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Stadionpolitik

Fünf Millionen für Liebenau ungewiss

Bei der heutigen Gemeinderatssitzung wurde die fünf Millionen schwere Finanzspritze der Politik für den Grazer Fußball grundsätzlich beschlossen. Ob dieser Betrag einzig Sturm Graz zugutekommt, ist ungewiss – taucht doch nun das GAK-Sportzentrum Weinzödl in den Dokumenten auf.

Täglich etwas Neues gibt es derzeit in Sachen Stadion zu berichten. In der heutigen Gemeinderatssitzung der Stadt Graz wurde der Grundsatzbeschluss über die 25 Millionen Euro für die Grazer Sportstätten gefasst. Wie Sturm12.at bereits vergangene Woche berichtet hat, fließen 20 Millionen Euro in den maroden Liebenauer Eisbunker und fünf Millionen Euro in den Fußball. Das Land Steiermark und die Stadt teilen sich die Kosten. Nun taucht im heutigen Gemeinderatsstück jedoch plötzlich das GAK-Trainingszentrum Weinzödl auf, das neben dem Stadion Liebenau ebenfalls renovierungswürdig wäre. “In beiden Bereichen besteht Handlungsbedarf, der auch von den Vereinen gefordert wird”, heißt es da.

“Nur” vier Millionen für Liebenau?
Der Klubobmann der GrünenGerhard Wohlfahrt, berichtete diesbezüglich im Gemeinderat, dass Messe-Chef Armin Egger auf seine Frage im Finanzausschuss nach der geplanten Aufteilung der Sanierungsmittel für den Fußball antwortete, dass circa vier Millionen Euro für die UPC-Arena und circa eine Million für Weinzödl geplant seien. Der für Sport zuständige ÖVP-Gemeinderat Kurt Hohensinner relativierte im Anschluss Eggers Aussage, wonach nach Weinzödl nur dann Geld gehen würde, wenn bei der UPC-Arena etwas übrig bleiben würde. Kurzum: Die kolportierten fünf Millionen für Liebenau sind derzeit alles andere als fix. Vonseiten Sturm Graz wollte man gegenüber Sturm12.at dazu keine Stellungnahme abgeben.
Ebenfalls noch nicht fix beschlossen ist die Beteiligung des Landes, wobei laut dem Gemeinderatsstück bereits eine “50% Finanzierungszusage” vereinbart werden konnte, wonach das Land in den Jahren 2016 und 2017 die Hälfte der 25 Millionen zuschießen würde. Ein entsprechender Beschluss befinde sich in Ausarbeitung und wird voraussichtlich am 20. November in der Regierungssitzung diskutiert. Brigitte Scherz-Schaar, Leiterin des Büros von Landeshauptmann Franz Voves, bestätigte bereits vor einigen Tagen gegenüber Sturm12.at: “Es hat jetzt einmal eine grundsätzliche Zusage gegeben, dass sich das Land beteiligen wird.”

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Stadion GmbH als Bauherr
Als Messe-Chef ist Egger gleichzeitig Geschäftsführer der Stadion Graz-Liebenau GmbH und die soll nun als Bauherr mit der Planung und späteren Realisierung der Sanierungs- beziehungsweise Erweiterungsprojekte in Fußball und Eishockey betraut werden. Damit ist der lang gehegte Wunsch von Sturm-Präsident Christian Jauk, nicht in Erfüllung gegangen. Jauk hätte es bevorzugt, würde die Zuständigkeit für das Stadion auf Seiten des Eigentümers von der Messe zur Holding Graz wechseln, da diese ein jährliches Investitionsbudget hätte und Entscheidungen leichter getroffen werden könnten. “Das ist derzeit noch nicht realistisch, aber wir wollen das jedenfalls auch diskutieren”, hatte Jauk bereits im Juli gegenüber Sturm12.at Zweifel geäußert.

Arbeitsgruppe 2.0
Wie soll es nun weitergehen? “Ab sofort ist ein Koordinationsteam, bestehend aus Vertretern der Stadiongesellschaft und des SK Sturm, dabei die entsprechenden Maßnahmen zu erarbeiten und nach Prioritäten zu ordnen”, klärt das Gemeineratsstück auf. Damit wurde scheinbar heute eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die ziemlich nah an die Beschreibung jener heranreicht, die es laut dem Sturm-Präsidenten mindestens bereits seit Juli geben soll. Auch zwei Treffen soll es laut dem technischen Leiter der Messe Congress Graz, Karl Altenburger, bereits gegeben haben. Was genau dort jedoch besprochen wurde, ist nicht bekannt.
Einigermaßen einig ist man sich bereits darüber, was genau denn renoviert und adaptiert werden soll. In erster Linie solle “die Attraktivität der Zuschauereinrichtungen gesteigert werden.” Im Detail betreffe dies die sanitären Anlagen, Kantinen, Fantribüne und den VIP Club. Zudem soll der Stadionvorplatz ein “ansehnlicheres Äußeres” erhalten. Angestrebter Zeitpunkt der Fertigstellung: 2017.

Das Gemeinderatsstück zur Durchlese:

Gemeinderat_1

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