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Schwarz-weißer Nachwuchs

Winterpause für die Jugend

Seit der Gründung der Akademie Steiermark-Sturm Graz hat sich in den Jugendmannschaften der Schwarz-Weißen einiges getan. Auch die Amateure erfüllen nach der beendeten Herbstsaison das Soll. Ein Blick auf die junge Garde:

Durchwegs gute Resultate sind es, die man am Ende der Herbstsaison zu sehen bekommt, blickt man auf die Ergebnisse der jüngsten Akteure des SK Sturm zurück. Gewonnene Turniere, Tabellenplatzierungen im oberen Drittel und Einberufungen in die nationale Auswahl lassen sich heute ausmachen.

Positive Bilanz
Rang Sechs von 15 – die Sturm Amateure erfüllen nach einer gespielten Saisonhälfte das Soll. Mit einem 3:0-Sieg gegen die WAC Amateure konnte die Hinrunde erfolgreich abgeschlossen werden. Winterpausenfazit: passt. Insbesondere da bei den Amateuren – entgegen der ersten Mannschaft – der Tabellenplatz nicht die oberste Priorität inne hat. Denn ganz oben auf der täglichen Trainingsagenda von Trainer Markus Schopp steht die Förderung jedes einzelnen Nachwuchsspielers im Kader. Dementsprechend jung sind die meisten Spieler, die in der Regionalliga Mitte für den SK Sturm regelmäßig am Feld stehen.

So konnten sich die Jungblackys den sechsten Platz nach einer Schwächephase sichern. In der Partie vor dem letzten Hinrundenspiel gegen die WAC Amateure konnte die Elf von Markus Schopp erstmals wieder gewinnen – 1:0 gegen Union Vöcklamarkt, lautete der Endstand. Davor waren die Amateure fünf Spiele lang sieglos. Der stark angepriesene Jahrgang 1997 war dabei von Runde zu Runde weitreichend in den Startaufstellungen vertreten. Tobias Schützenauer, Marco Gantschnig, Philipp Seidl, Sebastian Mann sammeln durchgehend ihre Erfahrungen im Erwachsenenfußball. Etwas weniger Einsatzzeit bekommen Sandi Lovric – er schnuppert bereits in den letzten Spielminuten bei der ersten Mannschaft Bundesligaluft – und Peter Puster, der vor allem zu Beginn der Saison noch in der U18-Akademiemannschaft zum Einsatz kam. Neben Lovric ist auch Andreas Gruber am Sprung in die erste Mannschaft, der im Spiel gegen den WAC II Mann des Spiels war. Mit zwei potenziellen Kandidaten für die oberste Elf liegt Markus Schopp wie seine Mannschaft im Soll. „Ich bin mit meiner Mannschaft sehr zufrieden. Wir sind mit einem extrem jungen Team in die Meisterschaft gestartet und haben in den ersten Runden gleich gegen große Brocken gespielt“, resümiert der Trainer die Ergebnisse der Herbstsaison.

SandiLovricAkademische Einblicke
Etwas unter den Erwartungen – 10. von 12 Teams – blieb die U18-Mannschaft der Akademie Steiermark-Sturm Graz. Die Betonung liegt auf “etwas”. “Wir sind in der Regel immer die jüngstaufgestellte Mannschaft in der U18. In der Jugend ist das ein enormer Unterschied”, erklärte Akademie-Leiter Dietmar Pegam einmal. Auch im heurigen Herbst kamen teils Spieler zum Einsatz, die jünger als 17 sind. Neben den Spielern aus dem Jahrgang 1997, die den Sprung in die Amateurmannschaft (noch) nicht geschafft haben, waren auch Spieler aus den Jahrgängen 1998 und 1999 am Feld zu sehen, wie beispielsweise Dario Maresic oder Marc Grosse, der voriges Jahr noch Torschützenkönig in der U15-Liga war.

In der steirischen Leistungsklasse liegt die U17 der Akademie – in dieser Altersklasse gibt es derzeit keine eigene bundesweite Liga – nach vier Spielen am zweiten Tabellenrang hinter Weiz. International kann die Mannschaft jedoch groß aufspielen. In Budapest erzielte die Mannschaft souverän die Gruppenführung der Vorrunde im Rahmen des Future Talents Cup und erreicht somit das Semifinale des Turniers. Dieses wird im April nächsten Jahres ausgetragen. Auf die Spieler wartet dann der belgische Gegner Club Brügge.

Die von Pegam als “Jahrhundertjahrgang” bezeichnete U16  liegt mit vier Punkten Rückstand auf Tabellenführer Salzburg derzeit am zweiten Platz. Und auch die neu zusammengesetzte U15, in der auch Nicht-Sturmspieler im Einsatz sind, kann sich auf dem dritten Tabellenrang hinter Red Bull Salzburg und Rapid Wien behaupten. Auch über die Auskunft, die die Tabelle über die U14 gibt, kann man durchaus stolz sein. Die Mannschaft von Trainer Samir Muratovic, die als U15B auftritt, holte sich in der U15-Landesliga den Meistertitel vor dem GAK.

Die Kleinsten unter Dach und Fach
Die jüngste Auswahl des SK Sturm wechselte kürzlich vom Feld in die Halle. Der Beginn der Hallensaison kann sich für die schwarz-weiße U11 durchaus sehen lassen: Der Jahrgang 2005 konnte das – vom LUV Graz organisierte – Hallenturnier seiner Altersklasse gewinnen. Und die nächste Herausforderung lässt nicht lange auf sich warten. Kommendes Wochenende werden die jungen Blackys in Gilching (Deutschland) gastieren, um sich international mit Jugendauswahlen wie etwa jener des FC Bayern München oder Sparta Prag zu messen. Das erste Hallenturnier der laufenden Saison konnte im Übrigen auch die U10 in Kirchbach für sich entscheiden, als im Finale das FAZ Ost mit 3:2 besiegt werden konnte.

Jungblackys auf internationalem Kurs
Wesentlich verbessert hat sich die Anzahl der Jugendnationalteamspieler aus den Reihen des Sturmnachwuchses. Sie kann neben der Integration der Nachwuchsspieler in die das eigene A-Team als der zweite wesentliche Indikator für erfolgreiche Nachwuchsarbeit gesehen werden. Mit Tobias Schützenauer, Sebastian Feyrer, Philipp Seidl, Robin Bleyer, Sebastian Mann, Peter Puster und Lukas Skrivanek standen in den letzten Spielen allein sieben schwarz-weiße im erweiterten U18-Kader. Schützenauer, Seidl und Mann spielten in drei von vier Spielen sogar von Beginn an. Vor fünfeinhalb Jahren hatte der Verein drei Teamspieler vorzuweisen – und das aus allen Altersklassen zusammengerechnet.

Ihr Debüt auf internationalem Parkett gaben Anfang November Romano Schmid und Lorenz Leskosek. Die beiden Jungblackies wurden von U15-Nationalteamchef Hermann Stadler zum Spiel gegen die Schweiz einberufen. Daneben standen auch noch Vincent Trummer und Lukas Fadinger auf Abruf bereit. Dementsprechend groß war die Freude beim 14-jährigen Schmid: „Das ist meine erste Einberufung, voll geil!“ Schmid und Leskosek hatten den Teamchef bei den Sichtungstagen im September in Lindabrunn überzeugen können. Dennoch hätten sie sich ihre ersten Spiele im Nationalteamdress wohl anders vorgestellt: Die U15-Auswahl musste sich den gleichaltrigen Eidgenossen 4:0 und 3:2 geschlagen geben. Die Leistung der jungen Spieler ist aber trotzdem nicht zu schmälern. Nicht das, was jeder in der Tabelle nachlesen kann, ist Erfolg im Jugendfußball“, weiß Pegam. 

Zukunftsträchtig
Die Akademie ist indes bereits auf der Suche nach weiteren Talenten für die Saison 2015/16. Die Frist für die Anmeldung zu den Eignungstests endete vergangenen Sonntag. Diese werden in den Monaten November und Dezember von den jungen Spielern des Jahrganges 2001 absolviert. Sowohl sportliche als auch schulische Eignung müssen die Bewerber unter Beweis stellen, um sich für die Ausbildung unter Leiter Didi Pegam zu qualifizieren. Wer womöglich zukünftig Fußballösterreich prägt, könnte sich nun schon nächste Woche bei der Erstsichtung aller angemeldeten Schüler herausstellen.