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Sturms Jungspunde im Fokus

"Lovric ist für sein Alter irrsinnig weit"

Gestatten: Sandi Lovric, 16 Jahre alt, Fußballprofi. Für viele gilt dieser junge Mann als Jahrhunderttalent der Sturm-Jugend. Doch was macht ihn aus? Was macht Sandi Lovric zu Sturms größter Jugendhoffnung?

Sandi Lovric scheint auf den ersten Blick ein ganz normaler Teenager zu sein. Doch das ist er nicht. Denn der 16-Jährige lebt das, wovon viele Jugendliche in seinem Alter nur träumen. Er ist Fußballprofi und auf einem guten Weg, ein ganz Großer zu werden. Doch auf diesem Weg spielen viele Faktoren eine Rolle. Glück ist nur einer davon. U17-Teamchef Manfred Zsak sprach mit Sturm12.at über Sturms Jugendnationalteam-Exporte, die Definition von Talent und Sturms Nachwuchsabteilung.

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CC BY-SA 2.5, Steindy

8. Oktober 2014: Österreichs U17 Nationalteam trifft im Rahmen der EM Qualifikation in Albanien im Auftaktmatch auf San Marino. Am Ende des Spiels steht ein 2:0 für das Team von Manfred Zsak auf der Anzeigetafel, beide Treffer erzielte der Kapitän und Leistungsträger Sandi Lovric. Er ist einer der beiden Schwarz-Weißen im 1998er-Jahrgang des ÖFB-Teams. Fabian Ehmann, seines Zeichens in der internen Torhüter-Hierarchie bei Sturm Graz wohl vierter Torhüter, bot ebenfalls eine gute Leistung und hielt seinen Kasten sauber. Inzwischen gewann Österreich auch das zweite Match der Qualifikation, für die im kommenden Jahr stattfindende Europameisterschaft in Bulgarien. Sandi Lovric zeigte wieder eine klasse Leistung.

Manfred Zsak weiß, was er an dem 16-jährigen Youngster hat: „Sandi Lovric hat das Potenzial, zu einem sehr guten Bundesliga-Spieler zu werden, unter Umständen auch Nationalteamspieler zu werden. Er ist für sein Alter schon irrsinnig weit. Sein Potenzial nach oben ist unendlich groß.” Auf die Frage, warum Lovric seine Mannschaft als Kapitän auf Feld führt, antwortete der ehemalige Nationalspieler: „Er ist Kapitän, weil er eine Persönlichkeit ist, er kann eine Mannschaft führen.“ Jedoch habe er keine anderen Rechte im Vergleich zu den anderen Spielern seines Jahrgangs. Lovric sei aus Zsaks Sicht sein “verlängerter Arm zur Mannschaft”. Dass Sandi Lovric viel Potenzial hat, ist kein Geheimnis, doch hat er wirklich das Potenzial, ein ganz Großer zu werden? Laut Zsak, der selbst unter anderem beim GAK gespielt hat, ist es wichtig, dass junge Akteure Spielpraxis sammeln. Egal ob in der Amateur-Mannschaft oder in der Kampfmannschaft. Es wäre vielleicht sogar klüger, Lovric und die weiteren schwarz-weißen Talente in der zweiten Mannschaft spielen zu lassen, da der Druck dort nicht so groß ist wie in der Kampfmannschaft.

Fabian Ehmann ist eine weitere heiße Akte im österreichischen Jugendfußball. Der ebenfalls 16-Jährige bekleidet in Zsaks Team die Position des Torhüters. „Fabian Ehmann hat die nötige Größe, er ist ruhig im Spiel, er ist auf einem sehr guten Weg, ein klasse Torhüter zu werden.” Glück ist wohl der wichtigste Faktor, um im Fußball weit zu kommen. Das betont der 49-jährige erneut. Es sei außerdem wichtig, menschlich auf dem Boden zu bleiben – so zumindest lautet die “Zsak’sche Erfolgsformel”. Dass die steirische Akademie eine bedeutende Rolle im österreichischen Nachwuchsfußball spielt, zeigt sich auch aufgrund der Tatsache, dass einige Spieler im U17-Team aus jener Akademie stammen. Als Beispiel hierfür dient Oliver Filip, der erst im August von der AKA Steiermark-Sturm Graz zu Bundesligakrösus Red Bull Salzburg gewechselt war. 

Das EM-Qualifikationsturnier in Albanien läuft für das Team rund um Shootingstar Sandi Lovric richtig gut. Zwei Spiele, zwei Siege – 4:0 lautet das Torverhältnis. Der Aufstieg ist vor dem gegen Norwegen stattfindendem letzten Turnierspiel fixiert, die Tickets für die Eliterunde im Frühjahr 2015, wo sich endgültig 15 Teilnehmer für die Europameisterschaft qualifizieren können, schon gebucht werden. Der Hauptbewerb ist das Ziel, die Eliterunde zu überstehen wird jedoch schwierig. „Die üblichen Verdächtigen sind bei den Nachwuchsmannschaften dieselben wie bei den Erwachsenen. Deutschland, Spanien und Frankreich sind zum Beispiel sehr stark“, erklärt Zsak. Das Ziel ist der Sieg der Eliterunde, sagt der Trainer, der betont, wie wichtig ein gutes Auftreten bei der daraus resultierenden Europameisterschaft wäre, geht es hierbei doch um die Eintrittskarte für die Weltmeisterschaft im selben Jahr. Spätestens dann wäre Sandi Lovric endgültig am Radar einiger internationaler Topklubs.