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Spielercheck

Mille Gratzei

Der Sturm gewinnt, erstmals in dieser Saison, zum zweiten Mal in Folge und bleibt auch zum zweiten Mal in Folge ohne Gegentor. Grund dafür ist eine starke Leistung der Hintermannschaft und ein besonders starker Auftritt vom Mann ganz hinten.

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Manchmal gewinnt man auch in der Defensive Spiele. Die Sturm-Offensive schoss gestern zwei schöne Tore und bot 8.900 Zusehern einige schöne Szenen, doch vor allem der organisierte Auftritt des Grazer Abwehrverbundes war es, der den Wolfsberger AC über weite Strecken ausschalten konnte. Der SK Sturm fixierte so den zweiten (Auswärts-) Sieg in Folge. Das Kärntner Offensivfeuerwerk, das zu Saisonbeginn so überzeugte, wartet hingegen schon seit vier Runden darauf, wieder entzunden zu werden.

Wenn das Kärntner Angriffs-Department einen Weg durch die gut sortierten Grazer Abwehrreihen fand, dann war spätestens beim Schlussmann Ende. Christian Gratzei war gestern auffällig stark. Die besseren Chancen hatte zwar Sturm, das aber auch weil Gratzei alles, was in den Sechzehner kam, in Empfang nahm, und das so sicher, wie man es seit Jahren nicht gesehen hat. Langsam aber sicher findet die Nummer eins wieder zu alter Form.

Spielercheck: Note 4,5

Christian Gratzei
Der Torhüter hat gestern gefallen. Kamen die Wolfsberger durch die eigentlich souveräne Verteidigung durch, war bei Christian Gratzei Endstation. Bei hohen Bällen in seinen Strafraum war er gnaden- und ausnahmslos dran. Zumeist fing er die Bälle souverän herunter, wenn nötig, wählte er die weniger riskante Option und faustete den Ball weit aus dem Sechzehner. Beides klappte gestern einwandfrei. In dieser Form ist Gratzei ein sicherer Rückhalt für den SK Sturm Graz und Blacky of the Match.

Spielercheck: Note 4

Marko Stankovic
Stankovic bot gestern wieder eine gute Leistung. Er hat bei den meisten Offensivszenen seine Beine im Spiel, bei den Kontern sowieso. Der letzte Pass rund um den gegnerischen Sechzehner kann noch genauer werden. Positiv ist, dass er auch aus der Distanz den Abschluss sucht. So gesehen in Hälfte zwei, als wieder die Querlatte ein Wörtchen mitzureden hatte. Die zehn tut dem Offensivspiel in dieser Form sehr gut.

Lukas Spendlhofer
Das gestrige war ein Spiel, das auch die Abwehr von Sturm mitentschieden hat. Von Spendlhofer ist man es gar nicht mehr anders gewohnt: Er kämpft um jeden Ball, der sich in seiner Nähe befindet. Das Stellungsspiel passt, zudem strahlt er Ruhe aus und ging ein paar Mal entscheidend in den Zweikampf. Einen Nikola Vujadinovic vergisst man gänzlich bei Spendlhofers Anwesenheit. Das Innenverteidiger-Duo harmoniert mittlerweile sehr gut.

Michael Madl
Der Captain war gestern absolut fehlerfrei. Er ging aggressiv an den Ball und versuchte, das Spiel vor allem in Halbzeit eins anzutreiben. Die Abstimmung zwischen der Innenverteidigung und dem defensiven Mittelfeld funktionierte optimal – gehen Madl oder Spendlhofer beim Spielaufbau in die Breite, zieht sich Hadzic zurück. Eine Kopfballchance hat Madl auch vorzuweisen, nur die Latte des gegnerischen Tors hatte was dagegen.

Anel Hadzic
Immer vor Ort, hinten abgesichert, nach vorne die Bälle verteilt, im Pressing ein wesentlicher Bestandteil, weil er oft Bälle abgefangen hat – Anel Hadzic so, wie man ihn sich vorstellt. Er konnte gestern größtenteils an der Leistung anschließen, die er vor einer Woche noch gegen die Austria gezeigt hat.

Spielercheck: Note 3,5

Daniel Offenbacher
Daniel Offenbacher leistete gestern wie gewohnt viel Drecksarbeit. Das Passspiel des Steirers war gestern gut, er versucht das Spiel stets schnell zu machen und den Ball nicht lange bei sich zu behalten. Wichtig dabei: Offenbacher spielte häufigst in die Vertikale und verlieh dem Spielaufbau so einiges an Zugkraft. Sein entscheidendes Tor zum 2:0 und die Übersicht waren erste Sahne.

Thorsten Schick
Sein frühes Tor ebnete natürlich den Weg zum zweiten Sieg für Sturm in Folge. Er lief oft auf und ab und machte Druck über seine rechte Seite. An seiner Defensivarbeit erkennt man, dass er selbst auch schon als Außendecker gespielt hat.

Marco Djuricin
Die Nummer neun hatte gestern wenige Torchancen. Dies war auch der Tatsache geschuldet, dass Sturm gestern selten ganz nach vorne kam, wo ein Djuricin dann wartet. Unmittelbar nach dem Anpfiff überraschte er die gesamte Wolfsberger Defensivgemeinde mit einem Lochpass, der zum 1:0 führte. Im Verbund mit Stankovic gelang es ihm aber hie und da, Bälle vorne zu halten und zu verwalten – ohne daraus aber Kapital zu schlagen.

Spielercheck: Note 3

Christian Klem
Der Linksaußen hatte in der Defensive etwas mehr zu tun als Ehrenreich. Die Achse Standfest-Kerhe machte ihm in Hälfte eins einige Probleme. Nach der Pause ging es dort in einer ähnlichen Tonart weiter, Klem war er aber bei Weitem sicherer als noch in den ersten 45 Minuten, erkämpfte Bälle und gab diese schnell weiter. Offensiv ging gestern nicht viel von ihm aus.

Andreas Gruber
In gewohnter Manier spritzig und agil. Hatte aber wenig Offensivszenen, weil zum Zeitpunkt seiner Einwechslung die Kärntner ihre Drangphase hatten. Ihn ihm steckt aber viel Potential für einen neuen Flügelflitzer.

Martin Ehrenreich
Ehrenreich ging viel mit in die Offensive und lieferte eine laufintensive, ordentliche Partie ab. In Situationen, die Potential für ein Tor bieten, war er aber selten eingebunden – eine Torchance steht auf seiner Habenseite – dennoch war er mehr in der gegnerischen Hälfte, als sein Gegenüber Christian Klem. In der Defensive war er gegen Gegenspieler Jacobo, der beste Wolfsberger gestern, nicht immer souverän.

Spielercheck: Note 2,5

Daniel Beichler
Er hinterließ gestern den Eindruck, als wäre er noch nicht so lange in der Sturmmannschaft. Die Laufwege passten nicht ganz in das Gefüge der restlichen Offensivabteilung. Es gab durchaus die ein oder andere Situation mit Potential für Gefährlichkeit, er konnte sie aber nicht nutzen. Trotz alldem kann man ihm den Einsatz nicht absprechen. Er beging gestern einige unnötige Fouls.

Zu kurz eingesetzt: Simon Piesinger (solide bis bieder), Josip Tadic (Nicht einmal das Trikot angeschwitzt)

Ein Spielercheck von David Baumgartner, Matthias Strohmeier und Christian Albrecht.

Anmerkungen
Die Leistung der Sturm-Spieler wird anhand von Bällen bewertet. Die höchste Bewertung sind dabei fünf Bälle, die niedrigste Bewertung ist ein Ball. Eine durchschnittliche Leistung ist mit drei Bällen gleichzusetzen, die auch den Ausgangs- bzw. Basiswert darstellen. Das Ergebnis ergibt sich dabei aus der gemeinsamen Diskussion der Sturm12.at-Redakteure, bleibt aber letztlich subjektiv.