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SK Sturm Graz Damen

Die erste Ernte harter Arbeit

Die Damen vom SK Sturm Graz dürfen auf eine erfolgreiche Herbstsaison zurückblicken. Vom Sieg des ersten Puma Ladies Cups über die Auszeichnung von Anna-Carina Kristler zur besten Torfrau des Turniers, bis zum Erkämpfen wichtiger Punkte gegen starke Gegner. Eine kleine Analyse:

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Die erst seit 2011 bestehende Damen-Fußballmannschaft des SK Sturm Graz konnte in dieser Herbstsaison erste Früchte der Arbeit der vergangenen Jahre ernten. Noch in der Frühjahressaison 2013/14 fiel die Entscheidung über den Klassenerhalt in der Frauen-Bundesliga erst in der letzten Runde. „Das Frühjahr war ziemlich durchwachsen“, wird Damen-Trainer Markus Hiden auf der Vereinshomepage zitiert. Doch durch personelle Verstärkung der Mannschaft konnten die Damen im Herbst kontinuierlich punkten und finden sich nun auf Tabellenplatz drei wieder.

Gute Zeiten
Als Ziel für die Saison 2014/15 wurde ein Platz im Mittelfeld der Tabelle definiert – in der Herbstsaison konnte man dieses sogar übertreffen. Abgesehen von einer 2:6-Niederlage gegen den FSK St. Pölten-Spratzern zu Beginn der Saison scheinen die Damen sich in der Bundesliga recht schnell eingelebt zu haben. Experte Kevin Bell verortet die Gründe der konstant starken Leistung vor allem in der “Verstärkung der Defensive und der Verbesserung der Durchschlagkraft der Offensive.” Außerdem erklärt Bell: „Ein signifikanter Unterschied ist sicher die Erfahrung der Mannschaft. Die meisten Spielerinnen haben in der Premieren-Saison im Vorjahr gesehen, wie der Hase in der Bundesliga läuft. So hat man sich an die robuste Spielweise und an das deutlich höhere Spieltempo gewöhnt.“ Vor allem ihren Kampfgeist konnten die Damen immer wieder unter Beweis stellen. Zum Beispiel im denkwürdigen Spiel gegen Union Kleinmünchen, in dem man sich nach einem 0:2-Rückstand zurückkämpfte und am Ende mit drei Zählern nach Hause fuhr.

Zudem bewies der Verein ein gutes Händchen bei den Neuverpflichtungen der erfahrenen Bundesligaspielerin Nicole Gatternig (die zuvor bei Carinthians Soccer Women unter Vertrag stand) und den beiden Legionärinnen Mihaela Pavlek und Jelena Nikolic für das defensive Mittelfeld. Durch die enormen Erfahrungswerte, die diese Spielerinnen mitbringen, können sich heimische Jungtalente wie Lisa Maier, Irina Wurzinger oder Carmen Oberreßl in der Defensive gut entwickeln. Die nun erzielten Erfolge der Herbstsaison dürfen wohl als Lohn der harten Arbeit der vergangenen Jahre angesehen werden. Wie auch das Ergebnis des ersten Puma Ladies Cup zeigte, den die Grazer Damen gewinnen konnten.

Konkurrenzkampf
Um in den Geschichtsbüchern von Grazer Derbys im Herrenfußball lesen zu können, muss man schon weit zurückblättern. Bei den Damen ist das anders. In der Bundesliga treffen der SK Sturm Graz und die Damen des LUV Graz regelmäßig aufeinander. Neben den Stadtduellen gegen die LUV-Damen gilt es für die Grazer Damen in dieser Liga vor allem gute Leistungen gegen die überlegenen zwei Spitzenreiter von FSK St. Pölten-Spratzern und NÖSV Neulengbach zu zeigen, um weiterhin den Anschluss an die Tabellenspitze zu wahren.

Zukunftsvision
Aber: Angesichts der zweiten Hälfte der Saison bremst Experte Bell ein bisschen ein: „Man sollte nicht zu schnell zu viel erwarten, “nur” weil die ersten neun Spiele der Saison überdurchschnittlich gut verlaufen sind.“ So sie die Qualität der Spielerinnen der Teams auf und ab dem dritten Tabellenplatz sehr ähnlich – die Leistungsdichte der Liga extrem hoch. Somit könnten etwa einzelne Verletzungen oder Wintertransfers enorme Auswirkungen nach sich ziehen.

Positiv erscheint hingegen das langfristige Konzept des Trainers, das immer besser mit dem jungen, entwicklungsfähigen Spielermaterial übereinzustimmen scheint und die breite Unterstützung des Trägervereins. Laut Bell kann Sturm “in den nächsten drei bis fünf Jahren zu einem Team werden, das vielleicht auch einmal die “Großen Zwei” (Anm.: Spratzern, Neulengbach) sprengen kann.” Darüber wird zu reden sein.