© Katharina Wieland Müller  / pixelio.de
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Spielvorschau

Wiener Wochen

Nach dem Ligamatch und Cupspiel gegen Rapid folgt am Samstag um 16 Uhr der nächste Schlager gegen einen Wiener Klub: Es geht auswärts gegen die Wiener Austria, die zuletzt wieder starke Leistungen bot und diesen Trend gegen Sturm weiter bestätigen will.

 © SturmTifo.com
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Nach den eher unterzeugenden Auftritten gegen Rapid am Samstag in der 13. Runde der Bundesliga und am Mittwoch im ÖFB-Cup geht es für die den SK Sturm wieder gegen eine große Wiener Mannschaft. In der 14. Runde trifft man auf den direkten Tabellennachbarn Austria Wien. In der fünfte Runde, noch unter Trainer Darko Milanic, holte Sturm ein leistungsgerechtes Unentschieden daheim gegen die Wiener. Die Austria von damals dürfte allerdings als wesentlich schwächer, wenigstens inkonstanter einzuschätzen sein, als die von heute. Zuletzt gab es zwei Siege in Folge für die Violetten unter dem bereits angezählt geglaubten Trainer Gerald Baumgartner.

Drei Spiele, drei Siege?
Ebendieser hatte bereits vor dem Bundesligaspiel gegen Wiener Neustadt von seiner Mannschaft drei Siege gefordert. Bisher ging die Rechnung auf, die Neustädter besiegte man glatt mit 2:0. Daniel Royer (12. Minute) und Alexander Grünwald (24. Minute) fixierten mit ihren beiden Toren in der ersten Halbzeit bereits früh den Sieg. Das Match wurde von Start bis Schluss von der Wiener Austria dominiert und hätte durchwegs höher für die Mannschaft vom Verteilerkreis ausfallen können – allein Omer Damari kam in der Schlussphase noch zu zwei Großchancen. Auch defensiv bot die Austria an diesem Tag eine ansehnliche Leistung und ließ kaum Chancen zu. Die Violetten wirken wieder ein wenig gefestigt.

Austria stark im Cup
Was die Teams aktuell an der Tabellenposition eint, unterscheidet sie also in Formkurve und Konstanz. Konnte Sturm unter der Woche nur wenig glänzen, fertigte die Austria am Mittwoch den Erst-Liga-Klub TSV Hartberg mit sechs Toren in der eigenen Hütte ab. Die Violetten boten dabei eine sehr starke Leistung mit mitunter schönen Toren. „Wir waren von Beginn weg sehr konzentriert und haben schöne Tore geschossen. Das war eine sehr professionelle Leistung, es gibt an diesem Erfolg nichts zu kritisieren. Es ist alles aufgegangen, was wir uns vorgenommen haben“, schätze Coach Baumgartner die Leistung seiner Mannschaft ein aber betonte auch, dass sie sich jetzt gut regenerieren müssten, da sie auch im schweren Heimspiel gegen Sturm Graz unbedingt gewinnen wollten. Und langsam beginnt man in der Hauptstadt, von einem “System Baumgartner”, das zu wirken begänne, zu sprechen.

Die zuletzt ein bisschen weißgewaschene Weste der Austria könnte aber gegen Sturm aber auch aufgrund von akuten Personalsorgen in der Abwehr gleich wieder beschmutzt werden. Ganze vier Verteidiger fehlen Trainer Baumgartner (Vance Sikov, Neuzugang Jens Larsen, Markus Suttner und Philipp Koblischek), in der Offensive kann er aus dem Vollen schöpfen. Auch könnte die Spielidee der Austrianer den Grazern entgegenkommen. So könnte das Offensivpressing der Austrianer die Grazer tiefer als zuletzt stehen lassen. Mit kampfbetonter Gangart, schnellem Umschaltspiel und der Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor könnten die Blackies zurück auf die Siegerstraße kommen. Könnten.

Sturm auswärts schwach
Letzte Saison konnte Sturm die Austria (1:2) einmal auswärts schlagen, doch gab es auch eine Niederlage (3:2) gegen die Violetten. In der heurigen Saison präsentierte sich Sturm auswärts nicht konstant. Neben einem Unentschieden gegen Rapid (1:1), einem mageren 0:0 gegen Wiener Neustadt und einem recht sensationellen 2:3 Sieg in Wals-Siezenheim gegen die Bullen gab es bloß noch zwei Niederlagen gegen den SC Altach und den SV Grödig. So oder so: Für Samstag muss sich Franco Foda einiges einfallen lassen. Neben akuten Problemen mit der Chancenauswertungen und Schwachstellen in der Verteidigung, die die beiden Partien gegen Rapid offenbarten, stehen auch einige Spieler wegen diverser Verletzungen nicht zur Verfügung. Andreas Pfingstner fehlt ebenso wie die schmerzlich vermissten Naim Sharifi und Marc Andre Schmerböck. Anel Hadzic hat heute wieder mit der Mannschaft trainiert.

Neben einer gefestigten Defensive müssen die Blackys zweifelsohne auch im Spiel nach vorne kreativer und schneller spielen. Die Spiele gegen Rapid zeigten, dass die Blackies zu träge und zu wenig durchschlagskräftig im Offensivspiel sind. Es würden sich Spielerwechsel anbieten. Vor allem Daniel Beichler und Daniel Offenbacher könnte Foda einmal eine Pause gönnen. Mit Josip Tadic, David Schloffer und Sandi Lovric brennen drei mögliche Ersatzkandidaten sicher auf einen Einsatz von Beginn an.

 © SturmTifo.com
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Zum Schluss sei gesagt, dass die nächsten Spiele bereits richtungsweisend für das Rennen um die internationalen Startplätze sein könnten. Was beiden Mannschaften mit Sicherheit nicht weiterhelfen wird, ist ein Remis wie im ersten Spiel der Saison im August. Damals stand das Spiel im Zeichen der Grazer, nur wie der roten Faden der vergebenen Chacen sich auch durch die Saison der Blackys zieht, so zog er sich auch durch diese damalige Heimpartie – die entscheidende Entschlossenheit fehlte und fehlte und fehlte. Und auch die darauffolgenden beiden Runden in der Bundesliga haben es in sich: Es geht gegen den Tabellenzweiten WAC und Spitzenreiter Red Bull Salzburg. Die Deja-vu-Erlebnisse der ersten 16 Pflichtspielen der Saison gilt es jedenfalls am Samstag, wieder in Wien, zu unterbinden und endlich zu den konstanten Mannschaftsleistungen, wie etwa in der Ära Foda 2, zurückzukehren.

Spieldaten
FK Austria Wien – SK Sturm Graz
Bundesliga, 14. Runde
Samstag, 1. November 2014, 16:00 Uhr – Generali-Arena

Wettervorhersage
14 Grad, wolkig, also etwas zum Wimmern

Schiedsrichter
Mag. Oliver Drachta
1. Assistent: Roland Brandner
2. Assistent: Roland Riedel
4. Offizieller: Sebastian Gishamer

Mögliche Aufstellungen

Sturm Graz (4-2-3-1)
Gratzei – Ehrenreich, Spendlhofer, Madl, Klem – Piesinger, Hadzic – Schloffer, Stankovic, Gruber – Djuricin

Ersatz
Pliquett – Tadic, Offenbacher, Beichler, Barbaric, Todorovski, Lovric

Es fehlen
Andreas Pfingstner (Knochenödem), Naim Sharifi (Rekonvaleszent), Marc Andre Schmerböck (Knieverletzung)

FK Austria Wien (4-3-3)
Lindner- Koch, Ortlechner, Rotpuller, Salamon – Mader, Holland, Leitgeb – Meilinger, Damari, Grünwald

Ersatz
Hadzikic – Ramsebner, Kienast, Harrer, Serbest, Gorgon

Es fehlen
Sikov (Adduktorenbeschwerden), Koblischek (Muskelriss), Suttner (Muskelfaserriss),

Fraglich
Larsen (krank)

TV
Sky Sport Austria (live ab 15:30 Uhr)