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Admira Wacker - Sturm Graz

Ausschluss, Basta!

Das Spiel des SK Sturm gegen die Admira wurde bereits in der 14. Minute vorentschieden. Rene Schicker ging wegen einem rüdes Einstiegs gegen Anel Hadzic mit Rot vom Feld. Danach dominierte Sturm, traf zweimal und siegte ungefährdet mit 2:0.

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Trotzdem Südstadt. Wer auf der Südautobahn bei Maria Enzersdorf abfährt, um sich ein Fußballspiel anzusehen, betritt wie bei so vielen Vereinen dieser Liga ein trauriges Fußballstadion. Plastikbestühlte Tribünen, die den Charakter einer Übergangslösung haben, großflächige Werbeplakate hinter dem Tor anstatt eines breiten Stehsektors, ein Spielertunnel, der aussieht wie der Wintergarten am Eck eines Wohnblocks. Einziger Glanz kommt von den Flutlichtmasten, die sich über die halbseitig überdachten Stadionkanten beugen. Würden sie nicht scheinen, würde der unwissende Besucher denken, die BSFZ-Arena befindet sich im Umbau. Während eine halbe Stunde vor Spielbeginn erste Zuseher den Tau von ihren Sitzplätzen wischen, testen Stadion-Mitarbeiter die Stadionlautsprecher. “I’ve never seen  a diamond in the flesh”, singt Lorde die erste Strophe ihres Hits Royals. Vor dem letzten Wort des Refrains “and we’ll never be royals” beenden die Akustik-Beauftragten den Test. In diesem Haus der Bescheidenheit spielt Sturm an diesem tiefnovembrigen Samstagabend gegen die Admira. Und so ist spätestens, als die drei Admiraner Trompeter aus dem Heimsektor zum ersten Mal einsam zur Attacke blasen, klar: Trotzdem Südstadt.

Franco Foda schickte eine schwer erwartbare Mannschaft auf den frostigen und daher rutschigen Südstädter Rasen. Andreas Gruber lief wie fast schon angekündigt für den erkrankten Daniel Beichler auf, der zuletzt gelbgesperrte Anel Hadzic stand ebenfalls in der Startelf. Ansonsten starteten die gleichen neun Mann wie bei der 2:1-Heimniederlage gegen Salzburg in der vorigen Runde.

Beide Mannschaften gehen stark nach vorne orientiert und mit hohem Tempo ins Spiel. Die Offensivspieler pendeln in hoher Frequenz zwischen den Spielhälften. Der Admira gehört dann die erste Torchance. Rene Schicker schießt aus zwanzig Metern – klar am Tor vorbei von Christian Gratzei. In der 12. Minute ist dann Sturm zwingend. Marko Stankovic köpft an die Latte – Marco Djuricin hatte ihn mit einem Wattebällchen-Lupfer in den Strafraum bedient. Nur zwei Minuten später werden wieder Stankovic und Djuricin gefährlich im Strafraum der Heimmannschaft. Der Zehner schickt Andreas Gruber, der Rechtsaußen spielt zur Mitte und der Neuner schließt ab – Jörg Siebenhandl hält jedoch sicher. Sturm hat ab dieser Szene das Spiel im Griff. Sicher und direkt kombinieren sich die Gäste am Maria Enzersdorfer Rasen nach vorne. In der 14. Minute verliert Rene Schicker auf dem rutschigen Geläuf während eines Sturmangriffes seine Beherrschung und Kontrolle. Der Admiraner springt Anel Hadzic gedankenbefreit in die Beine und wird vollkommen zu Recht von Schiedsrichter Dieter Muckenhammer des Feldes verwiesen. Kurz darauf muss auch Hadzic runter – der Achter kann nach dem groben Foul nicht weiterspielen und für ihn kommt Simon Piesinger ins Spiel. (Update: Bei einer ersten Untersuchung wurde ein Bruch bei Hadzic ausgeschlossen. Am Montag werden mittels MRI die Bänder inspiziert.)

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Graue Dominanz
Sturm dominiert nun zu neunt das Spiel. Daniel Offenbacher eröffnet mit überlegten und präzisen Pässen, im Mittelfeld spielen die Außen in die Tiefe auf die Stürmer oder sie spielen mit dem Zentrum den Doppelpass – das Angriffsspiel funktioniert. In der 25. Minute kommt Marco Djuricin beinahe zu einem Treffer. Doch er köpft nach einer Flanke des sehr hochspielenden Schick eine Armlänge über das Tor. Eine Minute später hat er dann die erneute Chance mit dem Fuß – und macht es besser. Offenbacher mit dem weiten Querpass aus der Abwehr in die Spitze, Thorsten Schick spielt auf Djuricin in die Tiefe, dieser umkurvt Siebenhandl, den vorbeigrätschenden Christoph Schösswendter und schießt trocken zum 1:0 ein. Die verdiente Führung für Sturm. Die Grazer drängen nach dem Treffer auch weiterhin nach vorne. Auffallend ist dabei weiterhin, wie sicher Sturm kombiniert und wie schnell die Mannschaft von Franco Foda vor das Admira-Tor kommt – auch, weil die Heimmannschaft im Mittelfeldzentrum viel zu zurückhaltend verteidigt. Piesinger, Offenbacher und Stankovic können nahezu immer den Ball annehmen und nach außen oder in die hintere Reihe tropfen lassen. Die Gäste bestimmen so gänzlich über das Spieltempo und sind um einiges öfter am Ball. In der 37. Minute baut Sturm ob dieser Dominanz ohne Gegenwehr seine Führung aus. Piesinger köpft  – zögerlich bedrängt – nach einem Schick-Eckball ein – 2:0. Die dezimierte Admira hat dem keine Reaktion entgegenzusetzen. Es geht ohne einer bedeutenden Torchance der Heimmannschaft in die Halbzeitpause.

Wechselhaft
Zu Wiederanpfiff wechselt Admira-Trainer Walter Knaller. Issiaka Ouedraogo ersetzt Benjamin Sulimani. Ansonsten ändert sich am Spiel nichts. Sturm bestimmt und spielt schnörkellos nach vorne. Besonders auf den Seiten – bedingt durch das Dreier-Mittelfeld der Admira – haben die Gäste viel Raum, um zu kombinieren. Und den nutzen sie. In der 55. Minute setzt Stankovic eine Hereingabe von Schick über das Tor. Daraufhin kommen im Minutentakt Djuricin, Schick und wieder Djuricin beinahe zum Abschluss nach einem Stanglpass. Die Admira rettet sich dabei gelegentlich über die Mittelline – mehr Entlastung ist nicht. In der 62. Minute muss es dann spätestens endgültig 3:0 stehen. Der Ball liegt nach einem kurz, und eigentlich missglückt, abgespielten Freistoß von Offenbacher plötzlich vor den Füßen von Martin Ehrenreich. Der Rechtsverteidiger flankt in den Admira-unterbesetzten Strafraum, wo Djuricin alleinstehend mit einem Volley an Siebenhandl scheitert. Gruber kommt zum Abstauber und schießt hektisch über das leere Tor. Zwei Minuten später läuft plötzlich Djuricin alleine auf Siebenhandl zu. Der Stürmer schießt dem Admira-Tormann jedoch in die Arme anstatt auf Gruber quer abzuspielen. Dass die Grazer nicht einem Kantersieg entgegen stürmen, ist allein ihrer Chancenverwertung geschuldet. In der 67. wechselt Knaller erneut. Nico Löffler ersetzt Marvin Egho. Am Spiel ändert sich nichts.

Denn die Admira kommt nach wie vor nicht in den Sturm-Strafraum. Die Gäste hingegen schalten den Angriffsmotor nun einen Gang zurück. Sie halten den Ball im Mittelfeld, spielen nicht mehr umgehend in die Spitze, schnüren die Admira nicht mehr ein. Foda bringt daher einen neuen Offensiv-Mann aufs Feld. David Schloffer kommt in der 74. Minute für Gruber ins Spiel. Fünf Minuten nach seiner Einwechslung nützt der Rechtsaußen den verfügbaren Raum. Er dribbelt sich an vier Admiraner vorbei, bringt den Ball zur Mitte – doch ein Roter kann mit seinem Fuß noch entscheidend abfälschen. Trotzdem eine erwähnenswerte Aktion. Insbesondere, weil sich mehr nicht mehr tut am Südstädter-Rasen. Das Spiel ist längst entschieden. In der 81. Minute kommt Josip Tadic für Djuricin ins Spiel. Der kommt in der Schlussphase noch zwei Mal bei Flanken des starken Thorsten Schick zu kurz. Ansonsten fällt Sturm in den letzten Minuten hauptsächlich durch übertriebene Lässigkeit auf.

Das Spiel endet somit letztlich mit 2:0 für Sturm. Bitter ist die mangelnde Chancenauswertung von Sturm vor allem hinsichtlich der Tabelle, wo man jetzt trotz des Sieges wegen des Torverhältnises hinter Rapid gerutscht ist. Das dieses eine Tor nach 36 Runden noch den Ausschlag gibt, darf aber bezweifelt werden. Sturm bleibt jedenfalls auch im fünften Auswärtsspiel in Folge ohne Gegentor und übernimmt zumindest bis morgen Platz eins in der Auswärtstabelle. Zuhause sah es bislang nicht so gut aus, das soll sich aber nächste Woche gegen Ried ändern.

BSFZ-Arena 17. Runde Zuschauer: 2.519

Admira Wacker
29.11.2014, 18:30 Uhr
0:2
(0:2)

SR: Dieter Muckenhammer

Sturm Graz
Torschütze (Vorlage) TORE Torschütze (Vorlage)
Marco Djuricin () 25. Minute
Simon Piesinger () 37. Minute
Spieler Karten Spieler
14. MinuteRene Schicker (Rot)
Spendlhofer (Gelb)48. Minute
Stankovic (Gelb)57. Minute
Spieler Aufstellung Spieler
Tormann - Jörg Siebenhandl   Christian Gratzei - Tormann
Abwehr - Markus Katzer   Christian Klem - Abwehr
Abwehr - Thomas Weber   Lukas Spendlhofer - Abwehr
Abwehr - Christoph Schösswendter   Michael Madl - Abwehr
Abwehr - Stephan Auer   Martin Ehrenreich - Abwehr
Mittelfeld - Marvin Egho   Andreas Gruber - Mittelfeld
Mittelfeld - Lukas Thürauer   Marko Stankovic - Mittelfeld
Mittelfeld - Thomas Ebner   Thorsten Schick - Mittelfeld
Mittelfeld - Rene Schicker   Anel Hadzic - Mittelfeld
Mittelfeld - Eldis Bajrami   Daniel Offenbacher - Mittelfeld
Angriff - Benjamin Sulimani   Marco Djuricin - Angriff
Spieler Wechsel Spieler
Simon Piesinger für Anel Hadzic 19. Minute
46. Minute Issiaka Ouedraogo für Benjamin Sulimani
67. Minute Nico Löffler für Marvin Egho
David Schloffer für Andreas Gruber 75. Minute
Josip Tadic für Marco Djuricin 81. Minute