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Aufsichtsrat Robert Adam

Hineingewachsen

Fan, Hotelier, Sponsor, Aufsichtsrat. Robert Adam ist seit Ende September offiziell Aufsichtsrat bei Sturm Graz. Den Geschäftsführer einer Baufirma verbindet jedoch bereits länger ein Naheverhältnis zum Verein.

Er soll bei der Rückholaktion von Franco Foda entscheidend seine Finger im Spiel gehabt haben und steht seit einigen Tagen auf der Homepage von Sturm Graz in der Auflistung der Aufsichtsräte: Robert Adam. Seit Friedrich Santner im April 2013 seinen Sessel geräumt hatte, war der achte Platz frei. Für Santners Nachfolge war Adam laut eigenen Aussagen schon seit Anfang 2014 im Gespräch. In jenen Gesprächen hätte dann eines das andere ergeben. „Ich war früher nicht wirklich zufrieden. Wie es dann aber zum Wechsel zu Daniela Tscherk und Gerhard Goldbrich gekommen ist, habe ich gesehen, dass sich in diesem Verein sehr viel zum Positiven wendet. Da habe ich gemerkt: Aufsichtsrat – das könnte ich mir gut vorstellen“, erzählt Adam. Seit 26. September ist er offiziell Sturms achtes Aufsichtsratsmitglied.

pichlerbaumir.com
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Foda-Fürsprecher
Adam arbeitet jedoch bereits länger intensiv mit dem Verein zusammen. Gemeinsam mit seiner Frau betreibt er das Hotel am Mühlengrund in Raaba, wo die Kampfmannschaft des SK Sturm bereits in der früheren Ära Franco Fodas vor den Heimspielen einkaserniert war. Robert Adam und Franco Foda kennen sich also bereits länger. Adam ist Geschäftsführer der Baufirma baumir, die ein Sponsor von Sturm ist und wiederum während Fodas Sky-Engagement persönlicher Sponsor des Deutschen war. „Zumindest ist es kein Geheimnis, dass ich ein Befürworter Franco Fodas war und bin“, sagt Adam heute. Auf die Frage, wie er als frischgebackenes Aufsichtsratsmitglied die sportliche Situation sehe, antwortet ein Mann, der aus der Wirtschaft kommt. „Es ist mit Sicherheit jetzt wieder eine positive sportliche Entwicklung festzustellen. Die Fans sind zurückgekehrt. Alleine aus diesem Grund sieht man, dass es die richtige Entscheidung war“, so Adam. Unmittelbar danach folgt der Zusatz: „Und sportlich sieht man die Handschrift von Franco Foda ja nach fünf Spielen schon.“

“Wird eine Interimslösung geben”
Adam ist seit 1975 Sturmfan, seine Motivation, Aufsichtsrat zu werden, begründet der Steirer mit seiner Identifikation zum Verein. „Mein Herz schlägt einfach für diesen Verein. Mein Leben lang begleitet er mich schon. Viele Spieler dieses Vereins von der glorreichen Zeit sind meine Freunde, waren sie damals, sind sie heute“, erzählt Adam, zu dessen Haupttätigkeit im Verein die Sponsorenakquise zählt. „Durch meine guten Kontakte in der Industrie unterstütze ich das Marketing.“ Diese Aufgabe falle ihm umso leichter, weil er von der “hochseriösen und professionellen Arbeit” überzeugt ist. Den Großteil der Arbeit nehme die Öffentlichkeit ja gar nicht wahr. „Wie viel Sponsoren mehr es heute gibt, als vor einigen Jahren. Wie viel Einnahmensteigerungen es von Sponsorenseite gibt, obwohl die wirtschaftliche Situation nicht rosig ist“, erklärt Adam und stellt sich selbst ein Zeugnis aus: „Auch ich habe schon einige Sponsoren gebracht.“ Die wirtschaftliche Geschäftsführerin Daniela Friedl (vormals Tscherk) geht mit Anfang des Jahres 2015 in Karenz. Jene Agenden könne Adam jedoch aus Zeitgründen nicht vermehrt übernehmen. „Ich muss meinem Beruf und meinem zweiten Betrieb nachgehen. Da muss es eine andere Lösung geben, an der auch schon gearbeitet wird“, stellt Adam klar. Laut dem Aufsichtsrat arbeitet Gerhard Goldbrich derzeit an einer interimistischen Lösung.

Fünf Millionen zu wenig
Angesprochen auf die Meldungen der vergangenen Tage, wonach Stadt und Land fünf Millionen Euro für die Renovierung des Stadions zur Verfügung stellt, zeigt sich Adam realistisch. Fünf Millionen seien gar nicht so wenig. Ob man mit dem Betrag aber zufrieden sein könne? „Das kann man mit Sicherheit mit Nein beantworten“, so Adam. „Aber wir müssen das nehmen, was wir kriegen können. Es ja nicht nur so, dass uns die Politik täglich Prügel zwischen die Beine wirft.“ Auch die Politik leide unter der schwierigen Wirtschaftslage. Adam nimmt auch den eigenen Verein in die Pflicht: „Es liegt jetzt auch am Verein, finanzielle Mittel auf die Beine zu stellen und die Sanierung dementsprechend zu unterstützen.“