteidigen und David Schloffer anstatt des gelbgesperrten Daniel Beichler von Beginn an ran. Im Tor setzte Foda auf den Tormann, der 2011 den unter seiner Regentschaft erspielten Meisterteller in die Höhe stemmte. Christian Gratzei verdrängte den gegen Altach fehlerbehafteten Benedikt Pliquett im Tor.

Unentschlossene Dominanz
Die ersten fünf Spielminuten zeigen, was der restliche samstägliche Fußballabend in Liebenau bieten wird. Sturm möchte das Spielgeschehen dominieren, kommt jedoch nur unentschlossen vor das gegnerische Tor. Grödig verteidigt geordnet und konzentriert sich auf sein Umschaltspiel. In der 7. Minute kommt Thorsten Schick nach Zusammenspiel mit Marco Djuricin zu Fall, Anel Hadzic scherzelt die anschließende Freistoß-Flanke von Daniel Offenbacher mit dem Hinterkopf über das Tor. Eine Szene, die aus dem intensiven Mittelfeldgeplänkel hervorsticht. Selbiges sehen die Zuseher auf der Gegenseite: Stefan Nutz zirkelt eine Freist0ß-Flanke aus rund 25 Metern an der linken Stange von Gratzeis Tor vorbei. Die erste gefährliche Aktion aus dem Spiel heraus gelingt den Gästen: Philipp Huspek kann nach einem Grödiger Ballgewinn an der Mittellinie ins Eins gegen Eins mit Aleksandar Todorovski gehen – der Linksverteidiger hat an diesem Abend so seine liebe Not mit seinen Gegenspielern -, im Strafraum zur Mitte ziehen und abschließen: Der Ball tropft von der Stange ins Toraus.

Langsames Erwachen
Sturm braucht seinerseits noch etwas Zeit, um für Gefahr aus dem Spiel heraus zu sorgen. Nach und nach können sich die Hausherren jedoch ins Angriffsdrittel kombinieren und in der 18. Minute wird es dann für die Salzburger erstmals richtig heikel. Thorsten Schick schupft den Ball von der rechten Cornerlinie zur Mitte, Djuricin verlängert nur knapp ans lange Eck vorbei. Nur eine Minute später muss es dann 1:0 für Sturm stehen. Weil sich David Schloffer jedoch nur unzureichend über den Ball lehnt, als Marko Stankovic von rechts auf den am Grödiger Elfmeterpunkt völlig freistehenden Rechtsaußen spielt, geht der Ball eine gute Handlänge über das Tor von Cican Stankovic – eine Großchance, die man nutzen muss.

Die Gäste verhindern das offensiv-orientierte Spiel in die Tiefe großteils geschickt und spielen nach Ballgewinn direkt nach vorne. Die erste Hälfte des Spiels präsentiert sich als offener Schlagabtausch, in dem Sturm auf das 1:0 drängt, Grödig aber jederzeit nach einem gepflegten Konter ebenso in Führung gehen kann. Es gelingt beiden Mannschaften nicht. Sturm kommt in seiner 4-2-3-1-Formation, in der sich einer der beiden Sechser – meistens Anel Hadzic – zwischen die Innenverteidiger fallen lässt, um das Spiel im Stile eines Quarterbacks zu eröffnen und beinahe jeder Angriff über rechts vorgetragen wird, häufig ins Angriffsdrittel, findet jedoch nur mehr zwei Torchancen vor. Djuricin kann einen Rückpass des Grödiger Rechtsverteidigers abfangen, den Ball knapp vor Corner-Linie aber nur ins Außennetz schießen. Kurz darauf schießt der Neuner aus zwanzig Metern glasklar vorbei am Tor von Stankovic, der sich kurz zuvor den Ball beim Herausspielen beinahe ins eigene Tor vorgelegt hätte.

Annäherung
Nach Wiederanpfiff nimmt das vor der Pause fetstgefahrene Spiel wieder Fahrt auf. Yordy Reina eröffnet in der 48. Minute den hochfrequentierten Chancen-Rhyhtmus. Der Grödiger Stürmer sprintet nach einem Lochpass in den Grazer Strafraum, schießt jedoch äußerst locker. Marvin Potzmann startet von der Mittellinie durch, lässt Todorovski mit einem einfachen Haken zur Mitte stehen – Stefan Nutz kann den Stanglpass nicht verwerten. Im Anschluss meldet sich Sturm dann in Halbzeit zwei an. Marco Djuricin kann nach zwei geschickten Einzelleistungen beinahe jubelnd abdrehen. Der Neuner lässt seinen Gegenspieler mit einem spritzigen Haken im Eins-gegen-Eins stehen und zieht ab – Stankovic hält den gut angetragenen, aber unzureichend platzierten Schuss. Eine Minute später dreht sich Djuricin an der gegnerischen Strafraumgrzenze frech um seine eigene Achse, spitzelt seinen Schuss jedoch weit am Tor vorbei. Und auch vom Kollektiv in Szene gesetzt, kann Djuricin nicht das mittlerweile verdiente 1:0 erzielen. In der 58. läuft Djuricin nach einem sehenswerten Lochpass von Zehner Marko Stankovic alleine auf das Tor von Cican Stankovic zu – der Grödiger Schlussmann präsentiert sich jedoch reaktionsstark und wehrt den flachen Abschuss ins Torout.

foda-jubelLausbubenstreich
Sturm drängt nach der erneut ausgelassenen Torchance weiterhin nach vorne und dominiert nun endgültig: Marko Stankovic schießt nach Doppelpass mit Schick aus spitzem Winkel – Stankovic wehrt zur Ecke ab. Lukas Spendlhofer setzt nach der Eckball-Flanke einen Kopfball aus fünf Metern völlig freistehend neben das Tor. Nur eine Minute später schießt Stankovic vom Sechzehner um Zentimeter am gegnerischen Tor vorbei. Es steht zu diesem Zeitpunkt nur mehr Unentschieden, weil sich Sturm als ineffizient erweist. Und weil es immer noch Unentschieden steht, kann Grödig in seiner ersten Chance nach zwanzig Minuten beinahe völlig entgegen des Spielverlaufs in Führung gehen. Christian Gratzei schätzt in der 71. Minute einen Lochpass falsch ein, kann den Ball vor dem heraneilenden Reina nicht wegfausten, doch der Grödiger Stürmer schießt aus spitzer, aber nicht gänzlich unmöglicher Position über das leerstehende Tor. Foda bringt nach dieser Szene mit Andreas Gruber eine neue Kraft für die Offensive – die fünfzehnminütige Drangphase hat Kraft gekostet, aus dem Angriffsspiel ist die Luft draußen. Erst in der 82. kann Sturm wieder gefährlich werden. Dieses Mal endgültig. Marko Stankovic spitzelt einen Eckball von der Grödiger Hintermannschaft unbemerkt ins Feld, Daniel Offenbacher schnappt sich den Ball und flankt. Am langen Eck wirft sich Hadzic vor einen Grödiger Verteidiger-Kopf in die Flanke, bringt den Ball zur Mitte und Djuricin braucht die Kugel nur mehr über die Linie zu drücken – 1:0 für Sturm. Es ist das dritte Standard-Tor von Sturm in den vergangenen zwei Spielen. Grödig hat diesem späten Gegentreffer nichst mehr entgegenzusetzen. Die Salzburger kommen nicht mehr in die Offensive, sondern sind nur mehr mit Verteidigen gegen ein weiterhin nach vorne spielendes Sturm beschäftigt.

Gratzei im Glück
In der 88. Minute zieht Schick nach Doppelpass in den Strafraum, vertändelt den Ball dort aber. Marco Djuricin kann kurz darauf einen Stanglpass nur in die Hände von Stankovic spielen. Trotz dieser Überlegenheit kann Grödig jedoch noch einmal gefährlich werden. Christian Gratzei lässt es erneut selbstverschuldet in seinem Strafraum brenzlig werden. Der Tormann kommt in der 91. Minute nach einem Lochpass harsch aus seinem Kasten, Matthias Maak kann den Ball vor seinen Händen wegspitzeln, den weit vorgelegten Ball jedoch nicht mehr erwischen. Und weil Schiedsrichter Oliver Drachta nicht pfeift und auf den Elfmeterpunkt zeigt, obwohl Gratzei den Grödig-Angreifer am Fuß getroffen hat, war es das. Sturm siegt 1:0. Spieler, Trainer und General-Manager bilden nach dem Schlusspfiff einen familiären Kreis, die Nordkurve ruft “Franco Foda.” Der Trainer dreht eine halbe Stadionrunde und applaudiert.

Stadion Liebenau 11. Runde Zuschauer: 9.113

Sturm Graz
04.10.2014, 18:30 Uhr
1:0
(0:0)

SR: Oliver Drachta

SV Grödig
Torschütze (Vorlage) TORE Torschütze (Vorlage)
Marco Djuricin (Anel Hadzic) 83. Minute
Spieler Karten Spieler
Michael Madl (Gelb)21. Minute
22. MinuteReyna (Gelb)
31. MinuteStefan Nutz (Gelb)
Anel Hadzic (Gelb)56. Minute
Thorsten Schick (Gelb)61. Minute
Marko Stankovic (Gelb)90. Minute
Spieler Aufstellung Spieler
Tormann - Christian Gratzei   Cican Stankovic - Tormann
Abwehr - Lukas Spendlhofer   Christoph Martschinko - Abwehr
Abwehr - Michael Madl   Marvin Potzmann - Abwehr
Abwehr - Aleksandar Todorovski   Robert Strobl - Abwehr
Abwehr - Martin Ehrenreich   Matthias Maak - Abwehr
Mittelfeld - Thorsten Schick   Robert Völkl - Mittelfeld
Mittelfeld - Marko Stankovic   Stefan Nutz - Mittelfeld
Mittelfeld - Anel Hadzic   Daniel Schütz - Mittelfeld
Mittelfeld - Daniel Offenbacher   Philipp Huspek - Mittelfeld
Mittelfeld - David Schloffer   Timo Brauer - Mittelfeld
Angriff - Marco Djuricin   Serna Reyna - Angriff
Spieler Wechsel Spieler
59. Minute Sascha Boller für Daniel Schütz
Andreas Gruber für David Schloffer 74. Minute
79. Minute Roman Wallner für Reyna
Simon Piesinger für Marko Stankovic 84. Minute
85. Minute Sandro Djuric für Timo Brauer
Marco Djuricin für Josip Tadic 90. Minute