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Wolfsberger AC - SK Sturm Graz

Alle Klagen fort

Zwischen den zwei Treffern des SK Sturm liegen gut 90 Minuten in denen die Grazer die frühe Führung gut verwalteten, nach Siegen in Wien-Favoriten und heute in Klagenfurt gibt es in Graz aktuell keinen Grund zu klagen.

An das Wörthersee-Stadion in Klagenfurt dürfte Sturm-Trainer Franco Foda bisher eigentlich nur gute Erinnerungen haben. Am 16. Mai 2010 durfte er seinen ersten Titel als Coach der Schwarz-Weißen einfahren, damals köpfelte Klemen Lavric die Grazer gegen Wiener Neustadt zum Cuptriumph. Etwas mehr als ein Jahr später durfte der Mainzer erneut an der Seitenlinie des EM-Stadions jubeln, gewann man doch in der Qualifikation zur Champions League gegen Videoton FC mit 2:0. Auch vor diesen zwei Partien, gab es in Klagenfurt gegen den FC Kärnten eine klar positive Bilanz mit vier Siegen, einem Unentschieden und einer Niederlage. Heute, am 08.11.2014, soll gegen den WAC der dritte Sieg in Klagenfurt nach dem Cupgewinn gelingen und somit auch der erste Sieg nach einem Sieg in der aktuellen Bundesliga-Saison.

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In dieser Saison durfte man nämlich noch kein einziges Mal, nachdem man in der Bundesliga gewonnen hat, ein weiteres Mal über drei Punkte in der darauf folgenden Runde jubeln. Nach Siegen gegen Wiener Neustadt, Salzburg, Ried und Grödig hat man es nicht geschafft mit einem Dreipunkter nachzulegen. Es folgten Unentschieden gegen Rapid, Wiener Neustadt und Altach sowie eine Heimschlappe gegen die Admira. Der letzte Sieg datiert aus der vierzehnten Bundesligarunde, als man die Wiener Austria mit 0:3 aus dem eigenen Stadion fegte. Logischerweise, vertraut man den Statistiken, dürfte heute für die Schwarz-Weißen, die heute übrigens wieder in knallneongelb auflaufen, nicht mehr als ein Unentschieden herausschauen.

Paukenschlag
Doch das sollte sich heute ändern, Franco Foda vertraut auf die gleiche Startformation wie beim letzten Sieg gegen die Violetten aus Wien. Und das sollte sich bezahlt machen. Nach nur einer Spielminute startet Thorsten Schick goldrichtig in den freien Raum und lässt nach Zuckerlpass von Marco Djuricin WAC-Keeper Alexander Kofler mit einem abgebrühten Schuss ins linke untere Eck keine Chance. Nur kurz darauf folgt die riesige Ausgleichschance für die Kärntner, den tollen Stanglpass von Silvio kann Peter Zulj aber nur über die Latte hämmern. Nach dieser Aktion wird Sturm etwas vorsichtiger, die Kärntner machen das Spiel und kommen auch zu Chancen. Jacobo schafft es im Rutschen aber nicht eine Flanke von Zulj gewinnbringend zu verarbeiten. In Minute 23 zieht Boris Hüttenbrenner von der Strafraumgrenze ab, der abgefälschte Ball wird aber zu keinem Problem für den bis dahin souveränen Christian Gratzei.

Nach einem grenzwertigen Einsteigen von Anel Hadzic, welcher richtigerweise dafür auch den gelben Karton gezeigt bekommt, schießt die Nummer 10 der Wolfsberger, Peter Zulj, den fälligen Freistoß aus gut 25 Metern in den Grazer Fanblock. Nach einer halben Stunde zeigt sich dann auch wieder der SK Sturm, und zwar in Person des Übeltäters. Der Distanzschuss des Bosniers dreht sich jedoch um den rechten Außenpfosten des Tores von Kofler. Kurz darauf leitet Christian Klem mit einer missglückten Abwehraktion den nächsten Angriff der ganz in weiß gekleideten Heimmannschaft ein, den daraus resultierenden Stanglpass von Manuel Kerhe kann Gratzei aber noch vor Zulj erreichen. Fünf Minuten vor der Pause feuert dann auch noch Daniel Beichler einen Schuss neben das Gehäuse des Schlussmannes der Kärntner ab, aber wie gesagt, halt neben das Tor.

Trommelwirbel
Mit Trommelwirbel verabschieden die Fans des SK Sturm die beiden Mannschaften in die Kabinen und Ex-WAC Trainer Nenad Bjelica erscheint auf dem Spielfeld um einem österreichischen Bezahlfernsehsender in einem Interview Rede und Antwort zu stehen. Zur Halbzeit lässt sich sagen, dass die Abwehr der Grazer, zumindest seit dem Comback von Trainer Foda, gewohnt sicher steht. Nach dem frühen Verlusttreffer versuchen die Lavanttaler vermehrt das Spiel zu machen, was auch ganz gut gelingt. Die erarbeiteten Chancen werden jedoch alle liegen gelassen. Für die Blackys hingegen, schaut es trotz weniger Chancen, gut aus. Denn sie sind das, was sie gegen die Austria auch schon waren. Effizient.

Das Konzert geht weiter
Und zwar mit einem Solo des Stadionsprechers, 8900 Zuseher werden durchgegeben. Da fragt man sich dann schon, ob sich die Verlegung in die 32.000 Zuschauer fassende Wörthersee-Arena wirklich lohnt. Aber auch am Platz wird wieder gegeigt, vergeigt besser gesagt. Der Fußball in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit ist geprägt von Fehlpässen und Abseitspositionen auf beiden Seiten. Nach einer Stunde geigt dann aber jemand auf. Hadzic spielt den Ball in die Lücke, Beichler kann den Ball aber nur mehr auf den herauslaufenden Kofler spitzeln. Und auch Stankovic hat Gefallen am Gefidel gefunden. Zuerst hat er mit einem Schuss an die Latte Pech, kurze Zeit später kann Kofler einen weiteren Schuss von ihm entschärfen, der Nachschuss von Beichler ist mit einem Rückpass zu vergleichen.

Schlussakkord
In der 70. Minute reagiert Dietmar Kühbauer erstmals und bringt Christopher Wernitznig statt Peter Zulj und sogleich erhöht sich der Druck der Kärntner. Doch zahlreiche Versuche werden entweder von Christian Gratzei entschärft, im Keim erstickt, oder man scheitert am eigenen Unvermögen. Sturm verlagert sich mehrheitlich aufs Kontern und vertraut auf Standardsituationen. Wie zum Beispiel in der 79 Minute, als Michael Madl, der die Rolle des Abwehrchefs heute sehr gut mimt, nach einem Eckball den Ball an die Latte köpfelt. Die Wolfsberger, die immer wieder versucht haben, mit Kombinationsfußball zum Erfolg zu kommen, sind heute gegen eine neongelbe Wand gelaufen. Und um alle Hoffnungen der wackeren Kärntner zunichte zu machen, nützt Daniel Offenbacher einen katastrophalen Fehler von Torwart Kofler um aus der eigenen Hälfte abzuziehen und über ebenjenen zum 2:0 einzunetzen.

Der Fansektor bebt, Gerhard Goldbrich weiß gar nicht wohin mit seinen Emotionen und alle Grazer fallen sich um den Hals. Sturm schafft es erstmals in dieser Saison zwei Spiele hintereinander zu gewinnen und bleibt abermals unter Franco Foda ohne einen Gegentreffer. Die Tugenden, die die Blackies gegen die Austria ausgezeichnet hatten, führten auch in Kärnten zum Sieg. Man ließ die Heimmannschaft das Spiel machen, war aber in den entscheidenden Momenten zur Stelle. Nach zwei starken Leistungen in der Liga sind nun vorerst einmal alle Klagen fort beim SK Sturm.

Lavanttal-Arena 15. Runde Zuschauer: 8.900

Wolfsberger AC
08.11.2014, 16:00 Uhr
0:2
(0:1)

SR: Gerhard Grobelnik

Sturm Graz
Torschütze (Vorlage) TORE Torschütze (Vorlage)
2. Minute Thorsten Schick (Marco Djuricin)
90. Minute Daniel Offenbacher ()
Spieler Karten Spieler
Anel Hadzic (Gelb)26. Minute
81. MinuteJacobo (Gelb)
Christian Gratzei (Gelb)87. Minute
Spieler Aufstellung Spieler
Tormann - Alexander Kofler   Christian Gratzei - Tormann
Abwehr - Dario Baldauf   Christian Klem - Abwehr
Abwehr - Nemanja Rnic   Lukas Spendlhofer - Abwehr
Abwehr - Michael Sollbauer   Michael Madl - Abwehr
Abwehr - Joachim Standfest   Martin Ehrenreich - Abwehr
Mittelfeld - Manuel Weber   Anel Hadzic - Mittelfeld
Mittelfeld - Ynclan Jacobo   Daniel Beichler - Mittelfeld
Mittelfeld - Peter Zulj   Marko Stankovic - Mittelfeld
Mittelfeld - Manuel Kerhe   Thorsten Schick - Mittelfeld
Mittelfeld - Boris Hüttenbrenner   Daniel Offenbacher - Mittelfeld
Angriff - Silvio   Marco Djuricin - Angriff
Spieler Wechsel Spieler
70. Minute Christopher Wernitznig für Peter Zulj
Andreas Gruber für Daniel Beichler 74. Minute
Simon Piesinger für Marko Stankovic 78. Minute
85. Minute Stefan Schwendinger für Manuel Weber
Josip Tadic für Marco Djuricin 90. Minute